Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
735
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Dritte Folge.

Nr. 46.)

Literariſche Briefe Otto Banck.

Geiſt und Körper, von Carl Reclam. Leipzig und Heidelberg, Winter. 1859.

Sie haben mit Vergnügen Theil genommen, werther Freund, an der Fortentwickelung der Naturwiſſenſchaften, wodurch in neueſter Zeit ein vielfacher Segen der Aufklä⸗ rung gewonnen iſt, während wir täglich neuen bedeutungs⸗ wollen Reſultaten entgegenſehen. Der Studiengang der Jugend wird dadurch einen Umſchwung erfahren und auf eine realere Grundlage geſtellt werden.

Sie werden ſich aber auch mit Wehmuth des fortwäh⸗ renden, ſtill und laut geführten Streites erinnern, welcher ſich in Folge der Forſchungen und ihrer Reſultate inner⸗ halb der Naturwiſſenſchaften entſpann und die Heerlager der Kämpfenden in Materialiſten und Idealiſten theilte. Auch dieſe Kämpfe ſind gut, wie Alles, was überhaupt da iſt, würde Spinoza ſagen, denn ſie führen mittelbar und unmittelbar zu Aufklärungen. Es handelt ſich bei dieſem Wortkrieg in letzter Inſtanz um nichts Geringeres als um unſere Seele.

Doch die Naturkundigen ſind in der Regel ſchlechte Philoſophen und die Philoſophen ſchlechte Naturkundige; deshalb behalten beide Theile Recht und beide Unrecht, denn ſie ſprechen gewöhnlich mit einander, ohne ſich zu ant⸗ worten.

Was hat eigentlich den Naturforſchern die Unſterblich⸗

keit unſerer Seele gethan, daß ſie uns den Glauben an dieſelbe verkümmern möchten? Mit welchem Rechte ſtrei⸗ ten ſie überhaupt über das unbekannte Jenſeit, da ſie eben ſo wenig irgend etwas Poſitives davon wiſſen, als ihre Gegner? Ja, wie können ſie endlich über eine rein geiſtige Seele ſprechen, da ſie gar keine rein geiſtige Seele anneh⸗ men? Iſt es nicht komiſch, wenn ſie ſich anmaßen, daß etwas Weiteres in ihr Gebiet falle, als die Körperwelt? Ihnen fällt nur das Gebiet der Materie zu, während den Philoſophen das luftige Reich der Ideen angewieſen iſt, und wahrlich nicht alle Ideen müſſen auf einer materiellen Grundlage fußen! Es wird ſehr dankenswerth von den Naturkundigen ſein, wenn ſie durch immer weiter ſtrebende Forſchung zu der allgemeinen Weltbildung einen ſtets größeren Fond geben. Aber ſie mögen ſich nicht beirren laſſen, wenn ſie bei dieſen Studien die Seele mit ihrem Secirmeſſer nicht finden. Wäre dies möglich, ſo könnte man leicht noch einen Schritt weiter gehen und auch diejenigen nicht zu abgeſchmackt finden, von denen wir kürzlich gedruckt laſen, daß ſie glaubten, die Seele reite auf einem weißen Schim mel von hinnen, was gewiß eine ſehr chevalereske Vorſtel⸗ lung iſt. Der Gedanke, ſelbſt ein ſo plumper und lächer⸗ licher als dieſer, iſt auch ein Etwas, welches ſich bei keiner Section antreffen oder ſonſt körperlich mit Händen greifen läßt. Und doch iſt der Gedanke ein wirklich vorhandenes Ewiges rein geiſtiger Art. Er iſt das Erzeugniß der Seele und ſo körperlos als ſie ſeeebſt.

Aber auch die Philoſophen beſonders die vom chriſtlichen Standpunkte ausgehenden, ſſollten etwas Beſſeres zu thun

haben, als fortwährend diejenigen Reſultate ſpitzfindig an⸗ zuzweifeln, welche von den Naturforſchern gefunden wor⸗ den und nur ſelten zur kirchlichen Anſchauungsweiſe paſſen. Die Wiſſenſchaft kann nie ein Theil des Glaubens und der Glaube nie ein Theil der Wiſſenſchaft werden. Beide haben ſehr verſchiedene Ausgangspunkte und ſind auch in ihren Conſequenzen ſehr verſchieden.Das Wunder iſt des Glaubens liebſtes Kind ſagt der Dichter; die Wiſſen ſchaft aber ignorirt das Wunder als eine Illuſion.

Einen rohen Eindruck ungebildeter Schonungsloſigkeit macht es aber, wenn die Naturwiſſenſchaft die Ueberzeu⸗ gungen religiöſer Gemüther durch eine rationaliſtiſche Klopffechterei der Logik anzutaſten, ja lächerlich zu machen ſucht. In einem ſolchen außerdem ganz nutzloſen Begin⸗ nen iſt keine Ehre, ſondern nur Schande zu ſuchen, denn die Ueberzeugungen eines andächtigen Herzens müſſen jeder achtbaren Geſinnung heilig und ehrwürdig ſein. Wer ſie verſpottet, ſchlägt ſeine Eltern oder Großeltern ins An geſicht.

Außer dieſen aufgeblaſenen und abſprechenden Bana⸗ litäten, die nur für äußerſt jugendliche Secundaner paſſen, fällt bei einer Rundſchau über naturwiſſenſchaftliche Schriften eine gewiſſe kokette Einkleidungsweiſe und ein blüthenreicher, geſchraubter Vortrag ſehr unangenehm auf. In der Wiſſenſchaft wäre es wohl rathſam, Ernſt und Würde zu lieben und niemals zu denken, daß mit ihnen Trockenheit und Langeweile verbunden ſein müſſen. Jene Darſtellungsart ſollte man den hundert Dilettanten über⸗ laſſen, welche ſich neuerdings angemaßt haben, über Natur⸗ wiſſenſchaften zu ſchreiben, und zwar im populären Sinne, um den lieben Kleinen und derreiferen Jugend das ſpielend beizubringen, was ſie ſelber erſt mühevoll gelernt und kaum halb verdaut haben. Dieſe miſerablen Bücher⸗ macher, welche als echte Speculanten ſtets einen Verleger finden, welcher noch urtheilsloſer iſt als ſie, ſollten durch abgedruckte Urtheile von Naturforſchergeſellſchaften öffent⸗ lich geächtet und als Nichtswiſſer, Verwirrer und Ver⸗ ſchlepper der koſtbarſten Reſultate gebrandmarkt werden.

Am meiſten haben dieſe Taugenichtſe von Dilettanten in der Phrenologie ſich ergangen. Sie treten in dieſer Sphäre, die bis jetzt nichts weiter als den Anfangspunkt einer möglichen Wiſſenſchaft umfaßt, mit einer breitſpu⸗ rigen Sicherheit auf, die in Erſtaunen ſetzen würde, wüßte man nicht, daß die Siebenmeilenſtiefeln ihrer Arroganz mit Unverſchämtheit beſohlt wären.

Es iſt natürlich, daß die Phrenologie zu einem Lieb⸗ lingsſpielzeug für große Kinder geworden iſt, denn es hat etwas ſehr Verführeriſches, fortwährend ſeinen eigenen Schädel zu betaſten und daran wenigſtens phrenologiſch diejenigen großen Talente und Eigenſchaften aufzufinden, welche der gute Schädel auf gewöhnlichem Wege nicht kund gegeben haben würde. Hierauf kommen die guten Freunde, dann die entfernteren Bekannten an die Reihe und endlich werden die Leute von der Straße herbeigeholt. Es iſt haarſträubend, dieſes Unweſen, bei dem Weiber häufig mit im Spiele ſind, mit anzuſehn. Alles geht bunt durchein⸗ ander in unlogiſchen Sprüngen und die armſeligen Zahl pfennige der Hypotheſen werden für gemünztes Gold der Thatſachen ausgegeben.

Alle dieſe Uebelſtände erſcheinen milder, wenn wir er⸗