Auffaſſung der Künſtlerin eine irrige Meinung von dem Mädchen zu erwecken im Stande iſt. Wie man Friederike V Goßmann aber nur einmal auf der Bühne geſehen zu haben braucht, genügt auch ein Begegnen im Leben, um von ihr nicht beſtochen, nein, überzeugt zu ſein. Die Natürlichkeit und Weiblichkeit der Darſtellerin findet ſich mit der harm⸗ loſeſten Unbefangenheit, der liebenswürdigſten Beſcheiden- heit vereinigt bei dem Mädchen wieder, und dieſes dürfte des gleichen Erfolges ſicher ſein, wenn es auch nicht Frie⸗ derike Goßmann hieße. Was noch nie und nirgend an ihr hat entſtellt und verdunkelt werden können, iſt die Güte, der Edelmuth ihres Herzens. Auch ich kenne einen Beleg dazu, den ich nicht mittheilen würde, wenn es noch möglich wäre, eine Indiscretion gegen ſie zu begehen, und wenn er nicht werthvoller und bezeichnender wäre, als was bisher davon bekannt geworden. Wie man den Menſchen aus kleinen unwillkürlichen Zügen richtiger beurtheilt, als aus wichtigen Handlungen, die ſtets überlegt ſind, ſo läßt auch das, was Einer öffentlich thut, nicht immer einen voll⸗ gültigen Schluß auf ihn ziehen. Darum könnten miß⸗ trauiſche Gemüther jenen Ausverkauf des Mehlladens für eine Komödie halten, die Friederike Goßmann nicht minder zu ihrem eigenen, als des armen Beſitzers Beſten geſpielt. Wer zu ſolchem Aberglauben ſich verirrt, dem ſei erzählt, daß ſie mit großmüthiger und wahrhaft mütterlicher Sorg⸗ Vaalt und Umſicht ihren zahlreichen Stiefbrüdern ehrenvolle Laufbahnen ſichert, und— ganz im Stillen. Und ſo mögen denn Künſtlerin und Mädchen unbeirrt in ruhigem Selbſtgefühle ihren Weg gehen, der ſchon ein ſelten ruhm⸗ reicher iſt und hoffentlich noch ein langer ſein wird; wenn ſie erſcheint, verſchwinden die Zerrbilder von ſelbſt, und wo ſie verweilt, da bleibt etwas von dem duftigen Zauber zurück, der nur ihr eigen iſt: der kleinen und doch ſo un⸗ endlich großen Friederike Goßmann.
Noveſſen⸗Zeitung.
in das rechte Licht ſtellt, leider auch umgekehrt die falſche Blicke
Geſchriebene Photographien.
Wir waren bei unſerm Herabſteigen vom Pilatus⸗ berge auf dem Wege nach Fahr an einem Ruheplätzchen ſtehn geblieben, ſo dämmrig es auch bereits war, der Füh⸗ rer hatte ſeine Erzählung unterbrochen und labte ſich an einem Trunk friſchen Waſſers, das aus den Felsblöcken der moosbewachſenen Bergwand quoll.
„Nun,“ ſagte die junge Dame ermunternd,„wir ha⸗ ben Sie gut verſtanden und keins Ihrer Worte verloren. Ihr Großvater war Nachts auf dieſen geheimnißvollen Berg geſtiegen, um die ſchätzehütenden Geiſter zu ſehen, hatte verſchiedene ſeltſame Geſtalten erblickt, war erſchreckt entflohen und, von ſeiner Frau verſpottet und angefeuert, in der darauf folgenden Vollmondnacht wieder nach dem— ſelben Orte geeilt, ohne jedoch zurückzukehren oder von den ausgeſandten Holzhauern gefunden zu werden. Erzählen Sie alſo weiter, damit wir das Ende hören!“
Der Landſchaftsmaler und ich verlangten daſſelbe, und der junge Mann fuhr fort:
„Meinem Vater alſo war es vorbehalten, das Unglück zu entdecken. Er war damals ein junger Menſch von ſechszehn Jahren. Tags darauf, nachdem mein Großvater verſchwunden war, trat er am Morgen bleich und verſtört aus ſeinem Kämmerchen in das Stübchen meiner Mutter. Es war ihm Nachts im Traume die blutige Geſtalt ſeines Vaters erſchienen, hatte die alte Hauspoſtille ergriffen, die im Kämmerchen auf dem Wandſchrank lag, und hatte dem Geängſtigten das heilige Verſprechen abgefordert, niemals den Pilatusberg zu beſteigen. Nachdem es mein Vater mit zitternder Stimme gegeben, war die Geſtalt verſchwunden.
„Am folgenden Tage brachten andere ausgeſandte Boten die Leiche des Verſchwundenen. Er hatte mehrere Quetſchungen am Kopfe und war außerdem mit ſeinem
nieure, gebilligt, doch das Werk kam nie zur Ausführung. Er wurde indeſſen dadurch in Briſtol vortheilhaft bekannt, und da man damals den Plan entwarf, eine Eiſenbahn zwiſchen Briſtol und London zu erbauen, und eine Geſellſchaft zu dieſem Zweck bildete, wurde er von derſelben zu ihrem Ingenieur ernannt. Als Inge⸗ nieur der Great Weſtern Railway Company empfahl er und führte er die breite Spur ein, was damals zu einem ſehr lebhaften Federkriege mit den Vertretern der engen Spur führte. Die von
ihm erbaute Great Weſtern Eiſenbahn iſt übrigens ſo ausge⸗
zeichnet, daß ſie den Vergleich mit keiner Eiſenbahn auf der ganzen
Erde zu ſcheuen hat. Der Viaduct bei Hanwell, die Maidenhead⸗
brücke, der Boxtunnel, der zur Zeit ſeiner Erbauung der längſte in der Welt war, und die Brücken und Tunnels dieſer Eiſenbahn zwiſchen Briſtol und Bath ſind alles Werke, welche verdienen, von Eiſen⸗ bahningenieuren förmlich ſtudirt zu werden.
zu erbauen, das zwiſchen Curopa und Amerika ſegeln ſollte. Das Schiff wurde gebaut, erhielt den Namen Great Weſtern und hatte vollkommen das Doppelte der Tonnenlaſt im Vergleich zu den größten Schiffen, die damals auf Salzwaſſer ſchwammen. Später wurde unter Brunel's Oberleitung und nach den Zeich⸗ nungen Patterſon's der Great Britain von Eiſen gebaut, der doppelt ſo groß war wie der Great Weſtern und bei weitem das größte beſtehende Schiff, denn er war mehr als doppelt ſo groß als der Great Northern, das größte eiſerne Schiff, das bis zu dieſer Zeit zu erbauen verſucht worden war⸗
Die engliſche Marine verdankt aber Brunel nicht bloß ihre Fortſchritte in der Kunſt eiſerne Schiffe zu erbauen, ſondern auch die Anwendung der Schraube als Bewegungsmittel. Er verſuchte
t 1 Im Intereſſe der größe 2 4 Great Weſternbahn kam er auf die Idee, ein großes Dampfſchiff ſchiffes Grear Eaſtern,
die Schraube zuerſt an einem kleinen Schiffe, dann an dem Great Britain, und erſt als ſie ſich auch hier bewährt hatte, ſchlug er ſie
der königlichen Admiralität zur Anwendung auf Kriegsſchiffen vor.
Nur mit Mühe gelang es ihm, daß man ihm endlich den Rattler, der als Dampſchiff mit Schaufelrädern gebaut war, zur Verfü⸗ gung ſtellte, doch die Schraube bewährte ſich auf demſelben ſo gut, daß ſeitdem eine Menge Kriegsſchiffe in Schraubendampfſchiffe umgewandelt worden ſind.
Gegen Ende des Jahres 1851 und im Anfange des Jahres 1852 beſchäftigte er ſich mit der Idee, daß die Koſten der Schiff⸗ fahrt ſehr vermindert werden würden, wenn ein Schiff groß genug ſei, um die Kohlen für ſeine Fahrt nach Amerika und zurück gleich in England landen zu koͤnnen, und daß Schiffe um ſo leichter die Schwierigkeiten einer Seereiſe beſtehen könnten, je größer ſie ſeien. Dieſe Ideen führten zu dem Bau des Rieſen⸗
das in der letzten Zeit ſo vielfältig be⸗ ſprochen und nach Brunel's Zeichnungen und Plänen unter ſeiner Aufſicht gebaut worden iſt und das die Reihe ſeiner irdiſchen Wirkſamkeit in einer großartigen Weiſe geſchloſſen hat.
Der Verſtorbene war als Menſch eben ſo ausgezeichnet wie als praktiſcher Ingenieur. Die profeſſionelle Eiferſucht war ihm gänzlich fremd. Stets fand man ihn bereit, Andern beizuſtehen und ihren Werken Gerechtigkeit widerfahren zu laſſen. Es war ein merkwürdiger Umſtand, daß er in ſeinem frühern Lebensalter öfters mit dem nicht minder berühmten Ingenieur Robert Stephen⸗ ſon, der jetzt ebenfalls ſehr erkrankt ſein ſoll, in Streit gerieth, was trotzdem ihrer gegenſeitigen Achtung keinen Eintrag that. Brunel war ſtets bereit, ſeinen Rath und Beiſtand zu geben,
ſobald er von Stephenſon darum angeſprochen wurde, und eben ſo
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