6 1 Tod
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denn mir iſt cht geſchehen, die Erbſchaſt
inte nach New⸗ undelshauſe die Auch wieder ſo Du nun klug iſt Du her und ließ nicht un⸗ gleitung haben ger Beſchützer? hümlichen Be⸗ tſüchtiger und Dich Deiner Augen Deiner ſobald nach eine nicht kurze edenen Zurück⸗ „Deine Pflicht Stellvertreter wünſchte, Du d ſchützend zur en in dergleichen d Beſſeres von enſein Miͤver⸗ nen, das wahl⸗ Million. c nicht in Ge⸗ efordert Kath; s Stimme Dir
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zurufen, Dich warnen, Dir klar machen, daß Du auf
einem Abwege wandelſt, indem Du meinſt den rechten Pfad zu gehen, der Dich trotz Allem nie zu einem glück⸗ lichen Ziele führt. Was ich an jenem Abend geſehen, wie Du da Deiner Couſine entgegen getreten biſt, ſie faſt auf unerlaubte Art gekränkt und gereizt haſt, Ehr⸗ hardt, das war nimmer recht. Und obgleich Du mir niemals geſtanden haſt, was ſie Deinem Herzen iſt, ob⸗ ſchon ſie in ihrem Stolze eher ſtürbe, als nur ein Zeichen gäbe, daß ſie leidet, ſo glaube ich Euch Beide doch genug zu kennen, um zu wiſſen, daß Ihr trotz aller Meinungs⸗
verſchiedenheiten doch ein gutes Ganze bilden würdet
und durchaus zuſammen gehört. So bitte ich Dich
denn herzlich, Ehrhardt, nicht um einer Laune willen, 2 3), 7 7 7 7 7
nicht um des Aufrechthaltens einer vermeintlichen Würde, Dein Lebensglück zu verſcherzen. Es ſteht dem rechten Manne wohl zu, ſein Unrecht zu bekennen, ja ſelbſt wenn er im Rechte wäre, den erſten Schritt zur Verſöh⸗ nung zu thun, der in einem ſo beſonderen Falle nicht von dem Mädchen ausgehen kann; er vergibt ſich damit nichts in den Augen eines edlen Weibes, und ein ſolches
iſt Regine. Doch nun genug davon, vielleicht ſchon zu
viel! Des treuen, langbewährten Freundes Hand durfter wohl einmal ein Gefühl berühren, das eigentlich zu tieſ und heilig iſt, um viel darüber zu ſprechen— einmal iſt's geſchehen und nie wieder ſoll es ſein, wenn Du ſelbſt mich nicht dazu ermächtigſt.
„Alle Freunde und Freundinnen fragen nach Dir und grüßen Dich. Das„kleine Fräulein“ meinte lächelnd, Dein plötzliches Verſchwinden ſähe Dir wieder ſo ganz ähnlich. Sie ſchien es nicht zu glauben, daß Deine ſchnelle Abreiſe in der Nacht nach jenem Balle ſo durch⸗ aus nothwendig geweſen ſei. Ich glaube, das liebe Kind ſieht mit ihren klaren Augen auch mehr und rich⸗ tiger als all' die Anderen um uns her, die täglich die Verlobung von Regine und Graf Ozelski erwarten. Sie
flüſterte mir geſtern zu, als ſie hörte, daß ich Dir ſchreiben wollte— vermuthlich in der Abſicht, es möge an die rechte Behörde gelangen—„Ozelski ſei ein ſchöner Mann, doch ein rechtes, tüchtiges Mädchen ver⸗ lange von einem Manne mehr als Schönheit und eine hohe Stellung.“— Dennoch fürchte ich, daß, wenn das Herz Deiner Couſine vollkommen frei von anderen Banden iſt, was Du beſſer wiſſen mußt als ich, Du ſie bald als Gräfin Ozelska begrüßen kannſt. Denn der junge Pole hat nicht nur Alles, was die kleine Roſe nannte, und nicht zu verſchmähende Vorzüge ſind es, er hat auch Beſſeres zu bieten, und iſt nicht ein Mann, dem das freie Herz einer Frau lange widerſteht. „Ueberdenke Dir meine Epiſtel, lieber Freund, und wean Du nicht von Deinem Amte abkommen kannſt, ſo hoffe ich Dich wenigſtens bald hier zu ſehen, denn ohne Abſchied wirſt Du Deine Verwandten doch nicht reiſen laſſen? Sie wiſſen, daß ich es übernahm, Dir die freudige Nachricht mitzutheilen. Die Tante ſendet Dir ihre beſten Grüße— aber um wahr zu bleiben, Regi⸗ ne's Lippen öffneten ſich nicht, mir ſolche an Dich zu beſtellen. Erſt als ich noch einmal zu ihr herantrat, ſie zu fragen, ob ſie kein Wort für Dich habe, entgegnete ſie:„Sagen Sie meinem Vetter, daß ich nach wie vor ihm eine treue Verwandte bin und bleiben werde!“ Sie ſah dabei vollkommen ruhig aus, kein Zittern bebte in ihrer Stimme; aber, mein guter Junge, glaube doch Einer den Frauen was ſie ſagen; was ſie nicht ſagen, das iſt gerade das Wahre. Gehab Dich wohl, und Gott erleuchte Dich, damit Du den rechten Pfad findeſt!— das iſt der Wunſch Deines alten Freundes.“ „Der liegt weit ab von dem ihrigen; jetzt weniger als jemals können unſere Wege ſich einen!“ ſprach Ehrhardt laut denkend, nachdem er den Brief beendet. Nein, es konnte nicht ſein! Jetzt nachdem das Glück ſein Füllhorn über Regine ausgeſchüttet, jetzt da ſie eine
Motiv gefunden. Dem Dichter Kaliſch aber hat es manche Ver⸗ legenheit bereitet, daß viele jenen unbequemen Text auf ſeine Rechnung geſetzt, während doch in der Poſſe ſelbſt zu allgemeiner Beruhigung verſichert wird, daß diesmal der ſtehende Juden⸗Vers unterdrückt werden ſolle. Beziehen ſich nun darauf jene Worte,
befriedigt? oder iſt dieſer äſthetiſche Geſichtspunkt zu eng, muß er culturhiſtoriſch erweitert und behauptet werden, daß in jener Aufforderung die Reaction des indo⸗germaniſchen Volksſtammes gegen das überall ſich eindrängende und immer herrſchender ſich ausbritende orientaliſche Element wie in einem gewaltſamen Nothſchrieeſich ausdrücke? oder iſt es gar eine politiſche Demon⸗
ſtration und damit in Zuſammenhang zu bringen, daß damals
gerade Rothſchild ſeinen Eintritt in das engliſche Parlament durch⸗ geſetzt hatte? Ich bin außer Stande ein anderes Reſultat zu liefern, als das der meiſten gelehrten Forſchungen: glaube Jeder, was er für das Wahrſcheinlichſte hält! Thatſache aber iſt, daß wir über zwei Jahre lang wähnen mußten, inmitten einer allge⸗ meinen Judenverfolgung zu leben, und daß, wenn dem Lied die That entſprochen, das neue Teſtament für ewige Zeiten von dem alten emancipirt wäre. Ein Beweis für die Gründlichkeit und Gerechtigkeitsliebe unſeres deutſchen Volkes iſt es, daß die von dem Liede ſo ſtürmiſch gefoderte Maßregel im Liede ſelbſt auch ruhig und beſonnen motivirt wird. Der„Jude Itzig,“ der wohl als eine Collectiv⸗Bezeichnung gleich„John Bull“ oder„Deutſcher Michel“ aufzufaſſen, ſoll hinausgeworfen werden, weil„der Kerl“ — dieſe wegwerfende Bezeichnung in den Urtheilsgründen verräth allerdings eine gereizte und darum befangene Stimmung des Richters— angeblich„zu hitzig“ iſt, ein Grund, der als ſtich—
haltig nicht paſſiren kann, da in dieſen Fehler der ſchlauberech⸗ nende und zähe Jude nicht leicht verfällt. Eine andere Lesart bezeichnet ihn als„zu witzig,“ oder„zu ſpitzig,“ indeß auch ſie iſt in unſerem eigenen Intereſſe nicht als die richtige und feſtzuhal⸗
Al le.. tende zu empfehlen; würde es doch ein ſtillſchweigendes Einge⸗ hat mit ihnen das beeinträchtigte Publicum ſein Bedürfniß ſelbſt
ſtändniß geiſtiger Armuth ſein, wenn wir hebräiſcher Zungenfertig⸗
keit und Frivolität nur mit der Fauſt zu begegnen wüßten.
Endlich lautet die zweite Strophe auch noch:„was er ſieht, das nimmt er mit ſich!“ eine allerdings etwas allzu volks⸗ thümlich rohe Form für eine nicht hinweg zu leugnende Wahrheit. Gerade während der Herrſchaft dieſes„La ira“ gegen den Orient machte ſich die Zerrüttung unſerer finanziellen Verhältniſſe bis hinab zu den unterſten Schichten auf das Empfindlichſte fuͤhlbar, und mit Grund kann man jüdiſchen Operationen die gegenwärtige allgemeine Unſicherheit des Beſitzes vorwerfen. Um ganz gerecht zu ſein, müſſen wir aber leider auch geſtehen, daß ein Feldzug gegen dieſe Feinde unſeres Vermögens weit, weit über das ange⸗ griffene Glaubensbekenntniß hinaus ausgedehnt werden müßte, ſo weit, daß auch der chriſtliche Katechismus nicht mehr als Sicherheitskarte gelten könnte. Indeß in einem geordneten Staate hat das Volk höchſtens das Recht, ſich zu äußern, handeln darf es ohne obrigkeitliche Erlaubniß in keinem Fall, und für die Regierungen ſind die Juden gläubiger, als für die Unterthanen, ſo haben ſie denn jenes Lied überlebt. Man kann doch zwei Strophen nicht ewig ſingen, mit dem Publicum der Straße wech⸗ ſeln auch ihre Melodien. Dem Aufſchwung folgte, wie ſtets, die Erſchlaffung. Eine Polka war es zwar wiederum, die jene verklungene ablöſte, aber wie verſchiedenen Charakters! An Stelle des ſcharf acrentuirten, fanatiſchen Tempo's dehnt ſich


