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Raſch eilte Amalie die Treppe hinauf; die Thür des Cabinetes wurde ihr durch den Kammerdiener geöffnet, und der Miniſter trat ihr ſehr freundlich entgegen, indem er nicht ohne Neugier in dem Ton der Stimme ſagte:
„Ich bin wirklich begierig, zu erfahren, meine gnädigſte Frau, welche Angelegenheit von hoher Wichtigkeit mir ſo früh die Ehre Ihres Beſuches verſchafft.“
„Nicht für Sie, Excellenz, wohl aber für mich ſelbſt iſt die Angelegenheit von der höchſten Wichtigkeit,“ ſagte Amalie und erröthete bei dem Gedanken, daß ſie einem fremden Manne das Geſtändniß ihrer Liebe zu Arthur ab⸗ legen mußte. Etwas zögernd ſetzte ſie daher hinzu:„Ich komme, um Ihnen den Beweis von der vollſtändigen Un⸗ ſchuld des Grafen Maienburg zu bringen und den Befehl zu deſſen augenblicklicher Befreiung aus dem Zuchthauſe zu erbitten.“
„Im Zuchthauſe iſt er nicht mehr,“ entgegnete der Miniſter, den die Worte Amaliens, beſonders aber die Wärme, mit der ſie ſprach, in hohem Grade zu überraſchen ſchienen.„Er befindet ſich hier, und ſogar auf Handge⸗ löbniß in Freiheit, da die Anklage des Mordes von ihm genommen iſt und nur noch der Verdacht unredlichen Er⸗ werbes einer bedeutenden Summe auf ihm laſtet, welche man in ſeinem Beſitz fand, ohne daß er ſich darüber aus⸗ weiſen kann— oder will!“
„Hier iſt er? hier? Nicht mehr im Zuchthauſe? Und frei ſogar?“ rief Amalie, während ein Ausdruck der Freude ihr Geſicht überflog und ſie die Hand auf das Herz preßte, als wollte ſie deſſen ungeſtümes Klopfen beſchwichtigen. „O, mein Gott, ich danke Dir, daß Du es mir vergönnſt, ihn ſchon ſo bald wieder zu ſehen!“
Mit wachſendem Staunen hatte der Miniſter dieſe Worte gehört. Ueber den Sinn derſelben konnte ihm bei einem prüfenden Blicke auf die ſchöne junge Frau kaum noch ein Zweifel bleiben, und er ſagte daher mit bedeu⸗
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tungsvollem Lächeln:
—
„Ihre lebhafte Theilnahme, Frau Präſidentin, beweiſt mir, daß Sie— was mir bisher noch nicht bekannt war — in nahem Grade mit dem unglücklichen jungen Manne verwandt ſind.— Es ſoll mich daher aufrichtig freuen, wenn Ihre Beweiſe ſeiner Unſchuld wirklich der Art ſind, daß ſie mich in den Stand ſetzen, ſofort ſeine völlige Frei⸗ ſprechung zu bewirken.“
„Meine Beweiſe werden jeden Zweifel bei Eurer Ex⸗ cellenz verbannen,“ entgegnete Amalie,„indeß muß ich Ihnen bekennen, daß nicht die Bande der Verwandtſchaft mich an den Grafen Maienburg feſſeln, ſondern die der Liebe!“
„Der Liebe?“ wiederholte der Miniſter wie verwun⸗ dert, obgleich er die Natur ihrer Gefühle bereits durch⸗ ſchaut hatte.
„Der Liebe!“ entgegnete Amalie,„und zwar einer Liebe, deren ich mich auf keine Weiſe zu ſchämen habe. Doch geſtatten Sie mir jetzt, Ihnen die erforderlichen Auf⸗ ſchlüſſe zu geben.“
Der Miniſter führte ſie zu dem Sopha und während er ihr gegenüber Platz nahm, erzählte ſie ihm mit reizender Verſchämtheit, doch mit ungeſchminkter Offenheit, auf welche Weiſe ſie ſich am Abend vor ihrer Abreiſe nach Nizza mit Arthur verlobt hatte, nachdem das Geſtändniß gegenſeitiger Liebe zwiſchen ihnen ausgetauſcht worden war.
Nach dieſer Auseinanderſetzung fuhr ſie fort:
„Kurze Zeit zuvor, ehe Graf Maienburg mich beſuchte, hatte mein unglücklicher Vater, der unter dem Titel eines Don Montaldi nach Europa gekommen war, um—“
„Wie, gnädigſte Frau?“ unterbrach ſie der Miniſter; „Don Montaldi war Ihr Vater?“
„Wußten Sie das noch nicht?“ fragte Amalie ver⸗ wundert, denn ſie glaubte, durch die Unterſuchung müßten die früheren Verhältniſſe ihres Vaters und folglich auch ihre Verwandtſchaft mit demſelben an den Tag gekommen ſein.
Feſtungswerke befanden ſich in einem ſo verwahrloſten Zuſtande,
daß ſie ſo wenig, als ihre geringe Beſatzung, Sicherheit vor dem andringenden Feinde verſprachen.
Anm eiligſten entflohen alle Emigranten, welche ſeither ein
ſö ſicheres Aſyl hier gefunden; keinem fiel es ein, ſich zum Ver⸗
theidiger der Feſtung anzubieten, und dadurch ſeine Dankbarkeit
zu bezeigen. Bei ſolchen Maßregeln und Zeichen der Furcht
bemächtigte ſich ein paniſcher Schrecken der Bürger von Mainz,
die ſich größtentheils von denjenigen verlaſſen ſahen, die ſonſt
mit angebornem Muthe, als dem Vorrechte ihres Standes, geprahlt batten. Schon wähnte man den Feind vor den Thoren, und ſah ſchon im Geiſte die Pariſer Gräuelſcenen ſich wiederholen. Die Vermirrung ſteigerte ſich von Stunde zu Stunde; man rief zu den Waffen und ſtürmte zu den Vorwerken, ſie ſchleunigſt aus⸗ zubeſſern,— Kanonen wurden auf die Wälle geſchleppt und muthige Handwerksburſchen geſellten ſich zu dem kleinen Häuflein der Artilleriſten;— das Zeughaus wurde geöffnet, wer Waffen tragen konnte, eilte dorthin, um ſich ſolche zu holen, und man ſah die kleinſten Jungen ſich zur waffenfähigen Mannſchaft zählen. Es war ein Gewirr, ein Durcheinanderlaufen, eine Unordnung, welche ſelbſt von dem erwachenden Muthe der Bürger wenig Gutes erwarten ließ; dazu kam, daß die geheimen Franzoſen⸗ freunde jeden patriotiſchen Aufſchwung durch Schreckensnachrichten und mit der Unhaltbarkeit der Feſtung zu dämpfen ſuchten.
Sehr bald waren die Franzoſen eingezogen. Die Schwäche der Feſtungswerke, wie die Verräthereien der franzoſenfreundlichen Freiheitsſchwärmer hatten dem Generale Cüſtine und ſeinem
ſchlecht organiſirten Heerhaufen zu einem leichten Siege verholfen.
33 r 1 4.— 8 Ohne einen ernſtlich gemeinten Schuß, ohne einen Todten oder
nur Verwundeten kam dieſe wichtigſte Feſtung Deutſchlands durch Capitulation in die Hände der Franzoſen. Cüſtine erließ höchfah⸗ rende, Glück und Freiheit verſprechende Manifeſte an die erſchreckten Einwohner, welche erſt von der ſchimpflichen Uebergabe ihrer Stadt erfuhren, als die Franzoſen bereits in dieſelbe ein⸗ zogen. Mit Entrüſtung und Staunen ſahen die Bürger, wie die Beſatzung, auf die verhältnißmäßig kleine Anzahl des Feindes und ſeine im ſchlechteſten Zuſtande ſich befindende Equipirung. Ein Gefühl tiefer Scham über einen ſo leicht errungenen Sieg bemäch⸗ tigte ſich aller redlich Geſinnten, während die revolutionäre Partei laut triumphirte, Cüſtine vom kurfürſtlichen Schloſſe und ſeinen Schätzen Beſitz nahm und die Dörfer der Umgegend plündern ließ. Unzählige Thränen floſſen im Stillen, Verwün⸗ ſchungen wurden im geſchloſſenen Raume der Häuſer ausgeſtoßen, und mit geheimem Grauen die Glücksverheißungen des gefährlichen freundlichthuenden Feindes aufgenommen. Die prahleriſchen Worte Freiheit und Gleichheit wurden überall gepredigt; unter dem Vorſitze Cüſtine's ein Club im Akademieſaal des Schloſſes eröffnet, wo hauptſächlich die Profeſſoren der Hochſchule dem ſchwer begreifenden und noch ſchwerer glaubenden Bürger von Mainz dieſe Worte eines neuen Evangeliums zu erklären ſuchten. Cüſtine verkündete dabei den Einwohnern in der großſpreche⸗ riſchen Weiſe des damaligen Frankreichs:„Euer eigner, unge⸗ zwungener Wille ſoll euer Schickſal entſcheiden. Selbſt wenn ihr die Sclaverei den Wohlthaten vorziehen würdet mitsdenen die Freiheit euch winkt, bleibt es euch überlaſſen, welcher Das. euren Feſſeln zurückgeben ſoll.“ Die Bürger verlangten hierauf ihr ihren Kuͤrfürſten zurück; alle Zünfte ſtiß


