ruhiger geworden ſind.
weichen.
682 achtung ausdrücken zu können. Schon der dichte Schleier, der über dem Ganzen ſchwebt, die große Sorgfalt, welche angewendet wird, den wahren Namen nicht zu verrathen, gibt Kunde, daß die Schreiberin nicht um der lieben Eitel⸗ keit willen, nicht des Ruhmes halber die Feder ergriff. Was hinderte ſie ſonſt daran jetzt hervorzutreten, da ſich mit wenigen Ausnahmen die ganze Kritik in einer ſo aner⸗ kennenden Weiſe ausgeſprochen und ſie einen entſchiedenen Erfolg in der Leſewelt gehabt hat? Sie aber bleibt im Dunkel und ſchreibt, nicht weil es Mode iſt, nicht aus Zeit⸗ vertreib, ſondern, weil ſie wuß. Dem Buche liegt eine gute Abſicht zu Grunde, und obgleich auch ich nicht glaube, daß es der ſchwachen Hand gelingen wird, tief eingewur⸗ zelte Mißbräuche zu beſeitigen, ſo finde ich es nur löblich und anerkennenswerth, ſolche ſtets von Neuem zu beleuchten. Weil der Erfolg der Abſicht nicht entſpricht, iſt vieſe darum weniger gut und ehrenhaft? Nein, nein, das Buch iſt aus einem innern Müſſen entſtanden, das fühlt ſich durch und gibt ihm nach meinem Dafürhalten den Hauptreiz; das iſt der Grund, aus dem es ſich ſo viele Freunde erworben hat. — Doch nun dente ich, es iſt genug für heute; wir geben den Streit auf, der mit einer nicht erlaubten Heftigkeit und Bitterkeit von beiden Seiten geführt worden iſt. Prüfen wir das Ganze noch einmal, wenn die Gemüther Ich glaube den Damen mit Ge⸗ wißheit verſprechen zu können, daß, wenn ntein Freund Ehrhardt ſein Unrecht eingeſehu, er ſolches freimüthig ein⸗ geſtehen wird.“—
„Wenn ich es eingeſehen, ja!“ erwiderte dieſer mit einer offenen Biederkeit, die ſeinem hübſchen, klugen Ge⸗ ſichte ganz vortrefflich ſtand—„aber ich fürchte faſt, der Fall wird nicht eintreten, und meine Anſicht über die Nutz⸗ loſigkeit der Frauen-Schriftſtellerei wird ſtets dieſelbe bleiben.“(Fortſetzung folgt.)
Novellen⸗Zeilung.
[(V. Jahrg.
Uapoleon I. nach dem Feldzuge von 1813. Von A. Thiers*). J.
Napoleon hatte die franzöſiſche Armee im kläglichſten Zuſtande nach dem Rheine zurückgeführt. Die 40,000 Mann ſtarke Garde war auf 10,000 zuſammengeſchmolzen. Die Corps Oudinot(das 11.), Reynier(das 7.), Augereau (das 16.) und Bertrand(das 4.), die nach und nach zu einem einzigen unter dem General Morand vereinigt wor⸗ den waren, zählten am Tage ihres Einrückens in Mainz, deſſen Vertheidigung ihnen übertragen war, nicht 12,000 Combattanten. Die Corps Marmont und Ney(das 6. und 3.), die unter dem Marſchall Marmont den Rhein von Mannheim bis Coblenz decken ſollten, hatten nicht 8000 Mann unterm Gewehr. Das 2. unter Victor hatte höchſtens 5000 Soldaten, um den Oberrhein von Straß⸗ burg bis Baſel zu decken. Die Corps Macdonald und Lauriſton(11. und 5.), unter dem Marſchall Macdonald vereinigt und nach dem Niederrhein dirigirt, beſaßen nicht 9000 fampffähige Soldaten, um den Lauf dieſes großen Stromes von Coblenz bis Arnheim zu vertheidigen. Die franzöſiſche Cavallerie, in vier Corps formirt, ſchlecht be⸗ ritten oder zu Fuß, hätte nicht 10,000 Reiter in ſchlag⸗ fertigem Zuſtande zu ſtellen vermocht. Die faſt auf nichts reducirten Polen waren nach Sedan, wo ſich ihr Depot befand, geſchickt worden, um zu verſuchen, ſich dort wieder zu formiren. Eine Maſſe Nachzügler endlich, die ohne Waffen, ohne Kleidung, in kleinen Banden über die Grenze zurückgingen, ſchleppten die Keime des Typhus mit ſich, die ſie allen Gegenden mittheilten, wo ſie Halt machten. Es war faſt ein zweiter Rückzug aus Rußland, nur mit dem Unterſchiede, daß ungefähr 60,000 Combattanten
) Aus dem demnächſt auch in deutſcher Original⸗Ausgabe bei Meline, Cans&Comp. in Brüſſel Leipzig, A. Dürr) erſcheinen⸗ den 17. Bande von Thiers' Histoire du Consulat et de I'Empire-
entführtes Kind bei dieſem ſeinem Freunde findet und ſich unver⸗ ſöhnlich von Matrena und Mazeppa losſagt. Der zweite Act entwickelt die hiſtoriſche Haupthandlung bis zu einem Gelage der verſchiedenen Koſakenhäuptlinge, bei welchem Mazeppa durch aller⸗ hand Gaukelſpiel deren Sinn zur unbedingten Theilnahme an ſeinem Aufſtand zu entflammen ſucht. Iskra, als Bote des Czaren den Befehl zum Aufbruch der Koſaken in eine dem Plane Mazep⸗ pa's ungünſtigen Richtung überbringend, merkt deſſen Vorhaben; voll Rache gegen den Räuber ſeiner Tochter und voll Treue gegen Peter eröffnet er dieſem den beabſichtigten Verrath. Mazeppa ſlellt ſich krank, um dem empfangenen Befehle des Czaren auszu⸗ n. Peter, ſchwankend, dem Vertrauen mehr als dem Arg⸗ wohn folgend, ſendet Iskra gefangen an Mazeppa mit dem Befehl, denſelben zum Beweiſe ſeiner eignen Treue hinrichten zu laſſen. Dies bringt im dritten Acte den tragiſchen Conflict und die Schuld Mazeppa's, der trotz des Flehens Matrena's, um ſich ſelbſt und ſein Vorhaben zu retten, unbekümmert um Blut und Thränen, Iskra tödten läßt. Die wilde Liebe Matrena's wendet ſich zur Rache; ſie verläßt Mazeppa und beſtimmt Gordienko, den Ataman der Saporoger Koſaken, ihren heißblütigen Verehrer, zum Abfall vom Hetman. Karl XII. nur die Hälfte der Hülfstruppen zuzuführen. Nach der Schlacht bei Poltawa ſehen wir Beide beſiegt, flüchtig. In einer Grotte der Steppe kommt Matrena zu Mazeppa und vergiftet ihn und ſich. Eine tragiſch angelegte, doch glücklich ausgehende Epi⸗ ſode iſt mit dem Hauptſtoff verbunden. Der Abgeſandte Karl'’'s XII. und Lodoiska, Tochter Mazeppa's, lieben ſich. Mazeppa trennt dieſe Liebe im höchſten Jähzorne, als er hört, daß Kaſimir Soldanski ein Sohn jenes Sapieha iſt, deſſen Frau er als Page
Mazeppa vermag dem nun erſcheinenden P
liebte und der ihn in raffinirter Grauſamkeit auf das Roß binden
ließ. Dieſe bekannte Begebenheit aus ſeiner Jugend erzählt er mit ergreifender Wahrheit; er hat dem Sapieha und ſeinem Ge⸗ ſchlecht ewige Rache geſchworen, und nur Kaſimir's Eigenſchaft als Geſandter Karl's ſchützt ihn davor. Als Kaſimir ſpäter— flüchtend vor Karl's Zorn— wieder erſcheint, will Mazeppa ſogar jene ſelbſterlittene Strafe an ihm ausführen laſſen, als unerwartet der Schwedenkönig als Retter eintritt. In engſter
Verknüpfung mit jenem romantiſchen Exeigniſſe aus Mazeppa's
Pagenleben ſteht noch im Stück Harpyna, eine unbekannte, als Seherin verehrte Bewohnerin der Steppe. Ihre Sehergabe wird von Mazeppa und Peter dem Großen benutzt, außerdem aber kümmert ſie ſich ſorgſam um jene beiden jungen Liebenden; auch Matrena wendet ſich an ſie und wird von ihr mit dem Gifttrank unterſtützt. Harpyna iſt jene verſtoßene Frau⸗ Sapieha's, Ma⸗ zeppa's erſte Liebe, und ihr Herz ſchlägt noch für ihn, deſſen ſchaft, die ihn zu
Untergang ſie infolge der ungezügelten Leidenſchaft yn hohem Wagniß treibt, vorausſieht. In der Schlußſcene erſcheint ſie mit den beiden Liebenden, bietet Mazeppa ein Gegengift an, das er verſchmäht, erlangt aber von ihm den Segen des jungen Paares.+4
R. Gottſchall iſt den nach bedeutſamem Ziel ſtrebenden Ideen zugewendet; mit feuriger Imagination, mit einem regen Auffaſſen ausgiebiger Gedanken, mit einer in jambiſcher Form gewandten, durch blühende Rhetorik und Bilderreichthum brillirenden Sprache verbindet ſein poetiſches Talent eine bemerkenswerthe Befähigung zu ſceniſchen und bühnenpraktiſchen Effecten, anregende ſpirituelle Beweglichkeit und friſche techniſche Keckheit der Ausführung. Aber die Reife der künſtleriſch ſchaffenden Dichterkraft iſt ihm noch
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Nr. 4
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