Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
745
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7. Jahrg. näglich ent⸗

rieb auch die es an ihren rGartenthür as Vemünſ⸗

Alles, was nir gethan? erkennen, was erwiderte ſie. Dich wieder ſo eine Sorge ſo e Du, aber vräber drüben ööhlich empor⸗

nell entzogen, daben ſie Alle zimmers ein b hat Frau webe gehuͤllt? arze Dame? dunklen Haar⸗ hhute hervor⸗ ng verſtehend,

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mehr brauch⸗ mich und an ern, ehe ich jhätteſt ganz

Wann ſehe ich Dich wieder, Regine?

Wenn Du willſt, zu jeder Zeit, mein lieber Vetter, ich wohne dort, über den See deutend,und bin immer daheim, wenn ich nicht hier im Dorfe bin.

Mit einem treuen Händedruck ſchied ſie von ihm, eilte an das Ufer, ſprang in das Boot und glitt dahin über den ſtillen, blauen See.

Sie ſaßen oft bei einander in dem alten ſchönen

Schloſſe, erſt noch beim kniſternden Kaminfeuer, dann, als der Frühling weiter vorſchritt, in der weiten, luftigen Halle, durch deren geöffnete Thüren ſie in das köſtlich grüne Weben des Parkes blickten, und das Rauſchen der Bäume, warme Luft und würzige Düfte zu ihnen drangen. Immer öfter kam Ehrhardt, immer länger dehnte er ſeine Beſuche aus; ſie hatten ſich ſo viel zu ſagen, ſo viel zu beſprechen. Von dem Tode der Tante erzählte ihm Regine, von der Be⸗ gegnung mit dem alten Verwandten, dem vorigen Beſitzer des Schloſſes. Ein Zufall hatte ſie in ſeine düſtere Abge⸗ ſchiedenheit geführt, nur widerſtrebend hatte er ſich an ihr Kommen gewöhnt, doch endlich, da er dem reichen Mädchen keine ſelbſtſüchtigen Motive zu ihrer Freundlichkeit unter⸗ legen konnte, ſie herzlich liebgewonnen. Nach ihren litera⸗ riſchen Beſtrebungen fragte ſie Ehrhardt und zwar mit einer Theilnahme, einem tiefen Eingehen in ihre Intereſſen, daß man deutlich ſah, wie ganz anders er über die Aus⸗ übung ihres Talentes dachte als früher. Es fehlte ihnen nie an Stoff zum Sprechen, und ohne es mit Worten zu erwähnen, fühlten Beide, wie viel klarere und reifere Einſicht in Vieles ſie ſich jetzt erworben, durch die Schule des Lebens erworben. Ferner hatten ſie ſo Wichtiges zu überlegen, denn Regine beabſichtigte neue und große Unter⸗ nehmungen in dem Dorfe auszuführen, womöglich eine Apotheke anzulegen, einen Arzt dort zur Niederlaſſung zu bewegen. Und Ehrhardt unterſtützte ſie mit Rath und That und ſtand ihr umſichtig zur Seite. Baupläne wur⸗

Dritte folge.

den beſichtigt, die geeignetſten Stellen für die neuen Ge⸗ bäude in Augenſchein genommen, mit Handwerkern aller Art Rückſprache genommen, kurz, ſie hatten vollauf zu ſchaffen und zu wirken.

Wenn ſie aber in der Gegenwart lebten, in ſtiller Stunde der Vergangenheit gedachten, die Zukunft beſprachen des einen Punktes erwähnten ſie nie, eine Stelle wurde ſtets vermieden. Und dennoch empfand Ehrhardt täglich mehr, das dürfe und könne nicht ſo bleiben, denn ſeine Ge⸗ fühle, ſeine Liebe verlangten mehr und mehr ihr Recht; er wollte und konnte ihr nicht länger ruhig und gleich⸗ müthig gegenüberſitzen, alle möglichen Pläne entwerfen, wie die Menſchen ringsumher glücklich zu machen wären, und ſich ſelbſt ſo grenzenlos elend fühlen. Denn elend war er; trotz der lächelnden Lippe wühlte Schmerz und Sehnſucht in ihm.

Wenn Regine neben ihm herſchritt, und der Hauch der Friſche und Geſundheit, der über ihre ſchlanke Geſtalt, ihr ganzes Weſen gebreitet war, ſo wohl mit der duftigen Um⸗ gebung des Waldes zu ſtimmen ſchien, dann hätte er ſie an ſich reißen mögen, an ſein hochſchlagendes, liebebegehrendes Herz; dann hätte er es dem Winde wehren mögen, ihr Haar zu ſtreifen, und der Sonne, ihr Antlitz zu küſſen. Als einſt bei einem Regenſchauer, der ſie überfallen, die Waſſertropfen wie Perlen in ihrem glänzenden Haar hingen, da konnte er es nicht laſſen, und wenn es in dem Moment ſein Leben gekoſtet über den dichten, weichen Scheitel zu ſtreichen. Wie ſie ihn aber angeſehn, nicht er⸗ zürnt oder beleidigt, doch fremdartig trauervoll, davor war wieder das Wort erſtorben, welches ſich aus dem Herzen drängen wollte. Der Zweifel, die Befürchtung war ge⸗ kommen, ob er ſie am Ende nicht ganz verliere, wenn er ſpräche, ob ſie ihn nicht aus ihrer Nähe verbanne. Mochte ſie es! Denn ſo konnte er nicht länger fortleben, nicht länger ihr kalt und gemeſſen gegenüber ſtehen, Er wollte ſie ganz für ſich, als ſein eigen wollte er ſie haben. Und

und 240,000 Mann beſtanden haben ſoll, hatten gleiches Schick⸗ ſal. Diejenigen, welche der Wuth des Srurmes und der Ge⸗ walt der Fluthen entgingen und das Land erreichten, wurden von den Japaneſen niedergemacht. Seit der Zeit iſt nie wieder ein Verſuch gemacht worden, Japan zu erobern, und mit Stolz behaupten die Japaneſen, daß die Eroberung ihres Landes, welches ſie für das ſchönſte der Welt halten, keiner Macht der Erde möglich ſei. Die Annahme, daß die Japaneſen von den Chineſen abſtammen, war früher vielfach verbreitet, iſt aber ſicher eine unrichtige. Daß unter jenen manche Sitten und Gebräuche herrſchen, welche die Chineſen in ähnlicher oder gleicher Weiſe haben, erklärt ſich leicht aus dem vielfachen Verkehr, den beide Völker ſeit ſo vielen Jahrhunderten mit einander gehabt haben, und auch aus der theilweiſe gleichen Urabſtammung. Die Japa⸗ neſen ſelbſt finden ſich durch die Annahme ihrer chineſiſchen Ab⸗ ſtammung höchlichſt beleidigt; ſie prätendiren, Autochthonen zu ſein.

Der Monarchie wird in ihren Büchern zuerſt 660 vor Chriſti Geburt Erwähnung gethan und Syn⸗Mu(Dſin⸗Mu⸗Ten⸗Do) als der Gründer derſelben bezeichnet. Syn⸗Mu war zu gleicher Zeit Hoherprieſter oder Vertreter der Götter und Kaiſer des Volkes, nahm den Titel Mikado an, den noch heute die geiſtlichen Kaiſer führen, und ſtarb nach japaneſiſchen Angaben in dem Alter von 156 Jahren, nachdem er ſeiner Nachkommenſchaft den Thron geſichert hatte. Viele Kaiſer und Kaiſerinnen folgten ihm, Künſte und Wiſſenſchaften kamen von allen Seiten in das Land, doch wird auch häufig blutiger Bürgerkriege Erwähnung gethan. Ungefähr in der Mitte des zwölften Jahrhunderts warf ſich der Prinz Joritomo zum weltlichen Kaiſer auf, und ſeit der Zeit hat

Japan einen geiſtlichen Kaiſer, Mikado genannt, und einen weltlichen, den Ziogun. Die Macht des Milado iſt mit der Zeit immer ſchwächer geworden und endlich zu einem bloßen Schatten herabgeſunken. Er reſidirt in Miako und ſeine Perſon wird ſo heilig gehalten, daß ſelbſt die Sonne nicht würdig erachtet wird, ihn zu beſcheinen. Seine Füße berühren nie den Boden, d. h. er wird ſtets getragen; ſeine Kleider werden, nachdem er ſie ein⸗ mal benutzt hat, verbrannt, ebenſo die Gefäße, aus denen er gegeſſen, weshalb ſowohl Kleider, als Eß⸗ und Trinkgeſchirre von den ſchlechteſten Stoffen genommen werden, um ſolchergeſtalt zu großen Ausgaben vorzubeugen. Die Regierungsgewalt befindet ſich in den Händen des Ziogun, der in Jeddo reſidirt, übrigens keineswegs unumſchränkt iſt, vielmehr einen Rath zur Seite hat und dem Geſetze unterworfen iſt. Seit der Theilung der Herr⸗ ſchaft haben zwar einige Vürgerkriege ſtattgefunden, im Ganzen läßt ſich jedoch nicht in Abrede ſtellen, daß ſeit den letzten 300. Jahren mehr Ruhe, Frieden und Eintracht in Japan geherrſcht haben, als in irgend einem andern Lande.

Es hat dies ſeinen Grund in der Geſetzgebung und in dem über das ganze Land verbreiteten Spionirſyſtem. Das Geſetz iſt ausnehmend detaillirt, minutiös, wie ſonſt nirgends; Jeder, der Kaiſer, wie der geringſte Tagelöhner, ſind demſelben unterworfen; dabei iſt daſſelbe drakoniſch ſtrenge, ſo daß man von den japane⸗ ſiſchen Geſetzen in Wahrheit ſagen kann, ſie ſeien in Blut ge⸗ ſchrieben, denn der Tod iſt durchgängig für jede Uebertretung angedroht, und oft werden ganze Familien in das Schickſal des Einzelnen verwickelt. Um der von dem Geſetze angedrohten Todesſtrafe zu entgehen, tödtet ſich der Strafbare meiſtens ſelbſt, indem er ſich den Unterleib mit einem ſpitzen Meſſer aufſchlitzt.