Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
599
Einzelbild herunterladen

öte, ich da⸗ bürde. ſchrieben in de, die die es wäͤre te Liebe in daß unſere

51

.

mit ernſter, müſſen wir

mond, mein

ens für eine c zuvor ein ein Vort, ehmen kann, abe Mitleid erden wird, Pläne, alle n mir jetzt mit. Ja, a Gtab voll ein einziges hliebe Dich;

ſeinen Koyf u. Plötlich ihn.

ſchmehende Tage, an

, ja, mein

g als die iom ausgebildeles daß kein ein⸗ a mit Klagen nd daß Julius abe, um eine

erlichen Bidem ſes, follten die aubten Bäume nik ſ geworden ein ganz andkes rrlichkeit des und Elle Pald beſteht. ttelalterlichen ftliches Auge 1s dem Walde varen und A im Volksliede

ern be⸗ Feld die 6 11 ie Rodungel⸗ die Rod⸗ land⸗

Ich.

Nr. 38.)

Ganz Dir!

Der junge Mann preßte die Hände ſeiner Couſine an ſeine Lippen; er fühlte das Käſtchen eines Ringes, den Roſe einſt von ihrer Mutter erhalten, und den ſie immer getragen hatte. 4 V

Gib mir den Ring, ſagte er,als Andenken an dieſe Stunde. Seit Deiner Kindheit iſt er an dieſer Stelle; er wird mir von Dir erzählen.

Roſe ſtreckte die Hand aus, und ließ den Ring in Ed⸗ mond's Finger gleiten.

Er küßte ihn mit Inbrunſt.

Er wird mich nicht verlaſſen. Dies iſt das Pfand der Hochzeit unſrer Seelen. Er wird mich in meiner Ein⸗

ſamkeit daran erinnern, daß fern, fern in der Bretagne, ein Weſen iſt, das mich liebt und mich ver bine Frau,

die mich in ihr Gebet einſchließt. Und ſiehſt Du, Roſe, fügte er hinzu,wenn mir jemals das Leben zu ſchwer würde, werde ich Dir dieſen Ring zurückſenden; das iſt das Zeichen, daß wir uns im Himmel treffen wollen.

Ja, Edmond, und Du ſollſt nicht lange auf mich warten.

Sie hatten ſich eng umſchlungen und konnten vor Schluchzen nicht weiter ſprechen.

Es ſchlug ſieben Uhr.

Das Geräuſch einer ſich öffnenden Thür ließ ſie ſich ſchnell aufrichten, und Durand trat in das Zimmer. Er kam, um dem jungen Mann zu ſagen, daß der Gepäckträger auf ihn warte.

Zehn Minuten ſpäter rollte Edmond auf der Straße nach Paris..

Die Reiſe hatte nichts Bemerkenswerthes. Es war Kein raſendes Fieber mit allen ſeinen unzuſammenhängenden und bizarren Träumen. Am zweiten Tage fuhr Edmond empor beim Ausruf eines Reiſegefährten:Da iſt Paris!

Und wirklich begann die große Stadt unter ihrem

Nebeldache ſichtbar zu werden. Es war Paris, dieſe un⸗ geheure Voltaiſche Säule, deren bloße Berührung erſchüt⸗ tert; Paris, Frankreichs Gehirn, das immer glühend kocht und von Arbeit raucht; ein ungeheurer Kopf, der mit ſeinem Uebergewicht einen ausgemergelten Körper zu Bo⸗ den drückt; ein Schädel, der ganz kahl iſt von Ermüdung und Ausſchweifung.

Edmond fühlte ſein gepreßtes Herz ſich heben, als er ſich dieſem intellectuellen Vulcan, auf den er jetzt ſeinen Fuß ſetzen ſollte, näherte, und für einen Augenblick wandte er ſich aus Neugier dem Leben wieder zu.

Indeſſen mußte er trotz ſeiner Ungeduld an den Bar⸗ rieren, wo die Beamten den Wagen durchſtöberten, eine gute Stunde warten. Seine Koffer, zu denen er nicht gleich die Schlüſſel finden konnte, brach man auf; ſeine Sachen wurden umhergeſtreut, oder gingen verloren. Ed⸗ mond begriff, daß er in die Hauptſtadtdes civiliſirteſten Volkes der Welt eintrat.

Bei ſeiner Fahrt durch die Stadt fiel ihm gerade nichts Beſonderes auf. Er ſah eine ungeheure Menge ſchmutziger, ſchlecht gebauter Häuſer und ein paar Monu⸗ mente, die zum Theil hinter Hütten verſteckt waren. Mit einem Worte, er empfand bei dieſem erſten Eindruck nicht das mindeſte Erſtaunen, man hatte ihn ſchon darauf vor⸗ bereitet, daß die Hauptſtadt jenen Emporkömmlingen unter den Weibern gleiche, deren ſchlechter Geſchmack ſie ein Cachemirkleid und Strümpfe von blauer Baumwolle tragen läßt. Was ging ihn denn auch dieſer Steinhaufe, den man Paris nennt, an? Es war das intellectuelle Paris, das er zu ſehen gekommen war.

Denn das war Alles, was ihm noch von Hoffnung blieb: er wollte Betäubung ſuchen in dieſer Arena, die dem Gedanken geöffnet iſt. Seinen früheren Traum des Glücks hatte er hinter ſich gelaſſen; er wollte jetzt gegen das Schickſal ſeinen früheren Traum des Ruhms einſetzen.

Und für ihn, der mit dem ganzen flammenden Enthu⸗

erhalten haben, jetzt wieder die Oaſe des Waldesdunkels verlock⸗ ender erſcheint.

Nur wer dies erwägt, der begreift, wie z. B. der Palaſt Karls des Großen zu Ingelheim als ein wahres Luſtſchloß auf einem für die damalige Zeit überaus reizenden und maleriſchen Punkte gelegen gelten mußte. Mit modernem Auge betrachtet, ſind dieſe Flächen des linken Rheinufers mit ihren Feldern, Weingärten, Sandöden und krüppelhaften Tannenwäldchen höchſt langweilig, und man ſieht nicht ein, wie ein Kaiſer gerade Ingel⸗ beim zu ſeinem Luſtſitz erküren konnte, wo er nur den Fluß zu überſchreiten oder wenige Stunden ſtromab zu gehen brauchte, um in einer Gegend von unverwüſtlicher Naturſchönheit ſeinen Palaſt zu bauen. 3

Die meiſten alten Meiſter haben ihre Landſchaften gemalt mit dem Blicke eines Fernſichtigen; wir glauben in der Regel weit größere Naturwahrheit zu erreichen, wenn wir ſie gleichſam aus dem Blicke eines Kurzſichtigen herausmalen. Ein fernſichtiger Maler wird in der Regel geneigter ſein, da eine plaſtiſche Land⸗ ſchaft zu malen, wo ein kurzſichtiger ſich ein Stimmungsbild herausſchaut. Schon die Bäume der alten Italiener, an denen die Blätter gezählt ſind, mögen dieſen Vergleich erläutern. Die landſchaftliche Scenerie Van Eyck's und ſeiner Schüler iſt nicht ſelten gemalt, als ob der Künſtler die Hintergründe durch ein Perſpectiv, und den Vordergrund durch ein Vergrößerungsglas betrachtet hätte. Johann Breughel, malt ſeine lieblichen kleinen Landſchaften noch mit einer ſo detaillirten Beſtimmtheit der Um⸗ riſſe, namentlich des Baumſchlags, er zeichnet das Gewimmel ſeiner kleinen Figuren mit ſo ſcharfen Linien hinein, daß uns das Ganze vielmehr wie in dem Auge eines Adlers als eines Menſchen

angeſchaut erſcheint. Dagegen vermiſſen wir das Einheitliche und Unterſcheidende der Geſammtſtimmung, das Zuſammenfaſſen großer Gruppen, den Blick für dieLandſchaft als organiſche Totalität. Erſt Claude Lorrain und Ruysdael werden hierfür epochemachend; ſie ſind auch in dieſem Sinne die Ahnherrn der modernen Landſchaftsmalerei: wo die Alten noch die Blätter,

Blumen und Gräſer gezählt und mühſelig nachgebildet haben, da haben wir jetzt breite, allgemeine, bis auf einen gewiſſen Grad conventionelle Formen des Baumſchlages, der Wieſengründe ꝛc. angenommen.

Sehen wir doch gegenwärtig mitunter Künſtler, die faſt ihre

Auge. Jahrh Landſchaftsgemälde, ſo würde er ſicherlich wenig Freude daran haben; er würde ſie für eine Kleckſerei halten, ausgeführt nach dem

Es iſt auch nicht bloß das landſchaftliche Auge, welches ſolchergeſtalt in den letzten drei Jahrhunderten von dem Blick für's Einzelne zu dem Blick für's Ganze fortgeſchritten iſt. Bei den Hiſtorienmalern finden wir dieſelbe Erſcheinung, bei den Dichtern, den Muſikern, den Gelehrten nicht minder. Eine Bach'ſche Suite iſt ganz ähnlich wie eine Breughel'ſche Landſchaft,

gleichſam unter dem Mikroſkop gearbeitet, und man findet jetzt

leichter hundert Geſchichtsphiloſophen, die ſich die Geſchichteals