Dich zurück, prügele Dich durch und mache Dich zu einen Tagelöhner.“
Von dieſen väterlichen Ermahnungen gerührt, ſchwor ich, ein Lehrling ohne Gleichen zu ſein. Ich trat bei einem Damenſchneider ein; ich lernte Roben nähen, Stoffe ſchnei⸗ den; man lehrte mich die Anwendung des Fiſchbeins und den Gebrauch der Watte in der Form der Schnürleiber. In Zeit von ſechs Monaten wurde ich eine vollendete Nähterin. Mein Herr befahl mir nun, dieſen Stand zu verlaſſen und bei einem Barbier einzutreten. Dieſer Wech⸗ ſel war mir gar nicht unlieb, denn es ſchien mir, als ſei es nicht das Geſchäft eines Mannes, Damen zu kleiden, und ich begriff nicht, wie dieſes ſonderbare Talent mir bei meinem jungen Herrn von Nutzen ſein könnte. Ich lernte daher mit Eifer Alles, was meinen neuen Stand berührte. In kurzer Zeit konnte ich Simeon Aphanaſitſch wiſſen laſſen, ich ſei vollkommen im Stande, ſeine Raſirmeſſer zu ſchleifen, ſeine Haare zu ſchneiden, ihn zu barbieren, ihm Blutegel zu ſetzen und ihn zu ſchröpfen, und eben ſo ſeinen Sohn und alle ſeine Angehörigen.
Mein junger Herr näherte ſich indeſſen dem Ende ſeiner Studien; es blieb ihm nur noch ein Jahr, um dann als Officier einzutreten. Simeon Aphanaſitſch hielt meine Erziehung noch für ſehr unvollkommen und meine Talente für ſehr beſchränkt; er wünſchte, daß ich allen Bedürfniſſen ſeines Sohnes möge abhelfen und ihm in allen Lebens⸗ lagen als Heilmittel dienen können. Ich hatte daher die CEhre, einen Boten zu empfangen, der mir folgende Worte überbrachte:„Ich bin mit Dir zufrieden; Du kannſt Fußböden ſcheuern, Stiefeln wichſen, Mantillen fertigen; Du kannſt leſen, ſchreiben, die Kirchenmuſik entziffern, Pferde beſchlagen und putzen; Du kannſt Blutegel ſetzen, den Hof kehren, den Stall ausmiſten, den Bart raſiren und die Haare friſiren; Du weißt den Säbel, die Flinte und das Piſtol zu führen, Unterröcke und Schnürleiber zu machen; das iſt gut, aber es iſt wenig und es bleibt noch
Vieles übrig, was Du wiſſen mußt. Ich bewillige Dir ein Jahr, um die Handwerke des Schneiders, des Schuſters, des Kochs, des Lampiſten und des Tapezirers zu erlernen. Verliere Deine Zeit nicht, und vergiß nie die Dankbarkeit, die Du mir ſchuldeſt.“
Zwei Monate beſchäftigte ich mich nun damit, Knöpfe an alte Kleider anzunähen; zwei, um Sohlen von Stiefeln abzutrennen und Gänge zu machen; zwei, um Hülſenfrüchte zu ſchälen und Geflügel zu ſchlachten; drei, um Kerzen zu putzen und Leuchter zu poliren; drei endlich, um Nägel ein⸗ zuſchlagen und Stühle auszuſtopfen.
Als das Jahr zu Ende und, wie Sie ſehen, gut ange⸗ wandt war, erhielt ich von meinem jungen Herrn den Be⸗ fehl, mich bei ihm in Petersburg einzufinden. Er war Officier und nach einem vierjährigen Studium nichts weiter als Officier! während ich in einem Jahr—— doch es ſcheint, daß der Beruf eines Officiers viel Zeit erfordert, um ihn zu erlernen, und noch mehr Zeit, um ihn auszu⸗ üben. Mein Herr übt ihn bereits ſeit zwölf Jahren aus, ohne daß er avancirt iſt. Er ſoll in ſeiner Partie ziemlich ſtark ſein, und ich möchte unter ſeinem Commando nicht wieder Soldat werden.
[V. Jahrg.
Sanct Petersburg! das iſt eine Stadt, mein Herr! Was iſt Niſchni⸗Nowgorod dagegen! Hätte ich aber den Kaiſer nicht dort geſehn, ſo würde ich nicht geglaubt haben,
daß ich in Rußland ſei; nicht etwa daß die Zahl der Aus⸗ länder dort größer iſt, als die der Ruſſen, aber die Ruſſen ſelbſt haben irgend etwas Fremdartiges, was ſich ſelbſt bei
den Muſchiks auf der Straße bewerkbar macht. Man ſpricht dort von Straßenpflaſter, Gasbeleuchtung und öf⸗ fentlichen Brunnen. Die Stadt wird nichts mehr oder vielmehr allen Städten gleichen. Man ſagte, ſie bereite ſich vor, die Hauptſtadt Europas zu werden. Moskau hatte mich in Erſtaunen geſetzt, gsblendet; ich hatte dort wie ein Kind geweint. In Sanct Petersburg fühlte ich mich ganz
wie in der Fremde, und mein Herz war vertrocknet.
worden; das Gewicht ihres Namens fiel nach beiden Seiten hin ſchwer in die Wagſchale; denn ſowobl der Papſt ſah in ihnen die Hauptſtärke der Empörung, als auch die auswärtige Diplomatie dieſelben zum Vorwand einer Intervention nahm. Der Papſt wandte ſich durch einen Abgeſandten, einen Herrn von Stölting,
an den ältern Napoleon, um mit ihm in Unterhandlung zu treten,
und dieſer theilte ihm in der That die Reformen mit, welche das römiſche Volk verlange. welche ſich an die proviſoriſche Regierung in Bologna und den General Armandi wandten, mit dem Geſuche, die Prinzen von der Armee zurückzuſchicken, die Zurückweiſung ihres Vorſchlages, einen Sturm auf das ſchwach befeſtigte Rom zu wagen, und die Befürchtung, den ganzen Volkshaß gegen ſich zu wenden, wenn ihre Namen zu einer Intervention Veranlaſſung geben ſollten, vermochte ſie, den Oberbefehl niederzulegen und ſich in Bologna
als einfache Freiwillige den aufſtändiſchen Truppen anzuſchließen. An ihre Stelle traten die Generale Armandi und Sercog⸗
nani.
Die Truppen waren indeß ſo wenig gerüſtet, daß an größere Prinz Napoleon hatte, an der Spitze von zweihundert Mann, ein glückliches Scharmützel mit überlegener päpſtlicher Macht, welche, in Ermangelung anderer Hülfstruppen, durch Straßenbürger Mit perſönlicher Tapfer⸗
Kriegsthaten und Belagerungen nicht zu denken war.
aus dem Bagno verſtärkt worden war.
keit wurde da im Walde Mann gegen Mann gekämpft; der Prinz zeichnete ſich durch Ritterlichkeit im Einzelgefecht aus und führte Sein jüngerer Bruder hatte indeß mehr Gelegenheit, kriegswiſſenſchaftliche Kenntniſſe an den Er berannte mit andern Truppen Civita Caſtel⸗
die gefangenen Feinde nach Terni.
Tag zu legen.
Doch die Einmiſchung der Verwandten,
lana, eine Feſtung, welche ſeit acht Jahren eine große Zahl p tiſcher Gefangener enthielt, aber von den Päpſtlichen nicht in⸗ nöthigen Vertheidigungszuſtand geſetzt ward. Ein päpſtlie Officier, der auf den Wällen der Stadt die Belagerungsanſtat in Augenſchein nahm, m Angemeſſenheit und fügte, als ſein eifriges Lob die Umſtehenden zu defremden ſchien, hinzu:„Ich war in Rom ſein Lehrer in de Taktik und freue mich jetzt, daß mein Schüler mir durch ſein Geſchicklichkeit Ehre macht.“ 1
Mitten in dieſe romantiſchen Scharmützel und Operatione die bei dem Mangel an Organiſation auf beiden Seiten eine
in die Legationen. geben, Oeſterreich werde ach werden. Als dieſe Hoffnung täuſchte, war das Mißlingen desn
Auch nach Florenz war die Nachricht von der beabſichtigten
ſchon von Anfang an ſeine Söhne wiederzubringen.
ging.
brachte ihn ganz außer Faſſung. Allerdings
fenden Nachrichten bedrohlichſter Art.
jungen Männer, welche ſich noch für kaiſerliche Prinzen halten,
gefangen
mehr abenteuerlichen, als militäriſchen Eindruck machten, ertön
dann die Schreckenskunde vom Einmarſch der Oeſterreichen bhn⸗
Man hatte ſich noch der Hoffnung hinge⸗ nachte durch Frankreich in Schach gehalien unra w
wider, am peinlichſten, wenn ſie von ſeiner eigenen Familie aus⸗ſt Schon die großartige Politik ſeines Bruders hatte in ihmfd nur Unbehagen hervorgerufen; die Verwegenheit ſeiner Söhne
Der Mutter fiel der Brief 1 eines Geſandten in die Hände, in welchem es hieß:„„Wenn dieſeſ
genommen ſind, ſollen ſie durch die Weiſe, in welcher wi d
Nr. 4.
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