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lV. Jahg Nr. 37
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1 wird, ſo ſicher und feſt gebunde Ein einzigen nen Abgrund von einahe genug fün niſtler, um ſchon
ar über die Zeit jener Cäſaren hinausragt, welche mit den ulten Vindeliciern—“
„Ich bitte Sie,“ entgeguete ich,„laſſen Sie Ihre römi⸗ ſhen Cäſaren und alle Cäſaren der Welt, die ſämmtlich on geſtern ſind dieſem Stein gegenüber. Es iſt ein treff⸗ ſcher Granit, der nicht mit Eintagserſcheinungen ver⸗ ſlichen werden kann, da er ſicherlich ſeine hundert Millio⸗ en Jahre alt war, als die römiſchen Cäſaren—“
„Wir mißverſtehen uns,“ unterbrach er,„Pardon, Pardon! ich meine nicht den Stein, ſondern vielmehr die Ruine, von der Sie das Andenken gebrochen haben.“
„Eine Ruine? Gibt es hier Ruinen?“
„Sie haben alſo die Ruine nicht gefunden? O weh, das iſt bittere Täuſchung für mich! Ja, mein Herr, es gibt Ruinen hier, ſicherlich Ruinen, denn es exiſtiren Sagen von verzauberten, verborgenen Schätzen hier, und wo es ſolche Sagen gibt, ſind Ruinen nicht weit. Glauben Sie ja nicht, ich will Schätze heben, keine irdiſchen, nur Schätze des Wiſſens, glauben Sie auch ja nicht, ich würde der Ausſicht wegen dieſen ſteilen Berg beſtiegen haben. Nein, das wäre meinen alten Beinen denn doch zu viel. Ich ſuchte nur Ruinen, ich reiſe auf Ruinen, ihretwegen habe ich ganz Europa durchwandert. Sie ſind dort her⸗ nufgekommen? Ja, ja, ſo iſt es! Ich hier. Haben Sie keinen Epheu geſehn oder einen zerſtreuten Buſch wilden Weins oder einen Hollunderſtrauch? Können Sie ſich nicht innern? Dann hätte ich gewonnen, denn wo dieſe Pflanzen in hohen Regionen ſtehn, da ſind ſie gewöhnlich durch Menſchenhand hinaufgekommen oder haben ſich an Ruinen angelehnt.“
rte die Hoffaung weithin tragende vir keine Englän unge Dame; ſ un in der Natun
8 it ein Kamm, Wuſeer, welcher Menſchen Raum
or. Aber, o ſelt⸗ t bloß ein leern Ausſicht, ſondern der mit zwei Füß⸗ ſah man ſchon an wie er ſeine Klei⸗ n, auch ſelbſt hien h einen Menſchen es Terrain theilen er zu machen und im letzten Abſatz
hoben, der mich fend in der Hand.„Ich habe auf dem ganzen Wege Derartiges nicht ſes war alſo ein beobachtet.“ V t die Geſellſchaft V gkeit gefunden, n das iſt ſchön! auben Sie, daß
Dritte Folge.
Aeberſetzungen von georg Pertz.
Seit ich Dich zuletzt geſeh'n. (Nach dem Engliſchen der Felicia Hemans.)
Seit ich Dich zuletzt geſeh'n, Schweſter, ſprich, was iſt geſcheh'n? In dem ſanften Auge Dein Spielt ein wirrer, trüber Schein; Deine Stimme zittert— wie Sonſt ſie doch gezittert nie, Ruh' und Frieden ſind getrübt— Schweſter ſanft, Du haſt geliebt!
V Deiner Wange Fieberroth V Wechſelt jäh mit blaſſem Tod;’ Einſam bei der Welle Schaum Wandelſt Du mit Deinem Traum; Fern in Thal und Waldrevier Folgen wirre Stimmen Dir— Thränenfluth vom Frühlingsbaum? Schweſter, Deine Lieb' war Traum! V
O, kein Wörtchen, ſüßes Reis, Hier am Buſen ſchluchze leis; Nichts, o nichts von Hoffnungsſchaum, Von zerſtörtem Frühlingstraum; Stammle nicht manch glühend Wort, Laß ihn, Schweſter— fort iſt fort! Heimath nur bringt neue Luſt Wein', ja wein' an meiner Bruſt!
— i wenig gegen den grellen Farbenauftrag gewöhnt, daß dadurch die im in wenig gee vorhandene Wahrheit ſeiner Gemälde in ein ſchiefes Licht geſetzt wird. O. B.
elleich beluſtigend,
„üßt die Gabe ,„.. er beſizt die Gabe Ein Sieg der Liebe. Trauerſpiel in fünf Aufzügen von
ng hueinelhanee Peter Lohmann. Leipzig, Hermann Luppe. 1859. i Teeh ſelung Der Dichter hat bereits zwei andre Dramen,„Appius Clau⸗ ſeine Darſtellüſh dius“ und„Oliver Cromwell“, drucken laſſen. Durch dieſe
muthige Thätigkeit, dem üblen Zuſtand unſrer deutſchen Bühnen⸗ leitungen gegenüber, verdient der Verfaſſer Beachtung, und zwar zuvörderſt ſeine eigene. Er hat nämlich einiges Talent zur Charakterzeichnung und ſollte deßwegen ſeine Anſchauungen vom Drama ſtrenger zur Beachtung ziehn. Er fragt im Vorwort: „ob dem Leſer eine Idee Erſatz dünkt für den fehlenden ſinnlich greifbaren Charakter; ob ihm in dieſer Zeit des Jagens nach materiellen Gütern das Bedürfniß religiöſer Erkenntniß nicht bhanden gekommen iſt; ob er— mit einem Worte— die Mangelhaftigkeit des Kunſtwerkes zu vergeſſen vermag über der Durchführung eines ethiſchen Gedankens.“
Auf dieſe ſeltſamen Fragen nur einige Andeutungen als Antwort.
Jedes Kunſtwerk— und das Drama hat die höchſte und unerbittlichſte Kunſtform— trägt ſeine Geſetze in ſich ſelbſt. Die religiöſeſten Ideen vermögen kein Drama aufrecht zu erhalten, wvenn gegen die Geſetze deſſelben gefehlt iſt. Nur ein kleines be⸗ ſchränktes Muckerpublicum könnte über der Durchführung eines thiſchen Gedankens die Mangelhaftigkeit eines dramatiſchen Kunſtwerks vergeſſen, vorausgeſetzt, daß es mit den Regeln der Kunſt gar nicht vertraut wäre. Die Bühne verlangt vor Allem
ſgenſchaften kiſen urchardeitung wi⸗ ndeter novellitiſher ragiſch ſein könnte originele Schlde⸗
rmand.
daß dadurch die im Grunde draſtiſch organiſirte Handlung und einen figürlichen Träger der
Idee. Wer von dieſer fordert, daß ſie ſich ſelbſt trage, muß ſie in einer Abhandlung vorführen. Iſt dann ihr ſittlicher Kern tüchtig, ſo wird er im Publicum das Bedürfniß religiöſer Er⸗ kenntniß neu beleben. Ein Drama aber kann durch dies Bedürf⸗ niß nicht geſtützt werden, denn wenn das Theater auch ethiſch wirken ſoll, ſo wirkt es doch durch andere Mittel, als Theologie und Philoſophie. O. B.
Miscellen. Tänze aus dem Mittelalter.
Die tanzliebenden Leſerinnen werden ſich ſehr dafür inter⸗ ünf⸗
eſſiren, zu erfahren, wie ſich ihre Vorfahren zur Zeit des f zehnten Jahrhunderts im Tanzſaale die Zeit vertrieben. Der Unterſchied zwiſchen damals und jetzt war ungeheuer, für uns aber vielleicht zum Nachtheil des Humors und der Kunſtfertigkeit. Faſt alle damaligen Tänze hatten eine Bedeutung, nur der ſo⸗ genannte Drehtanz glich unſerm beutigen Walzer.
Am beliebteſten waren der Todtentanz und der Schmoller.
Der Todtentanz war ein höchſt eigenthümlicher. Die Gäſte, Alt und Jung, paarten ſich und begannen unter heiterem Jubel und Gelaͤchter; plötzlich hörte die Muſik auf, fing aber bald dar⸗ auf wieder in leiſen, traurigen Tönen an, welche endlich übergingen in eine düſtere Melodie, wie ſie bei Begräbniſſen geſpielt wurde; ein Herr aus der Geſellſchaft mußte ſich auf den Boden legen und den Todten darſtellen, die Frauen und Mädchen umtanzten ihn,
t zierliche, dabei aber doch auch
wobei es darauf ankam, möglichſ


