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V. Jahrg
deerſchöpft war hand gewinnen auf, und ihrer „die Veritrten
ſie! So gauz iStunden der uin ihre gleich⸗ i Friſche ihres den Tagen des rer Liebe, die en Borne des ante und konnte ſelige Kind mir den Gram nicht gen war. Zeihe ebe ſtets danach, dieſem Kinde nderen Beiden , ſüßen Mäd⸗ tte der Mutter genthümlichen den Sterne ſo e, als grüͤßten eth iſt ſtets am eld und Wald, n Zimmer auf glücklich, wenn ſie richtete, ihr rte. Es lag eln temand ſo leicht war als Mlr. Sein berwebt, orenes Kind, — Das Hekz ssreißen mußte — hrieben hat, wild runswik, d in zur belen Me tt ſein. De 6
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e'ſcbfangs 5 Fiſchfange 4
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NRr. 48.)
von dem Lieblinge, als die kleine, ſüße Hand erkaltet in der meinen lag, und die lieben Augen ſich nicht mehr dem Lichte öffneten— da war es mir, als ginge ein Stück meines Herzens von mir, und Nacht wollte es um mich werden.
An der Seelenſtärke, an der ſtillen, ja freudigen Ergebenheit, welche Regine in dem tiefen Kummer be⸗ wies, habe ich mich nach und nach emporgerichtet. Ihr Herz, gewiß aus gleich tiefer Wunde blutend— denn welche Liebe möchte ſich höher ſtellen, als die einer ſolchen Mutter?— fand dennoch ſtets ein tröſtendes, er⸗ hebendes Wort für mich, ihre Lippe hatte ſtets ein Lächeln, wenn auch die Augen noch von ſtill geweinten Thränen feucht waren. Mit doppelter Liebe und Innig⸗ keit hat ſie mich in den trüben Tagen umfaßt!—
Der kleine Grabhügel meines Kindes prangt im Schmuck des Lenzes, die Roſen blühen darum in voll⸗ ſter Pracht, und um das Kreuz, welches ihren Namen trägt, ranken ſich grüne Gewinde, daß der Name Eliſa⸗ beth mit hellen Schimmern daraus hexrvorblickt. Aus meinem heißen, nagenden Schmerze iſt eine ſtille, ſüße Wehmuth geworden, die zwar nie vergeſſen kann, was ihr geraubt, aber trotzdem ſich zu freuen vermag an dem, was ihr geblieben iſt. Und wie unendlich viel iſt mir geblieben!— Wie liebe ich meine beiden Kinder, wie ſtolz bin ich auf meine herrliche Regine, die ſo hoch ſteht als Weib, ſo geehrt und gefeiert als Schriftſtellerin, wie oft bewundere ich den Reichthum ihrer Phantaſie, die Tiefe ihres Geiſtes; doch das Edelſte und Koſtbarſte an ihr iſt doch ihr Herz.————
Soeben war Regine hier und theilte mir einen Plan mit, den ich„capital“ nennen muß. Sagt Ja, unbe⸗ dingt Ja zu dem Vorſchlage, welchen ſie Euch machen wird, denn er iſt wieder„ſo gerade recht.“ Hätten wir es früher überdacht, da konnte ich mir das Schreiben, Dir das Leſen dieſes langen Briefes erſparen, nun aber
Dritte folge.
mag er doch abgehen. Ich hoffe, Du kommſt, Dich zu überzeugen, ob ich Dir auch nicht zu viel von meinem Glücke erzählt habe; ich denke, Ihr kommt Alle, Alle! Und in der freudigen Zuverſicht will ich nun ſchließen und mir Alles, was ich noch zu ſagen hatte, zu münd⸗ licher Mittheilung aufſparen.—
Dein treuer Ehrhardt.
Regine an Roſe.
Es iſt eine lange, lange Zeit vergangen, ſeit ich Dir nicht ausführlich geſchrieben, denn die wenigen Zeilen, welche ich Dir auf die Worte herzinniger Theilnahme ge⸗ antwortet, will ich gar nicht rechnen. Ich vermochte da⸗ mals nicht, zu ſchreiben, mein Herz war von einem zu tiefen Gram erfüllt, ich litt doppelt, erſtens durch meinen eigenen Schmerz und dann durch den bitteren Kummer, der ſich Ehrhardt's bemächtigt hatte und ſeine ſonſt ſo ſtarke, muthige Seele faſt zu Boden drückte. Es war ein ungewöhnliches, liebes und holdſeliges Kind, meine kleine Eliſabeth; ihr Geiſt entwickelte ſich früher und reicher, als ich es jemals bei einem anderen Kinde bemerkt. Eine Sinnigkeit und Poeſie lag in ihrem ganzen Thun und Weſen, ſprach aus ihren Worten, die mich zuweilen mit Bangen auf ſie blicken ließen, als auf Eine, die nicht beſtimmt war, lange auf dieſer Erde zu weilen, ein Gedanke, der dann wieder durch die friſche, fröhliche Kindlichkeit unſeres Lieblings verdrängt wurde. Denn wenn ſich ihre großen Augen auch leicht mit Thränen füllten, bei dem geringſten An⸗ laß, welcher Theilnahme beanſpruchte, war ihr Lachen doch wieder ſo friſch und ſilberhell, wie ich es ſelten ge— hört. Mit einer anbetenden Liebe hing ſie an Ehrhardt, und er erwiderte das Gefühl mit einer Innigkeit, wie es wohl nur ſelten ein ſo ſtarker, kräftiger Mann gegenüber einem ſo jungen Kinde empfindet. Es ſchien, als wenn ſich ein ganz beſonderes Verſtändniß zwiſchen ‚Beiden
und ſich nach Fiſchen umzuſehn begannen. Sie baben ein ſchönes meergrünes Auge und tauchen mit Blitzesſchnelle unter, ſobald ſie einen Fiſch erblicken, der, einmal in dem ſcharfgekerbten Schnabel des Vogels gefangen, keine Möglichkeit mehr hat, zu entkommen. Der Rabe kommt dann mit dem Fiſch im Schnabel wieder herauf und wird augenblicklich von dem Chineſen wieder in das Boot zurückgerufen. Gelehrig wie ein Hund ſchwimmt er ſeinem Herrn zu und läßt ſich geduldig in den San⸗pan ſtecken, wo er ſeine Beute ausſpeit und hierauf wieder an die Arbeit geht. Das Wunderbarſte aber iſt, daß, wenn ein Rabe einen Fiſch ge⸗ fangen hat, der zu groß iſt, um ihn mit Leichtigkeit allein bis zum Boote bringen zu können, ſogleich einige andere, die ſeine Noth ſehen, ihm zu Hülfe eilen und mit vereinigter Anſtrengung das Thier faſſen und zum Boote ſchleppen. Zuweilen ſchien ein Vogel läſſig zu werden und zu ſpielen und ſchwamm umher, ohne auf ſein
Geſchäft Achtung zu haben. Dann ſchlug der Chineſe mit einem
langen Bambusrohre, deſſen er ſich auch bediente, um das Boot fortzuſchieben, nahe an der Stelle, wo der Vogel war, auf das Waſſey, ohne jedoch dieſen zu treffen, und rief ihm in einem ſtrafen⸗
den Do Sogleich ließ der Vogel, wie ein fauler Schul⸗
one zu. wie ein: V knabg, der ſeine Schule verſäumt und dabei betroffen wird, vom Spulen ab und ging wieder an ſeine Arbeit. Damit die Vögel dſtſtpiſche, welche ſie fangen, nicht verſchlingen können, wird deßin ein kleines Band um den Nacken gelegt. V
verr Fortune hat ſich hierauf alle Mühe gegeben, einige Gent lare dieſer Vögel zu erhalten, jedoch nur durch Beihülfe 8 butiſchen Conſuls iſt es ihm gelungen, einen Chineſen zu berthen, zwei Taar zu verkaufen. Leider ſind ſie ihm aber auf der Reberfahrt weges Mangel an richtiger Nahrung, die am beſten
in Aalen beſteht, zu Grund gegangen, und er hat nur die Haut mit nach England genommen. Sehr ſchade iſt es, daß uns Herr Fortune nichts weiter vom Aeußern der Vögel beſchreibt, als daß ſie meergrüne Augen haben, während er über Größe, Geſtalt und Farbe derſelben ganz ſchweigt, wahrſcheinlich würden ſie ſich auch in den wärmeren Theilen Europas erhalten und dort zum Fiſch⸗ fang abgerichtet werden können. Wäre der große Völkerverkehr,
welchen uns England und Frantreich eröffnen wollten, wirklich ſo
nahe vor der Thür, als zu hoffen ſtand, während er in Wahrheit
bis jetzt nur durch Kanonenkugeln eröffnet iſt, ſo ſtände uns der Augenſchein dieſer wie vieler anderer chineſiſcher Merkwürdig⸗
keiten demnächſt bevor. Die Chineſen ſind aber echte und dabei ſehr offenherzige Diplomaten, die in richtiger Anwendung des Lehrſatzes:„Die Sprache iſt da, um unſre Gedanken zu verber⸗ gen,“ gewöhnlich das Gegentheil deſſen verſprechen, was ſie halten wollen. 6.
Zur Culturgeſchichte. Eine römiſche Ruine in Paris.
Nichts kann uns mehr überraſchen, als inmitten einer großen Stadt, welche mit aller Vergangenheit gebrochen hat, auf die Trümmer alter Mauern zu ſtoßen, die nicht allein geduldet, die auch gehegt werden und unter dem Schatten ihrer Epheuranken vor keiner zerſtörenden Hand erzittern..
Um die Ecke des Boulevards von Sebaſtopol biegend, gewahrt man hinter einem Gitter mächtige Thiergeſtalten von Stein,


