Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
582
Einzelbild herunterladen

582

Terrains dienen ſollte. Dieſe Beſchäſtigung währte drei Stunden. Die beiden Compagnons machten ſich nach der Rückkehr alsbald daran, auszurechnen, was das Geld ein⸗ bringen würde, wenn man die fraglichen Felder kaufte, und wie man möglicherweiſe ihren Werth erhöhen könnte.

Edmond ſtahl ſich aus dem Salon, wo ſie Platz ge⸗

nommen hatten, fort. Habt ihr nicht manchmal das Wohlbehagen verſpürt, das uns überkommt, wenn wir uns nach einer langen und ermüdenden Unterhaltung nun endlich allein ſehen? Habt ihr euch jemals auf einer jener Landpartieen von dreißig Perſonen auf einen Augenblick aus den Tänzen und Pfänderſpielen fortſtehlen können, um euch unter einem weiten Laubdache, froh der geheimnißvollen Stille, allein zu finden? Es ſcheint dann, als wäre euch eine ſchwere Laſt von der Bruſt genommen; ich fühle, wie ihr wieder aufzuathmen, zu denken, zu leben anfangt!

Dieſes Wohlbehagen empfand Edmond, als er ſich der Geſellſchaft ſeines Onkels und Herrn Durand entzogen hatte. Er ſchritt am Saume des Kaſtanienwäldchens hin bis zu den Wieſen. Die Luft war warm und durchwürzt von dem Dufte des eben geſchnittenen Graſes. Die Weiden bewegten ſich mit ſüßem einſchläferndem Rauſchen; am Ho⸗ rizont, über den dunkelgrünen Waldungen erhoben ſich weiße Dörfchen mit ihren rothen Dächern und bläulich ſchimmernden Kirchthürmen; weiter unten dehnten ſich die Wieſen aus, weite Gründe, auf denen halbwilde Schafe von Zeit zu Zeit ihre grauen Köpfe zeigten. Der Geſang der Bäuerinnen an der Wäſche, das Brüllen der Kühe und die ländlichen Töne der Hirtenflöte unterbrachen allein das einförmige Schweigen des Thals. Es war eines jener Gemälde, deren melancholiſche ergreifende Ruhe euch die Thränen in die Wimpern lockt und die ſüßeſten Gefühle in eurer Bruſt erregt.

Edmond ſchweifte durch die Wieſen, in ſeiner Zerſtreu⸗

ung die wilden Roſen, die über ſeinen Pfad hineinhingen, mit der Spitze ſeines Stocks abſchlagend. Er fühlte das Entzücken, das auf dieſen behaglichen Nachmittagsprome⸗ naden alle unſere Adern durchſtrömt, wenn das Licht und die tauſend Harmonieen des Landes uns einhüllen und unſer ganzes Weſen verklären; wenn wir, durch die ſanften Einflüſſe der Erde und des Himmels erquickt, fühlen, wie unſere Glieder geſchmeidiger werden, unſre brennende Stirn ſich abkühlt, unſre Seele wie eine Blume ſich entfaltet, und mit dem ſüßen Dufte der Freude, des Friedens und der Träumereien unſer Hirn berauſcht. Es war einer jener Augenblicke, wo man, ohne das Daſein zu empfinden, in ihm ſchwimmt, wie in der Luft, wo Alles uns anlacht, wo wir mit dem Vogel plaudern, der am Wege ſingt, mit dem Schmetterling, der vorüber flattert, wo wir, das Herz voll Liebe, fühlen, wie unſere Arme ſich ausbreiten, als wollten wir die ganze Welt an unſere Bruſt ziehen.

Und in dieſer Seligkeit durchſchritt er langſam die Pfade, die Augen zum Himmel erhoben, mit geſenkten Händen, nur träumend von Bäumen, ſtrohbedeckten Hütten und Sternen. Dann ſchwebte durch dieſe unbe⸗ ſtimmten, gaukelnden Bilder ein anderes himnliſcheres, das Bild einer geliebten Frau. Er baute ſich ein einſames ländliches Leben an der Seite eines jungen Mädchens, das der verſengende Hauch der Welt noch nicht berührt hatte, auf. Er fühlte ihren Arm in dem ſeinigen, ihren friſchen Athem auf ſeiner Wange. Er hörte ihren leichten Schritt auf dem Raſen, und von dieſer reizenden Erſcheinung ge⸗ blendet, wagte er weder ſich umzuſehen noch zu denken, aus Furcht, den köſtlichen Traum zu zerſtören.

Indeſſen hatte ihn der Pfad, den er verfolgte, wieder zum Hauſe zurückgeführt. Er trat ein und um ſeinem Onkel, den er im Salon mit Herrn Durand hörte, auszu⸗ weichen, ſtieg er die Treppe hinauf und öffnete die erſte Thür, die er vor ſich ſah.

unterhielten uns über Italien; ſeine Sprache war kurz und ſehr fehlerhaft.

Ohne Schwierigkeit willigte Bonaparte in die erbetene Waffenruhe mit Neapel; bei ſeiner nächſten Sorge, Mantua, das letzte Bollwerk Oeſterreichs in der Lombardei, einzunehmen, war er froh, einen Feind weniger auf dem Halſe zu haben; als aber Miot im Verfolg der Unterredung den Wink fallen ließ, daß doch wohl auf die Intentionen der Regierungscommiſſatre bei⸗ der Armee Rückſicht zu nehmen wäre, rief Bonaparte ungeduldig: Die Commiſſaire des Directoriums haben nichts mit meiner Politik zu ſchaffen. Ich thue was ich will. Sie verwalten die öffentlichen Einkünfte, meinetwegen; mögen ſie das, vor der Hand wenigſtens; was darüber iſt, geht ſie nichts an. Ich denke, ſie werden nicht lange zu thun haben, und man wird mir keine anderen ſchicken.

Auffallend erſchien Miot das Uebergewicht, das der junge General über alle Officiere gewonnen hatte; ſie ſtanden in reſpectvoller Haltung vor ihm. Von der Familiarität republi⸗ kaniſcher Gleichheit, wie ſie in den anderen Armeen zwiſchen dem Feldherrn und ſeinen Kriegsgefährten herrſchte, war hier keine Spur.Schon hatte er ſeine Stellung markirt und die Abſtände feſtgeſteckt.

Später fand ſich Miot in Bologna bei Bonaparte ein, um ihn von dem Gedanken, Livorno zu beſetzen, abzubringen. Bei der Gelegenheit erzählt Miot einen charakteriſtiſchen Jug. Der General hatte Miots vertraulichen Umgang mit Berthier bemerkt. Woher kennen Sie ihn? fragte er.Wir ſind von Kind auf nni befreundet.Sehr wohl, glauben Sie aber auch, wie es alle Welt glaubt, und wie ich's in den Zeitungen geleſen,

daß ich Berthier meine Erfolge verdanke, daß er meine Pläne entwirft und ich ſie nur ausfuͤhre?Mit nichten, ich kenne ihn zu gut, um ihm ein Verdienſt beizulegen, das er nicht hat. Sie haben Recht, ſagte er lebhaft,Berthier iſt nicht im Stande ein Bataillon zu befehligen.

Als Miot nach einem fünfmonatlichen Aufenthalt in Corſica, Auguſt 1797, nach dem Feſtlande Italiens zurückkehrte, hatte ſich da Alles umgewandelt! Er traf den General in ſeiner pracht⸗ vollen Reſidenz zu Montebello, umgeben von ſeiner Familie, die er dahin berufen hatte, um ſie an ſeiner neugebornen Größe Theil nehmen zu laſſen.Hier ſah man vielmehr einen glänzenden Hof als ein Hauptquartier. Eine ſtrenge Etikette herrſchte um ihn; ſeine Adjutanten und Officiere wurden nicht mehr zur Tafel geladen, und er war überhaupt ſehr wählig in ſeinen Gäſten. Er ſpeiſte, ſo zu ſagen, öffentlich; während des Mahles erlaubte man den Landleuten, in den Eßſaal zu treten und ihre geſpannt neugierigen Blicke an ſeiner Perſon zu weiden. Uebrigens zeigte er über dieſe ausſchweifenden Ehrenbezeigungen nicht die geringſte Verlegenheit; er nahm ſie hin, wie Etwas, woran er vorher ge⸗ wöhnt war. In den Sälen und in dem geräumigen Zelte, das er vor dem Palaſt nach den Gärten zu hatte aufſchlagen laſſen, drängten ſich Generäle, Verwaltungsbeamten, Großlieferanten, Männer vom höchſten Adel Italiens, die um die Gunſt eines Blicks oder einer kurzen Unterredung buhlen können. Das war nicht mehr der General einer Republik, es war der Eroberer auf eigne Rechnung.

Von den Plänen, die ſchon damals in ſeinem Kopfe gährten, zeugen folgende Aeußerungen Bonaparte's gegen Miot und de Melzi, einen der vornehmſten Bürger Mailand's, auf einem zwei⸗

(V. Jahrg.

Nr. 31.

Es wa eine Comd Stühle wa ſah man, nen am in Bildd de manck einen Wir in das 3 aus einen

Zwiſchen Spazierg Alles die ſolche We pfand. Gefährte In das Zil Liebe Stickerei paar Hac farchtſam wo unſer moſphaͤre der heiße tragen, man gau⸗ Ed vollen( in ſtume er ſich b Da ſcaft m wandelt Jur Vnt wiegte

ſündige

Sühloſe 0 am Anf daß ich toriume Sie, d Einſal Sitten Traum andre, das Ere Sehen dm fra geben.

einkomm oh

es di Nuhm Reden d waitſ Kſchickt Herr den als in Daraus noch ni und wi Zuſchne habe ich und oh.