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Nr. 38.)
hätte, bemerkt worden, und das Alles war gewiß geeignet, das Mitleid der Glücklichen zu erregen! Aber was küm⸗ merte die Glücklichen der junge Menſch im Höôtel de Claire⸗ Fontaine? Und dann, wen würde es bewegt haben, wenn er erzählt hätte, wie viel grauſame Enttäuſchungen ihn ſeit einem Jahre betroffen hatten? Wer hätte Bedauern em⸗ pfunden über die vielen erfolgloſen Schritte, Briefe ohne Antworten, Verſprechungen, die eben Verſprechungen ge⸗ blieben waren? Stellten doch ſo Viele, eben ſo wie er, dieſe Jagd nach Ruhm an, ſtreckten, wie er, die Hände nach den Thüren der Journaliſten und Verleger aus! Wen kümmerte es, zu wiſſen, daß unter dieſer Menge Bettler um Ruhm ſich Einer befand, der ſtolzer und verletzbarer war, der, müde der Abweiſungen, die Arme kreuzte und ſi eine Ver⸗ zweiflung hüllte? Hatten nicht Alle f ngeſungen? Hatten nicht jetzt ſehr berühmte Leute Schande getrunken, wie Waſſer, als ſie, noch unbekannt, mit geſenktem Auge und den Hut in der Hand, von Herausgeber zu Heraus⸗ geber gingen, ihr Manuſeript anzubieten, wie Handlungs⸗ diener ihre Proben? War das nicht der Brauch? Weshalb ein Loos beklagen, dem Alle unterworfen waren?
Und der junge Mann hatte auch lange geſchwiegen. Endlich, zum Aeußerſten gebracht, faßte er den Entſchluß, ſich an einen Dichter zu wenden, deſſen Berühmtheit als Schriftſteller und allgemeiner Ruf wohlwollender Geſin⸗ nung Edmond hoffen ließ, er werde ſeine Lage begreifen können.
Er ſchrieb ihm, um ihm nachdrücklich ſeine Leiden zu ſchildern. Sein Brief, voll von einem edlen und würdigen Schmerze, ſprach von den raſtloſen, aber vergeblichen An⸗ ſtrengungen, die er, der arme, in ſeiner Dunkelheit, wie Joſeph in ſeinem Brunnen eingekerkerte Provinziale, der keine Hülfe, ihr zu entfliehen, finde und umſonſt eine be⸗ freundete Hand ſuche, gemacht hatte; er ſchloß, indem er um eine Unterredung und um die Erlaubniß bat, einige Verſuche mitbringen zu dürfen.
Dritte Jolge.
Eine ganze Woche verſtrich ohne Antwort. Endlich, am achten Tage, empfing der junge Mann ein Billet,
welches ihm eine Zuſammenkunft auf den folgenden Tag
bezeichnete. Zur feſtgeſetzten Stunde machte er ſich zu dieſer Unterredung, die ſein Schickſal entſcheiden ſollte, auf den Weg.
O! glücklich der, welcher niemals in der Erwartung einer dieſer Beſuche, auf die er ſeine letzte Hoffnung ſetzte, gezittert, niemals die Minuten in erſtickender Angſt ge⸗ Zählt, nicht beim Anblick einer Thür einen kalten Schauder empfunden, und ihren Drücker ergriffen hat, wie einen Duelldegen, nicht wiſſend, ob Sieg oder Tod das Ende ſein würde! Ach, die Meiſten von uns mußten dieſe bittre Stunde, wo unſer Geſchick ſich zwiſchen zwei Verbeugungen entſcheidet, koſten; die Zukunft beinahe aller Menſchen wird auf eine Viſitenkarte geſetzt!
Der berühmte Mann empfing den jungen Mann mit Wohlwollen; Beide nahmen einander gegenüber Platz.
„Ich habe Ihren Brief geleſen,“ ſagte der große Schriftſteller,„er hat mich gerührt. Auch ich habe die Hin⸗ derniſſe kennen gelernt, welche die erſten Schritte eines Autors umlagern, und ich fühle mich glücklich, wenn ich ſie einem Anfänger weniger peinlich machen kann. Laſſen Sie ſehen, was verlangen Sie von mir?“
„Zuerſt, daß Sie mich beurtheilen. Habe ich mich in der Bahn, die ich eingeſchlagen habe, getäuſcht, ſo iſt damit Alles geſagt; aber ſollte ich im Gegentheil zu Etwas beru⸗ fen ſein, ſo verlange ich die Mittel, zeigen zu können, was ich zu leiſten vermag.“
„Ich zweifle keineswegs an Ihrem Talent; Sie haben mir, glaube ich, von einem Drama geſchrieben, das Sie zur Aufführung bringen möchten?“
„Hier iſt es.“
„Es iſt ſchwer, mein Herr, bei dem Theater zu reüſſiren; ich ſelbſt empfinde tagtäglich die Schwierigkeiten. Und dann die Journaliſten, o! die Journaliſten ſind die Vampyre in
Menſchenleben. Kurz nach ſeiner Vermählung wurde Hoche in dem Augenblick, wo er den Oberbefehl über das franzöſiſche Heer in Italien übernehmen wollte, auf Befehl des Sicherheitsaus⸗ ſchuſſes verhaftet. Die Gensdarmen, welche beauftragt waren, ihn nach Paris zu bringen, machten ihm den Vorſchlag, ihn entwiſchen zu laſſen. Er verweigerte das, weil er, trotz nur allzuvieler Beiſpiele, die ihn hätten enttäuſchen können, glaubte, ſeine Unſchuld und ſein Ruhm würden, obſchon Saint⸗Juſt und Lebas ſeine Ankläger waren, ihn leicht freiſprechen laſſen. Als er indeſſen durch den Saal ſchritt, der vor dem des Sicherheits⸗ ausſchuſſes war, begriff er, daß er verurtheilt ſei. In der Conciergerie eingeſchloſſen, wurde er daſelbſt in Geheimhaft ge⸗ halten. Kaum erhielt ſeine Familie durch die Papierſtreifen, auf denen er ſie um Wäſche und Kleidungsſtücke bat, Nachrichten von
ſeiner Exiſtenz. Madame Hoche ſah auch ihren Vater und mehrere
ihrer Oheime in Verhaft bringen; ja ſie mußte ſogar ſich den Vor⸗ wurf machen hören, daß ſie Briefe eines Geächteten bei ſich führe, und doch war dieſer Geächtete ihr Gatte. Der neunte Thermi⸗ dor rettete ſie Alle. Bekanntlich iſt Hoche's ſchönſter Ruhm, durch ſeine Waffen und durch einen ebenſo geſchickten wie großmüthigen Verſöhnungsgeiſt der Pacificateur der Vendée geworden zu ſein, welche Aufgabe er kurz nach ſeiner Befreiung aus dem Gefängniſſe ſich übertragen ſah und die er ſo rühmlich loſte. Madame Hoche folgte ihm bis Rennes und blieb bis zur Expedition nach Irland in der Bretagne. Den Winter von 1796 zu 1797 verlebte ſie mit ihrem Gatten in Paris und bald nachher ſah ſie ihn berufen, den Oberbefehl über die Sambre⸗ und Maasarmee zu übernehmen, in welcher Stellung er ſich bei Neuwied durch ſeinen Rheinübergang und in den Gefechten bei Ukerath und Altenkirchen neue Lorbeeren
zu erwerben verſtand. Eben befand er ſich auf dem Marſche nach Wien, als die in Leoben abgeſchloſſenen Friedenspräliminarien ihm Stillſtand geboten. Im Innern unterſtützte Hoche, welcher der Sache der Republik treu blieb, das Directorium. Die Nachricht von dem 18. Fructidor erfüllte ihn mit Freude. Madame Hoche erinnerte ſich noch ſehr lebhaft der Nacht, wo ihr Gemahl in dem fürſtlichen Schloſſe zu Neuwied die Nachricht von dem Erfolg der Ereigniſſe in Paris erwartete. Er war bereit, mit ſeiner Gattin und ſeiner noch in der Wiege liegenden Tochter ins Exil zu gehen. Zum Kriegsminiſter ernannt, konnte Hoche dieſe Stellung nicht übernehmen, weil er das dazu von der Conſtitution vorgeſchriebene Alter noch nicht erreicht hatte. Um ſeine Ergebenheit zu belohnen, vereinigte das Directorium die beiden Armeen der Sambre und Maas und des Rheins unter dem Namen„deutſche Armee“ in eine und übertrug ihm den Oberbefehl über dieſelbe. Es war dieſes das größte Commando während der Zeit der Republik.
Der Tod näherte ſich dem General Hoche, ohne daß er, noch ſeine Gattin an ſein nahes Ende glauben konnten. Ein trockner und oft wiederkehrender Huſten, nervöſe Krämpfe und dann ſchreck⸗ liche Schmerzen folgten ſich ſchnell. Er wollte ſeine Arbeiten nicht unterbrechen und ſagte zu ſeinem Arzte:„Geben Sie mir eine
ſeiner Krankheit beſiegt, mußte er ſich am 17. Sept. 1797 in Wetzlar legen, wo er am folgenden Tage unter den größten Schmerzen und, wie man ſagt, an dem Gifte, das das Directorium iont heimlich hatte beibringen faſſen, im Alter von 29 Jahren im vollen Glanze ſeines Ruhms, in der ganzen Kraft ſeines Alters und in der Blüthe ſeiner männlichen Schönheit ſtarb.
Von dieſem Augenblick an war das Leben der Madame
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Arznei gegen die Ermüdung, doch nicht für die Ruhe.“ Von
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