Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
605
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J 4 Jahrg.

längere Zeit Plateau vor⸗ keit und mit een ſich nicht gleichſam der

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Das Unglück , dennoch habe weshalb gerade darauf nur die nterwerfung

C.

Nr. 38.)

gegen beide Theile geweſen ſein, hätte man das ſich ent⸗ ſpinnende Geſpräch durch eine gewaltſame Unterbrechung abſchneiden wollen.

Das Haus des Murmura, o köſtliche Reliquie! Das Haus des Murmura war eine Norm der römiſchen Häuſer überhaupt. Jener war ein römiſcher Ritter und gewann in Gallien, wo er von Cäſar bei den öffentlichen Arbeiten als Director angeſtellt war und ungeheures Geld ver⸗ diente. Er ließ das erſte wahrhaft köſtliche Gebäude auf⸗ richten. Nun denken Sie ſich dies Haus, denken Sie ſich überhaupt alle Paläſte jener Ariſtokraten ungefähr ſo. Bei dieſen Worten reichte er der Dame einen Feldſtuhl, welchen er unter dem Arme hielt; ſie ſetzte ſich darauf, er ließ ſich auch auf der Erde nieder und die Andern folgten mit ver⸗ ſchiedener Stimmung ſeinem Beiſpiel.

Ein freier Platz befand ſich zwiſchen der Straße und der Fronte des Hauſes; auf ihm ſtand die Bronzeſtatue des Eigenthümers. Ein Doppelthor führte durch den Hof und zu der innern Thür, und angefeſſelt neben ihr lagen ein Sclave und ein Hund, als Pförtner. Durch dieſe Thür hindurch ging's durch einen zweiten Hof, viereckig mit Säulenhallen, in der Mitte ein Marmorbecken für Regenwaſſer. An Frescogemälden fehlte es nicht ringsum.

Familiennachrichten; ein Zimmer mit Statuen der Ahnen D 7

wo Unterſchriften ihren Ruhm verkündeten. Dann die

Feſtſäle. Denken Sie ſich, dieſe wurden für die verſchiede⸗

nen Jahreszeiten eingerichtet. Jeder Saal war nach einem Gott benannt. Die Feſtſäle für den Winter, nach Weſten

gelegen, hatten Bettſtellen mit Gold und Elfenbein ver⸗ Die des Frühlings und Herbſtes, nach Oſten ge⸗

ziert. legen, waren mit Gold und Schildpatt geſchmückt, die des Sommers, nach Norden zu, zierte weißes Abornholz, ſchwarze Ceder und Silber. Die Kiſſen der Matratzen waren von Seide und Purpur in Babylon verfertigt, köſtliche Zeichnungen darauf, inwendig Schwanenflaum,

Dritte folge.

An dieſen Hofraum grenzten andre Räume, das Archiv für V f der andern am Spieß

und ſie koſteten oft dreißigtauſend Thaler. Die Tiſche hatten Füße von Elfenbein, Silber oder Erz und köſtliche Schnitzwerke, ausgelegt waren ſie mit den merkwürdigſten Hölzern. Aſinius und Cicero kauften ſolche Tiſche, und zahlten dafür über ſechzigtauſend Thaler. Ein anderes Gemach, zum öffentlichen Empfang beſtimmt, ſtand durch zwei große Gänge mit der innern Wohnung der Familie in Verbindung. Dieſe war noch reicher ausſtafftrt. Ein Säulengang umſchloß einen Hofraum, koſtbare Steine waren in allen Gemächern und beſonders in den Boudoirs der Frauen, und ich mag nicht reden von der Bibliothek, den Bädern der Baſilika und endlich den Schlafgemächern. Der ganze obere Theil des Hauſes wurde endlich durch eine Terraſſe geſchmückt. Und nun erſt die Feſtmähler in dieſen Häuſern! Ja, Ruinen zu beleben, das iſt eine Erfriſchung! Die Gäſte breiteten ſich auf den Betten in den Feſtſälen wohlgefällig athmend aus, denn die Kiſſen waren mit Ro⸗ ſenblättern beſtreut. Der Vorſchneider zerſchnitt, der Ver⸗ ſucher koſtete, und die Austheiler trugen die Speiſen auf goldenen Schüſſeln herum. Köſtlicher Wein floß den Mundſchenken aus den Krügen; junge, ſchöne Sclaven jagten mit Myrthenzweigen die Fliegen fort und die Gäſte werden beſonders dann ſehr belebt, wenn feine Köche ganze Thiere ſo zugerichtet und auf die Tafel gebracht haben, daß ſie auf der einen Seite gekocht, auf

gebraten ſind. Endlich kommt die Nacht, durch Lampen und Fackeln erleuchtet, Muſik ertönt, die reizendſten der Sclaven und Sclavinnen führen Tänze aus, die Ehre des Hausherrn wird beſungen und durch Fechtſpiele wird endlich das Mahl beendet.

Man durfte jetzt glauben, der Redſeligkeit des Frem⸗ den enthoben zu ſein, aber ohne irgend eine Pauſe fuhr er fort:Wohl hundert und zehn bis hundert und dreißig Domeſtiken bedurfterein ſolches Haus von gutem Ton in Rom. Was aber auch hatten dieſe Menſchen für Gold! Jeder Ritter erhielt 14,000, jeder Senator 36,000 Tha⸗

Betrachtet die Sonne recht genau, ſagte er zu ihm. Der Mönch richtete ſeine Augen auf das glänzende Geſtirn, beeilte ſich aber ſogleich, den Kopf umzudrehen.

Betrachtet doch die Sonne! Betrachtet ſie länger! Richtet Eure Augen auf dieſelbe. Ich bedarf Eures Raths und Eurer Meinung; denn ich habe die Abſicht, eine Abhandlung über die Natur der Sonne zu ſchreiben.

Ihr wollt alſo, daß ich blind werden ſoll? Weil ich die Sonne nur ein wenig angeſehen habe, ſo bin ich ſchon geblendet; ich ſehe nichts mehr und ich werde faſt toll. Euer Plan⸗ iſt un⸗ ſinnig! Wer könnte die Natur der Sonne begreifen, die man nicht einmal anſehen kann?

Und Ihr wollt doch Gott und die Seele begreifen! rief Gerſon.Das Werk erdrückt Euch und Ihr haltet es für mög⸗ lich, den Werkmeiſter zu begreifen! C.

Zur Schilderung der garde⸗Zuaven. Ueber dieſe bekannten Truppen ſchrieb man der Neuen Preuß⸗

Zeitung ſchon vor langer Zeit, was abermals ſehr treffend iſt: Wenn Jemand geſagt hat,mit dieſen Leuten könne jeder Schnei⸗

Irdie Welt erobern, ſo hat er damit ein Gefühl ausgeſprochen, das Jeden beſchleichen wird, der dieſen Truppen zum erſten Male Sie ſind das volle Gegentheil von dem, was Fallſtaff Wenn andre Truppen durch ihren Jeder Es ſind Cha⸗ Mann, und die Leichtigkeit, 4

eegegnet. Kanonenfutter genannt hat. Geſammtkörper wirkten, ſo wirkt hier das Individuum. Gnzelne beanſprucht eine Bedeutung und hat ſie. räkterköpfe vom erſten bis zum letzten

um nicht zu ſagen Grazie, mit der ſie die Waffen tragen und dem Klange der Muſik im Geſchwindſchritt folgen, muß Jeden bezau⸗ vern, der ein Auge und ein Intereſſe für militäriſche Schauſp iele hat. Aber wenn ich ſagen wollte, daß mir wohl geworden wäre beim Anblick dieſerCharakterköpfe, ſo müßte ich lügen. Der ſchließende Unterofficier trug einen kleinen Karabiner, deſſen Lauf ſicherlich nicht länger war, als ſein rother, lang herunterhängender Bart; aber dieſe affectirte Kleinheit der Waffe machte durchaus einen peinlichen Eindruck, und das Karabinerchen ſah aus, wie ein ſpitzes Stilet unter breiten ehrlichen Schwertern. Dieſe Zuaven, was ſind ſie? Sie ſind der Typus, die Quinteſſenz des franzöſi⸗ ſchen Weſens. In ihren Muth miſcht ſich glaubens- und herzens⸗ leere Frivolität, die ſie mit einem Witz oder einem Fluch auf der Lippe ſterben läßt, und jene vielgerühmteGutmüthigkeit, die den Einen oder Andern antreibt, ein Kind zu wiegen, oder ihm die Flaſche zu geben, geht Hand in Hand mit der ganzen Selbſt⸗ ſucht und Rückſichtsloſigkeit des Verführers. Freuen wir uns dieſerBlüthe der Armee, ſo lange wir ſie im leichten, eleganten Schritt über den Platz der Tuilerien hinmarſchiren ſehn; aber bewahre uns Gott in Gnaden vor ihnen, wenn die Grenze keine Grenze mehr iſt, und bei dem Spiele der Schlachten unſere Würfel ſchlechter fallen, als die des Gegners! 1

Worte für Welt und Haus. Die Erinnerung iſt das Mondlicht, welche unſere vergange⸗ nen Tage zurückwerfen. Je finſtrer uns die Sonne des Lebens ſcheint, je hetler leuchtet jener wehmüthige Schein.