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Nr. 39.]
Dritte golge.“
Wandergenoß, welchen ich in Mansfeld kennen gelernt hatte, und den ich unterwegs wiedergefunden hatte in einer Schenke, wo er den Lenten die Cither ſchlug. Ein gelehr⸗ ter Scholar, der in Wittenberg die edle Kunſt Medicina, wie Du, Jonas, ſtudirt hatte und Paulus Halſinger hieß. Von ihm wird das meiſtens handeln, was ich zu erzählen häbe. Ach, es iſt ein traurig Ding,— Paul! Paul!
„Es war, wie geſagt, gegen Abend, als wir in das Thor einzogen, und der Winter ſchnitt dem Frühjahr ein bös Geſicht. Der Stadt Landsknechte auf den Wällen mußten ſich wacker dem Wind entgegenſtellen, um nicht fort⸗ geblaſen zu werden; denn es ſchnob gewaltiglich und pfiff übel in ihre weiten Pluderhoſen. Die Wetterfahnen auf V den Giebeln knarrten und knirſchten, die ehrſamen Bür⸗ gersleute ſchloſſen fürſichtig ihre Laden, und wir beiden armen Schüler ſtanden mißmuthig an der Ecke des Dom⸗ platzes und ſchauten das Sudenburger Thor an, durch das wir eingezogen waren. Zwar hatte ich ein Empfehl⸗ ſchreiben in der Taſchen an Herrn Wigandum, den Pfar⸗ rer zu Sanct Ulrich; aber wie ſollt' ich die Behauſung des ehrwürdigen Herrn finden in der großen Stadt voll Dunkelheit und böſen, liederlichen Geſindels. Paulus pfiff zwar eine luſtige Weiſe zwiſchen den Zähnen, aber auch ihm war wahrlich nicht zu warm um's Herz, und ſeine Cither guckte gar trübſelig unter ſeinem kurzen Scholar⸗ mäntelchen vor. Mit wenig nummum in loculo waren wir in weidlicher Herzensangſt, wo unſer Haupt hinzulegen die Nacht hindurch, und wußten uns nicht zu rathen und zu helfen. Auf dem„Breiten Weg“ war bald kein Menſch mehr zu ſehen, und nur aus der Wachtſtube unter dem Thor ſchallte noch ein wüſter Geſang herfür, nicht ſehr er⸗ götzlich anzuhören.„Wenn ich nur ein Schenkenzeichen ſehen könnt', ſo ſollt' uns bald geholfen ſein!“ ſagte mein Paulus.„Hatt, da kommt Jemandz ſei's auch der böſe Feind, unter Dach und Fach ſoll er uns bringen.“ Wirk⸗ lich ſtampfte jetzt ein Schritt auf uns zu und drückte ich
mich gegen die Mauer, denn ich vernahm das Klirren eines Schwertes auf dem Pflaſter und dachte, es ſei einer von den Stadt⸗Söldnern, ein wild übermüthig Volk, das noch von der Belagerung her ein weidlich groß Wort hatte. Paul Halſinger aber trat kühnlich dem Nahenden in den Weg, und ſtellte ihn wackern Muthes.„Hollah,“ ſagte der Fremde,„was iſt das, mein Bürſchlein? Macht Platz.“ „Um Verlaub,“ ſagte mein Paulus,„habet die Güte und weiſet uns doch in ein fröhlich Gaſthaus; wir frieren, hungern, durſten und ſind fremd.“—„Ihr ſeid fremd? So, deshalb wiſſet Ihr alſo nit, daß auf eines wohlweiſen Raths Verordnung Niemand bei nächtlicher Weile ohne eine Latern ausgehen ſoll, der wüſten Zeiten wegen! Nun, ſaget mir, wer Ihr ſeid, und ich will Euch in ein luſtig Loſament führen!“ Friſch antwortete Paulus:„Der da iſt ein ehrbares Schülerlein, genannt Georgius Rollen⸗ hagen, aus Bernau in der Mark, und ich nenne mich Paul Halſinger aus Oſterwiek in der Grafſchaft Wernigerode.“ —„Was?!“ ſchrie der Fremde,„heißet Dein Vater Mar⸗ tin Halſinger, Deine Mutter Chriſtina Beltzer?“— „Hießen! Mein Vater iſt geſtorben, vergeben von einer Unhulden, und mein Mütterlein iſt an der ſpaniſchen Seuche verdorben.“—„So bin ich Dein lieber Ohm Lamprecht Beltzer, Deiner Mutter Bruder; Bürſchlein, wo kommſt Du her?“— Heiliger Gott, welch ein Erſtau⸗ nen meines Pauli! Faßte ihn der Ohm und drückte ihn an ſein Lederkoller, daß ihm ſchier der Athem ausging.
„Komm, komm!“ rief er.„Kommt Beide! Alſo mein Schweſter iſt todt? Nun, Gottes Will' geſchehe! Will Euch aufthauen in Malvaſier und was Euer Herz begehrt. Beim großen Chriſtoffel, ſo was lebt nicht weiter. Ach Chriſtina, Chriſtina!— Paul Halſinger, niein Schweſter⸗ kind!“ Mit gewaltiger Fauſt faßte der Ohm Jeden von uns am Kragen und ſchob uns vor ſich her, den Breiten Weg hinab, auf ein Haus zu, aus deſſen Fenſtern noch ein heller Lichtſchein auf die Straße fiel.
Aus der Geſchichte. Waſſer oder Wein. Kürzlich iſt in Paris Eugene Moret, ein junger Geſchichts⸗ ſchreiber, der Verfaſſer des ſchönen Werks Quinze ans du règne de Louis XIV., geſtorben. Die beiden erſchienenen erſten Bände
hatten von Seiken des Publicums die Aufnahme gefunden, die ſie
verdienten; er hatte eben den dritten Band dieſes Werkes beendigt
und ſtand im Begriff, ihn der Preſſe zu überliefern, als die
Stunde ſchlug, die ihn von dieſer Erde abrief, und ſo findet er ſeine Ruheſtätte in der Erde, ehe er dieſen alten Ludwig XIV., deſſen unter der Majeſtät verſchleiertes hohes Alter er mit ſo vieler Sorgfalt ſtudirt hatte, ins Grab geleiten konnte.
Sein Werk iſt reich an anziehenden Epiſoden, und eine der⸗ ſelben wollen wir hier mittheilen, weil ſie einen ſehr bekannten
Vorfall aus der engliſchen Geſchichte in ſeinem wahren Lichte dar⸗
zuſtellen ſcheint. Scribe hat denſelben nach Voltaire zu ſeiner Komödie le Verre d'eau benutzt, es handelte ſich aber dabei nicht um ein Glas Waſſer, ſondern um einige Gläſer Wein.
Ddie Königin Anna war ſeit langer Zeit der Dienſte der Herzogin Marlborough überdrüſſig und ſie ſuchte das Joch der⸗ ſelben abzuſchütteln. Zu dieſem Zwecke ſpann ſie ganz im Stillen mit Robert Hartley und Bolingbroke eine Verſchwörung gegen ihre Favoritin an. Die heimlichen Zuſammenkünfte wurden des Abends ſpät und in der größten Stille bei Lady Mesham gehalten. Trotz des tiefen Geheimniſſes erfuhr die Herzogin Alles, und nach engliſchem Gebrauch, nach dem die Gemahlin eines Miniſters mächtiger iſt als die Königin ſelbſt, wurden Hartley und Bolingbrocke verabſchiedet.
8 Wer hatte aber geplaudert? Kein Anderer als der Gemahl der Königin, Georg von Dänemark, ſelbſt, der eines Tages in der Gegenwart der Herzogin ſich darüber beklagt hatte, daß ſeine Gemahlin ſich ſeit einiger Zeit ſpäter als gewöhnlich in ihren Gemächern einfinde. Dieſes hatte hingereicht, um in der Herzogin Verdacht zu erwecken und ſie Alles entdecken zu laſſen. Georg, der ſich darüber, daß er ſehr wenig regierte, damit zu tröſten wußte, daß er viel trank, hatte, wie man verſichert, den Abend, wo er ſich jene Unbeſonnenheit hatte zu Schulden kommen laſſen, einen Schluck zu viel getrunken, und das war das erſte Glas Wein in dieſem„Glas Waſſer.“
Dieſes Abenteuer war nicht dazu geeignet, das vertraute Verhältniß zwiſchen der Königin und der Herzogin wiederherzu⸗ ſtellen; ſie ſchmollten bitterer als je mit einander, und man fühlte, daß das Maß gefüllt ſei und daß ein Nichts es könne überlaufen laſſen. Dieſes Nichts war nun nicht ein Glas Waſſer, ſondern eine Bouteille Wein. Eines Tages begegneten die Königin und
die Herzogin ſich in einem Corridor des Palaſtes. Die Königin hatte eine Bouteille Wein in der Hand, und die Herzogin hielt ſich in ihrer Eigenſchaft als Oberhofmeiſterin für berechtigt, die Königin zu fragen, was die Flaſche enthalte und für wen ſie be⸗ ſtimmt ſei.
Die Königin, welche vor der ſchrecklichen Favoritin ſtets zitterte, antwortete, ſie wolle einem ihrer kranken Dienſtboten eine Bouteille Wein bringen. Darüber wurde die Herzogin ſehr zornig und ſie rief, das ſei ein Eingriff in die Verrichtungen ihrer Stellung, und nun erhob ſich zwiſchen den beiden Damen ein Zank, von dem ſich nur der eine Vorſtellung machen kann, der die Anti⸗ chambre und das Boudoir, dieſen Theil der geheimen Geſchichte


