Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
779
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4 Jahrg.

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(Nr. 49.]

Wird er auch dann noch nicht wankend in ſeinem Ent⸗ ſchluſſe, der Königin während eines Zeitraumes von ſieben Pf. Sterling dachte er, wenn's ihm glückte, ſich einen neuen

Jahren Blut und Leben zu widmen, im Lande und jenſeits der Meere, wo es ihr Dienſt erheiſcht, ſo legt er den Eid der Treue auf das Evangelienbuch ab, welches der Rekrut an ſeine Lippen drückt, ſtatt daß man bei uns in Deutſch⸗ land die Finger zum Schwur aufrichtet.

Nach Beobachtung dieſer Formen und nach allerletzt ab⸗ gegebener Erklärung, daß er mit völlig freiem Willem ge⸗ handelt, erhält er Löhnung und auf Verlangen einen Vor⸗ ſchuß auf das Handgeld. Der größere Theil dieſer bounty money wird jedoch erſt bei Ankunft in der Garniſon des erwählten Regimentes ausgezahlt.

Bis dahin, daß ein Transport zum Regimente, ent⸗ weder in das Innere des Köntgreiches, nach Lynington, oder nach der Inſel Wight, den beiden Hauptdepots für den auswärtigen Dienſt, abgeht, bleibt der Angeworbene völlig Herr ſeiner Zeit.

Der Verbannte vermochte zum erſten Male wieder zu lächeln, als der ihn unterſuchende Arzt mit ſo lüſternen Blicken, als hätte er das Secirmeſſer in der Hand, jeden einzelnen Theil, jede Muskel ſeines regelmäßigen, geſunden Körpers betaſtete.

Very well, very good! Das ſchönſte Ebenmaß in allen Theilen! Ich möchte dieſe Muskeln wohl einmal wieder ſehen, wenn beef und porter und das Exercitium ſie wie⸗ der gehörig angeſtrafft haben. O Sir, ſetzte er bedeut ſam hinzu,es iſt eine ſchöne Sache um britiſches beef und stout porter, ſchönes, klares Weizenbrod, und täglich einen Schilling in der Taſche, ſo ſchmunzelte der Doctor,'s iſt immer etwas, in Ermangelung von etwas Beſſerem.

1I, Sir, you will see, very soon, nun, Herr, Ihr werdet

on ſelbſt bald ſo finden, ſetzte er ſchließlich hinzu, ohne einen letzten freundlichen Blick auf das Eben⸗ maß ſeiner jungen Glieder zu werſen.

Bei dem Friedensrichter küßte der junge Mann das

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heilige Evangelienbuch; dann ſtrich er ſeinen früheren Stand und Namen aus ſeinem Gedächtniſſe aus. Um ein

Namen in demſelben neuen deutſch⸗engliſchen Regimente zu erkaufen, in dem ſich bis dahin namenloſe Menſchen einen durch ihren Rang recht wohlklingenden Namen erobert hatten.

Noch einmal lächelte der junge Rekrut, als er nunmehr, als wohl beſtallter Huſar, zu Fuß auf dem Wege nach

Lynington, wo ſich das Depot ſeines Regimentes befand,

in der Nähe von Windſor⸗Caſtle, an der Spitze einer Schwadron vom 3. Huſaren⸗Regiment der königlichen deutſchen Legion, eine ihm nicht fremde Perſönlichkeit er⸗ kannte, die er vor nur wenigen Jahren in einer von ſeiner augenblicklich ſo glänzenden ganz verſchiedenen Lage ken⸗ nen gelernt hatte.

Und er lächelte wieder, als er bei dem erſten Appell zu Lynington die Namen von Löſchbrand, von Kalkreuth, von Wedell, von Seebiſch und andre Namen deutſcher, altadeliger Geſchlechter aus den Reihen der Soldaten auf⸗ rufen hörte, welche vor den Caſernen aufgeſtellt waren, in denen Rekruten des Regiments Nr. 60 ihre Quartiere hatten, deſſen Bataillons größtencheils auf den gefährlichen Stationen der Antillen vertheilt ſind.

Gern würde er mitunter der jetzt einmal über ihn gekommenen ſarkaſtiſchen Laune, in der er, ſo wie ſich ſelbſt, die ganze übrige Welt beſpöttelte, freien Lauf ge⸗ laſſen haben. Aber der neue Dienſt und die Strenge der Subordination verbot jedes öffentliche Erinnern an frühere Verhältniſſe, ſo nah ihm auch oft die Gelegenheit dazu ge⸗ boten wurde. Der Verbannte leiſtete ruhig ſeinen Dienſt, putzte ſein Pferd und reinigte den Stall, wenn die Reihe an ihn kam. Im Stillen aber dachte er darüber nach, ſich einen Namen zu erwerben, um mit denen im Regimente einſt reden zu können, welche ſeinen alten Namen gänzlich

vergeſſen hatten.

Beethoven'ſchen Symphonie und die Hauptſache: einen Vor⸗ trag Ihres Dawiſon. Wie wir hören, war er in Folge eines

ſchmerzlichen Verluſtes, der ihn betroffen, nach Paris geflohen.

Das Comité hatte aber kaum ſeine Ankunft erfahren, als es ſich ſeiner zu bemächtigen ſuchte. Dawiſon ſagte zu, und las den

3. Act des Don Carlos. Er wurde bei ſeinem Erſcheinen mit

nicht enden wollendem Jubel empſangen, und lange dauerte es, bis der Künſtler beginnen konnte. Andächtig lauſchte die Menge der erhabenen Dichtung, und allmählich wandelte ſich die Span⸗ nung in Begeiſterung, bis bei den Worten:Geben Sie Gedan⸗ kenfreiheit ein unbeſchreiblicher Beifallsſturm losbrach. Mit welchen Gefühlen mußte man dieſe Worte hier, mitten in Paris, anhören! Niemand ohne Zweifel war zugegen, der nicht den mächtigen Kaiſer herbeiwünſchte, welcher in Compiègne jagt und ſich leider entſchuldigen ließ. Dawi ſon feierte einen ſeiner

i Triumphe, und wir hörten Alfred de Vigny zu einem

chen ſagen: que votre patrie est heureuse, de posséder un si grand artiste! Die Einnahme des Concertes überſtieg die Summe von 18,000 Fr. Die Koſten waren freilich nicht viel geringer. Uebrigens muß der Deutſche überall ſich treu bleiben. Dies Geſchlecht kann ſich nicht anders freuen, als bei Tiſche ſagt Schiller. So verſammelte auch hier ein ſplendides Gaſtmahl

bei Véry ein halbes Hundert Landsleute. Die Stimmung war eine köſtliche, und beſonders war es ein Toaſt:Die deutſche Sprache, das deutſche Lied, das deutſche Gemüth in Paris,

der den größten Jubel erregte.

Portraits. Rarl gottlieb Reiſſiger. Kaum iſt die Trauerkunde von Ludwig Spohr's Heimgange

verklungen, ſo hat die deutſche Kunſtwelt ſchon wiederum einen

harten Verluſt in Reiſſigers Dahinſcheiden erlitten. Das Dresd⸗ ner Journal widmet dem Verſtorbenen einen ehrenvollen Nachruß, dem wir Nachſtehendes entnehmen. Reiſſiger iſt in der Vollkraft

ſeiner Jahre, und zwar inmitten ſeines umfangreichen künſtleriſchen Wirkens, aus dieſem Leben abberuſen worden. Denn wenn auch ſeine während der letztern Zeit eingetretene Kräntlichkeit Veran⸗ laſſung zu einer nothwendigen Beſchränkung ſeiner Berufspflichten gab, ſo verſah doch der Meiſter noch bis vor wenig Tagen mit dem ihm eigenen Kunſteifer und rühmenswerther Pflichttreue einen Theil ſeiner amtlichen Obliegenheiten. Noch am vorigen Sonn⸗ abend 4 Uhr dirigirte er in der katholiſchen Hofkirche die Litanei, und im vorigen Winter, ſchon krank, leitete er mit Begeiſterung einen Theil der Symphonieconcerte. Doppelt fühlbar iſt daher zunächſt für Dresdens öffentliche Kunſtzuſtände die Lücke, welche ſein plötzlich eingetretener Tod verurſacht hat. Wer mit dem hie⸗ ſigen Kunſtleben einigermaßen vertraut iſt wer da weiß, in wie warmer Hingebung Reiſſiger als ein wahrer, echter Künſtler ſeine reichen Kräfte dem edelſten Kunſtſtreben mit glücklichſtem Erfolge ein Menſchenalter hindurch gewidmet hat, der wird den Verluſt

ſeiner Perſon in ganzer Bedeutung zu ermeſſen wiſſen. Reiſſiger war für Dresden der eifrige, begeiſterte Repräſentant jener Rich⸗ tung, die ungeſchmälert beſtehen wird, ſo lange es eine Tonkunſt

ibt: er war der Vertreter des muſikaliſchen Claſſicismus und der deutſchen Muſik. In dieſem Streben hatte er als Nachfolger