Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
556
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556 Novellen

noch erreicht werden. unſtreitig als eine der merkwürdigſten jener Zeit zu be⸗ trachten iſt. Ludwig der Sechzehnte, König von Frankreich, erſchien auf dem Marsfeld; ohne Gefolge, allein, erſchien er in der Mitte von 200,000 arbeitenden Menſchen, ſeinen Mitbürgern, nicht mehr ſeinen Unterthanen.

Welch ein Moment, als er eine Schaufel ergriff und einen Schubkarren mit Erde füllte! Das Jauchzen und Beifallsgeſchrei wälzte ſich wie ein Donner fort. Der Ruf:Hoch lebe der König! lang lebe der König! wollte kein Ende nehmen. Tauſende drängten ſich um ihn, nannten ihn Freund, Vater des Volkes.

Zeitung.

Es ereignete ſich eine Scene, die ein Faß mit Wein auf einem Schubkarren nebenbei führte.

Der Alte bot Jedermann zu trinken an. Dies waren die Vorbereitungen zu dem großartigen Nationalfeſt auf dem Marsfeld zu Paris im Juli 1790. D.

Baden⸗Baden.

Dem von ſolchem En-

thuſiasmus hingeriſſenen König entfiel die Schaufel, er

wendete ſich bei Seite und weinte Freudenthränen. Der

Zuruf und das Freudengeſchrei ging in wahre Raſerei über. Bei dem großen und einzigen Schauſpiel, welches das Marsfeld in jenen Tagen darbot, bei der Ueberfülle von Menſchen war nicht eine einzige Schildwache zu ſehen. Niemand war vorhanden, der Auftrag erhielt, auf Ordnung zu ſehen, und dennoch fiel nicht die geringſte Störung vor. Das Volk übte unter ſich ſelbſt Gerechtigkeit aus. Ereig⸗ nete ſich ein Fall, wo Einer die öffentliche Ruhe ſtören wollte, ſo gab man ihm einen Verweis; befolgte er dieſen nicht, ſo wurde er von ſeinem Ort hinweg gewieſen. Daher das Zutrauen, welches Einer in den Andern ſetzte. Ein feiner junger Mann kam nach dem Marsfeld, zog ſeinen Rock aus, warf denſelben auf die Erde und legte daneben ſeine beiden goldenen Uhren. Als dies ge⸗ ſchehen, griff er nach der Schaufel und ging hinweg zur Arbeit.Wollen Sie Ihre goldenen Uhren ſo liegen laſſen? ruft ihm Jemand zu.Warum nicht? ant⸗ wortete er,ſoll ich Mißtrauen in meine Brüder ſetzen? Nach der Arbeit kam er zurück und findet ſeine Uhren, bei denen indeſſen Tauſende vorübergegangen waren. Ein ehrlicher alter Bürger ging mit einem Glaſe in der Hand durch die Reihen der Arbeitenden, während ein Bedienter

Eine Studie von

Amely Bölte.

Wolken haben den Himmel überzogen, ein Ungewitter zieht herauf, Alles blickt ſehnend nach Regen auf. Wie ausgedörrt iſt die Erde, Menſchen und Pflanzen lechzen, man athmet eine Gluth ein. Jeder ſucht Schatten und Dunkelheit, die müßigen Gäſte wiegen ſich gähnend auf den Stühlen umher, Ermüdung zeigt ſich auf allen Ge⸗ ſichtern. Erſt die ſinkende Nacht bringt wieder Leben in die Geſtalten, mit der ſchwindenden Sonne erwachen die erſchlafften Lebensgeiſter, im Mondenſchein erſt zeigt ſich die Luſt. Im großen Curſale iſt Concert. Die an⸗ ſtändigſten Gäſte ſind dazu durch ein beſonderes Billet des Herrn Benazet, des Beſitzers der Spielbank und Directeur des plaisirs eingeladen.

Glanz und Strahlen ſehen wir erſt kaum, dann nach und nach gewöhnt ſich unſer Auge an die blendende Helle, und wir unterſcheiden, was ſich uns bietet. Auf goldenen Stühlen nimmt die Geſellſchaft Platz; an den Wänden

unter purpurrothen Damaſttapeten winken eben ſolche

Paris hat jetzt zum erſtenmal die tapfern Turcos in ſeinen Straßen herum ſpazieren ſehen und hat ſie ſehr feſtlich aufge⸗ nommen. Der arabiſche Fußſoldat iſt ein Typus, deſſen Studium ſehr intereſſant iſt. Die Anweſenheit eines gut disciplinirten und ſtark conſtituirten Regiments algieriſcher Schützen in der Hauptſtadt Frankreichs hat eine Bedeutung und Tragweite, die nicht mit Stillſchweigen übergangen werden darf. Es iſt dies ein unzweideutiger Beweis der Vortrefflichkeit des in unſrer Colonie am mitielländiſchen Meer angenommenen Verwaltungs⸗ ſyſtems.

Während in Oſtindien die Sepoys ſich empören und den Einfluß des Mutterlandes dadurch gefährden, daß ſie das von den Engländern erlernte Exercitium gegen ſie ſelbſt anwenden, ver⸗ gießen unſre treuen und ergebenen Hülfstruppen großmüthig ihr Blut für ihr Adoptivvaterland und theilen auf allen Schlacht⸗ feldern die Gefahren und den Ruhm der franzöſiſchen Armeen.

Seit 1842, wo die erſten arabiſchen Baraillone unter Bosquet, Thomas und Vergé gebildet wurden, haben unſre Generäle Alles gethan, um die Eingebornen Allgeriens an ihre neue Fahne zu knüpfen und ſie definitiv mit unſern Intereſſen zu verbinden.

Jetzt iſt der Turcv ein Franzoſe. Er liebt den Adler ſeines Regiments, in den er mit ſeinem reinſten Blute die Namen Alma, Trachtir, Sebaſtoppl, Kinburn, Turbigo, Magenta und Solfe⸗ rino eingeſchrieben hat, ohne die vielen in Afrika beſtandenen Gefechte zu zählen. Er bewundert ſeinen Kaiſer, den er in der Schlacht im Pulverdampf an ſeiner Seite geſehen hat. Er ſetzt einen Ruhm in ſeine Uniform und in die Ehrenzeichen, die er ſich urch ſeine Tapferkeit verdient hat.

Wir haben jetzt vier ſchöne Regimenter algieriſcher Schützen, drei in Algerien und das, welches in dem Armeecorps des Her⸗ zogs von Magenta einen ſehr thätigen Antheil an den jetzt in Italien erfochtenen Siegen genommen hat. In dem Augenblick, wo man glauben konnte, der Krieg werde eine größere Ausdeh⸗ nung annehmen, hatte der Kaiſer, in Berückſichtigung der Dienſte, die man von ſo tapfern Truppen erwarten konnte, die Bildung eines fünften Regiments beſchloſſen, und die Rekrutirung deſſelben machte ſich mit Leichtigkeit.

Wir müſſen bei dem Betragen der Turcos in Italien ver⸗ weilen. In Sebaſtopol, wo ſie ſich mit Ruhm bedeckten, konnte man glauben, daß ſie, indem ſie an unſerer Seite kämpften, dem religiöſen Gefühle gehorchten, und daß ſie für den in der Perſon des Sultans bedrohten Halbmond fochten. In Italien hatten ſie dieſen Grund nicht mehr, ſie kämpften für Frankreich und ſie haben ſich gut geſchlagen.

In Turbigo, wo ſie faſt allein im Gefechte waren, machten ſie die Bewunderung des Generals Motterouge, der ſie befehligte. In Magenta kämpften ſie am folgenden Taͤge mit unſern beſten Truppen um die Wette, und der Marſchall Mac Mahon bezeich⸗ nete ſie denſelben Abend der Aufmerkſamkeit des Kaiſers. End⸗ lich in Solferino, wo ſie ihren würdigen und ſo ſehr beklagten Oberſt Laure und ihren tapfern Oberſtlieutenant Herment verlo⸗ ren, haben ſie ſich ſelbſt übertroffen. B Der Turco iſt nicht bloß tapfer, er iſt geiſtreich. Seine Worte treffen nicht weniger gut, als ſeine Schüſſe. Er ſpricht das Sabir, eine Sprache, die der des Mamamouchi in Moliere

ziemlich ähnlich iſt, und er zieht daraus überraſchende Effecte.

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Fürſtliche Pracht herrſcht in dieſen Räumen. Blendendes Lampenlicht umfängt uns, vor

Sohhas, nibes G dräͤngen ſſt die be Nuſſen v welche, dort wie mahlin, weil ihr vertreter von Ho ſichtern Mutter Dper Glas ſucher der ei ſchaue von 7 auf ſel Beſttze Ginlad vergnü Leiden den de Muſi ſtreich mniſch Conc Letzter Gegen allf d ſich zu und ve Männ weilen Man er zu Hüſte Zähn Mitt vazi Schle ſorgfü ban, ein Li

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