UV. Jahrg.
lebhafte und ernſte manns, mit der ich ken der Frälheit eine agte es, den Vater Er nahm men als ihr Vater ihr. die er mir gege ben, ott— und das in din Herz an jenem nen Augen vorüber; bis zu dem Punkte, groß wie der Kaiſer neiner Braut bis zu wo er mich für fähig Gott legte mir Ver⸗
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auführlich. Meine weiß benetzte mich ſeinen Schnurrbar äͤte&r weniger mit hätte er das Klopſen ich zu mir,„daß dat fanuſt daraus ſehen Vater Dir gegeben ungehobelten Baue
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Nr. 41.]
manns heiratheſt. Ich will meine Großmuth ſelbſt bis zum Aeußerſten treiben, Du ſollſt mir für die Erlaubniß nur 150 Silberrubel baar und, ſobald Du verheirathet biſt, jährlich 250 Silberrubel Obrok bezahlen.“
Ich küßte ihm die Kniee und rief alle Segnungen des Himmels auf ihn herab. Wohl hatte ich einige Erſpar⸗ niſſe, aber wo ſollte ich nun die 150 Rubel finden? Den Vater Olga's wollte ich nicht darum bitten. Ich wendete mich direct an den Herrn, bei dem ich bisher als Schweizer in Dienſt geſtanden hatte. Er war ein gerechter und großmüthiger Mann; er lobte mein gutes Betragen und meine Haltung in ſeinem Hauſe, wünſchte mir zu meiner Heirath Glück und gab mir die 150 Rubel. Möge Gott ihm ſein Vermögen erhalten und ſeine Familie ſegnen! Ich ſchickte das erhaltene Geld ſofort an Jwan Simeonitſch ab und ließ ihn bitten, ſeine Einwilligung ohne Verzug zu unterzeichnen.
Während dieſer Zeit war mein Schwiegervater zu meinem Herrn gegangen. Er ſelbſt war ein Leibeigener des Grafen Scheremeteff, doch er wünſchte, daß ſeine Toch⸗ ter einen freien Mann heirathe. Der Graf hatte ihm dieſe Gunſt bewilligt. Er fragte Iwan Simeonitſch, für welchen Preis er mir die Freiheit bewilligen wolle. Mein Herr überſchätzte meine Talente und ſchlug mich zu 1000 Silberrubel an. Olga's Vater würde ſich geſchämt haben, um des Preiſes willen für den Gatten ſeiner Tochter zu feilſchen. Er verſprach, die verlangte Summe am folgen⸗ den Tage zu zahlen, und nahm das Wort von Iwan Simeonitſch mit ſich. Bei ſeiner Rückkehr war das ein großes Feſt. Frei, mein Herr, frei, geliebt und reich! Ich befürchtete den Verſtand darüber zu verlieren,——— doch, wie Sie ſogleich ſehen werden, ganz umſonſt.
Am folgenden Tage ordnete mein Schwiegervater in ſeinem Hauſe Alles an, um den Beſuch des Iwan Simeo⸗ nitſch zu empfangen. Zur anberaumten Stunde waren wir Alle vereinigt. Die tauſend Rubel lagen auf dem Tiſche;
Drille Jolge.
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ich verſchlang ſie mit meinen Augen; auf jedem Bankbillet las ich die Worte: Freiheit, Liebe, Vermögen. Das ſchöne Buch war eine Fabel. Iwan Simeonitſch kam nicht. Am Abend ließ er mich zu ſich rufen.
„Jewgraf,“ ſagte er zu mir,„ich bin mit Dir zufrie— den; der Preis, zu dem man Dich ſchätzt, gereicht Dir zum großen Lobe. Ich halte meine Einwilligung zu Deiner Verheirathung aufrecht, doch ich werde mich nie dazu ent— ſchließen, auf Dich zu verzichten; Du biſt die Ehre Deines Herrn. Ueberdies bedarf ich für den Augenblick kein Geld.“
Es ſchien mir, als ſolle ich zuſammenſtürzen, wie ein Kartenhaus einfällt. Ich ſtützte mich gegen die Mauer und war wie vernichtet. Endlich brach ich in Schluch⸗ zen aus.
„Nein,“ rief ich,„nein, Iwan Simeonitſch, das iſt nicht möglich; Sie haben mich nur erſchrecken wollen. Ich habe Ihnen ſtets treu gedient und Sie geliebt; Sie wer⸗ den ſich meinem Glücke nicht widerſetzen, nicht wahr, Iwan Simeonitſch? Und Ihr Wort?“
„Mein Wort? Ich nehme es zurück.“
„Sie nehmen es zurück, Iwan Simeonitſch! Und meine 150 Silberrubel?“
„Deine 150 Rubel? Die behalte ich, weil ich Dir meine Einwilligung laſſe.“
„Aber, Iwan SimeVonitſch, ich mich nicht verheirathen.“
„Es iſt Deine Angelegenheit, Deine Geſchäfte zu ord⸗ nen. Ich habe Dir das Recht gegeben, Dich zu verhei⸗ rathen; verheirathe Dich oder laß es bleiben, das geht mich gar nichts an. Und nun ſchier Dich fort und weine draußen.“
So verlor ich mit einem Schlage Olga, meine Stelle und 150 Rubel, und das bloß wegen des Eigenſinns mei⸗ nes Herrn. Was war zu thun? Ich weinte acht Tage lang und ich muß es geſtehen, in meinen Thränen war eben
ohne meine Freiheit kann ) ð
Prinz mit ſeiner Mutter den franzöſiſchen Boden betrat, da mochte vielleicht das ſtolze Gefühl ſeinen Buſen ſchwellen, daß er zu großen Dingen beſtimmt ſei und kleine Zufälligkeiten ſeine Bahn nicht ſtören könnten. In der That war die Reiſe nach Frankreich ein neues Wagniß; denn noch beſtand das Geſetz, welches alle Napoleoniden zum Tode verurtheilte, die den Boden dieſes Landes zu betreten wagten. Doch war dies Geſetz ſo veraltet und ſo im Widerſpruch mit dem Geiſte des Juli⸗Frankreichs, daß ſeine Ausführung nicht zu befürchten war, um ſo weniger, als die Flüchtigen auf Louis Philipps Milde und zu Conceſſionen ge⸗ neigten Charakter rechnen zu dürfen glaubten. In Paris ſchrieb Prinz Louis an den Köonig einen Vrief, den er ſeiner Mutter
„vorlas und deſſen Inhalt ſie billigte, ohne für ſeine Abſendung zu
ſtimmen. Welches aber auch der Inhalt des Briefes geweſen ſein mag— ſchwerlich werden die Tage von Straßburg und Boulogne zwiſchen ſeinen Zeilen lesbar geweſen ſein! Hortenſe wandte ſich indeß an den Adjutanten des Königs, den ihr von früher bekannten Grafen d'Houdetot und bat ihn, dem König ihre Anweſenheit in Paris anzuzeigen und ihre Lage und die Umſtände, die ſie nach Paris geführt, vorzuſtellen. Der König empfing ſie darauf ſelbſt, wie Guizot in ſeinen Memoiren erzählt, im Palais Royal, in einem Zimmerchen, das d'Houdetot bewohnte, worin nur ein Bett, ein Tiſch und zwei Stühle ſtanden. Auf Befehl des Königs waren die Königin und Madame Adelaide herbeigeholt worden. Die Unterredung dauerte lange, wie unbequem auch die Oertlich⸗ keit war; die Königin und Hortenſe ſaßen auf dem Bette, der König und Madame Adelaide auf den beiden Stühlen; der Graf ſtand an der Thüre, um jeden ſtörenden Beſuch abzuhalten. Das
80 Königspaar bezeigte der Königin Hortenſe die wohlwollendſte
Theilnahme. Sie wünſchte die Erlaubniß zur Rückkehr nach Frankreich oder mindeſtens zum Beſuche der Bäder von Vichy zu erhalten.„Vichy dient,“ ſagte der König,„zur Herſtellung Ihrer Geſundheit; man wird das ganz natürlich finden; und dann
können Sie Ihren Aufenthalt verlängern oder für immer hier
bleiben; man gewöhnt ſich in dieſem Lande ſchnell an Alles, man vergißt Alles.“ Sie bat dann auch ihre Geldforderungen bei der Regierung betreiben zu dürfen. Der König verſprach ihr jeden Beiſtand, der in ſeiner Macht ſei.„Allein,“ ſagte er,„ich bin ein conſtitutioneller König, ich muß meinen Miniſtern Ihre An⸗ kunft und Ihre Wünſche mittheilen.“ In der That ſprach er darüber nur mit Caſimir Périer und ſandte ihn an die Königin Hortenſe, die ihn nicht ohne Bangen empfing.„Ich weiß, mein Herr,“ redete ſie ihn bei ſeinem Eintritt an,„daß ich ein Geſetz übertrat: Sie haben das Recht, mich verhaften zu laſſen, es würde gerecht ſein.“—„Geſetzlich, Madame, allerdings; gerecht nimmer,“ antwortete Périer.— Nachdem er ſich eine Zeitlang mit ihr unterhalten, bot er ihr eine Unterſtützung an, wenn ſie deren bedürfte; ſie ſchlug ſie aber aus. Inzwiſchen dauerten die Volks⸗ aufläufe, die gerade bei Hortenſens Ankunft durch die Straßen wogten(April 1831,) fort und näherten ſich der Straße de la Paix, wo die flüchtige Königin abgeſtiegen war. Am 5. Mai rotteten ſich die Haufen um die Vendôme⸗Säule zuſammen und der Ruf: Vive l'Empereur erſcholl; nach einem umlaufenden Gerüchte war der Prinz Louis auf dem Platze geſehen worden. Périer ging nun zur Königin und erklärte ihr, daß ſie hier nicht länger weilen dürfe.
Bald darauf ſegelten die Verbannten Dovers gaſtlichen Kreidefelſen zu und erfreuten ſich in England jener bedingungs⸗


