Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
617
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b Jahrg.

Deiden zu⸗ andächtiger ce Geſtiich⸗ Jroßen Uni⸗ hatten, und Fahrt mit ls ein freier eſten Stadt Erzählte erlein abge⸗ Liipſig und hränen über bis er auf nd Schlacht⸗ tin Pelikan⸗ während der beiden Fäu⸗ cherweiſe ein e Wacht an Getös zum ndern Mor⸗ zum Peli⸗ n. Dieſes uErker des ute noch an⸗ den Paulus Abendſegen Mühen und

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Hottes Werk reiot darüber jonen erſt um men, nachdem s diente bei ſifeuerwerken, wahrſcheinlich ſaber die be⸗ Erfindung zu urücgeblieben Politik ihue Egyptern. der e der Künſte nterſuchungen von Claudio⸗ bei den Col⸗ thentiſche un

Nr. 39.]

iſt ganz vollendet ſaßen zween ſtinkende böſe Teufel und ließen die Beine herabhängen und kehrten einander den Rücken zu; denn ſie gönnten ſich das Höllenfeuer nicht. Hui, ſagte der Eine,guck um! Was ſchauſt Du? Drehete ſich der Andere halb um und blinzte durch die Nacht nach der Gegend, worauf ſein Cumpan zeigte: Was ſoll's? ich ſehe einen Markt und Fackeln. Sie ſchlagen ein Henkersgerüſt auf; iſt das Alles?Hei, grinſte der Andere,darauf wollen ſie morgen früh meines Fauſten Schatz, dem kleinen Gretel, das hübſche Hälſel ab⸗ ſchneiden!... Ich hab ihn nun! Mach's mir nach, wenn Du kannſt!

Nun hörete ich in dieſem Augenblick meinen Schlafge⸗ ſellen Paulus ſchwer ſtöhnen; aber es erweckete mich nicht, und der Traum ging fort.

Ich bin dabei, ſagte der andere Teufel.Schau durch das Fenſter da drunten, das allein noch hell iſt und das Kreuz(beide Kobolde ſchüttelten ſich) auf der Straße abmalt. Schau in das Kämmerchen, den mit den blonden Locken hab' ich mir auserwählt.Puh, ein arm fah⸗ rend Schülerlein! lachte höhniſch der Erſte.Kann ein Doctor werden, wie Dein Fauſt! ſchrie kreiſchend der Andere, entfaltete die hölliſchen Schwingen und verſchwand V in der Nacht. Sein Geſell nickte grinſend mit dem Kopf und flog ebenfalls fort, Wittenberg zu.

Dritte Folge.

gingen.

Einen Ruck that's führen ins Verderben.

böſen Nachtgedanken bald verſchwanden, als ich hinaus⸗ ſchauete auf die Straße und das fröhliche Leben der großen, volkreichen Stadt. Nachdem ich eine Zeitlang vergebens auf den Paulus gewartet hatte, zahlte ich meine Zeche und ging nun auch meinen Sachen und Geſchäften fröhlichen Muthes nach, und gelang es mir durch Gottes Gnade ganz nach Herzenswunſch und Willen, denn der Herr Wigand, der Pfarrherr, an den ich ein Brieflein hatte, commendirete mich dem Herrn Sigfrido Sacco, dem damaligen Schul⸗ rector(dacht' ich nicht, daß ich noch einmal auf ſeinem Stuhl ſitzen ſollt'!), der verſchaffte mir ein Hoſpitium bei Lamprecht Knuſt, dem wackern Bürger. Da hatt' ich mein Loſament und Atzung nach Leibesnothdurft, und ward an⸗ geſtellt als ein privatus praeceptor bei den Werner's von Halberſtadt, die bei Herrn Ambroſius Emmen zu Tiſch Ach, wär' doch der Paulus Halſinger auch in ſo guter Leute Hände gefallen! Der Ohm Lamprecht Beltzer freilich war ein wackerer Mann, wenn auch ein rauher Kriegesknecht und dem Trunke ein wenig ergeben, wie all das wilde Söldnervolk. Er that dem Paulus nicht viel Schaden, ja, was er konnt', that er dem Schüler und wiedergefundenen Schweſterkind zu Gut. Aber der Paulus war im Leben wie ein Verirrter in einem Zauber⸗ garten, wo die lockenden Pfade alle immer tiefer hinab⸗ Ein hübſcher, luſtiger Geſell war

in mir, und ſtürzte ich hinunter, tief, tief und erwachte mit er, ſchlank und wohlgewachſen mit hellen, klaren Augen

einem lauten Angſtſchrei. Da ſchien die Sonne hell und fröhlich in mein Kämmerlein, und ſaß ich im Bett auf und ſchauete nach dem Paulus mit faſt beſorgtem Blick. Er⸗ ſchrak mich auch faſt ſehr, als ich ſein Lager öd' und leer erblickte; aber mußte über mich ſelbſt lachen, als der Wirth, Meiſter Idelbach kam und mir verkündete auf meine Frage, daß der Rottenmeiſter Lamprecht Beltzer ihn ſchon vor einer Stunde abgeholt habe nach ſeiner Behauſung auf dem Katzenſprung. Darauf betete ich den Morgenſegen, zog mich an und ging hinunter in die Gaſtſtube, wo alle

und krauſem Haar, wie Meiſter Lucas Kranach den heili⸗ gen Johannes malt auf ſeinen Bildtafeln. Niemand konnt' ihm etwas verweigern, wenn er bat, und hatt' ich mich faſt ſehr vergafft in ſein fröhlich' Weſen. Die Cither verſtand er zu ſchlagen wie ein welſcher Spielmann, und ein wacke⸗ rer Scholar war er auch, und wußte ſeinen Horatius und Virgilius an den Fingern herzuſagen. Weh! weh! Was iſt aus alledem geworden! Wahrlich, o Söhne und Ma⸗ giſter Aaron Burckhart, der Teufel gehet nicht immer um her wie ein brüllender Löwe, quaerens quem devoret; er

wie weit der Feind noch entfernt ſei. Man antwortete ihm: Die

Entfernung beträgt noch 30 Li(c. 2 deutſche Meilen); da die

Chineſen aber günſtigen Wind haben, ſo werden ſie bald auf uns ſtoßen. Der Prinz, in nautiſchen Dingen ſchlecht bewandert, wollte dies nicht glauben. Bald darauf war der Feind nahe genug und ließ Feuermaſchinen gegen die außer Vertheidigungs⸗ ſtand befindliche Flotte des Prinzen ſpielen. Tſching⸗kia verlor faſt die Beſinnung; er blickte erſchrocken nach allen Seiten und ſah ſeine Flotte in Feuer ſtehen. Von Verzweiflung übermannt, ſprang er vom Vord ſeines Schiffes und endete ſo im 41. Lebens⸗ jahre.

Das älteſte Denkmal der Verwendung der Artilleris in

angezündet werden, ſchlängeln ſich und ziſchen, dann krachen ſie und brennen. Man ſah den abgeſchoſſenen Gegenſtand wie eine Wolke in der Luft ſich ausbreiten, einen fürchterlichen Lärm machen, als ob es donnerte, und feuerſpeiend Alles zerſchlagen, in Brand ſtecken und in Aſche verwandeln. Man ſieht, daß hier

nicht etwa bloß von einem griechiſchen Feuer die Rede ſein kann,

Frankreich iſt vom Jahre 1338. Erſt acht Jahre ſpäter, in der

Schlacht von Crecy, ſchoſſen die Engländer mit Kanonen, und um dieſelbe Zeit fingen die Italiener an, das Schießpulver zu ge⸗ brauchen. Schon lange hatten ſich die Araber dieſes fürchter⸗ lichen chemiſchen Präparats im Kriege bedient, während es in Oſtindien wenigſtens bekannt war, wenn auch nicht zu Kriegs⸗ zwecken verwandt wurde. erzählt, daß Hadſchi Ali einen Theil des Tempels von Mekka mit einer Art Bomben verbrannte, als er dieſe Stadt im Jahre 690 belagerte. Alamreh, Secretär des egyptiſchen Emirs Malek al Saheli, beſchreibt noch vor der Mitte des 13. Jahrhunderts ein kriegeriſches Inſtrument folgendermaßen:Skorpionen(Wurf⸗ maſchinen), die rings umwickelt und mit Pulver aus Salpeter

(goldne Dynaſtie) nannte, im Norden, und dem chineſiſchen Hauſe Sung, im Suden. Beide Dynaſtien befehdeten eeiinnander mit wechſelndem Glucke, bis die tunguſiſche den Mongolen erlag. Ein gleiches Schickſal hatte bald auch das chineſiſche Kaiſerthum. W

Der Geſchichtſchreiber al Makin

denn was Caſiri an jener Stelle durchmiratus pulvis überſetzt, heißt im Arabiſchenmilhh al barud,Salpeter, Salzſtein, und wird noch jetzt von den Arabern für Pulver gebraucht. Noch unumſtößlichere Beweiſe geben uns die ſpaniſchen Chroniken. Die Chronik von Alfons VI., geſchrieben von Pedro, Biſchof von Leon, ſagt bei Gelegenheit eines Seetreffens, das im 11. Jahr⸗ hundert zwiſchen dem Emir von Sevilla und dem von Tunis vorfiel:Die Schiffe des Königs von Tunis führten eine Menge eiſerner Röhren, aus denen man viel donnerndes Feuer warf. Ein Brief des Königs von Arragonien(geſchrieben 1331) an die Ortsobrigkeit von Alicante, worin er ſich auf den Anmarſch der Mauren vorbereitet, enthält in arragoniſchem Dialekte die Stelle:der König von Granada bringe viele eiſerne Kugeln, um ſie mit Feuer weit hinzuwerfen. Die berühmte Chronik von Alfons XI. ſagt bei Gelegenheit der Belagerung von Algeſiras (1312):Die Mauren in der Stadt ſchleuderten viele Donner gegen das Heer und mit ihnen eiſerne Kugeln, ſo dick, wie ſehr dicke Aepfel, die ſie ſo weit von der Stadt zu werfen wußten, daß einige über die Armee wegflogen, andere in dieſelbe einſchlugen. Noch mehrere andere Beiſpiele findet man in dem oben erwähnten claſſiſchen Werke von Conde, die hier nicht weiter angeführt werden ſollen.