Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
781
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Nebenbel blieb Er verſuchte erfſamkeit des rin Grkenninih rſtütte. Wit⸗ es Geſchick: et

9.

Berlin⸗ Be erweilte, vunde

on Preuß

Schweiz reich an dieſem mangelhaften Ueberfluß.

Wenn, zu lindern Deine Zähren,

Du Dein Kindlein an Dich preßt: Wirſt Du's Vater lallen lehren,

Dem kein Vater ſchirmt ſein Neſt?

Wenn ſein Mündchen Dir begegnet, Wenn die kleine Hand Dich drückt: Denke ſein, der fern Dich ſegnet, Den Dein Lieben einſt beglückt!

Sollt' aus ſeinen Zügen blühend Dir des Vaters Bild erſteh'n: Wird ein Traum von eh'mals glühend Dir durch's Herze traurig weh'n.

Meine Fehler magſt Du wiſſen, Meinen Wahnſinn Niemand weiß; Jede Hoffnung flieht mein Kiſſen, Schwankt Dir nach, ein welkes Reis!

Jeder Nerv iſt mir zerriſſen Der getroͤtzet einer Welt,

Beugt ſich Dir..... von dir geriſſen Fällt ſein Stern vom Himmelszelt!

Doch genug..... des Liedes Flügel Löſcht die Höllengluth nicht aus,

Nur Gedanken ohne Zügel Stürmen in die Welt hinaus.

Lebewohl..... kaum kann ich's faſſen, Tückiſch gähnt der Abgrund doch, . Von der Erde Liebſtem laſſen

α‿

Tod, wo iſt dein Stachel noch?!

Dritte Ffolge.

(Nach einem ungedruckten Manuſcripte.)

Machtlos hallen Deine Worte, Nimmer kehrt die Liebesgluth, Die, wo Pflicht bewacht die Pforte, Auf des Herzens Friedhof ruht.

Schlummern wird ſie dort für immer, Nur der Tod weckt ſie allein;

Selbſt ob auferſtanden nimmer Wird's die alte Liebe ſein.

Ja, Dein Buſen war mein Kiſſen,

Ha, dort traf mich der Verrath,

Wie ein Schiff vom Meer zerriſſen,

Das vertraut dem tück'ſchen Pfad.

Nicht, bei Gott, nicht eitler Schimmer,

Den des Ruhmes Glanz Dir lieh, Süß're Träume, Blendwerk immer, Feſſelten die Phantaſie.

Ach, nur eine Dornenkrone War der Liebe flücht'ger Preis, Von des Pöbels Spott und Hohne Jetzt ein ſchnöd' begafftes Reis!

Hätte mich der Pflicht entwandt, Meinen Feſſeln mich entziehen Konnte der nur, der ſie band.

V Eine Welt nicht auf den Knieen

Der mein Hoffnungsanker ſchien, Wand ſich los ins Meer verſank er, Und.... doch ſtill, Dir ſei verzieh'n!

Doch zu ſpät, Dein Arm, der Anker,

eine ziemlich beträchtliche Anzahl von Compoſitionen nicht mit inbegriffen, namentlich nicht die Kirchencompoſitionen, welche ſpeciell für den Gottesdienſt der katholiſchen Hofkirche geſchrieben wurden, und die nach dem einſtimmigen Urtheil aller Kenner zu ſeinen beſten Werken gehören.

Ehrendes Gedenken eines Verblichenen iſt es, ſein Vermächt⸗ niß, die Frucht ſeiner Thätigkeit, ungeſchmälert und in ſeinem Sinne fortbeſtehend zu erhalten. Und ſo knüpft ſich an die Trauer um den Verluſt der Wunſch an, daß des Tonmeiſters Nachfolger den berufenen künſtleriſchen Geiſtern zugehören möge, eine muſikaliſche Autorität, gleicherfüllt vom Willen und von der Kraft, um die hieſige künſtleriſche Hinterlaſſenſchaft des Verſtor⸗ benen, den hohen Standpunkt der k. Kapelle und ein dem Schön⸗ ſten und Edelſten zugewendetes Wirken, in wahrhafter Liebe und

ntnißvoller Begeiſterung für die Kunſt fortzuführen.

Literatur.

Aus der Schweiz. Gedichte von Julius Caduff. Chur 1859, Leonhard Hitz.

Jörgenberg heißt der Name des Dichters und Caduff wird er pſeudonym ausgeſprochen...

Die Heimath der mehr als mittelmäßigen Poeten iſt überall und ihre Sterbeſtätte leider nirgends. So iſt denn auch die Es ſind die Legionen des Dilettantismus. Dieſer hat in ganz Deutſchland nach dem Vorbilde des preußiſchen Heerweſens eine förmliche

Landwehr des Literatenthums gebildet, die durch die Schule der modernen Intelligenz und Eitelkeit hervorgebracht wird. Wenn die Dienſtzeit bei den Muſen mit ihrem erſten Eifer vorüber iſt, treten die bildungsuniformirten Geiſter als Beamte oder Ge⸗ ſchäftsleute in's bürgerliche Leben zurück; aber alle Jahre wird ſechs Wochen exercirt, d. h. man gibt ein Bändchen Literatur heraus.

Bei den Schweizerdichtern unbedeutender Art findet aber eine eigenthümliche Erſcheinung ſtatt, die bei unſern auf gleicher Tiefe ſtehenden Poeten nicht gefunden wird.

Deer oben genannte Verfaſſer beſingt z. B. den Adler wie folgt: In ſeinem Horſt in der wildeſten Kluft, Sitzt ſtolz der Adler, der König der Luft, Bis hoch er in den Himmel ſich ſchwingt, Wohin keines Menſchen Auge mehr dringt. Wo des Menſchen Fuß nicht zu nahen wagt, Da horſtet er einſam; doch ſobald es tagt, Erwacht und erhebt ſich kühn der Aar Und bringt der Sonne den Morgengruß dar!

Im blauen Aether ſo rein und ſo weit, Daſchweifeter durch die Unendlichkeit ec.

Man braucht nichts weiter zu citiren, denn mit Ausnahme des Autors wird Jeder über die Jämmerlichkeit ſolcher Verſe ein⸗ verſtanden ſein. Bei allen ſentimentalen Privatergüſſen findet ſich dieſelbe Schwäche. Sobald aber das Thema vaterländiſche Intereſſen, Gemeingefühl, Nationalität, überhaupt das politiſche