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Dritte Folge.
„Es iſt von Edmond,“ bemerkte Durand, deſſen Ge⸗ warten ſollen? Wo hätte er in dieſem literariſchen Bagno,
ſchicklichkeit, jede Handſchrift auf den erſten Blick zu erken⸗ nen, mindeſtens der, welche er ſich im Federſchneiden er⸗ worben hatte, gleichkam.
„Schickt er uns endlich unſern ſagte Vater Poireau;„ich hatte ihm dit eröffnet, und ich fürchte, daß er die Summe, von ihm bei uns ſtand, überſchritten hat.“
In dieſem Augenblicke ſtieß Roſe einen leiſen Schrei aus und verlor das Bewußtſein. Der Brief, den ſie geöff⸗ net in der Hand hielt, eutfiel ihr; ein goldener Reif rollte auf die Erde; Poireau erkannte den Ring wieder, der ſeit der Abreiſe Edmond's von dem Finger ſeiner Tochter ver⸗ ſchwunden war.
Dieſelbe Poſt brachte die in allen Blättern wieder⸗ holte Nachricht von dem Selbſtmorde eines jungen Dich⸗ ters, Edmond Bian, wohnhaft in der Rue des Mathurins, IHloôtel de Claire-Fontaine. Acht Tage gaben alle Zeitungen das Nähere über dieſen„vorzeitigen und be⸗ klagenswerthen Tod.“. Es war die Wiederholung der traurigen Komödie, die ſchon auf den Gräbern von Escouſſe und Lebras geſpielt hat.
Der berühmte Mann, an den ſich Edmond in ſeiner äußerſten Noth gewandt hatte, veröffentlichte eine Auswahl aus den Dichtungen des„jungen, unglücklichen Bian.“ In der Vorrede, mit welcher er die Ausgabe begleitete, fand ſich folgende Stelle, welche die Runde durch alle Journale machte:
„Er iſt geſtorben wie Cato, weil er an der Republik der Künſte und Wiſſenſchaften verzweifelte; er iſt geſtorben, weil er um ſich herum Erniedrigung der Künſte, Gering⸗ ſchätzung der Künſtler, die Gleichgültigkeit des großen Haufens ſah. Das Leben hat ihm das Herz abgedrückt, er hat es von ſich geworfen wie ein ſchmutziges, abgetrage⸗ nes Kleid. Er hat Recht daran gethan! Was hätte er von der Geſellſchaft, in die ihn der Zufall geworfen hatte, er⸗
wo alle Reputationen immer zwei und zwei zuſammen ge⸗ ſchmiedet ſind, und ſich unter einander bekriegen und be⸗ ſtehlen, eine Freundeshand gefunden, die er hätte drücken Rechnungsabſchluß?“ können? Bian's Genie bei Dupont einen Cre⸗ händler zu verkaufen, und ſein Geiſt nicht von denen, die die noch ſich, nach der Schablone der Mode zugeſchnitten, feil bieten.
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war zu ſtolz, um ſich einem Buch⸗
Er hätte in dieſer fabrikmäßigen Literatur, in der die Ge⸗ danken nach dem Muſter von baumwollenen Strümpfen gearbeitet werden, wie Andere leben können. Er hätte den Leidenſchaften des Augenblicks ſchmeicheln, und ſie mit ſchlauer Berechnung zu ſeinen Gunſten ausbeuten können; aber Bian hatte die Kunſt zu hoch geſtellt, um ſie zu dieſen irdiſchen Zwecken herabzuziehen. Seine Miſſion war ihm zu heilig, als daß er aus ſeinem Gewande eines Hohen⸗ prieſters der Zukunft ein erbärmliches Carnevalskleid hätte machen mögen. Gehe man an ſeinem Grabe vor⸗ über und ſpreche:„Er war toll!“ Schon gut! Er iſt jung geſtorben; die Welt hat nicht Zeit gehabt, ihm ihr gewöhn⸗ liches Maß Spott und Hohn zuzumeſſen; hole ſie das Verſäumte an ſeiner Leiche nach! aber den Ruhm ihm! Denn er war ein Märtyrer, der geſtorben iſt, weil er die Künſte aus ihrem Verfall retten wollte!
„Wie dem auch ſei, hier iſt ſein Buch. Ich habe es aus einer reichen verworrenen, wie eine entblätterte Roſe zerſtreuten Maſſe von Dramen, Gedichten, unvollendeten Romanen zuſammengeſucht. Ich habe es Stück für Stück herſtellen müſſen. Für den, der den Autor gekaunt, ſeine Hand gedrückt, ſeine Stimme gehört, fürwahr, eine ebenſo ſchmerzliche wie ſüße Arbeit! Ich habe ſie dennoch vollen⸗ det wie einen letzten Liebesdienſt, den ich einem befreunde⸗ ten Andenken leiſtete. Nachdem ich vergeblich das Leben des Dichters rheitern, ihn zu ermuthigen, ihn in ſeiner Laufbahn zu fördern verſucht hatte, kam es mir vielleicht zu, ſeine ruhmvolle Grabſchrift zu ſchreiben, und das thue ich denn hier.“
doch man weiß, es geſchieht aus keiner blutdürſtigen Abſicht, vielmehr bloß zum— Staat,„ſchauderhaft anzuſehn.“ Und doch liegt in dieſer widerlichen Mode ein ſehr ſchlagend gewähltes Wahrzeichen nobler Unthätigkeit, denn zu glauben, daß Jemand mit ſolchen Fingern arbeite, wäre ebenſo lächerlich, als wollte nun einen Mann mit hölzernen Beinen für eine Botenfrau halten.
Es ſei den intereſſanten Raiſonements Rudolph's noch eine Beobachtung hinzugefügt. Ohne den Neueren entgegentreten zu
wollen oder die Kunſtfertigkeit des Mittelalters gering zu ſchätzen,
glaube ich doch, die antike Hand für die geſchickteſte halten zu müſſen. Ich habe mit einem Freunde antike griechiſche Stein⸗ ſchnitte von großer Schönheit durch's Hydrooxygengasmikroſkop tauſend bis fünftauſendmal vergrößert und bei dieſer Vergrößerung ſtellte ſich heraus, daß die gegenſeitigen Verhältniſſe der einzelnen Theile unter einander von der ſtrengen Richtigkeit durchaus nicht abwichen. Selbſt Arbeiten aus der Zeit der Brüder Pichler oder Marchand's hielten dieſe Probe nicht aus. Bedenkt man nun,
daß, wenigſtens ſo viel wir wiſſen, die alten Egypter, Griechen
und Römer die Loupe noch nicht kannten, und erwägt man ferner,
daß unſer menſchliches Auge ſchwerlich an Schärfe verloren hat,
6z. B. im ſiebzehnten Jahrhundert ſchrieb ein Niederländer auf einen polirten Ducaten das Vaterunſer neunmal auf die eine Seite, und ein Anderer ſchrieb es zwölfmal auf die andre Seite und noch einmal auf den Rand mit bloßen Augen, um ſeinen Vorgänger zu übertreffen), erwägt man dies Alles: ſo kann man die künſtleriſche Genauigkeit, mit welcher die antike Hand gear⸗ beitet hat, gar nicht faſſen. O. B.
Der Pedlar. Roman aus dem amerikaniſchen Leben von Otto Ruppius. Berlin, Franz Duncker. 1859.
In einer Ankündigung heißt es, von dieſem kleinen einbän⸗ digen Romane wären in Amerika binnen ſechs Wochen 25,000 Eremplare abgeſetzt, und es dürfte ſich wahrſcheinlich für Deutſch⸗ land ein gleiches Reſultat ergeben. Wir haben kein Recht, den
ſtarken Abſatz in Amerika anzuzweifeln; aber zu dem Wunſche,
daß es bei uns eben ſo gehe, dazu hat wieder nur der Verleger ein Recht und zwar ein ſehr gegründetes. Schon der Autor entbehrt es, wenn er unparteiiſch ſein will, denn es wäre ſehr traurig, ein ganz hübſches, aber noch ſo ſkizzenhaftes und wenig vollendetes Buch ſo übertrieben gangbar werden zu ſehn, während die meiſten ganz tüchtigen andern Romane ſelten die dritte Auflage erleben. Bei allem herzlichen Glückauf lebe doch in der Literatur die Ver⸗ hältnißmäßigkeit, und wir wollen über dieſen Ausdruck nicht wie der Berliner Tiſchler im Feſt der Handwerker wehmüthig werden. Man ſieht mit Vergnügen, wie der Autor in den amerikani⸗ ſchen Verhältniſſen heimiſch iſt, und die Art, ſie zu ſchildern, iſt treffend und bündig. Beſonders iſt die Gerichtsſcene voll Wahr⸗ heit. Die Verflechtung der Romanfabel ſelbſt iſt zwar léger und nicht voll der gewöhnlichen Unwahrſcheinlichkeiten, aber es wird noch Zeit haben, bis man darin die kunſtgeübte Hand des Poeten erblickt. Jedenfalls iſt der Verfaſſer auf einem lobens⸗ werthen Wege, indem er ſich kurz faßt und ſeine lebendige Phan⸗ taſie in breiten Ausführungen beſchränkt. O. B.
Schaffy mit einem Prolog von
Die Lieder des Mirza⸗ mit einem Prolog Decker'ſche Geheime Hofbuch⸗
Friedrich Bodenſtedt. Verlin, druckerei, 1859.
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