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Felſen jenſeit des offenen Kreiſes wieſen und wieder fremde Worte miteinander wechſelten.
„Jetzt wußte der arme, alte Mann genug, ſeine Sinne ſchwanden ihm vor Angſt und Beben, denn er wußte ſich aus den Vorleſungen des alten Holzhauers zu erinnern, daß nach ähnlichen Experimenten ſchon oft ein furchtbarer Knall entſtanden war und ſich ein altes Gemäuer oder ein Felſen geöffnet hatte. Dieſen ſchrecklichen Augenblick mochte mein Großvater nicht erleben, er war auf ſeine Ret⸗ tung bedacht und hatte genug geſehn, um ſich von der Wahrheit der dunklen Sagen des Pilatusberges zu über⸗ zeugen.
„Leiſe, aber ſo raſch er vermochte, ſchlich er ſich fort, und erſt als er eine Viertelſtunde zitternd zurückgelegt hatte, wagte er ſich umzuſchauen und erblickte den Licht⸗ ſchein noch auf demſelben Flecke.
„Als er den Wald erreicht hatte, mußte er ſich nieder⸗ ſetzen, ſeine Kniee zitterten und trugen ihn nicht mehr, und erſt mit der Morgendämmerung konnte er den Heimweg antreten.
„Der gute Mann hatte nie wieder Luſt, den Berg zu beſteigen, meine Großmutter aber machte ihm wegen ſeiner Furchtſamkeit die bitterſten Vorwürfe und ſagte, er habe ſehr unrecht gethan, nicht ruhig in den Kreis hineinzutreten und ſich von den Diamanten ſo viele zu nehmen, als ihm beliebt habe, und ſich dann ohne Bangigkeit zu entfernen. Die Geſtalten, meinte ſie, würden ihm nichts gethan haben, denn man höre ja oft genug, wie dergleichen Erſcheinungen armen Hirten ſelbſt die Taſchen voll Schätze geſteckt hätten, er aber habe ſie und ihre ganze Familie um ein großes Glück betrogen, das ihnen vom Himmel zugedacht ſei.
„Mein Großvater verſicherte, daß die finſtern Blicke jener Erſcheinungen ſchwerlich etwas mit dem Himmel zu thun gehabt haben könnten, vielmehr hätten ſie finſter und teufliſch genug ausgeſehen. Meine Großmutter aber wollte davon nichts hören, und täglich ließ ſie es weder an Ver⸗
ſpottung noch an Zureden fehlen, er möge beim nächſten Vollmond abermals den Gang wagen und ſich mit mehr Courage aus der Affaire ziehen.
„Endlich wirkten dieſe Aufſtachelungen bei dem alten Manne, beſonders gingen ihm die Vorwürfe ans Herz, daß er ſeinen Kindern eine ſegensreiche Zukunft verdorben habe. Er war ſelbſt ſehr wohl mit dem Wenigen zufrieden, das ihm ſein mühevolles Leben abwarf; aber er war bereit, Alles daran zu ſetzen, um den Seinigen ein unbekanntes irdiſches Glück zu erobern.
„Als die Zeit des nächſten Vollmondes heranrückte, wurde er immer ſtiller und in ſich gekehrter, ſteckte zwei Meiler in Brand, häufte noch einen dritten und beſprach ſich ſtets lange und viel mit dem alten Holzhauer, mit dem er ſich über ſein Werk ſorgfältig zu berathen ſchien. Er wollte den Sonntag vor dem Tage des Vollmondes zur Beichte gehen, meine Großmutter aber erſchrak über dieſen Gedankenund ſagte, wenn er dies thäte, würde er gewiß ſein Vorhaben nicht ausführen. Nur mit Mühe brachte ſie ihn davon ab, und als endlich der Augenblick ſeines Fortgehens eintrat, übergab er dem alten Holzhauer ſeierlich die künf⸗ tige Sorge für den Beiſtand ſeiner Familie, im Fall er etwa nicht zurückkehren ſollte.
„Meine reſolute Großmutter verſpottete ſeine Beſorg⸗ niß, aber ſie bereute ihre Handlungsweiſe ſpäter ihr ganzes Leben hindurch, denn der gute Alte ging, kehrte aber nie⸗ mals wieder.
„Der ganze folgende Tag verging in unendlicher Angſt, und als auch am zweiten Tage keine Rückkehr erfolgte, wurden mehrere der Wege kundige Holzhauer aufgeboten, den Verſchwundenen zu ſuchen.
„Sie kamen unverrichteter Sache zurück; einen Tag darauf aber ſollte ſich durch meinen Vater auf eine ſeltſame
Weiſe der Vorgang aufklären.(Werden fortgeſetzt.)
rin zuerſt in die Leſerwelt einführte. Deshalb begrüßen wir auch mit Vergnügen die Eroberung eines größeren Gebietes, die ſie durch die Einführung in den Buchhandel gemacht hat. Wir zweifeln dabei nicht daran, daß ihr auch das größere Publicum, vor welches ſie auf dieſe Weiſe zum erſten Male tritt,— beſonders
aber das weibliche— den Beifall ſchenken wird, den dieſe Bilder
dadurch verdienen, daß aus ihnen ein zarter, echt weiblicher Sinn ſpricht.
Was aber bei der großen Jugend der Verfaſſerin— welche, wie wir hören, noch in der erſten Blüthe des Lenzes ſteht,—
überraſchen muß, das iſt die tiefe Auffaſſung, die gereifte Beur⸗
theilung der Lebensverhältniſſe, der Seelenzuſtände. Darin offenbart ſich ein wahres Talent, denn es muß angeboren ſein, da es in ſo jungen Jahren nicht durch Erfahrung erworben wer⸗ den kann.
Wir dürfen daher dieſe Schilderungen„Aus der Frauen⸗ und Märchenwelt“ um ſo mehr dem größeren leſenden Publicum, deſſen Geſchmack noch nicht durch die frivolen Erzeug⸗ niſſe der neueſten Zeit verdorben iſt, zur Beachtung empfehlen.
Ein reines Gemüth wird ſie gewiß nicht unbefriedigt aus der
Hand legen. Die Ausſtattung, welche die Verlagshandlung den Bildern gegeben hat, iſt eine des Inhalts würdige. a.
Miseellen. Bücher, die wahren gleichmacher.
„Gott ſei Dank,“ ſagt ein engliſcher Gelehrter,„Gott ſei zu thun, ſo würde die Zeit auch mehr für uns thun. Dank für die Bücher! Sie ſind die Stimmen der Entfernten und
der Todten und machen uns zu Erben des geiſtigen Lebens ver⸗ gangener Zeiten.
Die Bücher ſind die wahren Gleichmacher. Sie verſchaffen Allen, die ſie treulich brauchen, die Geſellſchaft, die geiſtige Gegenwart der Beſten und Größeſten unſers Ge⸗ ſchlechtes. Es kommt nichts darauf an, wie arm ich bin. Es kommt nicht darauf an, wenn die Glücklichen meiner Zeit nicht in meine Wohnung treten wollen. Wenn nur die heiligen Schrift⸗ V ſteller eintreten und unter meinem Dache Wohnung nehmen— wenn Milton über meine Schwelle ſchreitet, mir vom Paradieſe zu ſingen, und Shakeſpeare, um mir die Welten der Einbildungs⸗ kraft und die Geheimniſſe des menſchlichen Herzens zu offenbaren, und Franklin, um mich mit ſeiner praktiſchen Weisheit zu be⸗ reichern: ſo werde ich nicht verſchmachten vor Mangel an geiſtiger Genoſſenſchaft und ich kann ein gebildeter Menſch werden, wenn ich auch ausgeſchloſſen bin von dem, was man an meinem Wohn⸗ ort die beſte Geſellſchaft nennt.“ p.
V Worte für Welt und Haus.
Menſchen, welche ein ſogenanntes weichherziges Gemüth, aber dabei keine Charakterkraft haben, werden lieblos und ſomit blaſirt; denn was iſt die Blaſirtheit anders, als der Mehlt bau
der Liebloſigkeit, der ihre Lebensfreude, ihr Vertrauen, ihre Ge⸗ ſundheit befallen hat?
Könnten wir es dahin bringen, das Meiſte zur rechten Zeit 5.
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