Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
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lſie oft auf Stelle zu der

Tage langen Großmutter ſonſt ſo m⸗ h und konnte

Verwandlung einige Sagen erzählte und waren. Es 2 des Berges geit habe ſich tags oder der zunder gezeigt hänge hinein⸗ ach ſehr bald wäre er ein geweſen und eit vergeſſen. unt worden, Enkels ge⸗ agr ſei, wäͤh⸗ g ging, kaum aber, die auf olle Höhle zu der von Ge⸗ ütet hätten.

ungen wieder lich aber doch latus zu er= zu erblicken. das hatte er wenigſtens,

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4 Jahrg. Nrr. 1

Dritte

Er fühlte ſeinen Muth beſonders dadurch gehoben, daß Vollmond war, ein Tag zwar den Geiſtern günſtig, was mein armer Großvater nicht wußte, ſetzte unſer Füh⸗ rer mit Wehmuth hinzu, und wir mußten beinahe über dieſe Einfalt lachen;aber gerade das helle Licht ließ ihn weniger Furcht ompfinden, als eine finſtere Nacht.

Ohne einem Menſchen etwas zu ſagen, ging er heimlich von Alpnach fort, und die Dämmerung war bereits ange⸗ brochen, als er nicht ſehr weit unter der Spitze des Berges ungelangt war. Er ſtand unſchlüſſig ſtill und wußte nicht, wohin er ſich wenden ſollte. Nach langem Ueberlegen wurde ihm deutlich, daß er von ſeinem zufälligen Stand⸗ dunkte aus einen beträchtlichen Theil der Bergfläche über⸗ ſehn konnte, und deshalb beſchloß er, hier die Nacht zu er⸗ warten, in der Hoffnung irgend etwas wahrzunehmen.

Er ſtand an dem Ausgang eines kleinen Wäldchens und verbarg ſich unter einer niedrigen, von etwas Buſch umgebenen Fichte, denn wenn er auch ſelbſt ſehn wollte, ſo verhinderte ihn doch die Furcht, ſich gern ſehn zu laſſen.

Der Abend war lautlos ſtill, und von Zeit zu Zeit hörte er den abgebrochenen Schrei einer Eule oder das Knacken eines Zweiges, auf welchem vielleicht ein kleiner, erſchreckter Vogel ſich bewegte. Ab und zu fiel ein trockenes Blättchen von einem Baum, was man aber ſo deutlich hören konnte, als das Fallen eines Tannenapfels.

Einige Stunden lang mochte mein Großvater ſo ge⸗ ſeſſen haben. Da ſah er plötzlich weiter hinauf am Berge einen deutlichen Lichtſchein. Er wußte, daß es noch ſehr weit von Mitternacht war, und dieſer tröſtliche Gedanke ermuthigte ihn, auf den Lichtſchein, der wahrſcheinlich alſo natürlicher Art war, loszuſteigen. Er machte ſeitwärts

einen Umweg, um ſich gut verbergen zu können, und kam

allmählich dem Scheine näher und näher. Je weiter er aber ging, je mehr ſchlug ihm das Herz, denn es war doch eigentlich gar nicht einzuſehn, weswegen ein Menſch hier

auf den Berg hinaufſteigen ſollte, es müßte denn ein Gem⸗ ſenjäger geweſen ſein, denn Senner gab es hier nicht und an einen Wanderer konnte er auch nicht denken.

Endlich trennten ihn nur noch einige Felsblöcke und etwas Buſchwerk von dem verhängnißvollen Platze. Er ſchlich durch das letztere näher und näher heran und war endlich an einem Punkte, wo er zwiſchen zwei Felsſteine hin⸗ durch blicken und die Stelle überſehen konnte. Dort ſah er mit Entſetzen drei Männer ſtehn, die ſchwarzes Haar und dunkle Augen hatten und in eine ziemlich fremde Tracht gekleidet waren. Es waren nämlich Geiſter, die ſich in menſchliche Geſtalt verwandelt hatten, wie Sie ſpä⸗ ter ſehen werden, ſetzte unſer Führer hinzu und ſah ſich dabei in der Abenddämmerung ängſtlich genug um. Als er aber ſah, daß wir ihn alle gewiſſermaßen ſchützend um⸗ ringten und der alte Maler ihm den Dampf ſeiner Cigarre wie ein Zeugniß von ſeiner realen Exiſtenz ins Geſicht blies, fühlte er ſich ſichtbar ermuthigt. Mir aber ging be reits über dieſe, wie ſich künftig ergab, in ſeinem Factum wahre Geſchichte ein Licht auf, welches ſich bald als richtig ergab und ihren Vorgang ſehr natürlich, aber verbreche⸗ riſch genug erklärte.

Die drei Geſtalten, fuhr der Erzähler fort,ſprachen unbekannte Worte in einer fremden Sprache mit einander und hatten einen Haufen glänzende Steine vor ſich liegen. Der Eine von ihnen hielt einen Stein in der Hand, ſchlug mit einem Steine dreimal darauf, und beim dritten Schlage zerſprang derſelbe und er hielt ihn den Andern hin, die beide einen gleichen Laut, als ob ſie ſich verwunderten, von ſich ſtießen. Den geheimnißvollen Gegenſtand ſelbſt konnte mein Großvater nicht ſehn, denn ſie waren alle drei jetzt mit dem Rücken gegen ihn gekehrt und ſetzten ſich zur Erde nieder. Hierauf nahm der Erſte noch andere ſehr blitzende Steine aus einer ſchwarzen Ledertaſche und legte ſie an den Boden. Mein Großvater ſah deutlich genug, daß ſie in einem Halbkreis gelegt waren und daß die Männer auf einen

ter dem gleißneriſchen Firniß der Welt den Götzendienſt der Selbſt⸗, Genuß⸗ und Chrſucht, des Hochmurhs und der Selbſtverblendung zu erkennen, um zu lernen, wie dem Diadem der Lüge der Wahr⸗ heit Dornenkrone vorzuziehen(S. 101), um ibrer Seele die aus⸗ dauernde Richtung nach dem wahren Oben zu geben, damit es nicht von ihr auch heiße, wie S. 8:

Ge ſchichten lernt ſie wohl, doch nicht Geſchichte, Dem Zeitgeiſt glaubt ſie, nicht dem Geiſt der Zeit. Bir ſcheiden von dem perlenreichen Büchlein mit dem Ausdruck

der Verehrung für ſeine Verfaſſerin, die edle deutſche Frau. E. Köhler.

Schloß Erikdale, oder: Die Kauffrau von Nieuw⸗ voort. Roman von J. de Vries. Deutſch von Robert Lange. Zwei Theile in einem Bande. Leipzig, Hermann Luppe. 1859.

Karl II. von England und deſſen unwürdiger Günſtling, Nobert Maxwell, zwei Figuren, die ſchon unzählige Male zu hiſtoriſchen Romanen ausgebeutet wurden, bilden auch hier den Vordergrund, die Hauptfabel der nichthiſtoriſchen Handlung, in die ſie mächtig eingreifen. Dieſe Handlung iſt von mehrfachem Intereſſe, würde aber die Spannung lebhafter erhalten, wenn der

Schleier dichter gewoben wäre, welcher die Kauffrau umhüllt, der

de Leſer ſchon längſt die Maske vom Geſicht gezogen, ehe ſie ſelbſt den Augenblick, dies zu thun, für gekommen erachtet. Ein Haupt⸗ vorwurf, der ſich der Arbeit des Verfaſſers machen läßt, iſt unſrer

Neinung nach der, daß die Entwickelung der Intrigue, die Ent⸗

ſchürzung des Knotens, in welchem die größte Spannung liegt, die Novellen⸗Zeitung es war, welche die liebenswürdige Verfaſſe⸗

echer und d ofCtl Frfich zu din d3 6 lechtel ſergät iicrich und unnatürlich in die Länge gezogen wird, nur um die

Leſer länger in der Erwartung des endlichen Ausganges zu halten. Eine einzige auf der Hand liegende Frage der betheiligten Haupt⸗ perſonen, eine einzige Mittheilung oder auch nur Andeutung mehr über das, was ſtattgefunden, hätte Alles ſchon viel früher klar machen müſſen, als dies geſchieht; und daß die mit ſeltener Welt⸗ klugheit und Erfahrung ausgeſtattete Kauffrau von Nieuwpoort dieſe Frage nicht gethan, daß der ſo außerordentlich wahrheits⸗ liebende König Karl II. dieſe Mittheilung nicht gemacht, verſtößt mächtig gegen die Wahrſcheinlichkeit, führt aber ſpannende Si⸗ tuationen herbei, und darin liegt ja ein Hauptreiz jedes Romans. Die Schreibart iſt correct, die Ueberſetzung ſehr gut, die Aus⸗ ſtattung höchſt anſtändig, und ſo dürfte der Roman bei dem min⸗ der ſtreng richtenden Publicum, das nicht ſo eifrig nach den Män⸗ geln forſcht, wie die Kritik dies thun muß, immerhin, trotz des von uns Gerügten, zahlreiche Freunde finden. a.

Aus der Frauen⸗ und Märchenwelt. Von Louiſe Eſche. Barmen, 1859. W. Langewieſche Buch⸗ und Kunſt⸗ handlung.

Unter dieſem einfachen und anſpruchsloſen Titel hat die Verfaſſerin eine Sammlung von ſechs kleinen Bildern erſcheinen laſſen, von denen beſonders die letzten vier: Ein Sommer⸗ märchen wie es den Blumen erging eine hölzerne Heiraths⸗

geſchichte Sonnenſtrahlen dem Märchengebiete angehören, während die beiden erſten: Großmutter und Enkelin und: Aus Schutt und Aſche als Erzählungen bezeichnet werden

müſſen, obgleich auch ihnen das Märchenhafte nicht ganz fremd iſt. Unſere Leſer werden ſich einiger dieſer Titel erinnern, indem

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