Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
718
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Wie Jeder, der des Schaffens Laſt getragen Für Euch und Eure Enkel, ſtumm und ſtolz, Ward an das Kreuz des Elends Er geſchlagen, Ans unſichtbare, zähe Marterholz.

Dem kranken Körper drohte die Vernichtung, Doch nimmer ſaß Er in der Ruhe Schooß, Und aus dem Flammenarm geliebter Dichtung Riß Er ſich oft zu ſchnöder Arbeit los.

Und doch! ein Freund des Volkes war Er immer, Zum Fürſtendiener nimmermehr bereit! Sein großes Herz war nie dem leeren Schimmer Der eitelen Herablaſſung geweiht. V Er beugte ſich vor keinerlei Parteien, Die Wahrheit nur war Seine Herrſcherin, Vom Irrthum und vom Druck ſie zu befreien, Warf Er den Fehdehandſchuh Allen hin: V

Den wüſten Zweiflern und den gleißend Frommen, Und denen, welchen Mäßigung verhaßt, Den Diplomaten, d'ran die Welt verkommen, Und den Fanatikern der Ruh und Raſt, V

Und endlich Jenen, die in Amt und Orden Der Reaction Maulthieren ähnlich ſehn, Die von dem Staat verkehrt geſattelt worden Und nun des Sattels wegen rückwärts gehn.

Doch ſagt, ſeid Ihr gefolgt auf Seinen Spuren, Die in der Welten⸗Dämmrung Morgenwehn Durch ſchöne und noch nie betretne Fluren

Der ahnungsvollen Zukunft aufwärts gehn?

Novellen⸗Zeitung.

Wart Ihr vom Stolz des deutſchen Mannes trunken, Der ſelbſt den Blitz zum Strahl des Segens macht? Habt Ihr den zürnenden Prometheusfunken

Am Altar der Begeiſterung bewacht?

Habt Ihr geholt das Recht vom Himmel droben? Habt Ihr geſchloſſen heil'gen Völkerbund? Habt Ihr durch Kraft zum Frieden Euch erhoben? Seid einig! einig! einig! rief Sein Mund!

Laßt dieſe Fragen und noch andre offen,

Die Antwort drauf macht ſelbſt die Beſten roth; Und wie Er ſtets gehandelt ſtatt zu hoffen,

So thut es auch, und es entweicht die Noth!

Die Noth der Lahmheit und der Machtzerſtückung, Der Reflexion, die alle Kraft zerbricht:

Nur der Geſundheit lächelt die Beglückung!

Nur aus der Bildung ſtrömt der Freiheit Licht!

Und wenn es böſe Menſchen auch verkennen

Und nehmen der Beſchränktheit Maske vor;

Dies Licht, es wärmt und leuchtet, ſtatt zu brennen, Und weh dem Geiſte, der dies Ziel verlor!

Kommt auch das Höchſte nicht mit einem Male,

So ſtrebe Jeder doch, ſo hoch er kann;

Nur reine Seelen haben Ideale!

Und nur ein Ideal erhebt den Mann! Otto Banck.

Plackereien der Douane, die in der Hauptſache weiter nichts mehr iſt, als ein Inſtitut, um den Fremden Geld abzunehmen, wofür dieſe denn freilich einſchmuggeln können, was ihnen gefällt: ſo möchte man entrüſtet fragen, wie lange denn dieſes öffentliche Raubſyſtem noch dauern wird. Im äußerſten Orient ſchützt man die Reiſenden vor der Willkür halbbarbariſcher Regierungen; es wäre endlich auch einmal Zeit, dieſen Schutz auf die Beſucher unteritaliens und Siciliens auszudehnen. 6.

Worte für Welt und Haus.

Wer ein Luſtſpieldichter werden will, ſollte ſich nicht nur fragen, ob er etwas Erheiterndes, ſondern vielmehr, ob er etwas Natürliches erfinden kann. Wenn irgendwo Wirklichkeit verlangt wird, ſo iſt es in der Erſcheinung der Komödie. ggegnen wir in ihr den meiſten und albernſten Lügen. Trauerſpiel⸗

ſchreiber ſind ſelten ſo unwahr, denn es iſt, analog dem menſch⸗ lichen Leben, viel leichter und einfacher etwas Tragiſches als etwas Ergötzliches herbeizuziehen Deßhalb fühlen ſich die Luſtſpieldichter getrieben, die dürftigen Späßchen ihrer Imagination ohne orga⸗ niſchen Zuſammenhang wohl oder übel in Scene zu ſetzen. So werden viele Stücke aneinandergereihter Anekdoten, im Einzelnen einzig, als Ganzes ganz voll Unvernunft.

corrumpirten Entſitt⸗

Unſere moderne Komödie iſt in einer ſo welche ſie

lichung begriffen, daß ſie gewöhnlich in den Scenen, behandelt, nicht mehr fragt, welche oder welch und Gedanken den leidenden und handelnden Perſonen naturgemäß

ſchändlicher, die Geſetze

Und doch be⸗

erlei Art Gefühle

ſind. Der Autor läßt dieſelben irgend eine Geiſtesreichigkeit

ſagen, ohne zu fragen, ob ſie paßt. Wenn es bei dieſem Gebahren ſchon roh iſt, gegen die Kunſtregel zu verſtoßen, ſo iſt es um ſo der Natur mit Füßen zu treten und nur dadurch natürlich zu handeln, daß man als ungenirter Verfaſſer in jedem Dialog der Pſychologie den blanken Rücken kehrt. Dies Verfahren iſt daſſelbe, als ob dumme Jungen flottweg Karte ſpie⸗ len und wiſſen nicht, was Trumpf iſt, da ihnen die Kenntniß der Karten abgeht. Die wahrhaft künſtleriſche Tragödie endigt mit einem Punk⸗ die moderne entartete mit einem Ausrufungszeichen. In

tum; er ſie

dieſem Satze ſteckt eine lange äſthetiſche Abhandlung, w ſchreiben moͤchte!

Mannigfaltiges.

wegen eines Capitalverbrechens in Un⸗

Ein Bergſchotte war. hen gleich ziemlich ſchwere Indicien vorla⸗

terſuchung und wurde, ob gen, von der Jury fürnicht ſchuldig erkannt. Der Richter fand für gut, ihn mit einer Ermahnung zu entlaſſen.Gefan⸗ gener! ſagte er,eh' Du aus den Schranken gehſt, laß mich Dir einen guten Rath geben. Du biſt für diesmal ſo weg gekommen, aber wenn Du wieder vor mich kommſt, ſo bürge ich dafür, daß Du gehängt wirſt.Ich danke Ihnen, Mylord, antwortete der Schelm;erlauben Sie, daß ich Ihnen wieder einen guten Rath gebe: bürgen Sie nie für Jemanden, denn der Bürge muß oft die Strafe bezahlen. p.

An der nober, K. Rüt Schon me werden, unſer ine ausländ nicht in ſofe gechrieben und unſern päiſchen In der Stoff j Es iſt leben der C Peripherie! vom Bekaun Sowie! kernt hat, ba⸗ entfetnteren Lieratut, ſie iſt europami Aber es

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