Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
765
Einzelbild herunterladen

nanziellen Maß⸗ hr nach Paris tagung der Cor⸗ von Herzpg von ein erſtes Reſul⸗ können, ware es ung der zugleich ds Herzogs von vorgängiger Be⸗ plicirt und ſeine Man erfahre mit er Art von Miſ⸗ ten, endlich einen und daß er als nheim bezeichne, t vicht wit dem emerke man, wie eErklärung über ſchen Grundlagen umhin, vor aller Annahme oder die gen.

Verbündeten noch lagen beſtehen zu b ſie es in dieſem rußte ſic Rellen⸗

Driginal⸗ Ausgabe 1 Dürt) eiſcheinen⸗ at et de IEmpire. zu warten, hinzu: nen Helm, velchet higen Fuage welche vertieth, bei diſſen chte der Unbekannte Zweiftl entſchloſſen, Bacciotchi

= 5 G& . Se

= = S== == = S

ſie beim Worte zu nehmen, um ſie an der Zurücknahme deſſelben zu verhindern. Die Gegenwart des Herrn de Caulaincourt im Departement der auswärtigen Angelegen⸗ heiten ließ nicht in Ungewißheit rückſichtlich der Antwort. Er drang bei Napoleon darauf und ſetzte es durch, daß man antwortete, wie man es gleich nach dem 16. November hätte thun ſollen. Ohne einen Augenblick zu verlieren, ſchrieb er den 2. December: indem man der Idee eines Congreſſes und dem Grundſatze der Unabhängigkeit aller Nationen innerhalb ihrer natürlichen Grenzen beigetreten, habe man allerdings gemeint, zugleich die durch Herrn de Saint⸗Aignan überbrachten ſummariſchen Grundlagen an⸗ zunehmen, jedenfalls acceptire man ſie gegenwärtig in aus⸗ drücklicher Weiſe; dieſelben würden von Seiten Frankreichs große Opfer verlangen, aber gern werde Frankreich dem Frieden die Opfer bringen, zumal wenn England, auf die maritimen Eroberungen verzichtend, die man von ihm zu⸗ rückzuverlangen berechtigt ſei, darein willige, zur See die Unterhandlungsgrundſätze anzuerkennen, die es bezüglich des Landes geltend zu machen beſtrebt ſei.

Es iſt wahrſcheinlich, daß dieſe Antwort, wäre ſie acht⸗ zehn Tage früher ertheilt worden, den Ereigniſſen einen ganz andern Verlauf gegeben haben würde. Jetzt geſtat⸗

ſie Vorwände in Menge, um auf Seiten der Verbündeten

en andern Entſchluß zu faſſen, ſobald dieſelben, von unſerer Noth genauer unterrichtet, Luſt bekamen, von dem, was ſie zu Frankfurt angeboten hatten, wieder abzugehen. Indem Napoleon ſich in die natürlichen Grenzen Frankreichs fügte, behielt er ſich gleichwohl vor, jenſeit dieſer Grenzen noch ſo viel als nur möglich feſtzuhalten, und in den In⸗ ſtructionen ſeines bereits gewählten Bevollmächtigten(es war Herr de Caulaincourt) ſtellte er folgende Bedingungen auf. Indem er zugab, daß er jenſeit des Rheines nichts beſitzen werde, meinte er gleichwohl auf dem rechten Ufer Kehl,

Straßburg gegenüber, Caſtel, Mainz gegenüber, und

außerdem die Stadt Weſel zu behalten, die zwar ganz auf

dem rechten Ufer gelegen iſt, aber gewiſſermaßen eine fran⸗ zöſiſche Stadt geworden war. Holland anlangend, ver⸗ zweifelte er nicht daran, einen Theil davon zu behalten, wenn er die holländiſchen Colonien England überließe. Jeden⸗ falls beabſichtigte er, über die Grenzen zu ſtreiten, die dieſes Land von Frankreich trennen ſollten, und zunächſt die Yſſel, dann die Leck und endlich die Waal vorzuſchlagen, eine Grenze, von der er keinenfalls abzuſtehen entſchloſſen war, und die ihm das ſicherte, was er dem König Ludwig vom holländiſchen Gebiet weggenommen hatte.

Was Deutſchland anlangt, ſo willigte er zwar ein, auf den Rheinbund zu verzichten, jedoch unter der Bedingung, daß die deutſchen Staaten kein föderales Band unterein⸗

ander vereinigen ſolle und daß man, während er an Preußen Magdeburg und an England Hannover zurück⸗ gäbe, aus Heſſen und Braunſchweig ein von Frankreich un⸗ abhängiges, aber für den Prinzen Hieronymus beſtimmtes Königreich bilden werde.

Napoleon verlangte, daß man Erfurt an Sachſen als Entſchädigung für das Großherzogthum Warſchau geben und daß Baiern die Innlinie behalten ſolle, damit man nicht gezwungen ſein möchte, ihm Würzburg zu überlaſſen, wodurch es nöthig geworden ſein würde, den Herzog von Würzburg in Italien zu entſchädigen.

Er räumte ein, daß in Italien Oeſterreich, außer Illy⸗ rien(d. h. Laibach und Trieſt), einen Theil des Gebietes jenſeit des Iſonzo erhielte, jedoch unter der Bedingung, daß Frankreich in Piemont ebenſo weit als Oeſterreich in Friaul vorgehen dürfe. Alles, was Frankreich im Mai⸗ ländiſchen beſeſſen hatte, Piemont, Toscana, die römiſchen Staaten ſollten ein gleicherweiſe von Oeſterreich wie von Frankreich unabhängiges und für den Prinzen Eugen reſervirtes Königreich Italien bilden.

Der Papſt ſollte nach Rom zurückkehren, aber ohne weltliche Herrſchaft. Neapel ſollte Murat, Sicilien den Bourbons von Neapel verbleiben. Der ehemalige König

5

als Mad. R., und es fehlte nach den Verſicherungen der Souvenirs nicht ein Haar, daß ſie Prinz Auguſt von Preußen bheirathete. Es handelte ſich nur noch um die Scheidung und Herrn Récamiers Einwilligung, als ſie durch ibres reſignirenden Gemahls Bereit⸗ willigkeit gerührt wurde, die Rolle⸗ einer aufopfernden Heldin übernahm, mit dem Prinzen brach, demſelben ihr Portrait zu⸗ ſchickte und von ihm Gerard's wohlbekanntes Bildniß derCo⸗ rinne erhielt.

Aus der Gegenwart. Ausbruch des Veſuo.

Aus Neapel ſchreibt man einem franzöſiſchen Blatte:In Ermangelung politiſcher Neuigkeiten erlauben Sie mir, daß ich Sie von unſerm Vulcan, dem Veſuv, unterhalte. Die Phäno⸗ mena, welche man an ihm ſeit dem letzten Ausbruch im Jahr 1858 bemerkt, ſeit welcher Zeit er fortwährend eine große Menge Lava ausſpeit, fangen an bei den Einwohnern von Portici und San Jorio ernſte Beſorgniſſe zu erregen.

Was dieſen Ausbruch auszeichnet, iſt, daß er ſeit länger als achtzehn Monaten fortdauert und unterirdiſch iſt. In den Annalen des Veſuvs, die bis zum Jahre 79 hinaufreichen; wo Pompeji von der Lava verſchüttet wurde, und unter den Aus⸗ brüchen, welche nachher ſtatt fanden die Zahl derſelben beläuft

ſich beinah auf funfzig findet man keinen, der dem jetzigen

ähnlich iſt.. Die drei ſchrecklichſten Ausbrüche des Veſuvs ſind der von 1631, welcher während ſechzehn Stunden Neapel durch ein

ſchreckliches Erdbeben zu verſchlingen drohte und bei dem die Aſche in alle Häfen des adriatiſchen Meeres und bis nach Conſtantinopel geführt wurde; der von 1737, deſſen Lava den größten Theil der

Stadt Roeſina zerſtörte, und endlich der von 1794, wo die Lava ſo ſchnell lief, daß ſie in Zeit von ſechs Stunden zwei Meilen zurücklegte. Dieſe Entfernung wird durch den gegenwärtigen Ausbruch übertroffen, der, obgleich langſam, beinah eine Länge von drei Meilen erreicht hat.

Der neue Krater des Veſuvs hat ſich bekanntlich in Folge eines heftigen Erdſtoßes eröffnet, welcher Veranlaſſung wurde, daß der große Kegel des Veſuvs ſich ſpaltete. Nach der Beobach⸗ tung des Herrn Palmieri, des Directors der Sternwarte am Veſuv, dringt die Lava unten am Kegel, an der Stelle, welche Piano delle Genestre genannt wird, ohngefähr 300 Metres von dem Hauſe des Eremiten entfernt hervor; nachdem ſie ſich in dieſem großen Thale ausgebreitet hat, wirft ſie ſich in den großen Schlund, der mit dem Namen Tasse Grande bezeichnet wird, 80 Metres tief, mehr als 300 Metres breit und jetzt doch voll⸗ kommen ausgefüllt iſt. Nachdem ſie alsdann die prachtvolle Fahr⸗ ſtraße an drei verſchiedenen Stellen durchbrochen, hat ſie gegen zwanzig Bauernhäuſer und Villas bedeckt, mehr als 300 Acker Land, die mit Weinſtöcken und Olivenbäumen bepflanzt waren, verheert und ſich in der Richtung des Campo Santo oder Gottes⸗ ackers von Portici fortbewegt, von dem ſie nur noch einige hundert Metres entfernt iſt.

Man hat approximativ berechnet, daß dieſe neue Oeffnung des Kraters mehr als 22 Millionen Cubikmetres Lava ausgeſpieen

hat. Durch einen außerordentlichen Zufall hat die Lava das Haus eines alten Prieſters geachtet, das, ohne zerſtört worden zu