Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
773
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Nr. 49.]

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Warum denn nicht? heißt Du ſelbſt doch Regine! bemerkte Georg entſchloſſen.

Ich bin aber auch keine Puppe, entgegnete das Mädchen ſtolzich bin ein Menſchenkind, und kann als ſolches gut und brav werden, und will es werden, um dem eben ſo ſchönen, als ſeltenen Namen Ehre zu machen. Wißt Ihr denn, was der Name bedeutet? Im Ge⸗ fühl ihres Mehrwiſſens einen Blick großer Befriedigung über die kleine horchende Verſammlung gleiten laſſend, fuhr das Kind fort:Regina heißt Königin, und wenn ich auch keine wirkliche Königin, ſo kann ich dennoch eine Herzeus⸗ königin werden. Ja, meine Muter hat mir oft geſagt, ich müſſe mich tapfer dazu halten und doppelt fleißig und tüch⸗ tig ſein, erſtens, um als Aelteſte den kleinen Schweſtern als gutes Vorbild zu dienen, und dann, um meiner Pathe, der Wohlthäterin unſerer Familie, Deiner Mutter, ähnlich zu werden. Und ich will mich beſtreben, ihr gleich zu ſein, auch eine Herzenskönigin zu werden wie ſie.

Sie iſt wahrhaftig auf dem beſten Wege dazu, rief Ehrhardt mit leuchtenden Blicken das kleine Mädchen be⸗ trachtend, deren klare, tiefblaue Augen von Güte und Heiterkeit ſtrahlten, und deren Wangen ein duakleres Roth färbte, als ſie hörte, daß ſie bei ihrer Rede belauſcht wor⸗ den war.

In Regine's Augen ſtanden Thränen der Dankbarkeit und Rührung, als ſie ſo unberufen Zeuge wurde, wie Roſe ihre Kinder mit derſelben Liebe und Verehrung zu erfüllen ſuchte, welche ſie ſelbſt ihr ſtets bezeigt, doch ſchweigend nur reichte ſie der Freundin die Hand.

Noch müſſen wir erwähnen, daß Regina II. bei ihrer erſtürmung ſich die Herzen von Vater und Sohn Opfer erkoren hatte, und daß beſonders Ehrhardt Lem Kinde eine beſondere Vorliebe erzeigte.

Sollte vielleicht eine ſehr gütige Leſerin ein beſonderes

Intereſſe an dem feierlichen Taufact genommen und die

Horr

folge.

Unterbrechung mißbilligend bemerkt haben, ſo können wir zu ihrer Beruhigung hinzufügen, daß der Täufling nicht namenlos und heidniſch durch ſein kurzes Erdenleben ging,

ſondern die Namen: Eugenia, Sylvia und Conradine ihm feierlichſt beigegeben wurden.

Friedlich und hehr ſank die milde Sommernacht herab. Still war's im Pfarrhauſe. In Begleitung von Ehrhardt waren die Gäſte nach dem Schloſſe am See überſiedelt, nur Regine war mit ihren Kindern zurückgeblieben, und nachdem ſie ihren Segensſpruch über die ſchlafende Kleine geſprochen und ihren Knaben, deſſen hochaufgeregte Lebens⸗ geiſter heut Abend gar nicht zu ſänftigen waren, zur Ruhe geſungen, ſaß ſie in ihrem Zimmer, noch eine ſtille Stunde der Muße ihrer neuen Schöpfung zu weihen. Wie vielen Stoff hat der Tag ihr geliefert, wie manche liebliche Scene, die den gleichfühlenden Leſer in ihrer Schilderung ange⸗ nehm berühren wird, hat ſie heute erlebt; wie befriedigender ſind die Einblicke, die ſie in Roſe's Leben gethan! Eine glückliche Ehe, welch heiliges Band! wo gibt es eines, das erhabener wäre? welche nie verſiechende Quelle des Segens in ihr, welche Poeſie, die ſich in aller Proſa des Lebens offenbart und ſich hindurch ſchlingt wie ein grüner, beleben⸗ der Zweig!

An ihre eigene glückliche Ehe gedenkt Regine, und die Feder ruht ſie hat nicht viel geſchaffen, als ſie ſchon wieder die Schritte des heimkehrenden Gatten hört und ihm zur Pforte entgegen eilt.

Ehrhardt iſt freudig erregt; das jubelnde Entzücken, mit dem ſowohl Roſe als die Kinder Beſitz von demZauber⸗ ſchloſſe genommen haben, der treue, kräftige Händedruck, mit welchem der Freund ihm ſeine Dankbarkeit bezeigt für das Sorgen und Mühen, ihnen Alles auf das Beſte und Wohnlichſte herzurichten, das hat ſeine Seele beſonders heiter geſtimmt.

Auferſtehung zu erwarten. Die Katakomben bildeten alſo in den erſten Jahrhunderten die Zufluchtsſtätte der lebenden und die Ruheſtatte der verſtorbenen Chriſten, ſie waren die Kirche und der Begrabnißplatz der Urchriſten.

Die Rellgioſen, welche die St. Sebaſtianskirche bedienen, hatten die Gule, uns in dieſe Stadt der Todten zu begleiten;

große Pechfackeln wurden angezündet und vorgetragen, überdies

erhielt jedes Glied unſrer Pilgergeſellſchaft eine Wachskerze; ſo gegen die Finſterniſſe der unterirdiſchen Nacht bewaffnet ſchritten wir durch den Haupreingang in die Katakomben hinab. Eine Inſchrift über dem Eingang erinnerte uns,daß wir zu dem Kirchhof des heil. Calixt hinabſtiegen, in welchem 46 Päpſte und 140,000 Märtyrer ihre Ruheſtatte fanden. Dieſe Anzeige ge⸗ nügt, um das Herz des Chriſten mit heiligem Schauer zu erfüllen. Eine beſchwerliche Stiege führt in die unterirdiſchen Gänge. ind nur etwa 6 7 Fuß hoch und 3 4 Fuß breit, in allen Richtungen bald rechts, bald links und durch⸗ ſchneiden ſich in kreuz und quer, ſo daß ſie ein wahres Labyrinth bilden. Allerdings hat hier ſchon mancher Menſch ſein Leben einge⸗

büßt. Die Religioſen führen jedoch die Pilger nur in jene Gänge, welche ſie genau kennen, und unter ihrer Anleitung darf man ohne Beſorgniß in dieſen ehrwürdigen Heiligthümern herum⸗

wandeln.

In den Felſenwänden der Gänge ſind Höhlen in horizontaler Lage angebracht, drei, vier bis fünf über einander, jede von der Große und Länge eines Menſchen, gerade wie die Lagerſtätten in einem großen Schiff. In dieſe Grüfte wurden die Leichname der Märtyrer und der Chriſtgläubigen gelegt und dieſelben von

außen mit Backſteinen wieder zugemauert. In den Gruften fin⸗ det man bei den Leichen gewohnlich eine Grablampe und eine Thränen⸗Urne von gebrannter Erde oder Glas, ebenſo auf den Backſteinen gewöhnlich ein ſymboliſches Zeichen, eine Blume, eine Palme, einen Eichenzweig ꝛc. eingegraben; ſehr häufig findet man auf den Gräbern auch Inſchriften und Gemälde, welche jedoch in der Regel auf die Auferſtehung und die Glaubensge⸗ heimniſſe, ſelten auf den Namen und die Lebensverhältniſſe des Begrabenen Bezug haben.

Beinahe am Anfang dieſer Gänge gelangt man zu einem größeren runden Raume, in deſſen Mitte ein Altar ſteht; an den Waänden ſieht man Sitze eingehauen. Es war dies der Ort, wo die erſten Chriſten ihren Gottesdienſt hielten. Keiner wurde in dieſe Verſammlung zugelaſſen, außer er hahe ſich zuerſt durch das

Loſungswort als Chriſt ausgewieſen; gewöhnlich beſtand dies in dem Spruche:Pax Domini vobiscum(der Friede des Herrn ſei mit euch) und in dem heiligen Kreuzeszeichen. Vor Tages⸗ anbruch las hier der Biſchof, welcher vielleicht ſoeben dem Schwerte des Henkers entgangen war, ſeinen Brüdern das Evangelium und andere apoſtoliſche Schriften vor, die Gläubigen zum treuen Ausharren auf dem blutigen Kreuzwege ermunternd. Hierauf wendeten ſich die Umſtehenden gegen Sonnenaufgang und ver⸗ richteten Gebete für ihre Freunde und ihre Verfolger. Nun wurden die Gaben dargebracht und vom Prieſter geſegnet. Hierauf begann das heilige Opfer ſelbſt, bei welchem der Prieſter Brod und Wein in den Leib und das Blut Chriſti verwandelte, zum Andenken an den Tod des Erlöſers genoß und durch die Diakonen den Gläubigen mittheilte. Mit dieſer Communion wurde der Gottesdienſt in den Katakomben geſchloſſen, oft wurde