632 Novellen⸗Zeitung.[V. Jahrg. N.. 40. „Den Studenten dort drüben, den Paulus Halſinger. fallen, den Riegel vorklirren, ich hörte ein Getöſe im Hauſe,„Paul Sie kommen, ſie kommen! Im Namen Gottes, rettet Euch!“ als werde ein ſchwerer Gegenſtand dagegen geworfen; dann den proteſt Ein verächtliches Lächeln lief über die Züge der ſchö- kamen Schritte die Treppe herauf, während die Aexte, Liebe!“ naen Maid; der alte Meiſter aber faßte mit eiſerner Gewalt Brecheiſen und Steine von Neuem gegen die Thür ſchlugen Er we meinen Arm:„Ich erdolche Euch, wenn Ihr den Namen und flogen—— Paul! Paul! Paul Halſinger!... 1uſt, da meiner Tochter noch einmal mit dem jenes Erbärmlichen Vor uns ſtand er!... Und der Tod ſtand auf ſeiner—„was zuſammenbringt!“ rief er. Ich befreiete mich von ſeinem Stirn geſchrieben!— Sein Wamms war zerriſſen, aus c.“. Griffe— das Getöſe des wüthenden Haufens erſchallte be⸗ ſeinen wirren Locken rieſelte Blut aus einer Wunde, die er Dder reits näher. rſona hatte, als er eben den wüthenden Haufen zer⸗ got G „Und dieſe Barbaren bedrohen uns?“ rief Felicia theilte, der ſeinetwegen gekommen war. Wie ein Raſender d,nein zitternd, ſich an ihren Vater klammernd. hatte er die Andringenden zurückgeworfen, die Hausthür ozu G. „Mich und mein unſchuldiges Kind?“ rief der Alte. V igenmhie ſie verſchloſſen und verriegelt und einen V N „Euch! Euch! Weh', hört Ihr ſie?“ Spram zum Sehuß dagegen geworfen. Er trug das ſe kom „Vater! Vater! O Lucio!“ rief die Jungfrau. V Schwert des Ohuns, welches er demſelben entriſſen hatte,— „Laßt uns das Haus verlaſſen!“ rief der Meiſter, in der Hand:— der Meiſter Malco trat zwiſchen ihn und neine ſeinen Dolch ziehend;„noch iſt es Zeit!“ ſeine Tohten— 0 Luci Ein rother Schein zuckte in den Mondſchein der Gaſſe ician rief der umſelige Scholal.—., Angſt. . 2r Scyein zuc 1 Le„Ich kenne Euch nicht! Fort von mir Mörder!“ rief hinein. Zu ſpät! Zu ſpät! Der mordbrenneriſche Haufe die italiſche Maid Lucio, Lueio! kette! vett T⸗ 2 ü ie eine Sündfluth die Straße. 6 ſch Raid. Alleib, nelor Perteee te-. den erfüllte wie eine 4 Ighre Stimme verlor ſich in dem Gebrüll auf der Daul a „Das iſt ein Traum! ein böſer Traum!“ rief der Gaſſe, welches immer heftiger ward. Ich hörte den Ohm: uin,- Goldſchmied, die Hände in die Höhe hebend; während Fe⸗„Jagt die Herenbrut in die Spieße! Rettet meinen Paul!“ 2 licia auf den Knieen lag und leiſe betete und den Namen Die Lampe auf dem Tiſche ward durch einen Stein zer⸗ zütette u Lucio und den Namen ihres Vaters murmelte. ſchmettert, der Mondſchein und die Fackeln drunten erleuch⸗ Treppe e Ein Stein zerſchmetterte ein Fenſter und rollte über teten allein noch das Gemach. reht mit den Teppich des Gemaches; im nächſten Augenblick erwar⸗„Was hat Dir mein armes Kind gethan, Satan?“ Geſellen tete ich den Mordhaufen im Hauſe, ich hörte ihn ſchon an rief der italiſche Meiſter, ſeine Tochter in den Arm faſſend. Vie der Thür. Da— urplötzlich trat eine Stille ein,— ich„Verderben und Fluch über Dich! Verderben und Tod entgegen vernahm einen herzzerreißenden Ruf: Felicia! Felicia! An über dieſe Stadt! o mein Kind, mein Kind!⸗... 3 das Fenſter ſprang ich und ſchauete hinab auf das wilde Paul hatte ſich zu Boden geworfen, ſeine Stirn be⸗ lii 78' Meer von Köpfen drunten. Dicht an dem Hausthore ſah rührte die Erde— er ſprach wirre, wahnſinnige Worte— ltia la ich zwei Männer miteinander ringen, ich ſah den Einen zu er richtete ſich wieder auf, die Hölle ſchien aus ſeinen Augen„ Boden ſtürzen; das Wuthgeſchrei brach wieder los, zu leuchten. der Hexe Schläge donnerten gegen die Thür— ſie brach, der Haufe„Sei mein! ſei mein!“ ſchrie er.„Sie ſollen Dir Haerher, der Aufrührer erfüllte das Haus!... Nein! nur Einer nichts thun! Ich ſchwör's bei der heiligen Jungfrau! Ich Er war eingedrungen. Ich hörte den Thürflügel wieder zu- ſchwör's bei Dir ſelbſt, Du Selige, Heilige!“ V außer ſ — Wuth nicht mehr zu fühlen, und wer von ihnen den andern ergriff, Rufus blickte einen Augenblick auf ihn hinab, richtete dann dem exe ſchleuderte ihn wie einen Ball in die Luft. ſeinen ſchweren Körper auf und ſtotterte mit athemloſer Stimme aicht we „Kick and bite!“ brüllte jetzt Aron nach einem ausge⸗ uud einem gutmüthigen Lächeln: mnen wol ſtoßenen entſetzlichen Fluche, ſtürzte ſich wie ein angeſchoſſener„Er hat mich warm gemacht.“.— V Lo Bär auf ſeinen Gegner und ſchlug ihn mit ſolcher Gewalt auf„Nimm Dein Geld, Du haſt es ſauer verdient,“ riefen demnach den Kopf, daß derſelbe wie betäubt zurückwankte und mit vorge⸗ mehrere der Umſtehenden, doch Rufus wendete ſich zu Aron hin der edel haltenen Händen den wüthenden Aron von ſich abhielt. Aber im und ſagte:„Komm, Aron, wir wollen theilen, Du haſt härter Arland nächſten Augenblicke ſchwankten die beiden Goliathe Bruſt an gearbeitet als ich.”“... V Somerſ Bruſt in furchtbarer Umarmung hin und her, alle ihre Muskeln, Während dieſer einen Kienſpan angezündet und ſich zu nämlich ihre Sehnen ſchienen durch die Haut hervorbrechen zu wollen, Rufus in das Gras geſetzt hatte, um mit ihm das Geld zu mahlinn ihre in Wuth verzerrten Geſichter glichen nicht mehr denen menſch⸗ zählen, ſtürmten die Zuſchauer befriedigt nach Hauſe. 6. uäxgleich licher Weſen und wie wilde Thiere ſuchten ſie einander mit den V Värönte dihenzueedrahn ahenzen itedianichaheaer ar e at abe e berlegenheit? s' deutlich hervor,;42 dgen, a Aron wankte zurück, rauchelte und ſtürzir, im fahnveten Falle Portraits.’ nne ſeinen Gegner mit ſich niederreißend, zu Boden.— Lord Seymour „Hurrah für Rufus! Hurrah für Aron!“ erſchallten jetzt Vord Seg 9 die gellenden Rufe der weißen Zuſchauer, welche ſich vor und hin In der zweiten Hälfte des Auguſt ſtarb in Paris ein Mann,
und her drängten, ihre Fackeln über die Fechter hielten, damit deſſen Tod jetzt faſt unbemerkt vorübergegangen iſt, während er, keine ihrer Bewegungen ihnen entging, und bei jedem Vortheil, wäre er vor 25 Jahren erfolgt, alle Freunde der Carnevalsver⸗ den der eine über den andern gewonnen, die wildeſten Schreie gnügen erſchreckt und in ihnen die Beſorgniß erweckt haben würde, ausſtießen. daß künftig dem Carneval ſeine ſchönſte Zierde, eine Cavalcade V
Ein ſchwarzer Knäuel, rollten ſich die wuthentbrannten der ſchönſten von je ſechs reich mit Bändern verzierten Pferden, Kämpfer über und über, bis endlich Rufus ſich der Umarmung deren jedes einen Poſtillon zum Reiter hatte, gezogenen Kut⸗ ſeines Gegners entwand, ſeine ungeheure Linke um deſſen Hals ſchen, die alle mit ſchönen Damen und gepuderten Herren be⸗ klammerte und ihn mit ſeiner eiſernen Rechten mit ſolcher Kraft ſetzt waren, fehlen werde. Trotzdem würde man ſich im nächſten auf die Augen ſchlug, daß derſelbe mit Gebrüll, ähnlich dem Jahre davon überzeugt haben, daß die Cavalcade, die man dem
eines niedergeſchlagenen Stiers, zurückſank und ſeine Rieſenarme Lord Seymour— ſo heißt der jetzt Verſtorbene— zuſchrieb, machtlos ſinken ließ.
ganz wie früher erſchien, denn während das Publicum dieſelbe


