Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
581
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I. uxg Ar. 37.

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ſchaukel ſaß, den linken Arm um die Leine geſchlungen und den Kopf auf dieſen Arm geſtützt. Einen ihrer Füße hatte b ſie leicht an ſich herangezogen, während der andere mit an⸗ V muthiger Nachläſſigkeit herabhing und leicht über den

Raſen hinſtreifte. Eine ſanfte Bewegung, welche der Wind der Schaukel mittheilte, wiegte das junge Mädchen, das zu ſchlafen ſchien. Schöne blonde Haare fielen, beinahe auf⸗ gelöſt, über ihr Geſicht. In ihrer linken Hand hing ein mit Blumen gefüllter Strohhut, und einzelne Blätter, die auf ihrem weißen Kleide lagen, hoben ſich vor dem Winde, wie Schmetterlinge, die darin fliegen wollten.

Der junge Mann blieb entzückt vor dieſem reizenden Bilde ſtehen; aber das Geräuſch des Wagens hatte ſich hören laſſen, die Schäferin erhob den Kopf in die Höhe, ſtrich ſich die Haare aus dem Geſicht, unſchuldig anmuthig, wie ein Kind.

Zwei Ausrufe ertönten zu gleicher Zeit. Roſe Poireau.

Edmond trat mit einem Erſtaunen, das er nicht ein⸗ mal zu verbergen ſuchte, näher. Es war ihm etwas ſo ganz Neues, ſeine Couſine in dieſem eleganten, leichten An⸗ zuge zu ſehen, daß er kaum ſeinen Augen trauen mochte. Bis jetzt hatte er ſie immer nur in einen weiten, altmo⸗ diſchen Shawl eingewickelt geſehen, und heute fand er ſie nur mit einem weißen Gewande bekleidet, aus dem die ſchimmernden Schultern hervorlauſchten, die das im Schlummer verſchobene Tüchlein kaum verhüllte. Es war für den jungen Mann wie eine jener Verwandlungen in der Oper, die uns ergötzen und bezaubern.

Roſe ihrerſeits ſchien beim Anblicke ihres Couſins eine elektriſche Bewegung zu empfinden. Sie war ſeines Anblicks nicht gewärtig, und hatte ſich, wenig darüber in Sorge von den Landleuten und Vögeln bemerkt zu werden, nur ganz leicht zu ihrem Morgenſpaziergange angekleidet. Sie blieb vor Edmond ſtehen, ſchamhaft, verwirrt, mit herabhängenden Händen und niedergeſchlagenen Augen.

Es war

Dritte Folge.

Ich habe Sie aufgeweckt, Couſine, ſagte der junge Mann mit ganz bewegter Stimme.

Ja, ich war müde vom Umherlaufen in der Sonne, ich hatte mich eben hier hingeſetzt, und ich glaube, daß ich eingeſchlafen bin.

Aber Sie befinden ſich wohl, erwiderte Edmond, noch näher tretend,Sie befinden ſich wohl, nicht wahr? we⸗ nigſtens iſt Ihr Ausſehen jetzt friſch und blühend.

So ſprechend, bot er dem jungen Mädchen liebevoll die Hand. Roſe hob fünf reizende unbehandſchuhte Finger und reichte ſie ihrem Couſin, der, als er ſie freundlich drückte, zum erſten Mal ihre zarte, kleine Form bemerkte.

Iſt mein Vater nicht mit Ihnen gekommen? ſagte endlich das junge Mädchen, dem ſehr daran gelegen ſchien, Edmond's ſchweigende Betrachtung zu unterbrechen.

Er hat ſich durch die Weidenpflanzung nach dem Hauſe begeben.

Dann wollen wir ihn aufſuchen.

Und Roſe ging einige Schritte voraus, Edmond folgte. Als ſie die Thür des Landhauſes erreichten, war Barnabé Poireau ſchon mit ſeinem Pächter in einer Erörterung über den muthmaßlichen Ausfall der Ernte begriffen. Indeſſen unterbrach er doch auf einen Augenblick dieſe intereſſante Unterhaltung, um ſeine Tochter zu umarmen und ſich nach ihrem Befinden zu erkundigen. Roſe fing ſogleich an, das Frühſtück zu bereiten. Edmond nahm eine Flinte und ſtieg in das Thal hinab.

Man fand ſich erſt bei Tiſche wieder. Durand war angekommen, und Roſe hatte ſich auf die Bemerkung ihres Vaters, daß ſie ſich erkälten würde, in einen Shawl ge⸗ hüllt. Das Mahl bekam ſeinen gewöhnlichen Ausdruck. Die beiden Kaufleute ſprachen über Geſchäftsangelegen⸗ heiten; Edmond und Roſe blieben ſtill.

Gleich nach Tiſche mußten Ländereien, die Barnabé Poireau kaufen wollte, beſehen werden. Der junge Mann

wurde mit einer Kette beladen, die zur Ausmeſſung des

jenes Convents, deſſen Namen alle Welt nur mit Abſcheu und Entſetzen ausſprach, civiliſirte Menſchen ſeien.Die wunder⸗ lichſten Gerüchte, ſagt Miot,waren mir vorausgegangen. Man erwartete einen Schlag Rothhaut in ſeltſamer Tracht, mit der Sprache eines Kärrners, ohne Begriff von geſelligem Anſtand, ohne Scheu, gegen jede Sitte zu verſtoßen. Ein Leichtes war's Miot, dieſe Vorurtheile zu verſcheuchen und ſich für ſeine Perſon deſto ſchwieriger, aber die Regierung, die er vertrat, annehmlich zu machen: ihr Daſein ſchlechthin war eine Drohung für alle monarchiſchen Mächte. Das Cabinet von Florenz, unter allen das gemäßigteſte und furchtſamſte, ſuchte allerdings die Republik zu ſchonen, weil es ihren Streichen zunächſt und am meiſten bloß⸗ geſtellt war; allein es war auch England zu berückſichtigen ge⸗ zwungen, und wurde, mit Oeſterreich durch die engſten Bande verbunden, überdies von den auf ſeinem Gebiete zahlreich zu⸗ ſammenſtrömenden Emigranten aufgereizt und bei manchen Anläſſen durch die Leidenſchaftlichkeit ſeiner eigenen Agenten mit fortgeriſſen. Das Cabinet von Florenz gab der franzöſiſchen Regierung nur zu häufig Grund zu gerechten Klagen. Der ge⸗ ringe Erfolg der ſonſt überall ſiegreichen, franzöſiſchen Waffen dieſſeits der Alpen trug endlich das Seinige bei, den Uebermuth Toscana's zu ſteigern. Bald aber ſollten die Dinge eine andere Wendung nehmen.

Anfangs 1796 übergab das Directorium dem General Bonaparte den Oberbefehl über die italiäniſche Armee. Im

April in ſeinem Hauptquartier angelangt, ſchrieb er an Miot und

bat ihn um Auskunft üher den Zuſtand der Halbinſel.An dem gedrängten, lebendigen, obgleich haltungsloſen und fehlerhaften Styl, ſagt Miot,an den Fragen, die er an mich richtete, er⸗

brachten das Mailändiſche unter die Gewalt Frankreichs.

kannte ich einen Mann, wie er mir bisher noch nicht vorgekommen. Ich war überraſcht von dem Umfang und der Tiefe eines militai⸗ riſchen und politiſchen Blicks, wie ich ihn in keiner frühern Correſpondenz mit den Generalen der italiäniſchen Armee wahr⸗ zunehmen Gelegenheit hatte. Ich ahnte daraus entweder große Erfolge, oder große Niederlagen. Die Ungewißheit ſollte nicht lange dauern.

In kaum zwei Monaten erfocht der neue Befehlshaber eine Reihe glänzender Siege; ſie zwangen den König von Sardinien, um den Preis von Savoyen und Nizza Frieden zu machen, die Herzöge von Modena und Parma, die Waffen zu ſtrecken, und Von jetzt an trat Bonaparte in Italien als Dictator auf, das Direc⸗ torium ahnte es und fürchtete ihn, und die Agenten der Republik waren ihm nur gefügige Werkzeuge; Alle beeiferten ſich, das neu aufgegangene Geſtirn huldigend zu begrüßen.

Miot begab ſich zu ihm nach Brescia, um einen Waffen⸗ ſtillſtand mit Neapel zu vermitteln.Seltſam überraſchte mich, ſagt er,ſeine Erſcheinung, die ſo ſehr abwich von dem Bild, das meine Imagination ſich von ihm entworfen hatte. Ich er⸗ blickte einen ſehr hagern Mann unter gewöhnlicher Größe, von einem zahlreichen Stabe umgeben; das gepuderte, über den Ohren abgeſchnittene Haar fiel über die Schultern herab. Er trug einen bis an den Hals zugeknöpften Rock mit ſchmaler Gold⸗ ſtickerei; auf dem Hute wehte die dreifarbige Feder. Schön war ſein Geſicht nicht; allein aus den ausdrucksvollen Zügen, dem lebhaften und forſchenden Auge, der regen und haſtigen Gebehrde ſprühte das innere Feuer, ſowie die breite, gefurchte Stirn den tiefen Denker verrieth. Er ließ mich neben ſich ſetzen und wir