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jeder.
Munde, e.
er Luſt locken, Bruſt, Locken.
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hlingen.
Hott, ich ſchaute,
aute?
aßt,
Ein beſiegtes Vorurtheil.
Novelle
von Sophie Verena.
(Schluß.)
Blauer Himmel, goldiger Sonnenſchein, all' die Schön⸗ heit eines herrlichen Sommertages lag über dem Dorfe und dem Pfarrhauſe. Auf der klaren blauen Fluth des See's ſchaukelten ſich einige Schwäne und zogen leichte Kreiſe, inden ſie dahin glitten. Sonntag⸗Nachmittag war es und eine feierliche Stille war über das Dorf gebreitet. Im Pfarrhauſe und rings um daſſelbe ſah Alles noch ſtatt⸗ licher und feſtlicher aus zum Empfange des lieben Be— ſuches. Alle Zimmer waren geöffnet und mit Blumen ge⸗ ſchmückt, Blumen grüßten durch die Fenſter hinein, Blu⸗
ſtanden in Schalen und Vaſen auf Tiſchen und Sim⸗
ud bildeten den ſchönſten Schmuck der wohnlichen Naume.
In dem Garten vor dem Hauſe, der, wohlgepflegt, in
Novellen-Zeitung.
eignen würde. Das Schyeſterchen, welches hinzu gekom⸗ men und hinterdrein trippelte, beſtätigte die Ausſagen des „geehrten Herrn Vorredners“, indem es ſtets das letzte Wort des Satzes wiederholte.—
Regine blickte nach der Uhr und ihr Herz klopfte ſchneller, denn es nahte ſich die Stunde, in der ſie die Freunde, denen Ehrhardt mit dem Wagen nach der nächſten Eiſenbahnſtation entgegen gefahren war, erwarten durfte. Sie nahm ihren Knaben an die Hand und wanderte der Dorfſtraße zu. Das Dorf zeugte von Wohlſtand und Gedeihen, und die hellen freundlichen Häuſer ſahen gar ſtattlich aus dem Grün der alten kräftigen Bäume hervor, die meiſten ſchmückte ein Blumengärtchen, und ob auch weniger kunſtgerecht und wohlgepflegt, als der von Regine, ſo blühten doch allerlei Blumen in bunter Fülle und heller Luſt in den Sonnenſchein hinein, und wenn ein ſanfter Luftzug darüber hinwehte, trug er ſchönen Wohlgeruch mit fort. Am ſtattlichſten von allen Häuſern— das Schul⸗ gebäude ausgenommen— ſah die Apotheke aus, deren Be⸗ ſitzer in Verbindung mit dieſem Geſchäft ein Waarenlager aller möglichen Gegenſtände zum Verkaufe hielt, und deren Schaufenſter die verſchiedenſten Dinge in holder Eintracht beieinander ihre Farbenpracht entfalten ließen.
Es war Sonntag⸗Nachmittag, und die Bewohner
ſeiner Anlage und Einrichtung einen mehr als gewöhnlich guten Geſchmack bekundete, wandelte Regine, indem ſie das Auge prüfend umher ſendete, ob nicht hier und dort ein welkes Blatt, eine verblühte Blume der Harmonie des Ganzen ſchade, und wenn ſie ſolchen Störenfried entdeckte, ſo ruhten die weißen Hände nicht eher, als bis ſie ihn ent— fernt. Die Weiſe, wie ſie ſich mit den Sträuchern und Blumen bemühte, zeigte deutlich, daß es nicht nur zu eit— lem Zeitvertreib geſchah, ſondern daß ſie gewohnt war, die Pflege und Beaufſichtigung des Gartens als eine liebe Beſchäftigung zu betrachten. Die Gänge, von hohem Buchsbaum eingefaßt, waren mit feinem rothem Kies be⸗ ſtreut und ſchön und kunſtvoll geharkt, und Regine hatte Kauf den Grasplatz geſchickt, damit er in ſeinem freu⸗ Ungeſtüm, in ſeinem unermüdlichen Hin⸗ und Her⸗
een die zierliche Arbeit des Gärtners nicht vernichte. Und ſo ſprang der muntere Knabe draußen vor dem Git⸗ ter umher und erzählte allen Leuten, die es nur hören wollten, es komme heute Beſuch aus der Stadt und Kuchen ſei auch gebacken. Wenn Niemand da war, ihm zuzuhören, ſo nahm er mit den Bäumen als Auditorium fürlieb, und vertraute denen mit derſelben freundlichen Mittheilſamkeit S all' die höchſt merkwürdigen Begebenheiten, welche ſich heute ſchon zugetragen hatten, und erging ſich in Muth⸗ Vauniin über das, was ſich noch Außerordentliches er⸗
ſaßen feiernd vor den Häuſern, ſtanden ſchwatzend in den Thüren, oder die jungen Burſchen und Mädchen wandelten iin langen Reihen unter den ſchattigen Bäumen auf und V nieder. Die Mehrzahl ſah ſchmuck, geſund und fröhlich aus, und wenn einmal einer grämlich und düſter blickte, bei Reginens Kommen flog doch ein heller Schimmer über das Angeſicht. Beinahe vor jedem Hauſe ſtand ſie ſtill, V mit den Leuten zu reden; Den mußte ſie nach dem kranken Kinde fragen, Jenem einen guten Rath ertheilen; dort hatte ſie für Blumen und Früchte zu danken, welche man ihr ge⸗ ſendet; hier gab es Gelegenheit zu loben, und ein Lobſpruch von der hochverehrten Frau rief eine höhere Gluth auf den Wangen der jungen Dirnen hervor.
Georg's helle Augen hatten fern, noch ganz fern den herankommenden Wagen entdeckt, und er verkündete dies mit einem ſo lauten Ausbruch ſeines Jubels, daß die Be⸗ wohner des Dorfes und des Pfarrhofes wohl zu gleicher
Zeit davon benachrichtigt wurden. Regine, welche es vor⸗ zog, die lieben Gäſte auf der eigenen Schwelle zu be⸗ grüßen, eilte ſchnell zurück und traf an der Pforte zu gleicher Zeit mit dem Wagen ein..
„Da ſind wir Alle, Alle, die ganze Schaar iſt da!“ rief Roſe's fröhliche Stimme, und nachdem ſie aus dem Wagen geſtiegen und vier kleine Mädchen nachgeſprungen oder herausgehoben waren, und ſich um die Mutter ge⸗


