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Nr. 43.]
Beweiſe zu documentiren. Jedes Wort, das ſch in dieſer Angelegenheit an meinen Vetter richtete, ſchiene mir ein verlorenes, und ich halte es ſomit nicht der Mühe für werth. Wenn er ſich vielleicht einmal beſſer unterrichtet haben ſollte, dann wäre ich nicht abgeneigt, den Streit aus⸗ zufechten.“ Mehr noch als die Worte hatte das Kalte,
Hoheitsvolle in ihrem Weſen, das mitleidige Lächeln etwas
ſo Verletzendes und Herausforderndes für Chrhardt, daß es in ihm heftig gährte und glühte, und er ſchnell und un⸗
beſonnen antwortete:
„Und ich halte es nicht der Mühe werth, ein ſolches Buch noch einmal zu leſen; ich habe vollkommen genug Kenntniß davon, um es für ein gefährliches, ein, wenn ich mich des Ausdruckes bedienen darf, unweibliches Buch zu erklären. Wenn ich ſchon vorhin geſagt, daß ich die Frauen⸗Schriftſtellerei nicht billige, ſo verdamme ich dieſe Richtung entſchieden, und wie es mich niemals glücklich machen würde, meine Frau, meine Schweſter zu der Claſſe der Dichterinnen zählen zu müſſen, ſo würde ich es ihr ge⸗ radezu nimmer verzeihen, wenn ſie ein ſolches Buch ge⸗ ſchrieben, weil es mir keine ſehr ſichere Bürgſchaft für ihre Denkungsart gewähren möchte. In der Reſidenz glaubt man endlich die wahre Verfaſſerin entdeckt zu haben, und dieſer geiſtreichen, aber durchaus emancipirten Dame möchte ich am erſten die Autorſchaft zutrauen.“
Um den Marmor des Kamines ſchloß ſich krampfhaft eine Hand, kälter als dieſer, doch ſo zitternd, daß ihr der Stützpunkt faſt entſchlüpfte.
„Nein, Ehrhardt, das geht zu weit! Jetzt muß auch ich reden und meine Meinung ſagen.“ Und während die ganze
übrige Geſellſchaft heftig erregt, ja faſt beleidigt auf den
Angeredeten blickte, ſchien der Sprechende, welcher jetzt das Wort ergriff, der Einzige, der ſich die nöthige Ruhe und Klarheit bewahrt, um der Sache, der er dienen wellte, nicht in blindem Eifer zu ſchaden.„In wie weit das oft genannte Buch fehlerlos und vortrefflich iſt, daß muß Je⸗
Dritte
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der nach ſeinem eigenen Geſchmack unterſcheiden; ich habe mich aus tiefſtem Herzen daran erfreut, ohne die Schwächen und Mängel zu überſehen, an denen es nach meinem Da⸗ fürhalten leidet, die aber in den Augen Anderer vielleicht wieder ſein größter Vorzug ſind. Ganz unverkennbar— wenn man nicht mit einem Vorurtheil daran geht— ſcheint mir aber die Geſinnung, aus der es hervorgegangen, und das iſt eine edle, lautere, eine durchaus hochherzige. Ich hoffe, daß Dein einſeitiges, unrichtiges Urtheil aus Deinem Nichtkennen des Werkes herzuleiten iſt, denn ich leugne nicht, daß es mich von Dir, meinem beſten Freunde, be⸗ trüben würde, wenn Du aus wirklicher Ueberzeugung die harten Worte geſprochen hätteſt, das reine Licht, welches über der ganzen Schöpfung ſtrahlt, mißdeuten könnteſt. Aufrichtig bitte ich Dich jetzt um Deiner ſelbſt willen, das Buch zu leſen, und ich kenne Dich als groß genug, um zu wiſſen, daß Du nächſtens hier eingeſtehen wirſt, Du habeſt Dich im Irrthum befunden, ein Zugeſtändniß, welches durchaus nicht ausſchließen ſoll, Deinen vielleicht gerechten Tadel über manche Stellen auszuſprechen. Als Wider⸗ legung Deines letzten, ſo ganz unpaſſenden Ausſpruches kann ich nur ſagen, daß ich es ſtets unter allen Verhält⸗ niſſen unſtatthaft finde, von einem Buche auf den Verfaſſer zu ſchließen, die Charaktere ſeiner Gebilde mit dem ſeinigen zu vermiſchen, Die Erfahrung hat gelehrt, daß ſolches Beginnen ſtets zu den größten Trugſchlüſſen geführt. Um aber Deiner Behauptung einen Gegenſatz zu ſtellen, ſo muß ich Dir ſagen, daß, wenn ich eine Meinung über den Cha⸗ rakter der Verfaſſerin dieſes Werkes abgeben ſollte, dieſe eine ſehr günſtige ſein würde; denn es finden ſich nicht hin und wieder einzelne ſchöne Gedanken darin, ſondern das V Ganze ſcheint mir der Ausfluß einer reichen, innigen Seele. Ich glaube mich nicht in der Annahme zu täuſchen, daß nur ein edles, reines Frauengemüth etwas Derartiges zu ſchaffen im Stande iſt, und ich muß geſtehen, es würde mich freuen, die Dame zu kennen, um ihr meinen Dank, meine Hoch⸗
Drohungen den Palaſt ſeines Schwiegervaters und eilte geraden⸗ wegs zu dem Palaſt der Signoria, um ſeine Klage vor dem Gonfaloniere della giustizia, dem höchſten Richter der Republik, auf Vorenthaltung ſeines rechtmäßigen Eigenthums anzubringen.
Ein Proceß degann, wie er noch nie dageweſen. Die größten Gelehrten des canoniſchen und bürgerlichen Rechtes der Republik, ja die der berühmten Univerſität Bologna ſelbſt gaben ihr Gut⸗ achten ab. Endlich aber entſchied das competente Tribunal ein⸗
ſtimmig:„daß durch den gerichtlich beſcheinigten und in aller
Form Rechtens vollzogenen Todesfall die eheliche Verbindung des Cavaliere Camillo Amati mit der Nobil Donzella Ginevra degli Amieri vollſtändig als erloſchen zu betrachten und die Letztere frei ſei, bei ihrem Vater zu verweilen, oder irgend einen neuen Ehebund zu ſchließen.“ Der Erzbiſchof beſtätigte ſeinerſeits den Spruch.—
Was folgte, läßt ſich leicht ermeſſen. Wenige Wochen nach⸗ her ertheilte der alte Amieri Ginevra den väterlichen Segen zu ihrer Verbindung mit Antonio Rondinelli, unter der einzigen Bedingung, daß das junge Paar bis zu ſeinem Tode unter einem Dache mit ihm lebe.— Die Straße aber, durch welche Ginevra von ihrem Grabe zum Palaſt des Vaters eilte, heißt bis auf dieſen Tag die Straße der Todten, und der Spruch des Gerichtshofes wird noch immer in den Archiven des Palazzo Vecchio aufbewahrt. Dieſe Begebenheit, ähnlich mit mancher andern auf Wahrheit beruhenden Sage in Deutſchland, erzählt uns Otto Speyer in ſeinen Aufſätzen über Toscana. 5.
Theater.
gottſchalls Mazeppa in Dresden.
Manche unſerer Leſer werden ſich vielleicht noch erinnern, daß wir zur Zeit, als G ottſchall's neueſtes Trauerſpiel Mazeppa, in welchem der Dichter nach ſeinem eignen Ausſpruch ſeine ganze poetiſche Kraft concentrirt haben ſoll, als Bühnen⸗ Manuſcript die Novität des Tages bildete, ein kürzeres Referat
in dieſen Blättern gebracht haben.
So viel wir wiſſen, iſt das Stück dann ſpäter nur in Breslau
zur Aufführung gelangt, und man konnte daher auf den Erfolg,
den es in Dresden, bei dem vortrefflichen Enſemble dieſer Bühne,
einem Dawiſon in der Titelrolle, haben würde, wohl geſpannt
ſein. C. Banck berichtet im Dresdner Journal über die erſte Aufführung:
Der Dichter hat ſich zu ſeinem Stoff Mazeppa's, des Koſaken⸗Hetmans, Aufſtand gegen Czar Peter den Großen zur Unterſtützung Karl's XII. von Schweden gewählt. Der bereits
alternde Mazeppa— der letzte aulonome Koſake— will ſeine Völker der Steppe von ruſſiſcher Oberherrſchaft befreien; weit mehr aber noch reizt ihn der ehrgeizige Durſt nach einer eignen Königskrone, genährt von dem Drängen ſeiner Geliebten, der V wild⸗leidenſchaftlichen Matrena, der Tochter Iskra's, zum Verrath gegen Peter. Eine Beleidigung des Letztern und eine anbefohlene Kopfſteuer für die Koſaken wirkt entſcheidend. Mazeppa tritt mit Karl XII. in Unterhandlung durch deſſen Abgeſandten Kaſimir Soldanski. Gewiſſermaßen epiſodiſch, aber den ſpätern Conflict nothwendig vorbereitend, fällt in dieſe Expoſition des erſten Actes eine Scene mit Iskra, der ſein von Mazeppa aus dem Kloſter


