Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
789
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Jahrg.

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junge Dame nicht ſagen, die, wie Sie ſehen, Senſation erregt..

Beſitzen Sie nur dieſes eine Exemplar? fragte Paul Münter mit einem bedeutungsvollen Lächeln.

Ich zahle jeden Preis für eine gute Copie! rief

Eduard.

Der Photograph trat mit den beiden Käufern tiefer in den Laden, um ſich den Blicken der an dem Fenſter Gaffen⸗ den zu entziehen.

Wenn ich auf Discretion rechnen kann, ſagte er,ſo

laſſe ich Ihnen das zweite Exemplar ab, das ſich in meinen Händen befindet. Es koſtet vier Louisd'or.

Hier iſt das Geld!

Der Handel war abgeſchloſſen Eduard beſaß ein Portrait der ſchwarzen Dame, die ihn ſeit dem erſten Er⸗ blicken Tag und Nacht beſchäftigte. Aber was nützte ſeiner Sehnſucht das Portrait, wenn ſich das Original nicht ermitteln ließ? Das Aufſehen, das dieſe Schönheit machte, erregte eine Art Eiferſucht in ihm, denn es war die Furcht wohl nicht unbegründet, daß ſich noch an⸗ dere Bewerber finden könnten, Bewerber, die glücklicher waren, als er.

Die beiden Freunde trennten ſich. Eduard ging in das Comptoir ſeines Vaters, Paul ſuchte den Hafen auf, um dort einen Agenten zu treffen, mit dem er ein Geſchäft zu verhandeln hatte. Sie ſahen ſich erſt am nächſten Tage in dem Café turc wieder.

Es war gegen ſechs Uhr Abends. Der Banquier Anton Roland ſtand an ſeinem Bureau und arbeitete. In einem Nebencabinete, deſſen Thür geöffnet war, befand ſich Eduard; er ſchrieb emſig einen Brief. Da hörte er plötz⸗ lich daß Beſuch bei ſeinem Vater war. Er warf einen

gen Blick durch die Thür wer beſchreibt ſein freu⸗

Erſtaunen, als er den Greis, den Begleiter ſeiner angebeteten Unbekannten, erblickte. Mit angehaltenem Athem lauſchte er auf das Geſpräch der beiden Männer.

ſtoph Ortelli.

Wer Banquier.

Ich bin Chriſtoph Ortelli

Ah, mein Correſpondent aus Zürich. nehmen Sie Platz!

Der Ausdruck, in dem der Banquier ſprach, verrieth, daß der Beſuch willkommen war. Eduard, der die Ma⸗ nieren ſeines Vaters kannte, zitterte vor Freude bei dieſer Entdeckung. Er kauerte ſich hinter der Glasthür nieder.

Die beiden Männer in dem Comptoir ſaßen auf einem kleinen Sopha.

Komme ich zur ungelegenen Stunde? fragte Chri⸗ Es iſt ſpät

Nein, mein Herr; für einen ſo werthen Geſchäfts⸗ freund habe ich ſtets Zeit übrig. Sie haben mir Ihren Beſuch ja ſchon vor drei Wochen angekündigt.

So lange befinde ich mich auch ſchon hier am Platze; aber da mir die zu meiner Legitimation nöthigen Papiere fehlten, nahm ich Anſtand, meinen Beſuch abzuſtatten. Jetzt bin ich im Beſitze dieſer Papiere. Hier iſt zunächſt mein Creditbrief von S. und Compagnie.

Der Banquier prüfte das Papier.

Gut, mein Herr, ſagte er dann;Ihnen iſt ein Cre⸗ dit von dreitauſend Thalern bei mir eröffnet. Gegen dieſes Papier läßt ſich nicht das Geringſte einwenden. Sie

gibt mir die Ehre? fragte höflich der

Ich bitte,

verzeihen, ich bin Geſchäftsmann

Beobachten Sie zwanglos die Regeln, die Ihnen die Vorſicht auferlegt. Wir ſtehen uns ja als Geſchäftsleute gegenüber und da wir uns von Angeſicht zu Angeſicht früher nicht geſehen haben

Der Banquier verneigte ſich.

Ich erkenne in Ihnen den exacten Geſchäftsmann, für den ich Sie ſtets gehalten, ſeit ich die Ehre habe, mit Ihnen zu correſpondiren. Sie haben mir als Agent für die Schweiz nicht unwichtige Dienſte geleiſtet.

Es iſt mir eine große Genugthuung, Ihr Vertrauen

ſoviel dazu beigetragen haben, die Arbeiterclaſſe in England geſitteter zu machen, indem ſie dadurch von der Trunkenheit und Völlerei abgezogen und zu edlern Beſchäftigungen in ihren Frei⸗ ſtunden hingezogen wurden. Die billigen illuſtrirten Blätter, die jetzt in Deutſchland, Frankreich und Nordamerika ſo weit verbrei⸗ tet ſind und ſoviel Nutzen ſtiften, verdanken ihren Urſprung dem Lord Brougham und deſſen Freunden, die ſie in England zu dem Zwecke in's Leben riefen, uut dadurch fördernd auf die Bildung des Volkes einzuwirken.

In Grantham, wo Newton das Licht der Welt erblickt hat, wurde dieſem großen Manne nicht bloß Englands, ſondern der ganzen Menſchheit eine Bildſäule errichtet und die Koſten derſelben durch Unterzeichnung aufgebracht. Lord Brougham war Präſident des Comité für dieſe ÜUnterzeichnungen und bereits in dieſer

haft berufen, bei der Inauguration des Denkmals die

de zu halten, wozu er aber auch als Commentator des Mathematikers aller Zeiten und aller Völker vor allen Andern ganz beſonders geeignet war. Lord Brougham zählt in ſeiner Rede alle Arbeiten Newtons auf, läßt aber zugleich dabei den Verdienſten der Vorgänger deſſelben, auf deren Ärbeiten er fortbauete, und eben ſo ſeinen Nachfolgern einem Euler, d'Alembert, Lagrange, Laplace u. ſ. w. volle Gerechtigkeit widerfahren. Die Laufbahn Newton's war lang und glücklich.

ment ſeiner Nachforſchungen erſchaffen hatte, wendete er es auf

die Mechanik, die Optik und das Weltſyſtem an.

Er ſah die Erde ſich in einer doppelten Art abplatten und durch ihre Rota⸗ tion und die Wirkung der Abplattung ſelbſt auf ihre Schwere einen Einfluß ausüben; er wog die Planeten, ahnete ihre gegen⸗ ſeitigen Störungen, er begriff die Urſache der Verrückung des Aequators und errieth die Schwingung der Erdachſe; die Ungleich⸗ heiten des Mondes waren ihm erklärbar, Ebbe und Fluth hörten auf ein Geheimniß zu ſein, und das von ſeinen Nachfolgern ent⸗ wickelte Princip der gegenſeitigen Anziehung gibt ihm noch ein theilweiſes Recht an allen Entdeckungen, die mit Hülfe der Offen⸗ barung ſeines Genies ſpäter gemacht worden ſind. Er hat dieſe hohen Wahrheiten zuerſt gewußt, ſie zuerſt dem Menſchengeſchlecht gelehrt. Mit Recht ſchrieb ein bekannter franzöſiſcher Gelehrter, Babinet, Mitglied der franzöſiſchen Akademie, ſchon vor länger Zeit in Bezug auf Newton:Nach der ſchöpferiſchen Kraft, mit

der ſich nichts vergleichen läßt, gehört dem Genius, der in den

Die Achtung und Verehrung ſeiner Zeitgenoſſen ſchritten dem Urtheil der Nachweltevoran.. Ein ehrenvolles Vermögen bezahlte

die Schuld ſeines Vaterlandes an ihn. Tauſend Zeugniſſe der Beachtung wurden ihm in einer verſchwendriſchen Art zu Theil. Seine groͤßte Belohnung war aber ſicher das Bewußtſein des Werthes ſeiner Arbeiten. Nachdem er das mathematiſche Inſtru⸗

Gedanken des Schöpfers einzudringen verſtand, der erſte Rang. Einem Newton war die Ehre zu gönnen, daß ſeine Bildſäule von einem ſo berühmten und competenten Manne wie Lord Brougham eingeweiht wurde. C.

Aus der Natur. Rlugheit der Wallfiſche.

In dem Werke über die große Expedition in die Seeen von China, Japan und Ochotsk und über die Erforſchungen des

Amurgebietes von Collins, welches Heine deutſch herausgegeben