Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
741
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Nr. 47.) Drilte mächtige Hand der Frau Schmidt dachte, von der wohl kaum zwei Finger darin Raum gehabt haben würden.

Wie ſieht denn eigentlich dieſchwarze Dame aus? fragte Ehrhardt nach einer Pauſe.

Wieder wurd's der armen Frau ganz angſt zu Sinne, aber o weibliche Schlauheit! ſchnell gefaßt, erwiderte ſie:Das Fräulein iſt ſehr klein und zierlich von Geſtalt, faſt eher einem Kinde als einem Weibe gleich, hat ein feines, blaſſes Geſichtchen und lange goldblonde Locken. Für einen Augenblick verdüſterte ſich Ehrhardt's Geſicht, doch ſchnell verflog die Wolke.

Wo haben Sie das Fräulein geſehen, da Sie ſeit meiner Krankheit nie das Haus verlaſſen haben, und die Dame doch gewiß nicht hier geweſen iſt?

Hier geweſen! Auf was für höchſt wunderbare und unziemliche Gedanken der Herr Prediger heute kom⸗ men, entgegnete die Gefragte, mit einem wahren Feuereifer ſich dagegen ſtemmend, man könne glauben, das Fräulein ſei hier geweſen. Was hätte ſie wohl hier zu thun? Sie, Frau Martha, habe die Dame auch niemals von Angeſicht geſehen, die Leute, und beſonders die Haushälterin aus dem Schloſſe, Alle hätten ihr nur von ihr erzählt.

So bin ich auch wohl der Letzteren für die Früchte und Blumen verpflichtet, welche mir täglich aus dem Treib⸗ hauſe drüben geſandt werden, natürlich aus Freundſchaft für Sie, meine allerbeſte Frau Martha?

Sy arglos und unbefangen Ehrhardt ſprach, ſo glaubte die geängſtigte Frau wieder jenen Blick, jenes vor⸗ hin erwähnte Lächeln zu bemerken, und beſonders ſchnell ſchickte ſie ſich an, das Zimmer zu verlaſſen, um nicht von Neuem ſich dieſem Kreuzfeuer von Fragen und Blicken aus⸗ zuſetzen. Als Ehrhardt allein war, ſuchte er nach dem Briefe ſeines Freundes, den er noch am Abende, ehe die Krankheit ausgebrochen, in einem Schubfache unweit ſeines Lagers geborgen. Zu welchen Ideenverbindungen er Ver⸗ anlaſſung gab! wie ſeine Phantaſie Regine unddas

folge. 741 Fräulein vom See zu einer Perſon verwebte! Der Be⸗ ſitzer jenes Gutes war ein ganz entfernter Verwandter von ihm geweſen, einer von denen, für die man keinen Namen hat und ſie unter die weitumfaſſende Rubrik der Vettern einreiht. Als Ehrhardt ſein Amt angetreten, hatte er ihm einen Beſuch gemacht und dabei in der harmloſeſten Weiſe der Verwandtſchaft erwähnt. Ob er aus dem Grunde ſo übelwollend aufgenommen wurde? ob der alte menſchen⸗ feindliche Mann ſeiner Freundlichkeit gewinnſüchtige Ab⸗ ſichten untergelegt? Genug, daß niemals wieder eine Be⸗ rührung zwiſchen ihnen ſtattgefunden. Jener hatte bald darauf das Schloß verlaſſen, in todtem Schweigen hatte es dagelegen, und der Beſitzer war in fernem Lande ge⸗ ſtorben.

Wenn nun das derſelbe war, an dem Regine die Macht ihrer Herzensgüte und Holdſeligkeit mit Erfolg geübt? Ein weites, reiches Feld für die Phantaſie eines Unbeſchäf⸗ tigten, ein nicht zu erſchöpfendes Thema für ſeine Gedanken, die, ſelten durch andere Dinge abgezogen, ſich immer wieder derſelben Strömung überließen, während die Augen ſo gern nach drüben ſchauten, wenn das Licht aus dem Schloſſe über den See herüberſchimmerte. Und er hatte Zeit zu denken, nicht nur daran, ſondern an viele ernſte Lebensfragen, denn die Geneſung ſchritt nur langſam vor⸗ wärts, durch die rauhe, feuchte Luft wohl in ihrem Gang behindert.

Im Dorfe war Alles zu dem gewöhnlichen Stande der Dinge zurückgekehrt, das Fieber ſchien mit dem Tage, als Ehrhardt davon befallen wurde, ſeinen Höhepunkt erreicht zu haben. Die ſchnell gewährte ärztliche Hülfe, welche zu jeder Zeit von da an den Kranken zu Theil wurde, die kräftigen, nahrhaften Speiſen, wärmere, reinliche Kleidung, die ihnen gereicht wurde, Alles trug dazu bei, dem Feinde das Feld ſtreitig zu machen. Wohl waren der friſchen Gräber gar viele auf dem kleinen Kirchhofe, manche Lücke

conſtruirt ſind. Die Unterkleider des langſam und nur wenig reiſenden Chineſen ſind luftig und weit; die Nationaltracht des Ungarn aber ſchmiegt ſich uͤberall dicht an den Körper an und hindert die von den Sümpfen der Theiß erkälteten Luftſtrömungen, ihn zu berühren. Wenn die Bergbewohner, wie z. B. die Schweizer und Schotten, nackte Kniee in ihrer Volkstracht vor⸗ ziehn, ſo iſt dies aus der Erleichterung, welche dies Verfahren beim Bergſteigen gewährt, ohne Anſtoß zu erklären; wenn man ſich aber in der Gegend des Bernhard gegen das grelle Weiß des Schnees dadurch ſchützt, daß man die Augenhöhlen mit ſchwarzer Farbe überzieht, ſo tritt uns dieſer Volksgebrauch doch ſehr unerwartet entgegen, zumal wenn man bedenkt, daß er von Bauern und Tagelöhnern erfunden wurde, welche die Gründe nicht anzugeben vermögen, weßhalb ein unruhiges, und von der Seite reflectirtes grelles Licht ihren Augen unangenehm und ſchädlich ſein ſollte. Die Indianer überziehen ſich ihren nackten Körper mit Oel; können ſie wohl ahnen, daß ihnen dies Verfahren durch Verminderung und Ausdünſtung die karg zugemeſſene Speiſe erſparen hilft, da ihnen das Sparmittel der wärmenden Kleidung fehlt?

Die Auswahlder Speiſen geſchieht von den Völkern in der Weiſe, daß ſie theils die ſich chemiſch ergänzenden Nährſtoffe zuſammenſtellen, theils mit der Gruppirung der Speiſen das mechaniſche Geſchäft der Verdauung ihrem Magen erleichtern. Aber es bedarf keiner Erwähnung, daß der Chemismus der Ernährung ihnen etwas völlig Unbekanntes iſt, und was den mechaniſchen Theil der Digeſtion betrifft, ſo ſind ſie der Wiſſen⸗ ſchaft vorausgeeilt, welche dieſe Rückſicht jetzt gröblich vernach⸗ läſſigt. Die Zuſammenſtellung unſerer gewöhnlichen Haus⸗!

mannskoſt in Suppe, Fleiſch und Gemüſe, der gleichzeitige Genuß von Brod, Butter und Käſe, der Gebrauch, alten Käſe nach Tiſch zu genießen, ſind von chemiſch⸗phyſiologiſchem Standpunkte aus ſo richtig, daß es nicht möglich wäre, eine gelungenere und dem Zwecke mehr entſprechende Zuſammenſtellung zu erfinden, und dennoch hat erſt die Wiſſenſchaft der letzten Jahrzehnte die Richtigkeit dieſes Verfahrens begriffen gelehrt! Die allgemeine Sitte, zu allen Speiſen Brod zu genießen, könnte wohl ohne Beeinträchtigung der beſtimmten Menge von Nährma⸗ terial, welches in den Körper eingeführt werden ſoll, vermieden werden; aber nicht ohne die Verdaulichkeit der Speiſen in mecha⸗ niſcher Rückſicht zu beeinträchtigen, da das leichter durch Kauen zerkleinerte Brod als eine wenig zuſammenhängende Maſſe im Magen feſt aneinander klebende Speiſebeſtandtheile mechaniſch trennt. Dies iſt der Grund, weshalb zähe Breie, die im Magen gerinnende Milch und ähnliche Speiſen vielen Perſonen mit reiz⸗ baren Verdauungsorganen Beſchwerden verurſachen, ſobald ſie ohne Brod genoſſen werden. Daß dem Körper eine gewiſſe Menge Waſſer als tägliches Getränk unbedingt nothwendig iſt, wiſſen die meiſten Perſonen ebenſowenig, als ſie es vermuthen, daß ſie zu faſt drei Viertheilen ihres Körpergewichtes aus Waſſer beſtehen; dennoch ſehen wir diejenigen Völker, welche wenig trinken, ihre Speiſen mit ſuppenähnlichen Brühen bereiten, wie dies z. B. die Sachſen und Chineſen thun, um auf dieſe Weiſe die nöthige Feuchtigkeit ihrem Körper zuzuführen. Diejenigen Nationen dagegen, welche viel trinken, bedürfen der Brühen nicht, und bereiten ſich daherkurz gekochte faſt trockene Gemüſe, wie die Bayern, Rheinländer, Engländer.

Das Wunderbarſte iſt die Auswahl der Völker in Bezug