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dahht, und der ſo liblih ge fühlt, er könne ig, daß er zn zur Wiederver⸗ c durc ſeine garan vervelt. tändigkeit, di fftel, kam nun ihrem ganzen mußte. Die im des Glückes um ihr eigenes ihm zubrachte, ſcheidene Stel⸗ arte vergraben, l geeignet war, ſichern. Nein, en ab von ein⸗ tverſöhnenden t, ſie um Ver⸗ eil? Und wie z hatte ſie iöm die Trennung er aur in ihrem „nimmer in der zu ihrer kraſt jett gedachte e iiht ſo weit be⸗ freiwillig eine er ihm die herz⸗ dieſer gedachte, , denn wieder „ſah eine Art leue Couſtnel“ rauchte ſie ihm — ronie des Zufalls Couplets u 4 ui danben njig Jahren ſtehen Babgelaufen, der m Punkte ſchlug . wo die Kanonen andraketen ſteigen,
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zu ſein!— So dachte und fühlte Ehrhardt, und weil er die Empfindungen für wahr, den Irrthum für Recht hielt, wurde es ihm weniger ſchwer, ſchnell zu einem Beſchluſſe zu kommen.—
Nicht für einen Moment hatte er daran gedacht, Re⸗ gine auf der Reiſe zu begleiten, ſelbſt wenn ſie dem nicht ſo entſchieden gewehrt hätte; ſeine Pflicht band ihn hier an den Platz, an dem er unendlich viel zu ordnen und zu ſchaffen fand, an dem er Mißbräuche abzuſtellen hatte, welche durch Alter und Krankheit des vorigen Pfarrers ſich eingeſchlichen, und Neuerungen einzuführen gedachte, von denen er ſich des Guten ſo viel verſprach. Ja, er hegte nicht einmal den Wunſch, zu den Verwandten zu reiſen, ihnen Lebewohl zu ſagen. Wozu ſollte das Wieder⸗ ſehen führen? eine ſo peinliche Scene wie die auf dem Balle erneuern? vielleicht Ozelski gegenüber treten?
So ſchrieb er an die Tante einen Brief, in dem er auch ſeiner Couſine ſeine Theilnahme an ihrem Glück aus⸗ drückte und den Wunſch hinzufügte, die ganze Angelegen⸗ heit bald zur Befriedigung der Damen geordnet zu ſehen. Er bedaure, daß es ihm nicht vergönnt ſei, ihnen rathend zur Seite zu ſtehen, doch ſein Weg liege jetzt fern ab von ihnen, ihn binde nicht nur die Pflicht, ſondern das herz⸗ lichſte Intereſſe an das ſtille, abgeſchiedene Dorf. Er ſei gewiß, daß ſie eines Beſchützers nicht entbehren würden, der nur zu glücklich ſein möchte, ſie auf der Reiſe zu be⸗ gleiten und ihnen mit Rath und That beizuſtehen.—
Sehr Vieles möchte ſich an dem Briefe, an den Moti⸗ ven, die ehn dectirten, ausſetzen laſſen, aber wir berichten und beleuchten menſchliche Fehler und Irrthümer und die daraus nothwendig entſpringenden Folgen.— Dem Freunde antwortete Ehrhardt gar nicht; es war ihm un⸗ möglich, über den Zuſtand ſeines Inneren zu ſprechen, un⸗ möglich, mit dem Secirmeſſer in ſeinem Herzen zu wühlen.
„Gräfin Regina Ozelska!“ ein ſtolzer Name, ganz ihrer würdig!“ flüſterte ſeine Lippe, um die ein bitteres
Dritte Folge.
Lächeln ſpielte, und plötzlich,— o, ſo umnachtet war ſeine Seele durch Groll und Eiferſucht, daß wie ein vergiftender Hauch der Verdacht hindurch glitt, Regine könne in der Abſicht mit ihm gebrochen haben, um Gräfin Ozelska zu werden. Noch einmal wiederholte er den fremden Namen, als fönne er ſie damit ſich ganz fern rücken, als ſei damit Alles abgethan. Immer ſchwebte er ihm vor, als er auf dem Lager nicht Ruhe zu finden vermochte, bis endlich ein neuer Gedanke, ein anderes Bild ihn verdrängte. Wieder ſah er das freudig erregte Geſicht des blaſſen, ſtillen Mädchens vor ſich, das ſchon ein Glück darin fand, noch einige Wochen in dem geliebten Vaterhauſe weilen zu können. Und die Gedanken ſpannen ſich fort, faſt ſeiner ſelbſt un⸗ bewußt, ja wider ſeinen Willen. Ihr konnte er Schutz, eine Heimath, wohl gar Glück verleihen, und wenn das eigene Herz nicht mehr ſelbſt das Glück zu erreichen hofft, welches ihm ſo reich und begehrenswerth erſchien, da fin⸗ det es oft den einzigen Erſatz in der Hoffnung des Glück⸗ ſpendens.
II. Abſchnitt.
O ſchlimmer Tag, o ſchlimme Stund', Die uns für immer ſchied,
Da ſind aus meines Herzens Grund Geſchieden Freud' und Lied.
Nun ſuch' ich wohl durch Land und See, Und hab' nicht Raſt noch Ruh',
Denn Keine, Keine find' ich je,
Die ſo mich liebt wie Du.
Jahre ſind vergangen; in dem ſteten Wechſel von Leid und Glück, in dem Wirken und Schaffen, dem Ruhen und Genießen, in dem Erſterben und Erblühen an den Menſchen vorübergerauſcht!
Ueber das ſtille Dorf inmitten der Berge breitete ſich ein goldiger, ſegensreicher Herbſt, aber ob die Bäume unter der Laſt ihrer Früchte faſt erlagen, ob die Natur in ihrem vollſten, vielfarbigen Schmuck prangte: Niemand
der jüngſten Vergangenheit ſich zu keiner Nachgiebigkeit herbeige⸗ laſſen, trieb die Kunſt einen ſpärlichen Ableger. Vier Abende in der Woche blieb ich vor ſtrafbaren Selbſtmordgedanken bewahrt, denn ich konnte in's Theater gehen und, doppelter Genuß! nicht als Journaliſt und Kritiker, ein Menſch wie andere Menſchen. Alles war da menſchlich. Zunächſt der Preis; in Merſeburg, das gleich allen preußiſchen Mandarinenſitzen durch einen pedantiſchen Kaſtengeiſt in lauter Schachbretfelder eingetheilt iſt, deren jedes nur von beſonderen Figuren betreten werden darf, exiſtirte Abends zwiſchen ſieben und zehn Uhr kein Unterſchied des Standes und des Ranges, der Regierungs⸗Rath und ſein Schneider waren außer vor dem Geſetze auch noch an der Caſſe des Tivoli gleich, für zwei und einen halben Silbergroſchen durfte ſich der Hand⸗ werker neben dem Geſetzgeber niederlaſſen; auch das Publicum war menſchlich und im äſthetiſchen Genuß auch noch den Anfor⸗ derungen untergeordneterer Bedürfniſſe zugänglich, keine polizeiliche Styluͤbung verſagte, wie an der Pforte des Schloßgartens, der Cigarre den Eintritt, Rauchwolken verſchiedenen Duftes ſchützten die roſenblutige Hälfte des Menſchenthumes vor den Contribu⸗ tionen der Mücken, und dieſe Hälfte bewies oder verſprach der beobachtenden anderen Hälfte ihren Fleiß und ihre Häuslichkeit dadurch, daß ſie für das gegenwärtige und kommende Geſchlecht ſtrickte und nähte, ja, wenn ich nicht irre, habe ich ſogar recht wirthſchaftliche Frauen in hintergrundlicher Zurückgezogenheit das Gemüſe des nächſten Mittags putzen ſehen. Daß bei ſolchen Gemüthserſchütterungen und körperlichen Anſtrengungen das Princip der Selbſterhaltung zur Pflicht ward, erklärt ſich leicht; von manchem ſchönen Auge träufte das Salz der Thräne nieder auf ein Butterbrod, das aus dem Strickbeutel der Mutter den
Weg zwiſchen die weißen Zähne der Tochter gefunden. Wie hätten bei ſolchen Zuſtänden vor den Bretern nicht auch auf den Bretern Menſchlichkeiten ſich ereignen ſollen? Hier herrſchte ein ungetrübter und unſtudirter Realismus, kein ſceniſcher Prunk beeinträchtigte die Vollwirkung der Perſönlichkeit, den blauen Himmel über und das Gedächtniß unter ihnen, ſo mimten ſie, auf Gott und den Souffleur vertrauend, für zwölf bis zwanzig Thaler Monatsgage. Man wollte damals lachen, viel lachen, wußte man doch nicht, wie bald und wie lange vielleicht man würde weinen müſſen, darum war der Komiker der Puls dieſes ſchwächlichen Theaterkörpers, der Magnet, welcher die Schaar der Geängſtigten von den Schreckbildern ihrer Furcht abzog. Ernſt Beyer war ſein Name und nicht gering mein Stolz auf meinen ſcharfen Blick, als mir endlich beſtätigt ward, was ich aus einzelnen unwillkürlichen Handbewegungen und Beinflexionen ſchon längſt geahnt— daß dieſer Ehrenmann ſtets ein Befreier der Menſchheit geweſen: ehe er ihr durch ſeinen ſchäumenden Humor die Sorgen nahm, hatte er ſie mittels conſiſtenteren Schaumes der Haare entledigt. Der Erfolg iſt der Künſtler, mögen ſchwindſüchtige Theoretiker das anzweifeln, die geſunde Praxis beweiſt es, und ſo war Ernſt Beyer für Merſeburg ein großer Künſtler. Ein Zwinkern ſeines rechten Augenlides erregte lärmende Heiterkeit, und nie habe ich ein Couplet von ihm vortragen hören ohne mehrfaches ſtürmiſches Da capo, dem er ſtets mit Bereitwilligkeit und Gewandtheit entſprach, denn er war auch— Dichter. Meine Erkenntlichkeit hatte er vom erſten Augenblicke an, dankte ich doch ihm die einzi⸗ gen vergnügten Stunden meines Exiles, bald ſollte er mir ein noch näheres, tiefergehendes Intereſſe einflößen. Es war zum Benefiz eines ſeiner Mitkünſtler, der Zettel riß den Mund weit


