Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
743
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kleine Mädchen bereitete, ſo floß es ſo recht ausführlich und

behaglich dahin. Das Kind vermochte nicht genug zu er⸗ zählen, was das engelgute Fräulein für ſie gethan, wie ſie mit eigenen Händen ihr die Arznei gereicht, und als ſie einſt mit dem Arzte gekommen und der erlaubt, daß ſie aufſtehen könne, und die Mutter nicht gleich zur Stelle ge⸗ weſen ſei, da habe das Fräulein ſie ſelbſt angekleidet und ſie auf ihren Armen in dem ſchönen, warmen Sonnenſchein im Stübchen umhergetragen.

Wie ſieht die Dame aus, Katharina? fragte Ehr⸗ hardt endlich, in deſſen Augen etwas glänzte, was merk⸗ würdige Aehnlichkeit mit den großen, runden Thränen hatte, die über des Kindes Geſicht perlten.Wie ſieht ſie aus? wiederholte er noch einmal.

Wie ein Bild das heißt, ich meine, wie das Bild von der einen Kurfürſtin, welches in der ſeligen Groß⸗ mutter Kalender iſt. Juſt ſo denke ich mir eine regierende Königin. Wenn ſie ſo daher geſchritten kommt, ſo hoch und gerade, da könnt' ich mich ordentlich ein Bischen vor ihr ſcheuen; wenn ſie aber ſo freundlich ſpricht, dann iſt's aus mit der Furcht. Ganz anders iſt ſie anzuſehn, als die Damen aus der Stadt, nicht ſo blaß und ſo zerbrechlich, ſondern kräftig und friſch, als wäre ſie recht geſund und könnte ein Stück Arbeit thun, wenn ſie wollte. Aber den Händen ſieht man an, daß ſie nicht arbeiten, die ſind ſo

eiß und weich wie Sammet, ich hab's oft gefühlt. Daß

eſo klein ſind, hätt' ich wohl kaum gewußt, doch einmal be⸗ gegnete ich dem Fräulein am Waldesſaum, es war ſchon dämmerig, und ſie ging ſuchend hin und her und ſagte mir, daß ſie einen Handſchuh verloren und ihn wohl gern wie⸗ der haben, wenigſtens wiſſen möchte, wo ſie ihn gelaſſen. Wenn ich ihn fände, würde es ſie freuen, und ſie zeigte mir den anderen, das war ein kleines braunes Ding, das juſt wohl nur meiner Hand gepaßt hätte.

Ehrhardt athmete mit Mühe, aber ein glückliches Lächeln lief über ſein Geſicht.

Und die langen, blonden Locken machen ſie wohl den Engeln recht ähnlich, die dort auf dem Altarbilde in der Kirche ſind? fragte er von Neuem.

Blonde Locken? rief Katharina lachenddas iſt zu ſpaßig, da ſieht man, daß der Herr das Fräulein gar nicht kennt. Dunkelbraune, dicke Haarflechten hat ſie, beinahe ſo dunkel wie des Herrn Predigers eigenes Haar, die müſſen ſo, ſo lang ſein, denn ſie ſind vielmal um den Kopf gelegt und mit ſchönen, goldenen Nadeln aufgeſteckt.

Ob Frau Martha etwas von demverbotenen Thema gehört, ob die dunklen Zöpfe ſie ganz beſonders erregt hatten? Mit ungewöhnlich barſchem Tone rief ſie dem Kinde zu, daß Kaffee und Kuchen ihrer in der Küche harre. Ganz erſchreckt und ſich doch keiner Schuld bewußt ſchlich das kleine Mädchen von dannen, auf dem Heimwege immer noch nachdenkend, ob ſie etwas Dummes geſagt, da auch der Herr Prediger ſich beim Abſchiede lange nicht ſo viel mit ihr beſchäftigt, als beim Kommen, und ſo tief in Gedanken verſunken geweſen ſei.

Die immer wärmer blickende Sonne lockte den Geneſe⸗ nen ins Freie, und nachdem er auf den trockenſten, ſonnig⸗ ſten Pfaden die Kräfte geprüft und geſtärkt, durfte er

weitere Gänge machen und nach und nach ſich auf die Ob⸗

liegenheiten ſeines Amtes wieder vorbereiten.

Nach dem Häuschen, aus dem der Tod ſeine meiſten Opfer gefordert, wandte Ehrhardt zuerſt ſeine Schritte. Zur Seite der alten, blinden Großmutter, die tief gebeugt unter dem ſchweren Geſchick um Jahrzehnte gealtert ſchien, deren zitternde Hände vergebens umherlangten nach den Lieblingen, ihre krauſen Lockenköpfe zu ſtreicheln oder die kräftige Hand der Tochter als Stütze zu erfaſſen, neben der Greiſin ſaß Regine, ihr aus einem Buche vorleſend. Sie hatte den leiſe Eintretenden nicht gehört, und auf der Schwelle feſtgebannt blieb dieſer ſtehen, gefeſſelt durch den Anblick vor ihm. Der Contraſt zwiſchen den beiden

fener organiſcher Körper auch andere organiſche Subſtanz zu ſchnellerer Stoffumwandlung zu disponiren vermöge. Als die erſten Europäer zu den Tahitiern kamen, verſtanden

dieſe bereits ihre gemäſteten Hunde und Ferkel beſſer zu braten,

und in einer chemiſch richtigern Weiſe zuzubereiten, als jetzt unſre Köche es thun. Bei allen Völkern findet man, daß ſie Fleiſch⸗ ſpeiſen der Hitze längere Zeit ausſetzen, um ſie leichter kaubar und leichter verdaulich zu machen. Wußten ſie etwas davon, als ſie dieſen Gebrauch einführten, daß die Muskeln Bindegewebe enthalten, daß dieſes durch Hitze in Leim umgewandelt werde, und daß dadurch das Fleiſch lockerer und den Verdauungsſäften leichter zugänglich gemacht werde? Gewiß nicht!

Kein einziger von einer Nation allgemein angenommener Speiſegebrauch iſt ohne tiefen Grund und beträchtlichen Nutzen. Erſt ſeit wenigen Jahren vermag es die Wiſſenſchaft zu durch⸗ ſchauen, daß die Sachſen ihres Lieblings⸗ und Nationalgetränkes, des Kaffee, dringend bedürfen, um ihre im Uebrigen ſehr ärmliche Nahrung zu ergänzen. Die beſſer genährten Rheinländer und Schwaben bedürfen dieſes Zuſatzes nicht, und deshalb iſt auch bei ihnen die Quantität des genoſſenen Kaffee eine ungleich ge⸗ ringere.

Selbſt ziemlich locale Eigenthümlichkeiten einer Bevölkerung, welche von dem allgemeinen Gebrauche abweichen und ſogar den chemiſch⸗phyſiologiſchen Grundſätzen zu widerſtreben ſcheinen, vermag man durch Berückſichtigung der Umſtände und Oertlich⸗ keiten als zweckmäßig und nützlich zu erklären, wie z. B. den Um⸗ ſtand, daß gerade in München zur Frühjahrszeit ein ſtärkeres Bier gebraut wird(das ſogenannnte Bockbier), während es im Allgemeinen als diätetiſche Regel gibt, mit dem Beginn der

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wärmern Jahreszeit die ſtärkern, berauſchenden Getränke zu meiden. Karl Reclam iſt es, welcher uns dieſe intereſſanten Zuſammenſtellungen in ſeinem Werke überGeiſt und Körper gibt. B.

Aus der Geſchichte. Zur Charakteriſtik Cilly's.

Unter den vielen großen und kleinen Werken, welche zur hundertjährigen Schillerfeier erſchienen ſind, zeichnen ſich auch die von Johann Heß herausgegebenen Biographien und Auto⸗ graphen zu Schiller's Wallenſtein als geſchichtlicher Anhalt aus. Wir finden darin die verſchiedenſten Helden des dreißigjährigen Kriegs in kurzer Lebensgeſchichte dargeſtellt, eine Anzahl von 71 Perſönlichkeiten. Das ſehr elegant gedruckte Werk iſt bei Mauke in Jena erſchienen, und wir entnehmen hier der Biographie Tilly's eine kleine Skizze, da dem gebildeten Publicum wohl die Thaten dieſes finſtern Städtezerſtörers bekannt ſind, weniger aber ſeine Eigenthümlichkeiten als Charakter. Wer dieſe aber erwägt, wird ſein Urtheil über die Grauſamkeiten jenes Helden modificiren.

Blickt man in die blutige Schaubühne des dreißigjährigen Krieges hinein, ſo tauchen neben den Geſtalten der Fürſten, die frommer Wahn und Drang nach Machtvergrößerung zu unrühm⸗ lichen Mitteln greifen ließ, neben den Klerikern, denen die Religion als Hülle hierarchiſcher Autrokatie diente, den Diplomaten, welche der hohlen Seifenblaſe der Form den Kern des Weſentlichen opferten, neben den Geſtalten der Feldherren, die der Ehrgeiz und