Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
697
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Nr. 44.]

in ſeine Schule genommen, und mancher heiße Schmerz war über ſie hereingebrochen. Ihre liebe, ſanfte Mutter war geſtorben, und ein doppelt harter Verluſt war es geweſen. Sie war die Einzige, mit der Regine von Ehrhardt ge⸗ ſprochen, die Einzige, welche um die goldene Hoffnung wußte, die ihres Kindes Herz hegte. Keiuem Anderen, keiner Freundin, ſelbſt der Tante nicht, hatte Regine mit⸗ getheilt, welchen Schatz von Liebe und Hoffnung ſie im Buſen trage, und daß ihres Herzens Schickſal ſchon ent ſchieden ſei.

In das Haus der Tante war die Waiſe gekommen, und dort empfing nicht ſie die Stütze, welche naturgemäß einem ſo jungen Weſen zu Theil wird, ſondern ſie mußte die Stützende ſein. An das friſche, kräftige Mädchen lehnte ſich die gütige, aber ſchwache Frau, die eines jener Weſen war, welche, von Kindheit gn durch ein Uebermaß ſorgender Liebe verwöhnt, niemals feſt auf den eigenen Füßen geſtanden hatte, und die nun mit der glänzenden, aber traurigen Selbſtſtändigkeit, die ihr nach dem Tode eines angebeteten Gatten wurde, gar nicht fertig zu wer⸗ den vermochte.

Nicht nur der Umſtand, daß Regine für ſie denken, entſcheiden und handeln mußte, gab ihrem ganzen Sein jene Sicherheit und Feſtigkeit, welche Ehrhardt jetzt ſo überraſchte. Auch das Beiſpiel der ſonſt ſo geliebten Tante, die aber unfrei und unmündig bis in die kleinſten Dinge hinein war, ſpornte Regine an, mit ſtrenger Hand an ſich zu arbeiten und feſt die Zügel zu faſſen, mit denen ſie ihr Thun und Denken regierte. So mochte es kaum ein junges Mädchen geben, die ſo ganz ſelbſtſtändig und unumſchränkt über ſich und ihre Zeit gebieten durfte, deren Thun und Handeln nur von ſich abhängend, dennoch ſtets der Billigung ſicher war.

Vor wenigen Wochen war Ehrhardt zurückgekehrt und der erſte Blick hatte Beiden genügt zu wiſſen, was ſie ein ander waren. In Beider Herzen hatte eine Stimme den

Dritte Fölge.

gefunden!

goldenen Himmelsſang geſungen, der ſo rein, ſo ganz ur⸗ ſprünglich wahr, doch nur einmal durch die Seele bebt und deſſen Worte lauten:Mein Herz hat ſeine Heimathe 174

Viel war noch nicht zwiſchen ihnen geſprochen, ſie hatten ſich nur ſelten allein geſehen, und wenn es geweſen, ſo waren ſie ſo beſchäftigt, auf einander zu blicken und ſich zu freuen, wie ſie ſo ganz anders geworden und doch wie⸗ der dieſelben geblieben waren. Aber der Ring, welchen Regine nimmer von ſich gelaſſen, der war nun ein Ver⸗ lobungsring geworden, und aus vollem, freudigem Herzen hatte ſie eingewilligt, als Ehrhardt ſie ſein eigen genannt, und mit ſtiller Seligkeit an ſeinem Herzen geruht.

Zu der leeren Stelle an ihrem Finger kehrten Regine's Blicke immer wieder zurück; ſie fühlte die Leere in ihrem Herzen, das ſein Glück von ſich geſtoßen, und Thräne auf Thräne floß auf die verſchlungenen Hände nieder, die ſie in tiefem Jammer gefaltet. Und dennoch mußte ſie ſo han⸗ deln; es gab nur dieſen Weg für ſie! In dieſer Ueber⸗ zeugung fand ſie momentan ihre Kraft und Ruhe wieder. Sie wollte, ſie durfte nicht ſchwach ſein, jetzt galt es zu zeigen, ob ſie wirklich tüchtig war, ob ſie Herrſchaft über ſich hatte. Wie Keiner um ihr Glück gewußt, ſo durfte Niemand ihren Schmerz ahnen. Mitleid verwarf ihre ſtolze Seele, ſchon der Gedanke an eine Beileidsbezeigung trieb ihr das Blut in dunklen Strömen in das Antlitz. Kein Menſch ſollte wiſſen, unter welchem Schmerze ihr Herz blutete, ſelbſt Ehrhardt durfte niemals erfahren, wie tief die Wunde ſei, die ſie ſich ſelbſt geſchlagen.

Sie gedenkt ſeiner Worte, dieſer grauſamen, ſchreck⸗ lichen Worte, des maßlos harten Urtheils, das ſie von ihm verbannt, und hell lodert der Stolz empor und übertönt mit lauter, gebietender Stimme die Töne der Klage in ihrer Bruſt. Und in dem unermeßlichen Stolze dieſer Natur, welche ſo viel Edles und wahrhaft Großes in ſich trug, die aber in der Ueberſchätzung der eigenen Kraft noch

Bah, ſchwache Maſchine, kanns mit uns nicht aufnehmen. Ich war verblüfft über dieſe Sicherheit, aber nicht beruhigt. Aber vor vierzehn Tagen der Waſhington! begann ich wieder Ach, die ausgediente alte Baracke hatte ihr Geld ſchon zehn fach werdient Doch kommen Sie, Ungläubiger, und ſehen Sie ſelbſt.. Und ſo ſtiegen wir denn die eiſerne Leiter zum Maſchinen⸗ raum hinab. Eine furchtbar glühende Luft ſtrömte uns entgegen, und obwohl ich an die Hitze der Hochöfengiſchte gewöhnt war, ſo hatte

ich doch keine Ahnung, daß der Menſch in ſolcher Temperatur noch athmen könne. Keſſel und Maſchine waren in einem unglaublich

oi or jo rie 1 9 2 1 9 drA 1 1 kleinen, niedrigen Raume zuſammengedrängt, und wir mußten uns

gebückt an die Schiffswand drücken, um nicht von der Maſchine ergriffen und zermalmt zu werden.

1In einer Viertelſtunde haben wir ihn, rief der Maſchinen⸗ meiſter meinem Begleiter zu, und wieder flog ein Theerfäßchen in den Heizraum.

Zeigen Sie meinem Freunde hier die Keſſel, ſchrie der Ameritaner, um ſich bei dem Getöſe verſtändlich zu machen,er fürchtet Gefahr.

Laut auflachend nahm mich der Meiſter bei der Hand, ich wand mich an der Maſchine vorbei, und er wies mir am Keſſel eine Meſſingplatte mit den darin eingravirten Worten: Geprüft duf 9 Atmoſphären. Hierauf wies er mit dem Finger auf das Manometer, deſſen Zeiger auf 8 ¼ Atmoſphäre ſtand. Der magnetiſche Waſſerſtandzeiger zeigte Waſſer über den Mittelſtand,

von den drei Hähnen gab der mittlere noch Waſſer.

Ich war beruhigt, obwohl eine ſolche Kraftentwickelung in Deutſchland unerhört iſt, und die dortigen Keſſel auf das Dop⸗ pelte bis Dreifache ihrer Leiſtung amtlich gepruft werden müſſen, während hier die Prüfung reine Privatſache war.

Froh, der drückenden Luft zu entkommen, kehrte ich zurück. Auf der Gallerie angekommen, ſchien mir die außen herrſchende Wärme von 32 Gr. Reaumur eiſige Kälte und ich nahm meinen Shawl um.

Nun? fragte mich mein Begleiter lächelnd.

Für Amerika paſſabel genug Sicherheit, erwiderte ich.

Achſelzuckend wendete er ſich weg, um nach der Louiſiana zu ſehen.

Wir waren bereits in ihrer nächſten Nähe. Ihr Capitain ſchien eingeſehen zu haben, daß ein weiterer Kampf fruchtlos wäre, denn eben entwichen dort die überflüſſigen Dämpfe ziſchend dem Dampfrohr.

Stolz wie ein Schwan glitt der Niagara vorüber. Ein mächtig hintönendes Jubel⸗ und Hurrahgeſchrei brach auf unſerem Schiffe los, als ob die größte Heldenthal geſchehen wäre. Piſtolen wur⸗ den in die Luft gefeuert, die ausgelaſſenſten Freudenbezeigungen gewechſelt. Von drüben ſchnitten die Paſſagiere gräuliche Gri⸗ maſſen herüber, die überreichlich zurückgezahlt wurden. Ich glaubte lauter Narren vor mir zu haben. Keiner hatte daran gedacht, wie nahe es ihm ſtand, in die Luft geſchleudert, zerriſſen, verbrüht, gebraten und erſäuft zu werden.Das iſt eine junge Nation im Gefühl ihrer Kraft, ſprach mein Gefährte, als er mein Erſtaunen ſah.. 1

Und welcher Vortheil, wenn dieſe Kraft mit Tauſenden von Menſchenleben ſpielt, wenn es keine Geſetze gibt, die Unglücks⸗

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