Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
702
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Frankreich weder Gebiet, noch poſitive Autorität, noch auch Einfluß einzuräumen, denjenigen natürlich ausgenommen, den die großen Staaten auf einander üben, wenn ſie ſich der Vortheile ihrer Stellung zu bedienen wiſſen, ohne die⸗ ſelben zu mißbrauchen.

An der Aufrichtigkeit dieſer Sprache konnte Herr de Saint⸗Aignan, nach Allem was er ſah und hörte, nicht im Geringſten zweifeln. Er erwiderte, da er ganz unerwar⸗ tet in Anſpruch genommen werde und mit keiner Miſſion betraut ſei, könne er Alles hören, ohne gegen Inſtructionen zu fehlen, die er gar nicht habe; er werde getreulich berich⸗ ten, was man ihn zu ſagen beauftrage, doch der größern Genauigkeit wegen werde es vielleicht gerathener ſein, ihm das Reſumé der vorgeſchlagenen Bedingungen ſchriftlich zuzuſtellen. Herr von Metternich erblickte dabei keine Schwierigkeit und übergab Herrn de Saint⸗Aignan eine ſehr kurze aber präciſe Note, welche folgende Sätze enthielt:

Europa werde ſich, was auch geſchehen möge, keinen⸗ falls ſpalten, ſondern bis zum Frieden vereinigt bleiben. Der letztere ſoll allgemein und ſowohl ein See⸗, als ein Continentalfriede werden. Er werde ſich auf die Unab⸗ hängigkeit aller Nationen innerhalb ihrer, ſei es natürlichen oder hiſtoriſchen, Grenzen gründen. Frankreich ſolle den Rhein, die Alpen, die Pyrenäen behalten, müſſe ſich aber auf dieſes Gebiet beſchränken; Holland werde unabhängig ſein und ſeine Grenzen gegen Frankreich ſollten ſpäter be⸗ ſtimmt werden; Italien ſolle gleichfalls unabhängig wer⸗ den und man werde die Grenzen discutiren können, welche daſelbſt Oeſterreich auf Seiten Friauls, ſowie Frankreich auf Seiten Piemonts haben ſolle. Spanien werde ſeiue Dynaſtie wieder erhalten; dies ſei eine Bedingung sine qua non. England werde ebenfalls überſeeiſche Reſtitutionen machen, jede Nation aber der Handelsfreiheit genießen, welche man nach dem Völkerrechte ſtipuliren werde u. ſ. w.

Nur bezüglich dieſes letzten Punkts erhob Lord Aber⸗ deen einige Redactionsſchwierigkeiten, aber man überließ

Novellen⸗Zeitung.

Herrn von Metternich, der die Feder führte, die Sorge, die vagen Ausdrücke zu finden, die wir angeführt haben, und man dirigirte Herrn de Saint⸗Aignan ſofort nach Mainz, indem man ihn zum Ueberbringer der herzlichſten Worte für Herrn de Caulaincourt machte. Man ließ Letzterem ſagen, man kenne ihn als einen ſo redlichen und gerechten Mann, daß man bereit ſei, ihn als Schiedsrichter der Bedingungen des Friedens anzunehmen, wenn ihm Na⸗ poleon Vollmacht zu deſſen Abſchluß anvertrauen wolle. Herr de Saint-Aignan traf den 11. November in Mainz und den 14. in Paris ein. Er beeilte ſich, ſeine Botſchaft dem Herzog von Baſſano einzuhändigen, der ſie auf der Stelle Napoleon übergab. Man muß anerkennen, daß ſich dieſer Miniſter bedeutend verändert hatte. Von ſeinem gefährlichen Dünkel hatte er nur den äußern Schein beibehalten. Der Geiſt, ſelbſt der Charakter hatten unter der Wucht der Ereigniſſe nachgegeben. Er hatte daher die Beſonnenheit, die Frankfurter Anträge bei Napoleon zu unterſtützen. Sie waren ſicherlich noch immer ſehr ſchön, ſehr annehmbar! Was konnten wir in der That jenſeit des Rheines und der Alpen wünſchen? Was hatten wir beim Ueberſchreiten dieſer ſo ſtarken und ſo klar vorgezeichneten Grenzen gefunden? Nichts als den Haß der Völker, ein beſtändiges Verſtrömen ihres und unſers Blutes und ſchwer aufrechtzuhaltende Familienthrone, die in dieſem Augen⸗

blicke faſt ſämmtlich gefallen oder wider uns gekehrt waren,

weil wir einem rechtmäßigen Einfluſſe auf benachbarte Völker die demüthigende Form der Fremdherrſchaft hatten

geben wollen. Und forderten wir am Ende aus Stolz oder

brüderlicher Neigung durchaus noch etwas jenſeit des Rheins oder der Alpen, blieb dann nicht in den bezüglich der Beſtimmung der Grenzen Hollands und Italiens ge⸗ brauchten Ausdrücken noch das Mittel, genügende Fami⸗ lienentſchädigungen zu erlangen?

Im Innern circulivt eine elegante Treppe von Gußeiſen, welche 58 Stufen zählt, die in drei Rampen vertheilt ſind. Jeder Treppenabſatz bildet ein ohngefähr 4 Fuß langes und eben ſo breites Zimmer, das durch vier geſchickt verſteckte und von außen nicht bemerkbare Fenſter erleuchtet werden kann. Die Wendeltreppe führt bis in die dritte Etage bis zur Höhe der Schultern der Jungfrau, und nach ihr folgt eine eiſerne Leiter mit ſechzehn Sproſſen, vermittelſt deren man leicht bis in den Kopf gelangt. Man kann dann, indem man das Stück öffnet, welches den oberſten Theil des Hirnſchädels bildet, ſich ſoweit erheben, daß man die Statue beherrſcht und mit ſeinem Blick einen großen verſchiedenartigen und prachtvollen Horizont umfaßt.

Wie coloſſal dieſe Statue auch ausgeführt worden iſt, ſo iſt ſie doch mit einer ſolchen Vollkommenheit gearbeitet, daß man ſich nur zwanzig Schritte von ihr zu entfernen braucht, um ſie ganz überſehen zu können und ſie bewundernswerth zu finden. C.

Die echten Maccaroni.

Die Maccaroni, welche auch bei uns im Norden ein auf

jeder Tafel gern geſehenes Gericht geworden ſind und die bekannt⸗ lich das Hauptnahrungsmittel des Neapolitaners bilden, ſind in ihrer Fabrikation viel weniger complicirt, als man es glauben möchte; in einem neueren Werke finden wir dieſelbe geſchildert wie

folgt:Den Haupterwerbszweig der Bewohner Atrani's bildet

die Maccaronifabrikation; alle die luftigen Straßen waren mit

geſpannten Seilen durchzogen, an denen eine Unzahl jener langen

Röhren, zum Trocknen aufgehangen, im Seewinde flatterte.

Wir traten in eine der Fabriken, die Bereitungsweiſe in eigener Anſchauung kennen zu lernen. Die in einem großen Raume im Erdgeſchoß beſchäftigten Arbeiter waren bis auf einen Schurz um die Lenden gänzlich unbekleidet, woran jedoch bei der herr⸗ ſchenden Temperatur und der furchtbar anſtrengenden Arbeit kaum eine prüde britiſche Schönheit hätte Anſtoß nehmen können. Die bereiteten Maccaroni waren von zweierlei Qualität, von grobem und von feinem Mehle(semolino), die Bereitungsweiſe jedoch die gleiche. Das Mehl wird zunächſt mit heißem Waſſer angemacht, dann mittelſt einer Maſchine von zwei Menſchen anderthalb Stunden lang geknetet oder vielmehr geſchlagen, bis es zu einem äußerſt zähen Teige geworden iſt. Nun kommt es in eine bronzene Form, durch deren mit einem Dorn verſehene Löcher es durch Aufſetzung eines gewaltigen metallenen, von vier bis ſechs Menſchen durch Hebelkraft regierten Gewichtes hindurch⸗ gepreßt wird. Die unten erſcheinenden röhrenförmigen Maccaroni werden mit einem großen Fächer angewedelt, um ſie abzukühlen, und an der Luft getrocknet.

Worte für Welt und Haus.

Wer ſeine Phantaſie auf Koſten ſeines Verſtandes ausbildet, wird charakterlos; wer bloß den Verſtand entwickelt und ſeine Phantaſie unterdrückt, berzlos. Däs Erſte führt auf directem, das Zweite noch öfter auf indirectem Wege zur Ausſchweifung. Weisheit und Tugend gehen nicht aus Kaſteiung oder Aufreizung, ſondern aus naturgemäßer harmoniſcher Entfaltung der verſchie⸗ denen Seelenkräfte hervor. 9.

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