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Nr. 44.]
Dritte Folge.
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willſt, von dem wir Beide das Glück unſeres Lebens uns haſt—“ Das Folgende wollte nicht über ihre Lippen, nicht verſprachen.“— Und immer mehr auf die Stimme des ſowohl um ihret⸗ als um ſeinetwillen verſchwieg ſie es.
Grolles hörend, der in ſeinem Inneren tobte, fuhr er fort: „Bedenke, Regine, daß kein Mann es ruhig trägt, ſeine beſten Gefühle zum Spielball einer Mädchengrille gemacht zu ſehen, daß ſelbſt meine Liebe nicht mehr als einmal einer ſolchen Probe Stand halten würde.“
Er ſah den Blick, den Blick der Billigung, faſt bewun⸗ dernder Liebe nicht, der ſein glühendes Angeſicht, ſeine hohe Geſtalt, die ſich in aller Manneswürde kraftvoll und ſtolz vor ihr aufrichtete, überflog; der Ausdruck ſchwand auch bald aus ihren Augen, und wieder legte ſich jene ruhige Kälte auf ihr Geſicht.
„Nicht verletzte Eitelkeit ſpricht aus mir, Ehrhardt, nicht unter dem Einfluß einer Laune handle ich. Aus voller, innigſter Ueberzeugung ſage ich es, daß nach den von Dir heute verfochtenen Anſichten, die ich nicht unbe— deutende Meinungen und Urtheile, ſondern Lebensanſchau⸗ ungen und Principien nenne, auf welche die Grundpfeiler unſeres Denkens und Handelns gebaut ſein müſſen, daß ich nach der grenzenloſen Verſchiedenheit dieſer unſerer Lebensanſichten unſere Verbindung für eine unmögliche be⸗ trachte. Ich fühle es, es ſteht nicht in meiner Macht, Dich voll und ausreichend zu beglücken, und niemals würdeſt Du mich ganz befriedigen können. Wohl weiß ich, daß in der Ehe der Eine ablaſſen, der Andere zulegen muß, damit die verſchiedenen Meinungen und Gewohnheiten ſich nach und nach in einander fügen, um ſich zu einem harmoniſchen Ganzen zu vereinigen,— dieſe Verſchmelzung wäre aber unmöglich bei uns. Die Kluft iſt zu groß, zu unausfüll⸗ bar. Ich ordne mich nicht dem Worte, dem Befehle eines Mannes unter gegen meine beſſere Ueberzeugung, ich kann auch ein Gebot von Grundſätzen und Anſichten nicht laſſen, welche Eins mit meinem ganzen Sein ſind. Du haſt heute über Dinge gelacht, geſpottet, ſie verhöhnt und verdammt, die mir in ihrem Streben groß und wichtig erſcheinen, Du
Wenn ſie es ausſpräche, was der wahre Grund ihrer Tren⸗ nung war, wie ſchwer würde er's fühlen! und in ihr war in dem Augenblick kein Groll, kein Zorn, nur ein tiefer Schmerz.„Genug, Ehrhardt, wir müſſen ſcheiden, und weil wir es müſſen, ſo laß es uns nicht noch ſchwerer machen, als es ſchon iſt.“
„Du wenigſtens wirſt unter der Wucht des Schmerzes nicht zu Boden ſinken“— rief er mit einer jetzt unge⸗ hemmt hervorbrechenden Bitterkeit—„und ich werde mit Gottes Hülfe und in der pflichtgetreuen Erfüllung meines Berufes auch ſchon die Kraft finden, zu vergeſſen, daß eine Frau, welche ich hoch über alle ſtellte, der ich ein ganzes, reines Herz entgegentrug, mit dieſem Herzen ein leichtes Spiel getrieben. An der Kraft, die Du zeigſt, werde ich mir ein Beiſpiel nehmen, Regine.“
Sie erwiderte nichts, kein Wort, wie ſchwach die Kraft ſei, wie dem Zuſammenbrechen nahe, keine Verſicherung, wie tief der Schmerz in ihr Lebensmark einſchneide. Aber die ſtarre Miene ihrer vernichtenden Kälte war von ihrem Antlitz gewichen, das wieder den Ausdruck jener treuher⸗ zigen Biederkeit und Güte trug, welcher es Allen ſo lieb und anziehend machte. Bei dieſem wohlthuenden Anblick erſtiegen die alten, ſchönen Tage, die ganze goldene Jugend⸗ zeit vor Ehrhardt. Das Ebengehörte mußte ein Traum ſein, ein wüſtes Phantaſiegebilde, das ihn ſchreckte, es war unmöglich Wahrheit.—
„Es kann, es kann nicht ſein, Regine! ſage, daß es unmöglich iſt!“ Wie bittend, wie liebeinnig ſenkten ſich ſeine Augen in die ihrigen; wie weich und zärtlich klang ſeine Stimme, als er fortfuhr:„Vergib, wenn ich Dir wehe gethan, laß uns gegenſeitig veredelnd auf einander wirken, da wird die Harmonie nach und nach kommen, ohne die eine rechte Ehe nicht beſtehen kann. Ich kann Dich nicht laſſen, ich kann es nicht, meine Regine!“
aus dem Choral„Wenn wir in höchſten Nöthen ſein“ einen ſehr tanzbaren Menuet, aus„Wie ſchön leucht't uns der Morgenſtern“ eine Gavotte, aus„Herr Jeſu Chriſt, du höchſtes Gut“ eine Sarabanda, aus„Werde munter, mein Gemüthe“ eine Bourrée
und endlich aus„Ich ruf' zu dir, Herr Jeſu Chriſt“ eine Polo⸗
naiſe, indem er die Choralmelodien Note für Note beibehielt und nur im Rhythmiſchen änderte, ganz wie wir jetzt aus Opernarien Märſche, Walzer und Polkas machen. Welch ungeheure Gegen⸗ ſätze des muſikaliſchen Ohrs binnen einem Jahrhunderte! Es liegt in ihnen nicht bloß eine Revolution der künſtleriſchen Entwicklung gezeichnet, ſondern eine noch viel größere der ganzen geſellſchaft⸗ lichen Sitte.—
Die Franzoſen bielten vor Alters den ganz langſamen Triller für beſonders ſchön, der uns ſchülerhaft lächerlich klingt, dagegen würde man die bewunderten rapiden Triller unſerer beſten heutigen Sängerinnen vor 150 Jahren wahrſcheinlich Bockstriller genannt haben. Beiläufig bemerkt, hatten die Leute vor 200 Jahren auch noch ein Wohlgefallen daran, den Triller mit der Terz ſtatt mit der Secunde zu ſchlagen, was ſchon im achtzehnten Jahrhundert nur noch die Dudelſackpfeifer feſthielten, während es unſerm Ohr vollends Gräuel und Barbarei geworden iſt..
Bilder aus der neuen Welt. Eine amerikaniſche Rechnung.
(Aus dem Tagebuche eines deutſchen Ingenieurs). Krraftig durchfurchte der Dampfer Niagara, welchen Namen die Yankees verſtümmelt Nätſchre ausſprechen, die ſmaragdnen
houſe.
Wogen des Miſſiſippi. So ein amerikaniſcher Steamer iſt ein wahrer ſchwimmender Palaſt. Zwei Stockwerke hoch erhebt ſich über den Schiffskörper ein elegantes hölzernes Gebäude. Da der obere Stock gegen den unteren um vier Fuß zurücktritt, ſo läuft rings um denſelben eine Gallerie, beſtändig belebt von hin und her eilenden Paſſagieren und Aufwärtern, während die oberſte Plattform, von einem Zelte überſpannt, die herrlichſte Ausſicht auf die vorübereilenden Ufer mit ihren Urwäldern bietet.
Der Yankee, deſſen Vaterland ſein Beſtehen erſt nach Jahr⸗ zehnten zählt, hat deshalb auch keinen Sinn für die Heimath, er klebt am wenigſten von allen Völkern an der Scholle; wo eben der günſtigſte Platz für ſein Geſchäft oder ſeinen Humbug, dort eilt er hin; er iſt Jahre lang verheirathet, ohne einen eigenen Heerd gegründet zu haben; er ſpeiſt mit ſeiner Gattin eben im Boarding⸗ Der Eingewanderte hingegen ſieht meiſtens zu ſpät ein, was er an ſeiner Heimath verlor; ihm iſt die Rückkehr abge⸗ ſchnitten, und ſo zieht er auch gleichgültig hin und her, wo er eben Arbeit findet, oder verkauft Land und Haus, wenn ſich anderswo günſtigere Conjuncturen bieten.„Hätte ich zu Hauſe freiwillig ſo gearbeitet, wie ich hier muß,“ hört man ihn oft ſeufzen,„würde ich was Hübſches erübrigt haben,“ und hier macht er bloß ſein Leben, nach amerikaniſchem Ausdruck, d. h. er verdient eben ſo viel, als er verzehrt. 3 4
Hieraus wird begreiflich, daß kein Land ſo viele Reiſende zählt, als Amerika; Zugvögel, die ſich für kurze Zeit bald da, bald dort niederlaſſen, Eiſenbahnen und Dampſſchiffe bevölkernd. So war auch der Niagara bis in den kleinſten Winkel belebt. Ich lehnte am Geländer der Plattform und ſah bald auf das Gewim⸗ mel der Menſchen neben mir, bald in die Wogen des Stromes


