7. Jahrg
Bbande A la ſſes ſtieg die ihnen vem gegen ſcholl. den Pariſern t. blandes grau vollten nicht Aelteſten an ſchneeweißen er, links ein r Arn, lange nunmehr die faſt gleichem hmen Krieger dennoch dies ſcht, rief der icht, daß ich ich zwar lei⸗ und indeſſen ich noch gut
hatte etwas n, und die es unſtreitig, Bein ſehlie, beiter, denen en und zogen
iſen ſtand ein Schulen und ngen famen. 1 Akademieen Pein. Alle en.— Hier die Waſſer⸗ — — wenn wir ikſichtigen— den Kunſtlers hen Vertiefung
—
ſchor und ein⸗
Nr. 35.]
träger, die Laſtträger, die Buchdrucker, Fleiſcher, Schnei⸗ der, Schuhmacher, die Studenten der Univerſität, die Fri⸗ ſeurs und die Kohlenträger.
Die Fiſchwelber ſpielten auch hier, wie bei allen ſolchen Auftritten, ihre Rolle. Sie theilten Blumen an vornehme Damen aus, welche ſich müde gearbeitet hatten, und um⸗ armten Perſonen von Stande. Der vormalige Herzog von Chatelet, ein bekannter Ariſtokrat, kam an einem Abend nach dem Marsfeld, um der Arbeit zuzuſchauen. Die Fiſchwecber erkannten ihn ſofort und drängten ſich mit Freudengeſchrei in ſeine Nähe, wodurch eine große Menge Volk herbeigelockt wurde.
Dem Herzog, welcher den Volksſtrom immer mehr an⸗ ſchwellen ſah, fing an bange zu werden, da er kurz vorher un der Gefahr geſchwebt, vom Volke aufgehängt zu wer⸗ den, da er bei ſolchem verhaßt war. Um ſich von den Fiſchweibern los zu machen, bot er ihnen Geld an. Sie aber ſchlugen die Spende aus und ſagten:„Wir brauchen Oein Geld nicht, nimm eine Schaufel, fülle einen Schub⸗ karren und ſinge mit uns:„ca ira!„a iral ga ira!“— Der Herzog mußte ſich dazu bequemen und wurde, als die Arbeit vollendet, von den Fiſchweibern nach Hauſe be⸗ gleitet.—.
Schaarenweiſe kamen auch die Mönche aus den Klöſtern herbei, in der Hand eine Schaufel. Einige derſelben trugen Grenadiermützen, welche ſonderbar gegen die Kutte abſtachen. Andere hatten ſich mit Nationalbändern ge⸗ ſchmückt und erhoben ſtets das freudige Geſchrei:„Hoch lebe die Nation! Hoch lebe die Freiheit!“
Unter dieſen Mönchen zeichneten ſich vorzüglich die Kartäuſer aus. Etliche von ihnen hatten dreißig und wohl mehr Jahre zwiſchen den engen und ſtillen Mauern uhrer Zellen zugebracht, gleichſam für die Geſellſchaft ver⸗ loren, lebendig begraben. Mit einem Mal befanden ſie ſich nun auf der ungeheuern Ebene des Marefeldes zwiſchen
Dritte folge.
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200,000 arbeitenden Menſchen. Sie, die nur an den tiefen Baß der langſamen Choralgeſänge gewöhnt waren, hörten hier Freiheitslieder durch die Lüfte rauſchen. Ihre Augen waren ſtarr vor Bewunderung über das neue Schauſpiel. Ihr Mund, der ſeit langer Zeit weiter Nichts, als das eintönige: Memento moril ausgeſprochen, verſuchte zum erſten Mal wieder menſchlich zu ſprechen, und endlich er⸗ ſcholl aus ihren geöffneten Lippen der Zauberton: Vive la nation! Kurzum, die Mönche kamen hierher, um— leben zu lernen, und die neugierige Menge ſammelte ſich um die Mönche in weißen Kutten. Aus der Zuſchauermenge tra⸗ ten viele Frauen und Mädchen, tanzten um die Mönche und riefen im bacchantiſchen Taumel, indem ſie auf leere Schubkarren deuteten:„Füllt, ihr Väter, füllt!“— Die Mönche, nachdem ſie ſich von ihrem Erſtaunen erholt, reich⸗ ten den Mädchen die Hände und tanzten dann mit im fröh⸗ lichen Reigen.
Während dies geſchah, wendeten ſich plötzlich Aller Augen nach dem entfernten Ende des Feldes, wo ſich eine Menge Volk verſammelte. Was gibt es dort? was iſt geſchehen? fragte Einer den Andern. Die Antwort blieb nicht aus, und ſchon ſah man die Urſache der Aufpegung. Der Generalcommandant der Pariſer Bürgergarde, Lafayette, kam auf ſeinem weißen Pferde daher geritten. Lafayette, der erſte Mann in ganz Frankreich, mehr ge⸗ ehrt, mehr geſchätzt, mehr geliebt und mächtiger als der König ſelbſt. Bei ſeinem Anblick klatſchte ihm das Volk Beifall zu, und die Luft erdröhnte von dem Geſchrei: „Hoch leve Lafayette!“ Der Generalcommandant nahm den Hut ab, und wenn eine Pauſe in den Beifalls⸗ bezeigungen eintrat, ſo machte Lafayette nur eine Ver⸗ beugung und der Jubel ging von neuem los.
Die unbeſtändige Menge muß einen Götzen haben, den ſie feiert, den ſie anbetet und— zuletzt fallen läßt. Dieſer Götze war in jenen Tagen Lafayette. Aber der Culminationspunkt des Jubels ſollte in jener Stunde erſt
und traumſelig reizend— dies iſt das Terrain, auf dem Wagner Meiſter iſt, erfindungsreich, geiſtvoll und poetiſch erfaſſend. Hierfür hat er ſich allerdings Erleichterung durch Vermehrung des Klangapparats verſchafft. Er wendet alle Holzblasinſtrumente zu dreien an, nimmt 3 Trömpeten, 4 Hörner, zu drei Poſaunen noch eine Baßtuba. Auf der Bühne treten Blechinſtrumente hinzu, und die Violinen ſind gewöhnlich vielfach getheilt, in der das Graalmyſterium andeutenden Introduction z. B. ſechsfach.
hingewieſen, und auf eine oft vorherrſchende und in der Wirkung ergreifende tiefe, dunkle— und wiederum myſtiſch verſchleierte Farbengebung. ſeines Kunſtſtrebens eine ſehr fördernde Eigenſchaft: den unbe⸗ dingten Glauben an ſeine eignen Ideen. Durch den überzeugenden Nachdruck, mit dem er ſie vortragt, durch den Tonſchmuck, mit
dem er ſie ausſtattet, weiß er auch den Körern von dieſem
Glauben mitzutheilen, den Laien und der Menge zu imponiren.
—— Es muß noch erwähnt werden, daß Wagner als ein abſonderliches Mittel zur Charakteriſtik eigene, ſtets wiederkeh⸗ rende Morive verwendet, mit denen das Orcheſter beſtimmte
Auf die überraſchenden Effecte der Holzblasinſtrumente ſei beſonders
Wagner beſitzt neben der rückſichtloſen Energie
kaliſche Erkennen eines Theils dieſer zum romantiſchen Apparat gehörenden ſymboliſchen Spielerei ein eben ſo großes Räthſel als der Graal..
Ueber die Aufführung nur wenige Worte. Sie war im All⸗ gemeinen ſehr lobenswerty und mit großem Fleiß(unter Direction ves Herrn Kapellmeiſters Krebs) vorbereiter. Die Ausführung in den Hauptpartien iſt mit der höchſten Auszeichnung anzuer⸗ tennen. Frau Bürde⸗Ney wußte die Partie der Elſa mi ſelrener Weichheit und Zartheit zu behandeln; Herr Tichatſcheck leiſtete Glänzendes und mit einer außerordentlichen Beherrſchung des Organs. Herr Mitterwurzer zeichnete ſich namentlich in dem lei⸗ denſchaftlichen Arioſo„Mein Chr, all’ mein“ ꝛc. aus, Frau Krebs⸗ Michaleſi gab die Ortrud mit voller Anſpannung ihrer Mittel; Herr Freny müßte ſeinen deutſchen König, der ihm zu tief liegt, ein wenig zu beleben ſuchen und reiner ſingen. Die Chöre wur⸗ den noch zu roh geſungen. Die Kapelle leiſtete ganz Vorzügliches. Ueberhaupt aber bliebe für die ganze Vorſtellung, Auffaſſung und Ausführung betreffend, noch ein weniger materielles, ein delica⸗ teres, poellſch erhobeneres und feiner nuancirtes Colorit zu wünſchen, denn hierin allein liegt der Hauptfactor füͤr die Wir⸗
Fuiedtichs Perſonen und Situationen erinnerungsvoll und ahnungsvoll kung der Oper. Die Inſcenirung war vortrefflich und reich begleitet, ein Verfahren, das nur in ſeiner von Wagner empfan⸗ ausgeſtattet mit Einſchluß der Decorationen. ankenausdruc genen ſyſtematiſchen Ausbildung neu iſt. Alle bedeutenden er Geſtaltung Perſonen und Vorgange tragen ſo eine muſikaliſche Phraſe als V 1 Naturell und klingendes Abaeichen: Lohengrin, Elſa, Ortrud, der König, der Aus der Gegenwart. den Schwel Graal, die verbotene Frage ꝛc. Der Cffeer iſt natürlich oft höchſt Die Curcos in Paris Ausdruck un poetiſch und vollkommen berechtigt, oft aber auch völlig nichtig, 5 a5,un n Das inſtru⸗ wie ſtets in der Kunſt bei grübelnder und überkünſtelnder Berech⸗ Ueber die in der letzten Zeit ſo viel genannten Turcos ſpricht neuen, ſchonen nung. Für die große Menge der Hörer bleibt zudem das muſi⸗ ſich ein Pariſer Blatt in folgenden Worten aus: aa Kimmen... lich ſtim 5 4* b 3.


