Jahrg.
in Hauſe, rfen; daun die Aexte, ir ſchlugen ger... auf ſeiner iſſen, aus nde, die er aufen zer⸗ Raſender Hausthür und einen trug das iſſen hatte, en ihn und
rder!“ rief 19
U auf der den Ohm: en Paul!“ Stein zer⸗ ten erleuch⸗ „Satan!“ Arm faſſend. en und Tod Stirn be⸗ ge Worte— enen Augen
ſollen Dit gfrau! Ich
— richtete dann loſer Stimme
dient,“ riefn zu Aron bin dhat bine⸗
und ſich zu das Geld zu ſe. 6.
ine Cauglane I. Pfenden, Kut⸗
Nr. 40.]
„Paul,“ rief ich entſetzt,„denke an Luther, gib Dei⸗ nen proteſtantiſchen Glauben nicht auf für irdiſche Luſt und Liebe!“
Er war auf den Füßen— er ſchlug mich vor die Bruſt, daß ich zurücktaumelte.„Verräther!“ ſchrie er, —„was hab' ich mit Dir zu ſchaffen? Felicia, höre mich!“
Der Meiſter Malco ſtieß den Vorſtürzenden zurück:
e nur Deine Henkersknechte herauf.
„Fort, Elender— ruf
ſo zu Ende gehen?“... „Ruhig, ruhig, Vater!“ ſchluchzte die Jungfrau,„laß
ſie kommen, die Wüthenden; aber laß mich nicht in ihre Hände fallen! Tödte mich, tödte mich, mein Vater—
meine Mutter winkt aus dem Himmel— Tödte mich— o Lucio! Lucio!“ Sie rang die Hände in ſchrecklicher Angſt.—„Tödte mich! Tödte mich!“
„Sie ſollen Dir nicht nahen! Bin ich nicht da?“ rief Paul wieder.„Fluche mir nicht! Ich habe ſie nicht ge⸗ rufen,— ich habe nichts mit ihnen zu ſchaffen.“
Da, da! die Hausthür brach zuſammen, das Haus er⸗ zitterte unter dem Geſchrei der Einbrechenden,— die
Treppe erkrachte unter ihren Füßen,— der Ohm Lamp⸗ recht mit ſeinem Gefolge von Bürgern, Landsknechten, Geſellen und wüthenden Weibern drang in das Gemach.
Wie ein Raſender ſtürzte ſich Paul Halſinger ihnen entgegen, das Schwert hoch ſchwingend.
„Zurück! in der Hölle Namen, zurück!“ ſchrie er. Fe⸗ lieia lag ohnmächtig in den Armen ihres Vaters.
„Da iſt ſie!“ brüllte der Ohm Lamprecht.„Da iſt der Hexenmeiſter! Aus dem Fenſter mit ihm in die Spieße! Hierher, zu mir, Paul, mein Söhnlein!“
Er wollte ſich des Scholaren bemächtigen, aber dieſer, außer ſich vor Liebeswuth, Angſt und Verzweiflung, ſtieß
O, mein armes, armes Kind, muß unſer Leben und Glück
ihm den Schwertgriff in das Geſicht, daß er blutübergoſ⸗ ſen, beſinnungslos zu Boden ſtürzte.
„Fluch über Euch!“ rief der Student. der ſich nähert, fährt in die Hölle“—
„Greift ihn; greift ihn!“ ſchrieen die Wüthenden und ſtürzten vor.
„— Fährt in die Hölle zu ſeinem Teufelsdiener Luther!“— „Er läſtert den Mann Gottes,“ brüllte der Haufen. „Greift ihn! Faßt die Hexe! Ins Feuer! ins Feuer!“ „Felicia! Felicia!“ rief Paul Halſinger. Ich ſah ſein Schwert durch die Luft funkeln, ein vorſpringender Lands⸗ knecht ſtürzte durchbohrt zur Erde. Ich fühlte einen ſtechenden Schmerz am Haupt, es ward mir dunkel vor den Augen,— noch hörte ich den verzweifelnden Schrei eines
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„Der Erſte,
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Der alte Rector Georg Rollenhagen hatte das Barett abgezogen, die Hände darauf gefaltet und betete leiſe im Gehen. Seine Begleiter ſchritten bewegt neben ihm her.
„Und dann? und dann?“ fragte mit zitternder Stimme der Magiſter Aaron Burckhart, als er ſah, daß der alte Herr ſich wieder gefaßt hatte.
„— Als ich wieder erwachte aus meiner Betäubung,“ ſprach der greiſe Scholarch weiter,„ſtand der Mond am ſchwarzen Himmelsgewölb' grad' über mir, und war es das Erſte, was ich von dieſem irdiſchen Leben und Jam⸗ mer wieder zu Geſicht und Gedächtniß bekam. Eine lange Zeit blieb ich liegen, wie ich lag, ohne zu wiſſen, wo ich war. Es herrſchte ein wirres dumpfes Getöſe in der Stadt, und in der Ferne hört' ich die kurzen, ſchnellen Schläge einer Sturmglocke; aber um mich her war's ſtill, und nur zuweilen vernahm ich einen eilenden Schritt in den Gaſſen. Ich hatt' die Hände auf der Bruſt in einan⸗ der gelegt, vermochte aber kein Glied zu regen, doch fühlt'
nicht weniger excentriſchen Franzoſen her, den wir am Ende nen⸗ nen wollen.„
Lord Henry Seymour⸗Conway war 1805 geboren und hat demnach ein Alter von 54 Jahren erreicht. Seine Familie, eine der edelſten des Vereinigten Königreiches Großbritannien und Irland, iſt ein jüngerer Zweig der Familie der Herzöge von Somerſet und zählt ſogar eine Königin unter ihren Ahnen, nämlich die bekannte Johanna Seymour, die von den ſechs Ge⸗ mahlinnen Heinrichs VIII. vielleicht die unbedeutendſte, doch aber zugleich die glücklichſte war, denn ſie hatte das Glück, dieſem gekrönten Blaubart einen Sohn, den nachmaligen König Eduard VI. zu geben, und ſie brauchte ihren Kopf nicht auf den Block zu
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legen, auf dem Anna Boleyn und Katharina Howard den ihrigen verloren. 3
Lord Seymour kam frühzeitig mit ſeinem ältern Bruder, dem Lord Yarmouth, der ſeitdem Marquis of Hertford geworden iſt und der zur Zeit der Reſtauration einige Jahre lang Attaché bei der engliſchen Geſandtſchaft am franzöſiſchen Hofe war, nach Paris und Beide gewannen es ſo lieb, daß ſie ſich nur ungern von dieſer Stadt trennten.
Lord Yarmouth, der im engliſchen Heere diente, als engli⸗
ſcher Legationsſecretär nach Conſtantinopel reiſen und zuletzt als engliſcher Pair öfters ſeinen Sitz im Oberhauſe nehmen mußte, konnte ſeiner Vorliebe für Paris weniger treu bleiben, als ſein Bruder, Lord Seymour, der Paris faſt zu ſeinem dauernden Aufenthalt wählte und durch ſeine engliſchen Excentricitäten daſelbſt bald eine ſehr bekannte Perſon wurde. Im Jahr 1833 war er einer der Stifter des bekannten Jockey⸗Club, der anfangs
dem excentriſchen Lord Seymour zuſchrieb, ſtammte ſie von einem;
unter dem Titel„Société d'encouragement pour l'amélioration des races de chevaux en France“ ins Leben gerufen wurde.
Da es in Frankreich keine Akademie für Boxer gab und eine ſolche unter den Franzoſen ſicher auch keinen Anklang gefunden haben würde, ſo errichtete Lord Seymour eine ſolche in ſeinem Hotel zu ſeinem Privatgebrauch, wo er ſich mit einigen Liebhabern dieſer in England allein beliebten Kunſt im Boxen übte und ſeine Ehre darin ſuchte, zu den ausgezeichnetſten Boxern zu gehören, was ihm bei ſeiner ungewöhnlichen Körperſtärke und Gewandtheit auch gelang. Sobald er von einem ausgezeichneten Boxer in England hörte, ſo ließ er ihn auf ſeine Koſten zu ſich nach Paris kommen, wo er dann in Seymour'’s Hotel ſo lange als Gaſt
wohnte, als er ſich nicht einfallen ließ, den Lord beim Boxen zu beſiegen, der ſich mit ihm täglich boxte, um ihm die Vortheile abzulernen, die er ſich etwa angeeignet hatte. Sobald der Gaſt aber Sieger wurde, erhielt er ſofort ſeinen Laufpaß. Lord Seymour war aber bei ſeiner herkuliſchen Stärke nicht nur ein ausgezeichneter Boxer, ſondern auch einer der ge⸗ ſchickteſten Billardſpieler und machte einſt den Vorſchlag, in einem der Säle des Jockey-Club eine Partie Billard zu Pferde zu ſpielen. 1 3 Es verſteht ſich von ſelbſt, daß er als Stifter des Jockey⸗ Club auch ſehr thätig für die Einführung von Wettrennen war und zugleich an Werten einen ſehr großen Gefallen fand. An den Wettrennen betheiligten ſich übrigens von den 300 Mit⸗ gliedern des Jockey-Club nur neun, zu denen natürlich Lord Seymour gehörte, deſſen Renner gewöhnlich den Sieg davon trugen. Der berühmteſte unter ſeinen Rennern war der Fra Diavolo. Als Jemand ihn eines Tages fragte, weshalb er dieſem
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