— O⏑——————-————
4
Logenbrüſtung herunter ſich mir ſo tief ins Herz geprägt; durch die Scheiben hindurch muß es den Beſchauer verblüffen mit dem Aufwand einer Kunſtreiterin, die eben durch den Reif ſich überſchlagen will. Ihrem Namen iſt nun einmal ein Begriff untergeſchoben, welcher mit der Wahrheit gerade ſo viel zu ſchaffen hat, als Friederike Goßmann mit der Goß⸗ mann der Feuilletons, der Theaterkritik und der Bilder⸗ läden, dieſer müßigen Erfindung der Tagespreſſe. Unſeren meiſten Journaliſten ſind die Gegenſtände, welche ſie be— handeln, gerade ſo viel, als Hekuba dem Schauſpieler im Hamlet;„der Styl iſt der Menſch,“ ſagte Buffon; „der Styl iſt die Sache,“ können wir heut zu Tage ſagen, wo Alles nur zu erxiſtiren ſcheint, damit ein brillanter Artikel darüber geſchrieben werde. Die Auffaſ⸗ ſung und Darſtellung hängt von dem Bedürfniß des Schreibenden ab, der ja ſeinetwegen ſchreibt, und wenn jener Satiriker ſeinen Vater ermordete, weil ihm zufällig eine witzige Grabſchrift auf denſelben einfiel, wie ſollte da ein Journaliſt Bedenken tragen, einer frappanten Wen⸗ dung, einem glücklichen Wortſpiel etwas ihm weit ferner Stehendes zu opfern?! Die Manier, Friederike Goßmann zu behandeln, iſt ſtereotyp geworden; während man einem Dawiſon, einer Seebach dramaturgiſch⸗äſthetiſche, ernſt ge⸗ haltene und gelehrt ausgeputzte Aufſätze widmet, wird„die kleine Grille“,„der neckiſche Kobold“ pikant und frivol zurecht gemacht. Die handwerksmäßigen Recenſionen über ſie gleichen ſich bis auf die einzelnen Worte; durch alle tänzelt„der Schelm“, tändelt„der Schalk“, reitet„die allerliebſte Hexe“ auf dem Flederwiſch des geiſtreichen Herrn Verfaſſers, mehrere Tauſend obligater„Teufelchen“ ſchaukeln ſich auf den unerläßlichen Locken, einige andere
Tauſende gaukeln in dem verführeriſchen Augenpaar, bis ſie endlich ſelbſt eine ganze Sammlung von ziemlich einer Million ſolcher charmanten Teufelchen iſt. Dies die Be⸗ ſchreibung, und nun die Charakteriſtik?„Eine luſtige Fliege,“„eine wilde Hummel,“„ein niedlicher Hanswurſt
[V. Jahrg. im Frauenmieder“,„ein liebenswürdiger Bajazzo in der Crinoline“— u. ſ. w. Das iſt nicht nur geſchmacklos, das iſt empörend! Mit dergleichen ſinnloſen Abgeſchmackt⸗ heiten fertigt man eine künſtleriſche Individualität ab, die gleichberechtigt neben jede andere ohne Scheu ſich ſtellen darf? mit ſolchen Tintenkleckſen trägt man einer Begabung, einer Erſcheinung Rechnung, die ſchon durch ihre Einzig⸗ keit, ihre Unnachahmlichkeit den ſicherſten Anſpruch darauf haben müßte, mit gewiſſenhafteſter Genauigkeit erforſcht und erklärt zu werden? das iſt der bleibende Ausdruck, welchen die Gebildeten der Nation dem Entzücken dieſer ganzen Nation verleihen?!! Es iſt nachgerade zur dringendſten Pflicht geworden, Friederike Goßmann vor ihrem Zerrbilde zu retten, das Original von dem Schmutze der Copieen zu ſäubern und es ſo in ſeiner urſprünglichen Schönheit wieder herzuſtellen— eine Pflicht mehr gegen uns, als gegen ſie.
Intereſſantere Aufſchlüſſe noch als der Begleiter des hinkenden Teufels würde man erhalten, wenn man, am Ein⸗ gange eines Theaters verweilend, jeden Nahenden dahin durchſchauen könnte, in welcher Stimmung und Vorberei⸗ tung, mit welchen Vorausſetzungen und Erwartungen er vor dem Vorhange Platz nimmt, und nun gar wenn ihm der Zettel das erſte Auftreten einer Goßmann verheißt, die er ſchon zu kennen glaubt, noch ehe er ſie geſehen. Je unbefangener wir dem Genuß entgegen gehen, deſto unmit⸗ telbarer wirkt er, dies gilt auch von der Kunſt, bei keiner Künſtlerin vielleicht aber mehr, als bei Friederike Goß⸗ mann. Lorgnire ſie nicht mit dem lüſternen Auge eines leidlich conſervirten Commerzienrathes, deſſen champagner⸗ gefeuchtete Trüffeln nach einem pikanten Deſſert verlangen, und der die Schauſtellungen am höchſten ſchätzt, welche ſich am meiſten nach unten verkürzen, weshalb er die„Picarde“ wegen ihrer Seitenverwandtſchaft mit dem Ballet allen anderen Rollen vorzieht; applaudire ihr auch nicht mit dem gekniffenen Enthuſiasmus eines Roué oder blaſirten Garde⸗
nachdem er ihnen indeſſen vorher Lebensmittel und Geld hatte; geben laſſen. Was die anbetraf, die behaupteten, nicht in ihre Heimath zurückkehren zu können, weil ſie ſonſt der Gefahr ausge⸗ ſetzt ſein würden, vor Hunger umzukommen, ſo trieb der Kaiſer ſeine Großmuth in Bezug auf ſie ſo weit, daß er unter ſie Ländereien in den Grenzprovinzen des Reichs vertheilen ließ.“ Wir haben dieſe Beiſpiele hier erwähnt, um zu zeigen, wie die Aſiaten ihre Beziehungen zu dem Auslande auffaſſen und wie die gewöhnlich in den Harems entnervten Monarchen ſich ſelbſt in die Unmöglichkeit verſetzen, eine richtige Vorſtellung von den irdiſchen Dingen zu erlangen oder je die Wahrheit zu erfahren. Die Wahrheit iſt für ſie nicht vorhanden, und je größer der Stolz dieſer Fürſten durch die niederträchtigen Schmeicheleien ihrer Verſchnittenen oder Höflinge geworden iſt, deſto mehr finden ſie an Lügen Gefallen.
Die Chineſen ſind von allen Aſiaten am öſtlichſten gelegen und in Beziehung auf diplomatiſche Gebräuche haben ſie ſich ſtets als wahre Orientalen bewieſen.
Als im Jahr 1792 Lord Macartney als engliſcher Geſandter in China landete, wurde er erſt dann in dieſer Eigenſchaft zu⸗ gelaſſen, als er ſich bereit erklärt hatte, ſich dem demüthigenden Ceremoniell des Koteou zu unterwerfen, das darin beſtand, ſich vor dem Kaiſer auf die Kniee zu werfen und den Fußboden neunmal mit ſeiner Stirn zu berühren. Und dieſes entehrende Zugeſtändniß trug nicht einmal Früchte, denn ſein Geſuch um den Abſchluß eines Handelsvertrags wurde abgeſchlagen und der edle Lord mit ſehr wenig Rückſicht zurückgeſchickt.
Lord Amherſt weigerte ſich 1816, ſich dem Koteou zu unter⸗ werfen, und in Folge deſſen gab man ihm kaum Zeit, in Peking
auszuruhen. Die Audienz bei dem Kaiſer wurde ihm verweigert, und man ſchickte ihn faſt wie zinen von dem chineſiſchen Gebiet ausgewieſenen Gefangenen und nicht wie den Geſandten einer großen Macht nach Canton zurück.
Als dreißig Jahre ſpäter eine Reihe von Niederlagen die Chineſen vernünftiger gemacht und ſie mit den Engländern zu unterhandeln gezwungen hatte, thaten ſie das in der eigenthüm⸗ lichſten Art, um wo möglich den Augen der Ihrigen die Unter⸗ handlungen zu verbergen, die ſie nicht vermeiden konnten. Der Gouverneur der Provinz Canton, der zu der Zeit, wo Canton dem auswärtigen Handel in China allein eröffnet war, die Ueber⸗ wachung der Barbaren zu beſorgen hatte, empfing als ein natürliches Befugniß ſeiner Stelle die nothwendigen Inſtruc⸗ tionen, um ſich mit den fremden Nationen zu verſtändigen. In den Augen der Bevölkerung war beinahe nichts verändert, und als die von Europa oder Amerika abgeſandten Diplomaten ſich einfanden, um zu unterhandeln, antwortete man⸗ ihnen, es ſei ganz nutzlos zu verſuchen nach Peking zu gehen, denn der Gouverneur der beiden Kwang ſei mit allen erforderlichen Voll⸗ machten verſehen, um ihnen Genugthuung zu geben. Indeſſen wurde nicht in Canton, der Provinzialſtadt, verhandelt, denn die Sache konnte hier doch mehr, als man es in Peking wünſchte, Aufſehen machen. Der chineſiſche Diplomat ertheilte ihnen einfach den Rath, in Macao zu bleiben, das ſeit langer Zeit von den Ausländern bewohnt wird, und wo ſie weit angenehmer leben könnten als anderswo; er ſelbſt werde ſich die Unruhe machen, dort zu ihnen zu kommen. Und eines Tages oder vielmehr einer Nacht entfernte er ſich wirklich mit einigen Dienern heimlich von Canton und begab ſich in eine auf dem portugieſiſchen Gebiete
Nr. 4. — lieutenal die Virt V deunſeibe über ale eine ber ſo höre Deiler2 ewiegt, wie das;
leine T
und ſel heirath Das Natür den d rauſch Qfeiern er vo! den hü in der Natur und wi aicht ü murte h reicht V dank Hauf vielle eine gewo wird konm ſchein dem man
gele Un


