Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
583
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lV. dahrg ſj Nr.. tr. 37.] Dritte Folge. 583

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Er fühle e Es war ein kleines blaues Zimmer. Ein Bett und Bian ſtützte ſich in einem unbeſchreiblichen Entzücken mittagspromt⸗ eine Commode von Cornelkirſchbaumholz und ein paar in das Fenſter und blieb lange in Betrachtung verloren. das Licht und Stühle waren die ganze Ausſtattung. Ueber dem Bett Hier ſprach Alles von einem ſüßen, einfachen Leben zu ihm, einhüllen und ſah man, beinahe unter den weißen Vorhängen verſteckt, ſtimmte Alles ſo ganz zu ſeinen Neigungen, ſeinen Hoff⸗ einen am Palmenſonntage geweihten Zweig, und daneben nungen. Jeder Gegenſtand um ihn her berührte eine ein Bild der ſchmerzensreichen Mutter. Kleine Schuhe, in Stelle in ſeinem Herzen wie eine tönende Saite, und eine die man kaum drei Finger hätte halten können, waren in Freudenhymne brach daraus hervor.

einen Winkel geworfen. Ein lilaer Handſchuh war mitten In dieſem Augenblick ſchritt Roſe an dem Weidenge⸗ in das Zimmer gefallen, und auf der Commode hingen büſch hin und kam auf das Haus zu.

aus einem creoliſchen Körbchen einige angefangene Kränze. Sie war ganz ſo, wie Edmond ſie am Norgen geſehen

Zwiſchen den Gedanken, denen ſich Edmond auf ſeinem.; 56 Spaziergange hingegeben hatte, und dieſem Zimmer, wo hatte, nur daß jetzt an ihrem Arm ein Körbchen mit Blu⸗

men und Früchten hing. Sie ſang im Gehen ein altes

ir, durch die mels erguick, werden, unſre ie eine Blume t Freude, des erauſcht. Cs das Daſein z= auft, wo Alles

ldern, der am Alles die Gegenwart einer Frau verkündigte, 2 eine Volkslied. Nie vorher hatte Edmond ſie ſingen hören. vrüber ſolche Verwandtſchaft, daß er einen freudigen Schreck em⸗ 1,.. 5,

er flattert 3 2.. 4 In der Stadt ſchien ihre Stimme eintönig, wie ihre Be⸗ nſere) 3 pfand. Es war ihm, als träte er bei der, die er ſich zur-. iſere Arme ſich Gefährtin erträumt, ein wegungen einförmig waren; aber die Landluft hatte auf ſie in unſere Bruſt* dem Leben jedes Mannes gab es eine Periode, wo wie auf die gefangenen Vögel gewirkt, die mit der Freiheit 4 Annian R das Zimmer eines jungen Mädchens ein Heiligthum der auch ihren Geſang wieder finden.. 1

angſan dꝛ: Liebe für ihn war, wo der unerwartete Anblick einer Sie näherte ſich leicht und ausgelaſſen, jetzt Tauſend⸗ mit geſenſtenStickerei auf einem Seſſel, eines vergeſſenen Hutes, von ein ſchönchen an dem Grabenrande pflückend, jetzt ſtehen ſtrohbedecktn paar Haarwickeln, die auf den Boden geſtreut ſind, ihn bleibend, um einem Schmetterling nachzuſchauen oder mit dieſe unbe⸗ furchtſam, erregt, träumeriſch machte. Es iſt das die Zeit, den Vögeln zu plaudern. Wie ſie vorüber ſchritt, zeigte jimmliſcheres, wo unſere Seele bei der leiſeſten Berührung mit der At⸗ des Pächters große Dogge ihren runden Kopf über der 4* ein einſames moſphäre, die eine Frau geathmet hat, erbebt; die Zeit Einfriedigung. Roſe blieb einen Augenblick furchtſam lädchens, das der heißen Leidenſchaften, wo wir unſer Herz auf der Hand ſtehen, aber als ſie ihn erkannte, warf ſie ihm ihr Blumen⸗ berührt hatte, tragen, und es Jedem anbieten, wie die Zuckerdüten, die ſträußchen zu. Der Hund bellte und das junge Mädchen ihren ftiſchen man auf einem Balle umherreicht! begann ſein Bellen nachzuahmen, dann trat ſie, mit einer eichten Schritt Edmond war mehr wie jeder Andere für dieſe wonne⸗ allerliebſten Miſchung von Kühnheit und Furcht auf das 4 rſcheinung ge⸗ vollen Eindrücke empfänglich. Er blieb einen Augenblick friedliche Thier zu, das in ſeiner Verwunderung mit offe⸗ ich zu denken, in ſtummer Freude ſtehen und betrachtete den Ort, an dem nem Maule ſtehen blieb. en. er ſich befand, dann näherte er ſich dem offenen Fenſter.Guten Tag, mein Braver, rief ſie,guten Tag, 71 folgte, wieder Da lag vor ſeinen Blicken die friedliche, lachende Land⸗ alter Ohnezahn, guten Tag, Du Freund meiner Kindheit. 7d um ſeinen ſchaft mit ihrem blauen Himmel, durch die er ſo eben ge⸗ Und ſie wiegte zwiſchen ihren kleinen weißen Händen hörte, auszu⸗ wandelt war. Ein paar Vögel zogen durch die Luft. den Kopf des gutmüthigen Geſchöpfes, das vor Vergnügen.

1 aar Vögel zogen d g g) gnu tete die erſte Zur Linken das Kaſtanienwäldchen, wo die Schaukel ſich knurrte, und Edmond lächelte erſtaunt und entzückt über wiegte. dieſe reizenden Kindereien und fühlte ſich gerührt. 1

r meine Pläne ſtündigen Spaziergange durch die weitläufigen Gärten des doch hier vorzugsweiſe einen öffentlichen Geiſt und entſchiedene cten, ich kenne Schloſſes zu Montebello: Meinungen; das hätte uns in der Folge viel zu ſchaffen gemacht. r nicht hat.Was ich bisjetzt gethan habe, iſt noch Nichts. Ich bin erſt Ueberdies iſt mein Entſchluß gefaßt; ich werde weder die Lom⸗

am Anfang der Bahn, die ich durchlaufen muß. Glauben Sie, bardei, noch Mantua an Oeſterreich zurückgeben. Als Entſchä⸗

daß ich in Italien Triumphe feiere, um die Advocaten des Direc⸗ digung werde ich ihm Venedig und ein Stück von dem Gebiete

balt in Cotſea, toriums, die Carnots, die Barras groß zu machen? Glauben der terra firma dieſer alten Republik geben.

fehrte hatte ſich Sie, daß es geſchieht, um eine Republik zu gründen? Welcher Als Miot und de Melzi ſich laut gegen dieſen Plan aus⸗ 3 Einfall! Eine Republik von 30,000,000 Seelen! Mit unſern ſprachen, der Oeſterreich wieder vor den Thoren Italiens auf⸗

Sitten, unſern Laſtern! Wo iſt hier die Möglichkeit? Es iſt ein ſtellen und die Hoffnung einer vor kurzem erſt aus dem Joche der

Traumbild, in das die Franzoſen vernarrt ſind, das, wie ſo viele V Oligarchie erlöſten Bevölkerung ſo grauſam täuſchen würde, ver⸗

eer iſt nicht in

n ſeiner pracht⸗ er Familte, die en Gfsſie Thei

en glänzenden aandre, verfliegen wird. Ruhm, Befriedigung der Eitelkeit ſetzte Bonaparte:Dahin werde ich nur dann kommen, wenn mich e beriſchle umn das brauchen ſie; aber Freiheit! davon verſtehen ſie nichts. irgend eine Dummheit, die ſie in Paris machen, Frieden zu f 2 zur Tafel Sehen Sie die Armee! Die Siege, die wir eben erfochten, haben ſchließen nöthigt; denn meine Abſicht iſt es mit nichten, ſo ſchnell mehr 1 ſt dem franzöſiſchen Soldaten ſeinen wahren Charakter wiederge⸗ mit Oeſterreich fertig zu werden. Der Frieden iſt nicht in meinem

ſeinen Gäſten. Mahles arlaubte

geben. Für ihn bin ich Alles. Das Directorium laſſe ſich's Intereſſe. Sie ſehen, was ich jetzt in Italien bin und vermag. Eeſpann einkommen, mir das Commando zu nehmen, und mag zuſehn, Iſt der Frieden geſchloſſen, ſtehe ich nicht mehr an der Spitze der d ihre ge 80 ob es die Macht dazu hat. Die Nation braucht ein durch den Armee, die ich an mich gefeſſelt habe: ſo muß ich auf dieſe Macht, lebrigene ingte Ruhm verherrlichtes Haupt, keine Theorien, keige Phraſen, keine V auf dieſe hohe Stellung verzichten, um den Advocaten im cht dirzer ge⸗ Reden der Ideologen. Man gebe ihnen eine Klapper, ſie werden Luxembourg den Hof zu machen. Ich möchte Italien nicht eher n el 18 das damit ſpielen und ſich gängeln laſſen, nur verheimliche man ihnen verlaſſen, als bis ich nach Frankreich gehen könnte, um dort eine gen ge Wälaſſen geſchickt das Ziel, wohin man ſie führt. Was Ihr Land betrifft, ähnliche Rolle, wie die hieſige, zu ſpielen, und dazu iſt der Augen⸗ ſchlagen laſ Herr von Melzi, darin ſind noch weniger republikaniſche Elemente, blick noch nicht da. Die Leitung all dieſer Dinge hängt nicht von

rößletäandes als in Frankreich, mit dem bedarf's noch weniger Umſtände. mir allein ab. Sie ſind in Paris nicht einig. Eine Partei erhebt e Gunſt enr Daraus werden wir machen, was wir wollen; allein die Zeit iſt ihr Haupt zu Gunſten der Bourbonen: ich mag zu ihrem Siege je Das auf noch nicht da; man muß dem Fieber des Moments nachgeben, nicht beiſteuern. Allerdings will ich eines Tages die republika⸗ er Erobelel und wir bekommen hier ein oder zwei Republiken nach unſerm niſche Partei ſchwächen, das ſoll aber zu meinem Nutzen, nicht

äbrten Zuſchnitt. Das wird uns Monge zurecht machen. Inzwiſchen zum Nutzen der alten Dynaſtie geſchehen. Inzwiſchen muß ich Koyfe gähnd, habe ich ſchon zwei aus dem italiäniſchen Gebiete ausgelöſcht, mit der republikaniſchen Partei gehn; der Frieden kann aber

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zwu⸗ und obgleich das ſehr ariſtokratiſche Republiken waren, ſo gab es nothwendig werden, um den Wünſchen der Pariſer Philiſter 5

1 Miot u auf enem