Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
678
Einzelbild herunterladen

- ůdu-

nehmen, könnte als Gemüſegarten viel nützlicher bepflanzt, der Boden beſſer verwerthet werden, und doch, was wäre das Leben ohne Blumen? entgegnete das ernſte Mädchen mit der leiſen Stimme, auf deren Urtheil man in dieſem Kreiſe großes Gewicht zu legen ſchien.So kommt es mir mit der Frauenliteratur vor fuhr die Sprechende fortſie bietet meiſtentheils Blumen, die auf dem geiſtigen Boden zu unſerer Freude, oft auch zu etwas Höherem, zu unſerer Belehrung erblühen. Wenn nun auch unter dem Blumenflor des Unkrauts viel mit emporſchießt, ſo liegt es doch nur in der Hand des treuen, ſorgſamen Gärtners, ſolches zu verdrängen und auszurotten. Der Gärtner iſt aber in dieſem Falle die allgemeine Stimme, das Urtheil des leſenden Publicums. Wenn es ſich mit Widerwillen von den wüſten Schößlingen abwendete, wenn es den Stab über ſie bräche, ſo würden ſie nach und nach von ſelbſt verſchwinden; denn wer wird Bücher ſchreiben und drucken, welche durchaus nicht geleſen werden? Dieſer Fall aber, daß der Geſchmack einer ganzen Nation, der geſammten Leſewelt ſo gebildet und geläutert ſei, um ſich nur dem Guten und Reinen zuzuwenden, wird niemals eintreten, und deshalb muß auf dem Gebiete der Literatur, wie überall in der Welt, das Schlechte neben dem Guten gedeihen und beſtehen. Wer aber den Büchern von Frauen⸗ hand, weil es auch weniger tüchtige, ja erbärmliche unter ihnen gibt, allen Werth abſprechen will, wer einen Maßſtab für alle anlegt, der handelt nach einem engherzigen Vorur⸗ theil, der will die Augen ſchließen für das Gute, welches auf dieſem Felde ſchon geleiſtet iſt. Steht es mit den Schöpfungen der Schriftſteller etwa beſſer? wächſt die Fluth der mittelmäßigen, ſchlechten und gefährlichen Bücher nicht täglich, und könnte man da nicht mit noch größerem Rechte fragen, ob Männer nicht ihre Zeit vortheilhafter auwenden könnten, als ſolche unnütze Machwerke zu liefern? Möchte nicht auch hier die Spreu den Weizen überwiegen? Und dennoch behält das Schöne und Gediegene über die

Zeit hinweg denſelben Werth, und klar und hell werfen die Sterne ihr Leuchten über die tauſend flackernden Irr⸗ lichter hinweg, die ihren reinen Glanz überſtrahlen möchten, daß ganze Nationen mit Stolz und Bewunderung auf ihre Dichter blicken. Wenn nun neben der ſtolzen, kräftigen Eiche, neben dem hochſtämmigen, edlen Lorbeerbaum auch das Waldveilchen, die kleine rothe Haidenelke ihr Haupt zu erheben wagt und ihre Berechtigung zum Blühen for⸗ dert: wer will es ihnen wehren, wer mit grauſamer Hand ein Gebilde zerſtören, das, fein und lieblich in ſeiner Att, zwar den kräftigen, gediegeneren Geſtalten der Schöpfung nicht zu vergleichen iſt, trotzdem aber auf ſeine Weiſe viel tauſend Herzen mit ſtiller Freude erfüllt? Nicht umſonſt legte Gott ein Talent in des Menſchen Seele; nicht ihm allein ſoll der göttliche Strahl leuchten, die duftige Blume blühen, ſondern zum Nutzen und Frommen ſeiner Mitbrü⸗ der ſoll er es hegen, ausbilden und zu Tage fördern. Und nicht nur ſo der Mann, ſondern auch das Weib. Die Frau, welche eine höhere Macht zur Künſtlerin beſtimmt, der eine gütige Hand den Lorbeerkranz zeigte, weil das Schickſal ihr vielleicht einen lieblicheren, ſüßeren verſagt, ſie muß dem Rufe folgen, ſelbſtverſtändlich, wenn ſie keine edlern Pflichten dadurch verabſäumt. Nennen Sie eine ſolche, die das thut, die einen heiligeren, beſſeren Platz aus Eitelkeit verließ, wichtigere Pflichten darum vernach⸗ läſſigte, eine Unnatur, beziehen Sie aber den Ausſpruch nicht auf alle Künſtlerinnen und Schriftſtellerinnen, Herr Ehrhardt Stein.

Die bleichen Wangen des jungen Mädchens waren tiefgeröthet, und ihre ſonſt ſo ſtillen Augen leuchteten höher. Und während freundliche, zuſtimmende Blicke, billigende Worte den Schluß ihrer langen Auseinanderſetzung be⸗ gleiteten, erwiderte Ehrhardt ſchnell:

Ich begreife nicht, gnädiges Fräulein, wie gerade Sie, überall als ſo praktiſch, als ein Muſter aller häus⸗ lichen und weiblichen Tugenden bekannt, der geiſtigen Ab⸗

kuppeln wollen! Fort, mir aus den Augen! Wenn Du Dich jemals wieder hier ſehn läßt, ſo laſſe ich Dich mit Hunden aus dem Hauſe hetzen! Kein Widerreden, kein Bitten half; ich mußte das Haus verlaſſen, während Ginevra ohnmächtig auf ihr Bett getragen wurde.

Was ſeitdem geſchah, weiß ich nur aus fremdem Munde.

Der Starrſinn des alten Amieri war nicht zu beugen. ihm daran, ob ſein Kind unglücklich wurde, wenn er dadurch der

Was lag

Schwiegervater des reichſten Mannes in Florenz ward? Vergebens wandte ſich die unglückliche Ginevra an Amati ſelbſt, erklärte

ihm, daß ſie nie fähig ſein würde, ihn zu lieben, und rief ſeinen Edelmuth an, ihrer Hand zu entſagen. Er war zu herzlos und ſeine Eitelkeit durch den Beſitz des ſchönſten Mädchens der Stadt zu ſehr geſchmeichelt, um ihrer Bitten zu achten. Wenn ſie nur erſt vereint wären, würde die Liebe ſchon nachkommen, ſagte er. Es ſind heute gerade zwei Monate, da wurde, wie Ihr wißt,

die Hochzei mit gro Pompe im Dome gefeiert. Es war Ginev szehnter Geburtstag. Ich hatte mich möglichſt nahe a Altar gedrängt, wo die heilige Handlung vor ſich

gehen ſollte. Als der Prieſter das Jawort forderte, fiel Ginevra ihrem Bräutigam ohnmächtig in die Arme. Kein Menſch, das will ich beſchwören, hat das Jawort von ihr gehört. Aber es ward Alles vertuſcht und die Unglückliche aus der Kirche in das Haus Amati's mehr getragen als geführt. Während die Gäſte bei dem glänzenden Banket jubelten, lag ſie in Krämpfen auf ihrem Lager.*

Seit jenem Augenblick hat ſie keinen geſunden Tag mehr gehabt. Die geſchickteſten Aerzte von Florenz konnten keinen be⸗ ſtimmten Sitz ihres Leidens ausfindig machen, und alle ihre

Mittel ſchlugen fehl. Krämpfe und Ohnmachten wiederholten ſich täglich, und dabei zehrte ſie ab wie ein Schatten.

Acht Tage ſind nun verfloſſen, da kam eine ihrer Frauen Abends zu mir mit der Botſchaft, ihre Herrin wünſche dringend mich zu ſehen. Sie hatte, wie ſie mir ſagte, nicht aufgehört, um meine Wiedereinſetzung in meine Stelle zu bitten; aber erſt heute ſei es ihr gelungen, den Widerwillen ihres Gemahls gegen mich ſo weit zu beſiegen, daß er ihr geſtattet hatte mich zu ſehn. Ich fand ſie auf ihrem Ruhebett liegend, roth und friſch, aber mit fieberglühendem Auge.

Der Arzt behauptet, ich ſei nicht krank, ich ſolle mich nur zerſtreuen und heiter ſein, ſagte ſie;aber ich fühle, daß ich bald dieſer Welt nicht mehr angehören werde. Dann befahl ſie

ihren Kammerfrauen, ſich zu entfernen, und verlangte, ſobald

wir allein waren, ich ſollte ihr von ihrem Geliebten erzählen, ihr von Allem ſagen, ob er ihrer noch gedenke. Vergebens drang ich in ſie, ſich nicht unnütz aufzuregen. Was ſollte ich thun? Wußte ich doch aus Roͤndinelli's eigenem Munde, wie groß ſeine Ver⸗ zweiflung, wie unverändert heiß ſeine Liebe war. Hatte ich doch erſt heute von ſeinem alten Diener gehört, wie ſein Herr von Tag zu Tag tiefſinniger umhergehe, wie er Schlaf und Appetit ver⸗ loren habe, und Alles für ihn zu fürchten ſei.

Ein Lächeln überflog Ginevra's Antlitz, als ich ausgeredet hatte.Es iſt gut, ſagte ſie,ſo wird unſre Trennung nicht lange mehr dauern. Wie Paolo und Francesca werden wir ver⸗ einigt ſein im Jenſeits, aber ohne ihre Schuld, im Himmel ſtatt in der Hölle.

Dieſer Gedanke ſchien ſie zu beleben.Sage ihm, rief ſie, als ich von ihr Abſchied nahm,daß mein Herz nie aufgehört hat,

Nr. 43.

arung Ihr

warm die! nehmien ver Gera keine Spur mein Urthe weili ſ ein igentt Praxis her ſchauen. Tages ein und mit? deutſchen Schriftſt rade das Behaupt große A Heerd ül Weiblich zu ſein. Die ſalls hing ſeguenz di ü- Frau din Stinume drangen Gewich hören, Di weniger Krelſen, blaſſen? war aufe ſaal zu

ihm and aber ſo eines/ Jeuge ſo erwa das Ge den R ich erw

aun kol

Abſchie habe ſt

ſtickten ſertigen des M Later eben wo kon der wichale Wn der 8 Lodteng

donth

3 N lageni bedect lagi, I raſchen zogen.