Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
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. Jahrg.

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dein neer enn wirklich an mir näh⸗ ören! Roſe

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Edmond? wiſſen Sie, au ſaß, und ch wohl in Caſſenbuche ſein, habe anfamen, ‚aber was Kunſt, von n, aber& hre Sprache verſtändigen

ſen Sie, was ich wage es, Herz! Und Blicke des in die ich Hibt es ein

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u Jahren in die möglichſt n Herrenſibe 3pläfirlich dtwvolle Som⸗ 3 bayriſchen n Nynphen⸗ lten in einen as um ſeinte 3 herſtellen⸗ itwärts von ngel Garten un nur eine te man ſich eern. keineswegs gen oberen

Schön⸗

Nr. 38.] Nittel, nicht linkiſch zu ſein, wenn man ſich fürchtet? Eine ſo große Erſchütterung mußte mich meine Furcht vergeſſen machen. Ich entſchloß mich, bei dem Gedanken, daß ich Sie vielleicht niemals wiederſehen würde, und Sie an mich denken könnten, wie an ein Meubel, das einem irgendwo vorgekommen iſt. Ach! jetzt, hoffe ich, wird es nicht ſo ſein; jetzt werden Sie Ihre Couſine nicht ganz vergeſſen, Edmond! Sagen Sie mir, daß Sie mich nicht ganz ver⸗ geſſen werden!

Sie vergeſſen? Nein, Roſe, nein; möchte ich mich

S Aber, ſehen Sie,

Ihrer nur nicht allzuwohl erinnern!

dies Alles verwirrt mich, macht mich toll! Wie, ſind Sie

denn das, meine Couſine, die Buchhalterin? Betrachten Sie mich doch recht; ſagen Sie mir doch, daß ich nicht träume! Aber, Roſe, Sie ſind ein Engel!

Sie kannten nuͤr meine Außenſeite, Edmond. So viel Leid hatte mich in den erſten Jahren getroffen, ſo viel Enttäuſchungen hatten mich ſchmerzlich berührt, daſt ich nich in dieſe Kälte, die Sie zurückſtieß, wie in ein Gewand hüllte. Glauben Sie denn, daß mir dies hinter den Git⸗ tern eines Comptoirs hingeſchleppte Leben mehr zuſagte, wie Ihnen? Glauben Sie denn, daß, während ſich meine Stirn auf die Feder beugte, ich nicht auch meine flammen⸗ den Träume und Hoffnungen gehabt habe? Glauben Sie nicht, daß ich oftmals zwiſchen den Zahlenreihen einer ſüͤßen Phantaſie nachhing? Gott allein weiß, wieviel Wid⸗

riges ich habe ertragen müſſen, bevor ich um mein Herz

jene empfindliche Hülle webte, durch die ich es zu ſchützen ſuchte. Der Himmel behüte Sie, daß Sie niemals ge⸗ zwungen ſind, ſich zu einer unförmlichen und kalten Chryſalide zu machen, Sie, der Sie die Flügel entfalten und die Sonne ſuchen können.

O, mein Gott! Roſe, mein Gott! und ich habe nichts von alle dem zu ahnen verſtanden! ich war es, der von einer dreifachen Wolke thörichter Vorurtheile umnebelt war; ich war der Taube, der Blinde!

Dritte Jolge.

Lippen.

öm

Seufzer erſtickten die Stimme des jungen Mannes; er preßte die Hände ſeiner Couſine an ſeine Bruſt, an ſeine Die Aufregung der jungen Frau ſchien ſich zu verdoppeln. Sie erwiderte Edmond's Liebkoſungen, und ſah ihn mit einem jener zauberhaften Blicke, die unſer Herz erbeben, und unſer Hirn ſchwindein machen, an. Plötzlich durchſchnitt ein bitterer Gedanke das Entzücken des jungen Mannes; ſeine Hände ballten ſich krampfhaft, und er drängte Roſen von ſeiner Bruſt.

Warum haben Sie mir das jetzt geſagt? rief er; warum haben Sie mir es jemals geſagt? Ach, Sie muß⸗ ten mich in meiner Gleichgültigkeit laſſen. Ich reiſe in dieſer Stunde ab, und Sie zeigen mir Alles, was ich ver⸗ liere! Aber, mein Gott! warum haben Sie denn erſt heute zu mir geſprochen? warum nicht ſchon vor drei Monaten?

Roſe ſenkte verwirrt das Haupt.

Vor drei Monaten, begreifen Sie das wohl? Damals hätte ich bleiben können, und Sie haben mir nichts geſagt. Wiſſen Sie, daß es fürchterlich iſt, ſich das Paradies in einem Augenblicke öffnen und ſchließen zu ſehen? Denken Sie, wenn Sie mir vor drei Monaten ein Wort, ein ein⸗ ziges Wort geſagt hätten, anſtatt heute Lebewohl O! dieſer Gedanke, das iſt Höllenqual!

Edmond war in der fürchterlichſten Aufregung. zitterte heftig.

Nicht weiter, Edmond, ſagte ſie,nicht weiter! Mein Gott, ich wollte nicht, daß unſre Unterredung dieſe Wendung nähme. Reiſen Sie, es muß ja ſein, reiſen Sie, und möge Gott Sie ſchützen!

Sie war bleich, während ſie ſo ſprach, und einer Ohn⸗ macht nahe. Er fühlte ſich erweicht, und zog ſie an ſich.

Was bedeutet Ihnen ein Kummer, Roſe? ein Kum⸗ mer, den Sie vielleicht nicht einmal theilen? Glauben Sie, daß ein bloßes Bekenntniß ſündhaft ſei? Denken Sie, daß ich in wenig Augenblicken reiſe, um nicht wieder zu kom⸗ men. Meine Worte ſind wie die eines Sterbenden, denn

Roſe

oberen Rheingau reihte man damals Villen an Villen, die jetzt großentheils verlaſſen ſtehn, während man an der früher vernach⸗

läſſigten, von den Bergen eingeengten Strecke jetzt wiederum auf

jede Felsſpitze ein neues Luſtſchloß zu kleben, die dort hängenden Ruinen wieder wohnlich zu machen be⸗ ginnt.

Im ſiebzehnten Jahrhundert galten noch die in engen, ſteilen Berggründen gelegenen Bädeorte, deren viele jetzt ganz einge⸗ gangen ſind, mehrentheils für die beſuchteſten und ſchönſten; im achtzehnten Jahrhundert gab man den gegen die Ebene hin gelegenen den Vorzug; jetzt werden gerade die Badeorte im ſteilſten

oder wenigſtens

als indem ſie möglichſt abenteuerliche, zackige Berg⸗ und Felsformen einſchoben, obgleich ſich das neben einem milden, ſtill verklärten Madonnenantlitz oder auch bei dem Conterfei irgend eines proſaiſch ehrwürdigen reichsſtädtiſchen Spießbürgerkopfes oft ſeltſam genug ausnimmt.

Iſt es bloßer Zufall, daß in der ganzen großen Epoche der Landſchaftsmalerei von Ruysdael bis gegen die neuere Zeit das Hochgebirg ſogar ſelten zu bedeutſamen landſchaftlichen Compo⸗ ſitionen ausgebeutet wurde? Auch das landſchaftliche Auge hatte ſich damals von den Anſchauungen des Mittelalters abgewandt

und ſättigte ſich in den milderen Formen der Mittelgebirge und

Gebirge, wie im Schwarzwald, in den böhmiſchen Bergen, in den

Alpen, wegen ihrer Lage aufgeſucht. Der heſſenkaſſel'ſche Leib⸗ medicus Welcker ſagt in ſeiner 1721 erſchienenen Beſchreibung des Schlangenbades, daſſelbe liege zwar in einer öden, wüſten und unfreundlichen Gegend, in welcher nichts alsLaub und Gras wachſe, allein durch die kunſtreiche geradlinige und kreis⸗ förmige Anpflanzung mit der Scheere zugeſchnittner Bäume habe man dem Ort wenigſtens etwas maleriſche Raiſon beigebracht. Heutzutage hält man umgekehrt Schlangenbad für eines der ſchönſt gelegenen Bäder Deutſchlands, dasOede und das Wüſte nennen wir jetzt das Romantiſche und Maleriſche, und der Umſtand, daß an dieſem Orte nichts alsLaub und Gras wächſt, daß nämlich der duftige Wieſengrund vor der Thüre an⸗ bebt, und das grüne Gezweig des Waldes überall zu den Fenſtern hereinlugt, lockt jetzt vielleicht eben ſo viele Gäſte dahin als die Kraft der Heilquelle.

Die mittelalterlichen Maler glaubten ihren Geſchichtsſtücken und Bruſtbildern keine ſchönern Hintergründe geben zu können,

verließ und zumromantiſchen überging.

des Flachlandes. Joſeph Koch, der Sohn des Tyroler Hochge⸗ birgs, konnte trotzdem mit der Darſtellung der Alpenwelt nicht halb ſo gut fertig werden, wie mit den claſſiſch maßvollen, dem landſchaftlichen Auge der Zeit weit näher liegenden Gegenden Italiens, und Ludwig Heß würde von dem Studium Claude Lorrain's und Pouſſin's ſchwerlich den Weg zu ſeiner eigenthüm⸗ lichen Auffaſſung der ſchweizeriſchen Gebirge gefunden haben, wenn er nicht, um Schlachtvieh für des Vaters Schlachtbank ein⸗ zuhandeln, zu den Sennen hätte ſteigen müſſen, wobei er in ſeinem Rechnungsbuche auf der einen Seite die eingekauften Ochſen verrechnete und auf der andern dieſelben ſkizzirte zuſammt den Matten und Bergen und Gletſchern. Zu derſelben Zeit, wo die romantiſche Schule bei den Hiſtorienmalern in München ſich Bahn zu brechen vegann war es auch, wo Joh. Jak. Dorner denheroiſchen Styl der Landſchaft, wie man es damals nannte,

Das heißt, Dorner und ſeine Genoſſen, die bis dahin die Formen Claude Lorrain's als beſtes Vorbild nachgeahmt hatten, gingen jetzt in das bayriſche

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