Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
557
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Sophas, exotiſche Pflanzen ſtehen umher und miſchen ihr reiches Grün mit all dem Roth und Gold. Dazwiſchen drängen ſich dann dergleichen Toiletten der Damenwelt, es i*ſt die beau- monde von Paris darunter, die vornehmen Ruſſen von dort, die Trubetzkoi, Wolkonsky und Andere, welche, ſeit die Eiſenbahn herführt, hier Villen bauen; dort wieder ſitzt Emil de Girardin mit ſeiner jungen Ge⸗

mahlin, deren Schönheit Vieler Blicke auf ſich zieht, ſchon

weil ihr berühmter Gatte ſie einer Delphine Gay als Stell⸗ vertreterin gegeben. Wieder erſcheint ein ganzer Kreis von Holländern, mit runden, roſigen, etwas dummen Ge⸗ ſichtern, darunter der Baron von Gagern mit ſeiner Mutter. Hier freilich wird nicht geraucht, wie in der Oper in Amſterdam, noch wird hier in das Entrée ein Glas Punſch mit einbedungen, wie ſie es dort, um Be⸗ ſucher anzulocken, bei der Oper ausgemacht. Hier wie⸗ der erſcheinen Schweizer, ſteif, prüde und anmaßend, und ſchauen mit kalten Geſichtern in dieſe bunte, warme Welt von Tönen, Geſang und Farben. Es iſt das ſociale Leben auf ſeiner Spitze, das ſo ein Curſaal darbietet, wo der Beſitzer einer Spielbank Gäſte laden darf, welche ſeine Einladung annehmen und auf Koſten eines Inſtitutes ſich vergnügen, das zu den verderblichſten gehört, welche die Leidenſchaft erſonnen. Zwei Stunden lang horcht man den rauſchenden, ſchwellenden Tönen, dann ſchweigt die Muſik und die Geſellſchaft zerſtreut ſich; zunächſt durch⸗

ſtreicht ſie dabei die Räume, wo die Spieltiſche ſtehen, und

miſcht ſich hier unter jene Gäſte, denen der Zutritt in den Concertſaal nicht geſtattet war. Bald aber bleiben nur die Letzteren zurück. Immer leerer werden die Räume.

Gegen die elfte Stunde ſieht man nur einzelne Damen noch

auf den weich gepolſterten Seſſeln am geöffneten Fenſter

ſich zurücklehnen; Andere ſind an die Spieltiſche getreten

und verſuchen die launige Göttin unter dem Gedränge der Männerwelt. Es iſt nicht bon ton, jetzt noch hier zu ver⸗ weilen; nur ein Zufall, ein Etwas, ein vergeſſener warmer

Shawl, ein beſtellter Diener, hält dieſen oder jenen Gaſt noch wenige Minuten hier zurück, und dieſe Minuten be⸗ nutzt er, das ſeltſame Schauſpiel mit neugierigem Blicke zu überſchauen. Welche Kunſt der Toilettea gewahrt er hier! Blickt er unter das Pariſer Hütchen, ſo einfach in ſeinem Schnitt, und dennoch ſo elegant, ſo gewahrt er we⸗ der ſchöne Züge, noch ſonſt etwas Schönes; gemalte Augenbrauen, gefärbte Lippen und geſchminkte Wangen ſieht er hier. Doch in der Entfernung iſt die Wirkung des Ganzen vollkommen. Elegant, graziös, pikant be⸗ V wegt ſich die Geſtalt vor unſern Augen und unſer Blick folgt ihr nach, fragend, worin denn der Reiz beſtehe, und die Antwort lautet: in der Wahl des Anzugs. So wichtig alſo wäre dennoch die Toilette für die weibliche Welt, ſo wichtig, nur zu gefallen! Eine hohe, ſchlanke Geſtalt tritt jetzt an den Spieltiſch, ſie wirft ihr Gold un⸗ befangen hin, an ihren Armen blitzen Diamaunten, ihr weiß geſticktes Kleid, die Spitzenmantille, der kleine weiße Hut von Reisſtroh mit kirſchrothem Bande iſt ſo einfach als geſchmackvoll, ſie ſieht vornehm und elegant aus, hat aber ein Mulattengeſicht. Sie verliert. Eine Hand voll Gold iſt bald dahin, ſie zieht ſich zurück und iſt verſchwun⸗ den. Als wir den Saal verlaſſen, ſehen wir ſie unter den Bäumen mit einem Herrn ſoupiren. Noch andere Tiſche ringsum ſind mit Gäſten beſetzt, manche, die wir am Spieltiſche vermißt, haben ſich hierher verloren; die Nacht iſt kühl, das Eis vortrefflich, die Spielgöttin nahe, um ihre Treuloſigkeit auf eine neue Probe zu ſtellen, bis mit dem neu erwachenden Tage das Geſetz, welches auch hier Pauſen gebietet, dieſe Räume verſchließt.

Man erzählt ſich tauſend Anekdoten von ihm und in allen erſcheint er zu ſeinem Vortheil.

Wir ſehen ihn in unſern Straßen ſich auf ſeinen lgelenkigen Hüften ſchaukelnd, im herzlichen Lachen ſeine weißen, ſpitzigen Zähne zeigend. Erſt Morgens angekommen, ſah man ihn bereits Mittags hurtig, kokett, faſt wie ein Dandy, auf unſern Boulevards fwazieren gehen. Seine blaue Uniform, deren Eleganz dem Schlachtenſturme widerſtanden hat, iſt noch glänzend, ſo rein, ſo ſorgfältig ausgeklopft und gebürſtet iſt ſie. Und der weiße Tur⸗ ban, der ſich wie eine Schlange um ſeinen Kopf windet!(So ſagt ein Lied, der Turco hat ebenfalls ſeine Lieder.) Der weiße Turban

iſt ein Modell der Wiſſenſchaft und ſo vollkommen, daß er die Verzweiflung der älteſten Zuaven der Garde iſt.

Auch die Fußbekleidung des Turco erregt Erſtaunen. Seine Gamaſchen, Strümpfe und Schuhe kleiden ſeinen Fuß, wie eine Dame den ihrigen bekleidet, und wenn man ihn anſieht, ſo fragt man ſich, wie man mit einem ſo dünnen Schuhwerk ſo lange zu marſchiren vermag. 4 5

Die Araber haben faſt alle ritterliche Formen; ſie ſind heiter und mittheilend. Auf an ſie gerichtete Fragen, die ſie nicht immer verſtehen, antworten ſie mit ihren Kehllauten maccach, melley ungſc de bezeff; Einige unter ihnen ſprechen indeſſen gut fran⸗ zöſiſch.

Einer ihrer Officiere, ein junger Mann, der in der Militär⸗ ſchule zu Saint Cyr ſeine Ausbildung erlangt hatte, antwortete Jemandem, der ihn fragte, ob die Turcos gut manövrirten:Wie das Bataillon! Damit iſt Alles geſagt, weil das Bataillon,

d. h. Saint Cyr, das Bataillon par excellence iſt, das die frühern

Schüler von Saint Cyr nie anders bezeichnen.

Schließlich müſſen wir noch einige Worte von dem pracht⸗ vollen Officiercorps der Turcos ſagen. Von ihnen gingen Bos⸗ quet, Vergé, Wimpffen, Thomas, Roſe, Bataille, Bousbaki ꝛc., ſo wie die Oberſten d'Argent, Lévy, Martineau, Deschenets, Liöbert, Laure ꝛc. aus.

Kühn, jung, wohlunterrichtet führen alle Officiere der einge⸗ borenen Schützen ihre Truppen mit Liebe. Sie werden dagegen von ihren Soldaten wieder geliebt, und die Disciplin wird unter Männern, die durch das Pulver vereinigt ſind, leicht. Für einen Turco iſt der Oberſt der Chef des Stammes, ein Vater. Man ſpreche mit ihnen von dem Marſchall Bosquet, ihrem älteſten Chef, und ſie werden nicht müde in Lobeserhebungen deſſelben. Spricht man mit ihnen von Laure, ihrem letzten Oberſt, ſo laſſen ſie uns die Thränen ins Auge kommen.

Mac Mahon iſt für ſie ein Gott. Er hat, ſagen ſie, den Kopf da und ſie zeigen auf den Himmel und den Arm hier auf den Säbel zeigend. C.

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Miseellen.

Byron's letzte Tage.

Dr. Fuankl erzählt in ſeinen Reiſen;Byron hatte kein Zu⸗ trauen zu ſeinem jungen italieniſchen Arzt, der ihm eine Ader öffnen wollte. Am vierten Tage ſeiner Kränkheit geſchah dies dennoch durch einen engliſchen Arzt, aber es war zu ſpät. Am ſechſten Tage wurde Dr. Treiber zu einer Berathung eingeladen. Byron war noch bei vollem Bewußtſein.Unterſuchen Sie mich, ſagte er,ſo viel Sie wollen, aber fragen Sie mich nicht viel.