Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
763
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erde guten erzen der a Jugend rüchten erlaben gensreichen viel tlicher Paatz nacht da waren Die Vorthe eile den Kindern ge⸗ ſo diele Gegen⸗ manchen Knaben Freuden an dem üben, und wenn iht gewöhnlicher elterliche Haus unſer Bemühen, Grundſätz ein⸗ wir ihn ohne Und was mein hen betrifft, die te in das Reich eAnſicht, Roſe, und das Vater⸗ te. welcher unter iſſt iſt, hat das tt, ſelbſiſtändig n Gemlahlin den n. Es wurden fange der Neu⸗ es glücklich von emehr noch das nes freut mich; rfrommen, und nd, verſprechen bieten. Wüt aft in Schloſſe, 8

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eine von denen, die mir zuſagen, weil man da geiſtreiche, bedeutende Menſchen findet, deren Unterhaltung Inter⸗ eſſe und Belehrung bietet. Die junge Gräfin, welche etwas von Deiner Schwärmerei für mich geerbt zu haben ſcheint, machte mich zu dem Sterne des Abends, und ich vermag es Dir gar nicht wieder zu erzählen, wie viel des Schönen und Guten mir über meine Bücher geſagt wurde. Eine alte, vortreffliche Dame fragte mich, wie es komme, daß meine letzten Bücher einen ſo viel wohlthuenderen Eindruck machten, ſo viel har⸗- moniſchere Abſchlüſſe bildeten, überhaupt dielichte Seite der Dinge ſo viel mehr zur Geltung käme. Ich konnte nur erwidern, es müſſe das wohl ſeinen Grund darin haben, daß ich ſelbſt ſo glücklich ſei. Ich glaubte nicht, daß Ehrhardt es gehört, ich wähnte ihn nicht in meiner Nähe, aber ſeine Augen leuchteten voll Dankbarkeit auf mich.

Als ich ſo mit Lob und Auszeichnung faſt unver⸗ dient bedacht wurde, als mein Ehrhardt ſo ſtolz und be⸗ friedigt auf mich blickte da gedachte ich unwillkürlich

jenes Abends, jenes ſchrecklichen, da mir das Meſſer in die Bruſt geſtoßen wurde, und mein Herz unter dem zuckenden Schmerz faſt brach. Welcher Unterſchied! Es war ein fürchterlicher Abend, Roſe, und dennoch trotz alles Leides, das er brachte, möchte ich ihn in ſeinen Folgen einen ſegensreichen nennen. Die Kämpfe und Stürme mußten doch erſt vorangehen, um unſeren Ho⸗ rizont ſo klar zu machen, wie er iſt; ich glaube, eine Verbindung damals hätte uns kein Glück ge bracht. Ich war doch zu ſtolz und hochmüthig, zu überzeugt von der Unfehlbarkeit meines eigenen Ur⸗ theiles; das Leben mußte mich erſt in ſeine Schule neh⸗ men aber die Prüfung war hart.

Wirſt Du es rathen, wirſt Du bei aller Klugheit es rathen, wen ich neulich in der Geſellſchaft nach langen Jahren wiederſah? Stanislaus Ozelski.

Er iſt mit

der Schweſter unſerer Gräfin, einem ganz jungen, bild⸗ ſchönen Mädchen verlobt; er ſelbſt führte die Braut mir zu und bat mich um mein Wohlwollen, ja, wenn es möglich ſei, meine Freundſchaft für ſie. Als das lieb⸗ liche Kind lächelnd und erröthend vor mir ſtand, als ich bedachte, welches edlen Mannes Glück jetzt in ihrer Hand lag, erklang ein Segensſpruch aus meinem Herzen, und faſt unwillkürlich berührten meine Lippen ihre ſhine⸗ reine Stirn. Ja, Gott ſegne ihn! Kein Menſch hat vielleicht tiefere Einblicke in das Herz dieſes Mannes Ltſan. als ich, und ich bin ſtolz, daß er mir ſeine Freundſchaft bewahrt hat.

So weit war ich neulich in meinem Berichte gekom⸗ men denn einen Brief kann man dieſes Schriftſtück nicht mehr nennen der Dir eine volle Ueberſicht unſeres Lebens gewähren ſollte. Seitdem iſt mir ein⸗ gefallen, wie Du noch einen viel beſſeren Einblick bekom⸗ men könnteſt, und auch im Namen meines Mannes laſſe ich hiermit die eben ſo dringende, als herzliche Bitte an Euch ergehen, die bald beginnenden, langen Ferien bei uns zu verleben. Du ſollſt einmal erproben, welchen guten Einfluß die ſchöne, friſche Bergluft auf Euch Alle ausüben wird ich bin ſicher, wenn Du es erſt einmal verſucht, dann kommſt Du im nächſten Jahre wieder. Im Pfarrhauſe möchte der Raum etwas zu beſchränkt für uns Alle ſein, aber das ganze alte Schloß, drüben am See, ſteht zu Eurer Verfügung, und die Gaſtzimmer ſowohl, als die vortreffliche Frau Brenner, die Haus⸗ hälterin, möchten ſo gern einmal wieder Gäſte dort be⸗ grüßen.

Komm, kleine Roſe, komm mit Deiner kleinen Schaar, den Herrn Profeſſor natürlich nicht zu ver geſſen. Ihr müßtet ja nicht die lieben, prächtigen Leute ſein, welche ihr ſeid, wenn ihr Nein ſagtet! Wir werden viel beiſammen ſein, Ihr kommt zu uns, wir zu Euch zum Beſuch, denn während Eures Hierſeins biſt Du die

regelmäßiger geweſen und von Kennern mehr geſchätzt worden ſei, Mad. Récamier mehr Aufſehen erregt und einſt in einem Salon durch ihre weißen Schultern einen ganz entſchiedenen Sieg über ſie davon getragen habe. Bekanntlich machten bei der Krönung Karls X. die weißen Schultern der Ruſſin Zavadows Ski ebenfalls großes Aufſehen, aber gegen die unſerer Heldin vermochte ſie doch nicht aufzukommen, und es darf uns demnach nicht Wunder nehmen, daß Mad. Récamier endlich auch von Bonaparte bemerkt wurde und bei einem Souper von Barras ein improviſirtes Ge⸗ dicht auf ihre Schultern veranlaßte. Gegen Ende des Jahres 1798 machte ſie und Frau v. Staél bei Gelegenheit des Ankaufs von Necker's Hotel ihre gegenſeitige Bekanntſchaft, bei welcher Gelegenheit unſerer Modedame die ſonderbare Toilette der ſpäter ſo berühmten Schriftſtellerin und ihrer treuen Freundin auffiel. Herr Récamier kaufte das Hotel und lebte auf dem Gipfel ſeines Glückes ganz in jenem Glanze, d eſſen ſich ein durch Kinder nicht genirter Ehemann im Beſitz einer ſchönen Frau zu erfreuen ver⸗ mag. Zu dieſer Zeit war es auch, wo ſich Lucian Bonaparte ſterblich in ſien verllebte und ihr ein Jahr lang ſeine Huldigungen darbrachte. So lange er Miniſter des Innern war, billlirte niemand mit ſolchem Luxus bei ſeinen Féten, als Madame⸗Réca⸗ mier, und es dauerte auch gar nicht lange, daß der erſte Conſul

blicken wagte, fühlte ich die Nothwendigkeit,

ihr durch Fouché ſagen ließ, es würde ihm angenehm ſein, eben⸗

falls als Gaſt an ihre Tafel golnden zu werden. Herr Récamier beeilte ſich dieſem Wunſche nachzukommen. Auf Bonaparte folgte Verian otte.

Mein Werkehr mit B Bernadotte, ſchreibt Fr. R.,war

mit einem zu wichtigen und ſo en Ereigniſſe verknüpft, um jemals vergeſſen zu und ſorgenſch. w dr. mein Vater Admini⸗

ſtrator der Poſt. Zu dieſer Zeit beunruhigte eine lebhafte royali⸗ ſtiſche Correſpondenz die Regierung, da Briefe und Broſchüren im Süden verbreitet wurden, ohne daß man ihren Beförderern auf die Spur zu kommen vermochte. Man hatte einen öffentlichen Beamten, ſelbſt den Chef des Bureau's, in Verdacht. Eines Tages bat mich Madame Bacciocchi, Schweſter des erſten Conſuls,

Herrn de la Harpe einzuladen, ſie beim Diner zu treffen. In dem Augenblicke, als wir von der Tafel aufſtanden, erhielt meine Mutter eine Note; ſie warf einen Blick darauf, ſchrie laut auf und fiel in O Ohnmacht. Die Note enthielt die Neacheich von der Verhaf ftung meines Vaters, den man in den Tempel abgeführt hatte. Das fiel wie ein Donnerſchlag auf uns. Betäubt durch dieſen grauſamen Vorfall, deſſen Folgen ich nicht entgegen zu mich zu beherrſchen, und, allen meinen Muth aufbietend, naherte ich mich Mad. Bac⸗ ciocchi, deren Aeußeres mehr Verdrießlichteit, als Mitgefühl ver⸗ rieth. Madame, ſagte ich mit zitternder Stimme, die Vorſeyung, welche Sie zur Zeugin des Unſterns gemacht hat, der uns trifft, will Sie ohne Zweifel zu unſerer Retterin machen. Ich muß noch heute den erſten Conſul ſehen, unb ich baue auf Sie, daß Sie mir behülflich ſein werden. Aber, antwortete Mad. B. verlegen, es wäre wohl beſſer, Sie gingen erſt zu Foucheum von ihm den wirklichen Sachverhalt zu erfahren. Iſt es dann noch nöthig, meinen Bruder zu ſehen, ſo ſagen Sie mir's, und wir wollen ſehen, was ſich thun läßt. Wo werde ich Sie finden, Madame? Im Theatre frangais in meiner Loge; ich werde dort mit meiner Schweſter zuſammentreffen. Ich rief nach meinem Wagen und eilte zu Fouché, welcher mich wie Jemand empfing, der mein Anliegen ſehr wohl kennt. Ihres Vaters Sache, ſagte er, iſt

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