Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
607
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Jahrg.

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Otto Banck.

Trausatlantiſche Romane. Antinahuel, der Au⸗

cashäuptling, eine araucaniſche Erzählung von Guſtav Aimard. Aus dem Franzöſiſchen, Leipzig bei Ernſt Koll⸗

mann. 1859.

Für den erſten Augenblick wird es Ihnen unwahr⸗ ſcheinlich vorkommen, ariſtokratiſch, ſtabil und für Kind und Kindeskind eingerichteter und in der bürgerlichen Ordnung feſt engagirter Freund, aber dennoch iſt es eine Thatſache: Faſt jeder Menſch wäre gern einmal, wenigſtens auf kurze Zeit, ein Robinſon, wenn er nur gleich auf be⸗ queme und ungefährliche Weiſe einen Seeſturm, ein retten⸗ des Eiland und einen Freitag finden könnte. Es gibt der Robinſonaden ſo viele, auf die Form kommt es nicht an, und in jeder landeultivirenden oder entdeckungsreiſenden transatlantiſchen Exiſtenz ſteckt ein Stück davon. Aber etwas Urwald, unbekannte Naturwunder, ſeltſames India⸗ nerthum, Jagdabenteuer und bunte Zofälligkeiten, Gefah⸗ ren, Muth, Kampf und Glücksfälle, das gehört nun ein⸗ mal zur Grundpoeſie des Menſchenherzens und macht ſeine Anziehungskraft immer wieder geltend.

Man würde gewaltig irren, es bloß eine Romantik für Kinder oder für die Jugend zu nennen. Nein, es iſt die Hauptromantik für die Menſchheit überhaupt, weil es der Phantaſie, der vorzüglichſten materiellen Befruchterin und Verjüngerin des Geiſtes, das blühendſte Feld gewährt. Ja, und mehr und immer mehr noch iſt es, als dies, denn nicht nur der Einbildungskraft bietet es den größten Spielraum, ſondern wohlzumerken allen tüchtigſten Kräf⸗ ten der Seele und des Leibes im Allgemeinen. Nicht allein ſeine phyſiſchen und techniſchen Kräfte entwickeln kann der Menſch auf jenem unberührten, noch von krankhaften Ueber⸗ lieferungen unverdorbenen Boden; ein höheres Ziel iſt in ſeine Hand gegeben: Enkel einer hieſigen Bildung und Ahn künftiger Sproſſen zugleich, kann er wahrhaft pro⸗ duciren, ſich als ſchaffend erweiſen, indem er als echter

ethiſcher Culturkünſtler den Segen für werdende Geſchlech⸗ ter bereitet.

Dies iſt zwar nicht ſo rein geiſtig und idealiſtiſch, als ſich in einer einzelnen Branche der Kunſt zu bethätigen, aber es iſt rein menſchlicher und deswegen größer und

Dritte folge.

zu ſehn, überhaupt ein Werdendes zu erblicken und mit ſeiner Theilnahme zu begleiten, dieſe innerliche Cultur⸗ freude iſt es auch, welche im gebildeten europäiſchen Pub⸗ lieum die Neigung für alle überſeeiſchen Schilderungen aufrecht hält und ihren beſſeren Nahrungspunkt bildet. Der Feſtgebannte, Zurückbleibende will wenigſtens im Geiſte dem Fortwandernden folgen und die Freuden und Leiden ſeiner Antipoden und ihrer fremden Welt durch das treue Fernrohr der Beſchreibung anſchauen. So iſt denn dieſe Neigung, abgeſehen von aller Wißbegier, in ihrem tiefſten Kern eine ſittliche.

Deshalb ſollten aber auch die Schriftſteller, gleichviel ob ſie Romane oder Reiſewerke liefern, die Schilderung dieſer Dinge gleichfalls als eine ſittliche Aufgabe betrachten und ihre Leſer nicht durch bunte, farbige Gläſer blicken laſſen, die mit abſichtlichem Sinnentrug Täuſchung und Unwahrheit verbreiten.

Wie aber erfüllt die Literatur dieſe ernſte Miſſion? Mit ſtärkſter Untermiſchung derjenigen Frivolität, welche in allen Sphären ihr freches Speculantenweſen treibt.

Wenn müßige Autoren ihren Pegaſus jenſeit des Oceans umherſchweifen laſſen, um uns ungereimte Dinge zu erzählen, und wenn ſie dabei weder ſelbſt aus Europa hinweg kamen, noch gründliche Studien über jene Gebiete machten oder Originalvorlagen benutzten, ſo wird dieſe Albernheit bald an den Tag kommen und ſie verdienen nur, mitleidig ausgelacht zu werden. Wenn aber andere, die das Terrain in der That genau genug kennen, gerade dieſe Specialkenntniß mißbrauchen, um ihre baxocken Lü⸗ gen und Verdrehungen möglichſt zu verdecken und die armen Leſer durch kleine Zeugniſſe werthloſer Art über⸗ reden wollen, daß die größern, wichtigern Umſtände, die ſie berichten, gleichfalls der Wirklichkeit entnommen wären, ſo müſſen ſolche Fälſchungen neben den vielen tüchtigen Schriften von wiſſenſchaftlichen Männern das öffentliche Urtheil unſicher machen. Dieſe unſaubern Romanſchrift⸗ ſteller entſchuldigen Alles mit der Nothwendigkeit poetiſcher Abrundung. In ſolchen Alles umſtürzenden Fällen heißt aber eigentlich licentia poëtica nichts weiter, als ſelbſtappli⸗ cirte Fünfundzwanzig auf die moraliſche Rückſeite! Und haben endlich ihre Darſtellungen Abrundung und poe⸗ tiſche Geſtaltung? In der Regel nicht die mindeſte!

Welche Unmaſſe von Büchern taucht in ſolcher Art gegenwärtig empor! Beſonders geben die Franzoſen den leichtſinnigſten Ton an, und viele Deutſche folgen gern nach,

folgereicher allzumal. In dieſem Bewußtſein, in dieſer er⸗ hebenden Hoffnung liegt der verborgene edlere Antrieb, der außer politiſchen und pecuniairen Zerwürfniſſen ſo viele beſſere Menſchen zur Auswanderung bewegt und ihre See⸗ len in allen Stürmen aufrecht hält, wenn ſie ſich auch oft hierüber ſelbſt nicht klar ſind. Tauſenden iſt mehr nach außen greifende Thatkraft gegeben, als ſie in den gewöhn⸗ lichen Verhältniſſen zu verwerthen vermögen, und dieſe Thatkraft entfalten zu können, treibt ſie ein dunkler Drang, den man ihnen mit dem WorteUnzufriedenheit nur ſehr falſch und zu ihrem ſittlichen Nachtheil maskirt, um dem unbekannten, ja verkannten Kinde einen Namen zu geben. Derſelbe Wunſch, daſſelbe Gefühl, ungeahnte Gegen⸗ den, Menſchen und Zuſtände kennen zu lernen, eine Hütte, ein fruchttragendes Feld, eine geſunde menſchliche Ordnung und Geſittung ſich der erſten Wildniß abringen

während die Engländer immer mehr zur genauen, treu⸗ langwierigen Objectivität incliniren. Die Nordamerikaner endlich ſtanden dem Terrain zu nahe, um ihren Landsleuten das Abnormſte aufbinden zu können. Jedoch an unnützen Uebertreibungen und falſch idealiſirenden Verſchönerungen haben ſie es auch nicht fehlen laſſen, und Waſhington Irving, Cooper und andere ihrer Claſſiker ſind ihnen hierin tapfer vorangeſtiegen. Auch wurde ihnen dies leich⸗ ter, denn zu ihrer Zeit war noch wenig Kenntniß ihrer Länder verbreitet und das poetiſche Aufſchneiden gehörte mit zum Act der erſten Neulingsfreude.

Zu den allerabenteuerlichſten Büchern über Amerika gehört das vorſtehendeAntinahuel, ja man kann es faſt typiſch für dieſe Gattungenennen. Es herrſcht durch Un⸗ wahrheit darin ein ſo verworrenes Dunkel, daß ſich ſelbſt