Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
766
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ſollte keine der Colonien Spaniens und Portugals zurück⸗

von Piemont ſollte bloß Sardinien erhalten. Die Joni⸗ ſchen Inſeln ſollten eine Vergütung für einen der Staaten von Italien bilden, wenn Malta an Sicilien überlaſſen würde. Im entgegengeſetzten Falle ſollten die Joniſchen Inſeln nebſt Elba Frankreich gehören.

Spanien ſollte an Ferdinand VII., Portugal dem Hauſe Braganza zurückgegeben werden; England aber

behalten.

Dänemark ſollte Norwegen behalten. Endlich ſollte man einen Artikel einſchalten, welcher in einer mindeſtens allgemeinen Weiſe die Rechte der neutralen Flagge ſane⸗ tioniren würde.

Solcher Art waren die Bedingungen, welche Napoleon dem künftigen Congreſſe von Mannheim vorzulegen ge⸗ dachte. Unglücklicherweiſe war man damit noch weit vom Ziele, und trotz ſeines tiefen Scharfſinns, trotz der Kennt⸗ niß, die er von ſeiner eigenen Lage hatte, ſo daß er ja ſelbſt zweifelte, ob ihm die Coalition die Frankfurter Grundlagen ernſtlich anbieten könne, hatte er doch noch Selbſtgefälligkeit genug, um ſich mit der Hoffnung zu ſchmeicheln, man werde ſolchen Anträgen zu Mannheim Gehör ſchenken. Allerdings nährte er in dieſem Augen⸗

blicke eine Hoffnung, welche, wenn ſie ſich erfüllte, ſeine

letzten Träume rechtfertigen konnte, nämlich die Hoffnung, daß der Krieg erſt im April wieder beginnen werde. In der That, wenn die Verbündeten, von dieſem ſchrecklichen Feldzuge erſchöpft, bis zu April am Rheine ſtehen blieben und ihm vier Monate Zeit gewährten, um ſeine Hülfsmittel vorzubereiten, ſo konnte er aus den Trümmern ſeiner Armeen und aus den vom Senate votirten 600,000 Mann zum wenigſten 300,000 gut organiſirte Combattanten ziehen und mit dieſer in ſeiner gewaltigen Hand vereinigten Streitmacht den Feind nach dem Rheine zurückwerfen, wenn er ihn zu überſchreiten gewagt haben würde. Mit 300,000 Soldaten, die ſich auf einem engbegrenzten und

Novelſen⸗Zeitung.

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[V. Jahrg.

befreundeten Terrain ſchlugen, und mit ſeinem durch das Unglück geſteigerten Genie hatte er ſicherlich zahlreiche Chancen, zu triumphiren. War man aber auch geneigt, ihm dieſe vier Monate zu laſſen? War vernünftiger Grund vorhanden, es zu hoffen? Darauf beſchränkte ſich die ganze Frage, und von dieſer Frage hing zugleich ſein Thron und unſre Größe ab, nicht unſre moraliſche Größe, die un⸗ vergänglich war, ſondern unſre materielle Größe, die es nicht war.

gedicht von f. Brunold.

Schonung.

Find'ſt Du auf Deinen Wegen Ein Herz, das treu Dich liebt: Denk', daß Dir wird ein Segen, Den Gottes Hände legen

Auf's Haupt Dir, ungetrübt.

Ohn' Maß und Ziel und Zeiten Blüht's um Dich allerwärts; Und Engel Dich begleiten, Glaubt an die Ewigkeiten

Der Liebe nur Dein Herz.

Drum, ſteht Dir Lieb' zur Seite, Schon' ſie durch Wort und Blick. Was je das Herz erfreute,

War Liebe ſonſt wie heute Die Liebe nur bringt Glück.

ſein, ganz von dieſer feurigen Maſſe bis zur Höhe des Daches umgeben worden iſt; ſeitdem kann man von keiner Seite mehr an

(thigen Eindruck, namentlich wenn ſie Bänder auf dem Kopfe und Tabak in der Naſe hat. Bei einer bejahrten Sophie oder Char⸗

dieſe Wohnung gelangen. Seit einigen Tagen bemerkt man häufige Erderſchütte⸗ rungen; die Erdſtöße laſſen ſich, obgleich ſchwach, ziemlich lebhaft fühlen, und man fürchtet, daß ſie das Anzeichen eines neuen Aus⸗ bruches ſein mögen. C.

Miseellen. Worke für Welt und Haus.

Natürlichkeit iſt der größte und liebenswürdigſte Reiz der Menſchen. Denen, die ihn nicht haben, iſt ſein Werth unbekannt, ſonſt hätten ſie ſich deſſen nicht ſelbſt beraubt. Die ihn beſitzen, wiſſen es nicht, denn die ſich bewußt werdende Natürlichkeit würde ſich ſofort zu Koketterie verwandeln. Die natürlichſten Menſchen erſcheinen am längſten jung, die koketten am früheſten alt, denn die Natürlichkeit erfriſcht, die Koketterie ſchminkt das Alter und macht ſo erſt recht auf deſſen Spuren aufmerkſam. Um wie viel abgeblühter erſcheint eine effectvoll herausgeputzte, als eine einfach gekleidete alte Frau!

Viele Schriftſteller machen ihre Arbeiten darum ſo raſch fertig,

weil ſie dieſelben niemals fertig machen.

lotte fühlt man gar keinen nothwendigen Contraſt zwiſchen dem Object und ſeiner Benennung. Ueberhaupt ſollte man beim Taufen etwas vorſichtiger zu Werke gehen. Man gibt den Kindern oft Namen, in die ſie förmlich hineinwachſen müſſen, um nicht lächerlich zu werden. Ein Leberecht Fürchtegott Stillfried, der ein Bonvivant iſt, bildet ſich ein lebendiges Pamphlet und gleicht einem Buche voll Gaſſenhauer mit dem Titel:Geſangbuch für reuige Seelen, zumal wenn er mit ſeinem Vaternamen noch Ehrenberg heißt. Nach entgegengeſetzter Seite hin laufen dieſelben Satiren umher. Ich erinnere nur an einen Freimund Siegbert Wohlgemuth, der unter die Mucker gegangen iſt. Es geht nichts über die ſchöne Ungebundenheit einer Friederike Meier, eines Karl

Krauſe. Kein Alter, kein Ausſehn, kein Lebenswandel wird durch ihre Namen irritirt. 6 Mannigfaltiges.

Der Marſchall von Sachſen hatte einen Soldaten ſeines

Heeres, der über einem Diebſtahle ergriffen worden war, zum Tode durch den Strick verurtheilt. Was er geſtohlen hatte, war etwa einen Speciesthaler werth. Eben als er zum Richtplatze geführt wurde, begegnete ihm der Marſchall, der zu ihm ſagte: Biſt Du nicht ein rechter Thor geweſen, Dein Leben für einen Speciesthaler zu wagen?Herr General! antwortete der

Einen Vornamen zu haben, der ewig jung bleibt, wird für Soldat,ich habe es täglich für 19 Pfennige gewagt! Dieſe

ein weibliches Weſen oft ſehr genant.

ein weibliches Ein altes grauhaariges Fräulein Elfriede, Aurora oder Roſamunde macht einen wehmü⸗

Antwort rettete ihm das Leben.

., Nr. 48

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