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Wußte
Nr. 43.)
irrung Ihrer Mitſchweſtern ſo das Wort reden können, ſo warm die Vertheidigung der ſchreibenden Frauen zu über⸗ nehmen vermögen.“
„Gerade weil in mir nicht ein Funke von Genialität, keine Spur von einer Dichterin oder Künſtlerin iſt, ſo muß mein Urtheil gewiß als ein unparteiiſches daſtehen, und weil ich ſo praktiſch bin, wie Sie ſagen, ſo weiß ich, daß es ein eigenthümliches Vergnügen gewährt, aus all' dieſer Praxis heraus in jene lichte Welt der Poeſie hinüberzu⸗ ſchauen. Es iſt dies nach den Mühen und Laſten des Tages eine Erquickung, der kaum eine andere gleichkommt, und mit Dankbarkeit habe ich ſie ſtets von manchen meiner deutſchen Schweſtern, vorzüglich aber von den engliſchen Schriftſtellerinnen entgegengenommen. Spricht nicht ge⸗ rade das Thun der engliſchen Frauen zu Gunſten meiner Behauptung? Dort, wo man das Weib ſo hoch ſtellt, ſo große Anſprüche an Ehe und Familie macht, den eigenen Heerd über Alles werth hält, dort findet man es mit der Weiblichkeit durchaus nicht unvereinbar, Schriftſtellerin zu ſein.“
„Die engliſchen Schriftſtellerinnen, ſie mögen allen— falls hingehen!“ rief Ehrhardt leichthin, ohne die Incon⸗ ſequenz dieſer Behauptung zu beachten.
„Für ſie iſt nicht Unrecht, was bei einer deutſchen Frau ein Verbrechen iſt?“ fragte eine tiefe, wohltönende Stimme, und obgleich die Worte deutlich zu Ehrhardt drangen und der ſie begleitende Blick denſelben noch mehr Gewicht verlieh, ſo ſchien er ſie doch abſichtlich zu über— hören, denn er blieb die Antwort ſchuldig.—
Die Unterhaltung wurde für eine kurze Zeit eine weniger allgemeine, hielt ſich vielmehr in einzelnen kleinen Kreiſen, und ſehr eifrig ſah man Ehrhardt mit dem ernſten, blaſſen Mädchen und der kleinen Roſe disputiren. Regine war aufgeſtanden, um einen prüfenden Blick in den Speiſe⸗ ſaal zu werfen, doch im Begriff, das Zimmer zu verlaſſen,
wurde ſie durch einige Worte wie an den Boden feſtge⸗ bannt.
„Das Buch hätten Sie nicht nennen ſollen, mein ver⸗ ehrtes Fräulein— dadurch haben Sie mir eine zu ge⸗ wichtige Waffe gegen ſich in die Hände gegeben,“ rief Ehr⸗
hardt laut.
Alle blickten mit Zeichen der Verwunderung auf über den geringſchätzenden Ton, mit welchem er von einem Buche ſprach, das ſeit einiger Zeit ein lebhaftes Intereſſe, nicht nur in dieſen Kreiſen, ſondern darüber hinaus erregte.
„Das Buch gereicht wahrlich demn weiblichen Schrift⸗ ſtellerthum nicht zur Ehre, iſt keine Zier der Frauen⸗Lite⸗ ratur,“ fuhr Ehrhardt fort.
„Wie ungerecht, wie unwahr, wie geradezu empörend!“ tönte es von allen Seiten. Aber aus dem ganzen Kreiſe war es wieder die kleine Roſe, welche zuerſt das Wort er⸗ griff. Hochaufgerichtet ſtand ſie da, ihre Wangen glühten, daß ſie ihren Namen mit Recht zu tragen ſchien; in ihren ſonſt ſo klaren, übermüthigen Augen glänzten große Thrä⸗ nen, und mit einer vor Unmuth bebenden Stimme rief ſie:
„Es iſt Alles unwahr, was Sie über das Buch ſagen; Ihr Urtheil iſt hart und ungerecht. Es iſt das ſchönſte, liebſte Buch, welches ich in meinem ganzen Leben geleſen habe.“— Ein Lächeln glitt über die Geſichter der Zuhö⸗ rer in Betracht der Länge dieſes ganzen ſechszehnjährigen Lebens und der großen Anzahl von Büchern, die das„kleine Fräulein“ geleſen haben konnte. Dieſe aber bemerkte es nicht in ihrem Eifer und fuhr fort:
„Und ich werde nicht leiden, daß man das ſchöne Buch ſo herabſetzt, in dieſer beleidigenden Art davon ſpricht.“
„Sehen Sie unſer kleines Fräulein, wie brav und muthig ſie iſt!“— flüſterte ein junger Officier ſeinem Nachbar, einem ernſten, faſt düſter blickenden Manne, zu, deſſen Augen jetzt heller leuchteten und mit mehr als ge⸗
ihm anzugehören, und daß ſein letzter Schlag ihm gelten wird; aber ſo lange ich auf Erden wandle, bin ich vor den Menſchen
eines Andern Eigenthum. Wenn ich auch— Gott iſt mein Zeuge— nie eingewilligt habe, die Gattin Amati's zu werden,
ſo erwarte ich doch von Antonio's Liebe und Achtung, daß er nie das Geringſte thun werde, was einen Flecken auf die Ehre und den Ruf ſeiner Geliebten werfen könnte. Noch wenige Tage, und ich erwarte ihn dort oben, wo die Menſchen uns nicht mehr tren⸗ nen können.“ Damit reichte ſie mir die ſieberglühende Hand zum Abſchied, die ich mit meinen Küſſen und Thränen bedeckte. Ich habe ſie erſt im Sarge wiedergeſehen.“ 3
Die Erzählerin ſchwieg, indem Thränen ihre Stimme er⸗ ſtickten. Auch nahm ſie keinen weiteren Antheil an dem zungen⸗ fertigen Geplapper der Gevatterinnen, die nebſt den Ausdrucken des Mitleids für die unglücklichen Liebenden den tyranniſchen Vater und Gemahl mit einem Strome jener kräftigen, aber nicht eben wohlklingenden Beinamen überſchütteten, an denen das Lexi⸗ kon der liebenswürdigen Ciane der bella Firenze nicht minder reichhaltig iſt, als das der poissardes oder der dames de la halle in der Stadt am Seineſtrande.— Die Campana dei defunti, die Todtenglocke, läutete die erſte Stunde der Nacht vom nahen Domthurme, als ſie den Freundinnen die Treppe hinableuch⸗ tete.——
Mitternacht war längſt vorüber; die Straßen der Hauptſtadt lagen ſtill und verödet. Ein eiſiger Tramontano, von den ſchnee⸗ bedeckten Apeninnen herab wehend, hatte die Regenwolken ver⸗ jagt, die nur noch von Zeit zu Zeit als düſtere Schatten in raſcher Flucht vor der glänzenden Scheibe des Vollmondes vorüber
zogen. Keines Menſchen Fußtritt hallte von den hohen Marmor⸗
wänden der Kathedrale wieder, keine einſame Geſtalt belebte den mondbeleuchteten Domplatz. Aber ein ſeltſames Geräuſch, das gleichſam aus den Eingeweiden der Erde zu dringen ſchien, unter⸗ drach ſchauerlich die tiefe Stille der Nacht. Erſt war es wie ein tiefer Seufzer; ein dumpfer Schrei folgte, jetzt ein zweiter, lauter und ſchriller als zuvor; dann wieder ein Augenblick tiefer Stille, nur von dem regelmäßigen dumpfen Ticken der Domuhr unter⸗ brochen. Plötzlich ſchien ein ſeltſames Leben in die Steinplatte zu kommen, welche die Todtengräber, dem folgenden Morgen die Sorge des Befeſtigens überlaſſend, nur loſe auf Ginevra's Grab gelegt hatten. Sie bewegte ſich hin und her, wie von einem Erdbeben geſchüttelt; endlüch ſchob ſie ſich ganz zur Seite, ein menſchlicher Arm ward ſichtbar, eine weißgekleidete Geſtalt folgte — das Grab gab ſeine Todte wieder. Mühſam hob ſie ſich aus der Gruft empor und ſetzte ſich einen Augenblick auf den Rand, den Kopf auf die Hand geſtützt. Es war ein ſeltſamer Anblick; — in den langen weißen Gewändern, mit dem bleichen Antlitz und den Kranz von weißen Roſen auf dem Haupt, hätte ein Vorüberwandelnder ſie für den Schutzengel der Verſtorbenen halten mögen, der klagend auf dem vorzeitigen Grabe ſäße. Jetzt richtete ſie ſich auf, warf noch einen Blick auf die leere Gruft, der ſie entſtiegen war, und flog mit einem Schrei des Entſetzens durch die enge Gaſſe nach dem kleinen Platze der heiligen Eliſa⸗ beth zu, an dem ihres Vaters Haus ſich erhob.
Der Ton des ehernen Löwenkopfes, der als Klopfer diente, erweckte den alten Diener, deſſen Amt es war die Thür zu be⸗ wachen. Aber kaum hatte er den Kopf durch das kleine Fenſter geſteckt, das zu dieſem Zwecke in der Dicke der Mauer angebracht war, als er mit dem hellen Aufſchrei: Gesù Maria, lo spettro


