Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
757
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Es wihrte ung bewiltige

ich erleuchten, einer tiefinner⸗ erfaſſen, denn vollkommenes a vill ich die d Sulle gelegt, er ſchöner und : Deiner Mit⸗ ntlich noch aus und aus dem ind wenn man ſpendet, weil werde ich mit n, in dem Ge⸗ das Beſte doch f. geſegnete Ver⸗ wie jede ſein Erde pilgern, var ein Inein⸗ Wünſche, ein lichkeit, wie es von einer Seite lens, des auf⸗ d Beftiedigung Gleichſtellung, großen Lebens⸗ n Glück inme woßl ſchwer zu fing. Cie ddt zu bliden, Räͤhe kam, die in dem ein

vente, nie weiler er die mit großen

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uch händlels,

Friede, ein Wohlbehagen herrſchte, deſſen Zauber auch auf weitere Kreiſe ſich zu erſtrecken ſchien.

Wohl der Gemeinde, welche in ihrem Seelſorger den beſten, bravſten der Männer verehren darf, in ſeinem Weibe eine treue Helferin und Tröſterin, eine Mutter aller Lei⸗ denden und Betrübten findet! Wohl dem Dorfe, in dem ein ſo vollkommen ſchönes, echt patriarchaliſches Band ſich um den Pfarrer und die Gemeinde ſchlingt!

Jahre ſind dahin geſchwunden. Glück und Sonnen⸗ ſchein haben über dem Pfarrhauſe geleuchtet, aber Kummer und dunkle Wolken ſind ihm auch nicht fern geblieben. Am beſten wird uns der Stand der Dinge aus folgenden Briefen klar.

Ehrhardt an Profeſſor Walter.

Du fragſt mich, ob ich noch immer ſo glücklich bin, ob meine Verbindung das erfüllt, was ich von ihr er⸗ wartete, ob ſie mir volle Befriedigung gebracht hat? O, Walter, ich beuge mein Haupt in Dankbarkeit und De⸗ muth und fühle mich, oft durch nichts Anderes des Glückes würdig, welches mein edles Weib mir bereitet, als durch mein treues, redliches Beſtreben, auch ihr Leben ſo ſonnig als möglich, ihren Pfad nach beſten Kräften weich und eben zu machen. Mir iſt oft, als wüßte ich genau, wie einem Bergmann zu Muthe iſt, der in den dunklen Schacht fuhr, wohl ahnend, daß edle Geſteine dort harren, der aber, als er die Fülle der Pracht und Herrlichkeit überſchauet, die ſich vor ihm aufthut, beim Anblick all' der koſtbaren Steine und Metalle faſt geblendet die Augen ſchließt und zitternd ausruft: Iſt das mein, Alles mein?

Und wie viel edler und ſchöner noch ſind die Schätze, welche ich täglich mehr und mehr in Regine's Seele ent⸗ decke, die ihr ganzes Thun und Sein zu Tage bringt! Schrankenlos und unendlich iſt der Segen, den ihre

weiſe, milde Hand um mich her verbreitet, und der ſich weit über mein liebes, geſegnetes Haus erſtreckt. Wohl will ich gern zugeſtehen, daß ihre bedeutenden Geldmittel ein gewichtiger Verbündeter in ihren Verſchönerungs⸗ und Verbeſſerungsplänen ſind, aber Du weißt es am Beſten, daß nicht nur das Geld es thut; daß Reich⸗ thümer und Spenden oft mit noch verſchwenderiſcherer Hand ausgeſtreut dem Empfänger zum Unſegen werden, wenn nicht die rechte Einſicht ſie vertheilt. Nicht daß Regine gibt, wie ſie gibt, das iſt das Schöne an ihr; es iſt, als wenn Segen auf ihrer Hand ruhe, daß Alles gedeiht, was ſie angreift und unternimmt. Ich muß ſo oft Deines Ausſpruches gedenken:So gerade recht.

Du ſollteſt nur ſehen, wie der Wohlſtand in unſerem Dorfe ſich zuſehends hebt, wie die Einwohnerzahl ſich jährlich vergrößert, wie Viele danach ſtreben, hier auf⸗ genommen zu werden, wo ihnen der Segen ſchneller ärztlicher Hülfe und viele anderen Erleichterungen und Vergünſtigungen zu Theil werden. Schön und ſtattlich iſt unſer liebes Dorf anzuſchauen; die alten, halbver⸗ fallenen Hütten, welche ſich gegen die Neubauten recht kläglich ausnahmen, ſind meiſt verſchwunden und helle, maſſive Häuſer an ihre Stelle getreten. Wenn der Beſitzer die Koſten des Baues nicht zu beſtreiten ver⸗ mochte, da trat natürlich Regine hinzu, zuweilen ſchenkte ſie die erforderlichen Mittel, noch öfter aber ſtreckte ſie nur das Capital zinsfrei vor, und nur bei beſonderen Unglücksfällen blieben die Empfänger mit der Wieder⸗ gabe im Rückſtande. Oft frage ich mich voll Stau⸗ nen, wie Regine zu dieſer Geſchäftskenntniß, dieſer prak⸗ tiſchen Umſicht gelangt iſt, daß ſie das Alles ſo wohl anzuordnen verſteht. Du ſollteſt ſie hören, Walter, wenn ſie mit den Frauen im Dorfe die häuslichen Ob⸗ liegenheiten beſpricht, den Flachs prüft, das Bleichen lobt oder tadelt, über das Einmachen oder Dörren des Obſtes Rath ertheilt; Du würdeſt glauben, ſie habe ſich

aber noch kein Buch geſehen, und bin nun um ſo viel unglücklicher. O, wenn ich doch leſen könnte! Das ſagte er in einem ſolchen Tone, daß der andre Knabe

Was iſt aber aus jenen zwei Knaben geworden? Der Eine, welcher das Leſen lernte, indem er die Schilder buchſtabirte, war der ſo ſehr beklagte Prosper Goubaux, der kürzlich im Alter von

davon gerührt wurde.

Das iſt nicht ſchwer, ſagte er zu ihm,man muß nur erſt die Buchſtaben kennen.

Ja, die kenne ich eben noch gar nicht, murmelte der Andre.

Nun wohll ſieh, dort iſt ein L, dann folgt ein i, hernach ein b; und ſo buchſtabirte er ihm alle Buchſtaben des Wortes libraire(Buchhändler) an dem Schilde vor. Weil aber noch manche Buchſtaben fehlten, um das Alphabet vollſtändig zu machen, gingen ſie an ein zweites, dann an ein drittes Schild, bis der arme unwiſſende Knabe alle 24 Buchſtaben kennen gelernt hatte, worauf er ſagte:O, ich werde ſie ſicher behalten!

Und er vergaß ſie wirklich nicht.

Blatt las, das zum Einwickeln des Zuckers benutzt worden war.

Was! Du kannſt leſen? ſagte er ein wenig betroffen zu ihm, denn dieſe Entdeckung war für ihn ein Vorwurf;wer hat Dich ſo gelehrt gemacht?

Ein kleiner Knabe, der vorüberging. Bei ihm habe ich die erſte Lection genommen, und die andern habe ich mir ſelbſt gegeben.

Der Stiefvater ſagte nichts, doch ſchon am folgenden Tage ſchickte er ihn in die nächſte Privatſchule, ich glaube in die des Herrn Loiſel. Er fand dort ſeinen kleinen Straßenprofeſſor, deſſen Nebenbuhler im Wiſſen und Betragen er bald wurde.

rvergaß Einige Wochen ſpäter überraſchte ſein Stiefvater ihn, als er eben ganz fließend ein

64 Jahren als Director des Collège Chaptal geſtorben iſt; der Andre, derjenige, welcher ihm die Buchſtaben zeigte, iſt unſer be⸗ rühmter Mathematiker Lumé im Inſtitut.

Prosper Goubaux hat als Erzieher einen ſchönen und ſchnel⸗ len Weg gemacht; im Alter von 12 Jahren konnte er, wie Sie eben geſehen haben, noch nicht leſen, dennoch war er im Alter von neunzehn Jahren bereits Profeſſor in der nämlichen Lehranſtalt, zu deren beſten Schülern er gehört hatte, und im Alter von 24 Jahren gründete er ſeine erſte Erziehungsanſtalt.

Von dem Geſagten habe ich nichts erfunden; ich verdanke dieſe Thatſachen dem trefflichen Michel Maſſon, dem ſein Freund Goubaupg dieſe Anekdote aus ſeiner Kindheit mit der mittheilenden Gutmüthigkeit, die ſeinem reizenden und edlen Charakter ſo viel Anziehendes verlieh, gar oft erzählt hat.

Als Theaterſchriftſteller hat Prosper Goubaux eine nicht weniger glänzende Laufbahn verfolgt; doch nur unter dem ſtren⸗ gen Geſetz eines Anonymus oder Pſeudonymus, denn eben ſo ſehr aus Beſcheidenheit, wie wegen ſeiner Stellung als Vorſteher einer Erziehungsanſtalt erlaubte er nie, daß ſein Name auf den Theaterzetteln erſchien. Jedermann kannte ſeine Erfolge, doch ſehr wenig Perſonen kannten ſeinen Namen. Er hatte einen großen Antheil an der Abfaſſung der berühmteſten Dramen in der erſten Hälfte dieſes Jahrhunderts: Trente ans ou la Vie d'un Joueur, Richard d'Arlington, Louise de Lignerolles, Latréau- mont, l'Abbaye de Castro.

Er zeichnete Dinaux, wenn er ſich unterſchrieb. Der Urſprung