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ſchaart hatten, da ſtanden ſie vor Regine, und die kleine Gruppe war anzuſchauen wie eine voll erblühte Roſe, um welche ſich die kleinen Roſenknospen ſchmiegen.
Regine ſchaute mit glücklichem Lächeln auf ihren Lieb⸗ ling. Dieſelben blauen, lebhaften Augen blickten aus dem Walde blonder Locken hervor, und wenn auch das Ge⸗ ſicht nicht mehr ganz ſo friſch und roſig wie das des„klei⸗ nen Fräuleins“ war, ſo trug es dennoch den gleichen Aus⸗ druck von Frohſinn und Schalkhaftigkeit. Ja, es war noch dieſelbe kleine Roſe, größer war ſie wahrlich nicht ge⸗ worden, im Gegentheil ſah ſie, da die elfenhafte Zierlichkeit ihrer Figur einer größeren Fülle gewichen war, ſogar klei⸗ ner aus. Die beiden Frauen gewährten einen auffallen⸗ den Gegenſatz, als ſie bei einander ſtanden, und obgleich Regine älter als Roſe war und ſchon in den erſten der dreißiger Jahre ſtand, ſo gab die geſunde Friſche, der Schmelz ihrer Farben, der Ausdruck des Glückes, der auf ihrem Antlitz lag, ihr ein beſonders gutes und jugendliches Ausſehen, wozu ihre ſchöne, edle Geſtalt, welche noch die⸗ ſelben tadelloſen Formen, dieſelbe mädchenhafte Schlank⸗ heit bewahrt, ein bedeutendes Theil beitrug. Ehrhardt wurde von dem Gegenſatze, der nach ſeiner Meinung ſo ſehr zu Gunſten ſeiner Frau ſprach, angenehm berührt, doch die Blicke, welche Walter auf Roſe richtete, bekundeten deutlich, daß es für ihn nichts Beſſeres und Schöneres in der Welt gäbe, als ſeine eigene kleine Profeſſorin.
Das war ein Grüßen und Küſſen, ein Fragen und Nichtabwarten der Antworten, ein freudiges, jubelndes Durcheinander, in dem ein jeder Einzelne ſeine Partie übernahm und die hellen Kinderſtimmen ſehr überwiegend waren.
Denn allzu ſchüchtern und ſchweigſam ſchienen die kleinen„Roſen“ nicht, und ſelbſt Knospe Nr. 4, die noch auf dem Arme der Wärterin ſaß, gab großmüthig ihren Antheil zu dem Jubelconcerte und jauchzte hell und freund⸗
lich vor lauter Luſt, indem ſie in einem Anfall unendlicher
Herablaſſung, ſeltener Gnädigkeit, das„rechte“, das „ſchöne“ Händchen umher reichte, an Jeden, der es nur haben wollte. Georg, der ſich immer gern nützlich erwies und ſich als einziger Knabe unter den vielen Mädchen ganz beſonders wichtig zu fühlen ſchien, belud ſich in ſeinem Dienſteifer mit kleinen Schachteln, Taſchen und Päckchen, deren es— wir müſſen es der Wahrheit gemäß geſtehen — Legionen gab, ſo daß nur ſein Kopf unter der Fülle, welche er auf ſeinen Armen trug, hervorzublicken vermochte. Mit warmem Antheil und einem leiſen, ganz leiſen Ge⸗ fühle des Bedauerns, das aber fern von jedem Neide war, ſchaute Roſe dem prächtigen, geſunden Knaben nach.— Nachdem man Erfriſchungen aller Art eingenommen, und der erſte Sturm der Aufregung und der Fragen ſich gelegt hatte,— deren Beantwortung dem Leſer vermuth⸗ lich weniger intereſſant als den Betheiligten ſein würde, daher wir zur Beruhigung nur ſagen wollen, daß das Reſultat aller Erkundigungen ein günſtiges war,— nach⸗ dem alſo etwas Ruhe eingetreten, ergingen die beiden Paare ſich im Garten, die ſchöne Abendluft zu genießen und nach den Kindern ſich umzuſehen. In einer Geis⸗ blattlaube, deren dichter, grüner Behang das Nachaußen⸗ ſchauen faſt unmöglich machte, erblickten ſie alle die kleinen braunen und blonden Köpfchen dicht an einander gedrängt, die mit höchſt wichtigen Mienen über ein großes Ereigniß zu berathen ſchienen. Und es war ein großes Ereigniß! Der Taufact ſollte an der neuen Puppe, welche die Tante Roſe der kleinen Margarethe aus der Stadt mitgebracht hatte, vollzogen werden. Die drei kleinen Mädchen und Georg ſtanden um Roſeuknospe Nr. 1, auf deren Schooß der Täufling lag und der feierlichen Handlung mit ange⸗ meſſen würdevoller Miene entgegen ſah. Verſchiedene Namen waren ſchon als unpaſſend, als zu„einfa worfen worden, endlich lispelte eine feine Stimm gine ſoll ſie heißen!“ „Nimmermehr!“
Feuil
leton.
— 9.ee
Chriſtliche Heiligthümer in Rom.
Für Alle, welche Rom beſuchten oder nicht beſuchen können, muß es von Intereſſe ſein, zu hören, wie wichtig und bedeutungs⸗ voll vom ſtrenggläubigen Standpunkte aus manche dortige Reli⸗ quien der chriſtlichen Vorzeit ſind, an denen wir oft nur ein architektoniſches Intereſſe finden. Trefflich ſchildert uns dies der Graf Scherer mit dem Tone eines Pilgers.
Die St. Sebaſtians⸗Baſilika liegt an der Appiſchen Straße; ihr Urſprung geht bis auf Conſtantin zurück; P. Damaſus reſtau⸗
rirte dieſelbe im Jahre 367 und P. Innocenz I. weihte ſie einige
Jahre ſpäter dem heil. Sebaſtian, deſſen Leichnam in einer Seitenkapelle rubt. Im 17. Jahrhundert wurde die Baſilika umgeſtalter, das Gebäude hat dadurch ſeine hiſtoriſche Merkwür⸗ digkeit eingegebüßt, hingegen hat der Boden, auf welchem ſie ſteht, ſeine volle Denkwürdigkeit bewahrt. Unter unſern Füßen liegen nämlich bier die Katakomben Roms, und zwar jener Theil, der als Kirchhof des heil. Calixtus eine unvergängliche Berühmt⸗ heit in der Kirchengeſchichte erlangt hat und ewig beſitzen wird.
Die alten Römer bedienten ſich zu ihren Bauten der Puzzo⸗
lanerde, welche in der Umgegend der Stadt mehrere Schuh tief Hunter dem Boden liegt. Dieſelbe eignet ſich vorzüglich zum Bauen, ſie iſt eine Art ſehr weicher und ſehr feiner Sandſtein, wird mit Leichtigkeit ausgegraben und gibt an der Luft ein hartes Mauerwerk. Um dieſelbe zu gewinnen, bauten die Römer Gänge in die Tiefe der Erde, wie wir heutzutage Schichten zur Aus⸗ beutung des Erzes und anderer Metalle anlegen. Die diſchen Gänge erſtrecken ſich in einem Umkreiſe von Meilen um die Stadt herum und ſollen bis an da r des Meeres gehen, was uns nicht wundern darf, da das meiſte Mauerwerk der unermeßlichen Weltſtadt aus dieſen Gruben her⸗ vorging. Als die Chriſten während der Verfolgungen der drei erſten Jahrhunderte das Tageslicht meiden mußten, flüchteten ſie ſich in dieſe unterirdiſchen Gänge, um daſelbſt ihre gottesdienſtlichen
Verſammlungen zu balten; hier vergruben ſie die Ueberreſte der Märtyrer, hier beerdigten ſie auch die verſtorbenen Glaubens⸗
brüder; denn die Chriſten wollten die Ueberreſte der Verſtorbenen nicht gleich den Heiden zu Aſche verbrennen, noch ſie mit de Heiden vermiſchen, ſondern ſie legten dieſelben in der NRähe Märtyrer nieder, um in deren Geſellſchaft den Tag der en
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