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Nr. 42.]
eigentlich nur Prologe, und gegen welche die Frauen ſo tief erbittert ſind, weil ſie nicht nur das eigene Ge⸗ ſchlecht, nein, auch alle ihnen naheſtehenden Männer gegen
jene Herausforderungen vertheidigen möchten. Und gerade
auf dem Tiſche der Goßmann habe ich ſelbſt duftige Brief⸗
chen liegen ſehen mit vornehmen weiblichen Zügen, die in gefühlswarmen Verſen und Zeilen der„Repräſentantin der Weiblichkeit“ mehr als den Dank der Phraſe ſpendeten. Nie, auch nicht mit der leiſeſten Miene, verletzt ſie das Ge⸗ ſchlecht oder das Auge der Frau. Darum iſt die flüchtige Skizze der„Picarde“ von ihr gezeichnet ein Edelſtein. Während die namhafteſten Darſtellerinnen dieſer Rolle ſich
darin gebehrden, wie eine kecke Tänzerin, die beiläufig
franzöſiſch ſpricht,— und welches Franzöſiſch zuweilen!— iſt die„Picarde“ der Goßmann in jedem Zoll ein Mädchen, ein franzöſiſches zwar, und ſo graziöſer, ſprudelnder, ge⸗ wandter, vielleicht auch etwas koketter, aber deshalb doch nicht minder mädchenhaft, als die ſittigſte deutſche Jung⸗ frau. Und darum werden die Frauen, die im Allgemei⸗ nen der„Picarde“ den soufflet des„Kurmärkers“ gönnen würden, mit ihr von Friederike Goßmann mehr als ausge⸗ ſöhnt, ſie ſind entzückt von ihr, nicht minder als die Herren, als Alles, was in dem Begriffe„Zuſchauer““ ſich zuſam⸗ menfaßt. Sie iſt eine Schauſpielerin für Alle; ſie zu ver⸗ ſtehen und zu würdigen, bedarf es keiner Vorkenntniſſe, keiner äſthetiſchen Bildung, bedarf es nur menſchlichen Gefühles; den Menſchen ergreift und befriedigt ſie auf gleiche Weiſe im Schöngeiſt wie im ſchlichteſten Hand⸗ werker. Mehr noch als die Anerkennung der Kritik, als die Huldigungen der feinen Welt wiegt die rückhaltloſere, tobendere Begeiſterung deſſen, was wir„Volk“ zu nennen pflegen, und auch ſie hat Friederike Goßmann in Leipzig ſo wie anderwärts auf jedem ihrer Schritte begleitet. Das Volk war es, das ſich um ihren Wagen drängte, wo er auch hielt, und die Pferde davor entbehrlich machen wollte; das Volk war es, das ihn am letzten Abend in dichten
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Schaaren nach dem Hötel zurückgeleitete und nicht müde wurde, ſeine Abſchiedsgrüße zu den Fenſtern emporzuſen⸗
den, bis die liebgewordene Erſcheinung noch einmal ſich ge⸗
zeigt und die beruhigende Zuſicherung baldigen Wieder⸗ ſehens ertheilt hatte. Erſparen ſolche Thatſachen nicht Recenſionen und Commentare? Wen Friederike Goßmann nicht entzückt und hinreißt, wem ſie nicht ein Lächeln auf die Lippen und eine Thräne aus dem Auge nöthigt, mit einem Worte, wem ſie nicht nach allen Seiten hin wohl thut, der muß ein Tölpel ſein, wenn er nicht ein ſchlechtes oder abgenutztes Herz hat!
Es war ein ſchöner Anblick, als ich ſie eines Abends wieder in jener Loge ſitzen ſah mit Emil Devrient, die Jugend des Genie's und das Genie der Jugend neben ein— ander. Unterdeſſen hatten ſich auch meine Zweiſel gelöſt, war die geſuchte Vermittlung gefunden.
Dieſe Künſtlerin mußte auch ein ſolches Mädchen ſein im Aeußern und Innern. Der beim Schauſpieler ſo wie ſonſt nirgend untrennbare Zuſammenhang zwiſchen Per⸗ ſönlichkeit und Schöpfung läßt ihn allerdings eine Vollbe⸗ friedigung des Triumphes genießen, wie ſie kein auf ande— ren Gebieten Schaffender auch nur ahnt, erzeugt aber andrerſeits Mißlichkeiten für ihn, von denen dieſer befreit bleibt. Nicht die geringſte davon iſt die, daß er mit ſeiner Leiſtung auch ſich ſelbſt preisgibt, daß faſt immer im Künſtler der Menſch beurtheilt wird, und ſo einer den an⸗ dern beinträchtigen kann. Von Friederike Goßmann ſelbſt habe ich ausſprechen hören, ſie könne nie am Spiel Inter⸗ eſſe finden, wenn ihr der Menſch zuwider ſei. Dieſes allſeitig getheilte Gefühl liegt zu nahe, um ohne Berech⸗ tigung zu ſein; ſie vorzüglich muß es haben, die in jeder ihrer Rollen den beſten und edelſten Gehalt ihres menſch— lichen Seins und Weſens niederlegt.
So kommt es, daß man aus der Schauſpielerin her⸗ aus das Mädchen ſich entwickeln kann, und daß Alles, was zur Würdigung jener geſagt wird, zugleich auch dieſes
unter denſelben einen hohen Rang einnehmen, wenn man die
Mannigfaltigkeit und Größe ſeiner Werke und den ihm angebo⸗ renen Genius in der Ausführung derſelben in Erwägung zieht. Er war zum Ingenieur geboren und die, welche ihn als Knaben gekannt haben, erinnern ſich ſehr gut, wie ſchnell, faſt intuitiv,
er ſich mit allen Plänen und Unternehmungen ſeines Vaters
identificirte. Er zeichnete ſich ſehr frühzeitig durch ſeine große Fertigkeit im Kopfrechnen und ebenfalls im Zeichnen aus. Seine
Fertigkeit als Zeichner beſchränkte ſich aber nicht auf bloße
profeſſionelle oder mechaniſche Zeichnungen, ſondern er entwickelte dabei eine Vorliebe für die Kunſt, die ihm ſein ganzes Leben hin⸗
durch treu blieb. Die Neigung ſeines Geiſtes wurde in ſeiner Kindheit bereits von ſeinem Vater und Allen, die ihm näher ſtanden, erkannt und ſeine Erziehung hatte daher den Zweck, ihn für die Wiſſenſchaft auszubilden, in der er ſich ſpäter ſo ſehr ausgezeichnet hat. Sein Vater war ſein erſter und vielleicht ſein beſter Lehrer. Als er 14 Jahr alt war, wurde er von ſeinem Vater nach Paris gebracht, wo er anfangs ein Zögling des Hrn. Maſſon war, und ſpäter in das College Henri Quatre eintrat, in dem er zwei Jahre lang blieb. Dann kehrte er nach England zurück, wo er unter der Leitung ſeines Vaters, Sir J. Brunel, ſich zum praktiſchen Ingenieur ausbildete und ſich auſchließlich und warm ſeinem Lebensberufe widmete. So jung er damals auch noch war, ſo entfaltete er doch ſchon ſeine reichen Hülfsmittel, nicht bloß die eines ausgebildeten Geiſtes, ſondern auch ſeiner großen, originellen Erfindungskraft. Er beſaß den Vortheil, fähig zu ſein, das, was er in ſeinem Geiſte ausgedacht hatte, deutlich und genau auszudrücken und zu zeichnen; ja noch mehr,
wenn es ihm gefiel, konnte er mit ſeinen eignen Händen die von
ihm erdachten Modelle eben ſowohl in Holz wie in Eiſen aus⸗ führen. Selbſt als bloßer Arbeiter würde er ſich ausgezeichnet haben. Schon in jener frühen Periode beſchäftigte die Dampf⸗
ſchifffahrt ſeinen Geiſt lebhaft, denn er baute ſich das Modell eines Boots, das er mit einer Locomotive eigener Erfindung in Bewegung ſetzte. Was er auch unternahm, betrieb er mit vollem Ernſt und ganzer Kraft und machte es gut. Er zeigte dieſelbe Energie, Sorgfältigkeit und Genauigkeit im Kleinen wie im Großen, mochte er in dem Bureau ſeines Vaters als Lehrling, oder ſpäter als Ingenieur der Great Weſtern Eiſenbahngeſell⸗ ſchaft beſchäftigt ſein, oder die Pläne und Zeichnungen zum Rieſenſchiffe Great Eaſtern, ſeinem letzten großen Werke, ent⸗ werfen.
Kurz nach ſeiner Rückkehr nach England war ſein Vater unter andern Dingen mit den Plänen für die Ausführung des Tunnels unter der Themſe beſchäftigt. Das Werk begann 1825 und unſer Brunel nahm unter der Leitung ſeines Vaters an demſelben einen ſehr thätigen Antheil. Er entfaltete dabei in dem großen wiſſen⸗ ſchaftlichen Kampfe gegen phyſiſche Schwierigkeiten und ſehr große Hinderniſſe eine außerordentliche Energie und Geſchicklich⸗ keit und übernabm ſich in ſeinen Anſtrengungen ſo, daß er damals den Grund zu ſeiner ſpätern Schwäche und Kränklichkeit legte. Als im Jahr 1828 durch den Einbruch des Themſewaſſers der Bau des Tunnels für eine Zeitlang ins Stocken gerieth, übernahm er die Ausführung verſchiedener Werke auf eigene Rechnung. Er erbaute in Sunderland und Briſtol Docks, und als man ſich mit dem Plane beſchäftigte, bei Clifton eine Hängebrücke über den Avon zu erbauen, wurde ſein Plan und ſeine Zeichnung von
Telford, in der damaligen Zeit einer der ausgezeichnetſten Inge⸗


